Die SiKo 2017 – bzw. das, was wir davon mitbekamen

stopwars_art_black_1Wie jedes Jahr fuhren wir auch heuer nach München um gegen die sogenannte Sicherheitskonferenz zu protestieren. Wie jedes Jahr stand auch die diesjährige SiKo wie kaum ein anderes Treffen der herrschenden Klasse für Krieg, Zerstörung und Destabilisierung. Nur eine Kleinigkeit unterschied unseren Ausflug letzten Samstag von jenen der letzten Jahre…

Für ca. 50 mit dem Bus aus Nürnberg angereiste GenossInnen war die Demonstration gegen die Münchner Sicherheitskonferenz 2017 ein kurzer Spaß. Bereits auf dem Weg zum Auftakt wurden wir von einer niedersächsischen BFE-Einheit aufgehalten und eingekesselt. Einen Grund für die Maßnahme konnte allerdings selbst das rund 10köpfige Kommunikationsteam der Bullen auf Nachfrage einiger stehengebliebener PassantInnen nicht liefern. Da man uns die Teilnahme an der Demo verweigerte, nutzten wir die Gelegenheit, eine spontane Kundgebung gegen Krieg und Repression vor einem immer größer werdenden Publikum mitten in der Münchner Innenstadt abzuhalten. So konnten wir trotz der Bullen-Schikane unserem Protest gegen die Kriegstreiber-Konferenz einen kämpferischen Ausdruck verleihen.

Die Bullen forderten unsere Personalien und drohten – falls wir ihrer Forderung nicht nachgehen sollten – mit Ingewahrsamnahme. Wohl wissend um die Rechtswidrigkeit einer solchen flächendeckenden grundlosen Vorkontrolle verweigerten wir die Herausgabe der Ausweise, woraufhin die Bullen damit begonnen, uns Stück für Stück gewaltsam aus dem Kessel zu entfernen und uns die Ausweise abzunehmen. Sie erteilten allen einen Platzverweis für die Stelle, also sammelten wir uns 50 Meter weiter, um gemeinsam entschlossen und kämpferisch zur Abschlusskundgebung am Marienplatz zu ziehen. Kaum losgelaufen versperrten uns wieder die Cops den Weg – diesmal in Form des USK. Es folgte Kessel Nr. 2. Nach wenigen Minuten konnten wir dann unseren Weg fortsetzen. Allerdings eng umringt vom USK und auch nur kurz. Noch bevor wir den Marienplatz erreichten, musste der Zug noch einmal stoppen, weil die Bullen einen Genossen aus dem Kessel zogen und kurzerhand verhafteten. Anschließend liefen wir weiter und kamen tatsächlich bis auf den mobilen USK-Kessel, der uns weiterhin begleitete, ohne weitere Schikanen zur Abschlusskundgebung, wo die Reste der Demo uns mit Applaus empfingen.

Auch wenn wir kaum daran teilhaben konnten, freute es uns sehr zu hören, dass 500 GenossInnen den Antikapitalistischen Block dieses Jahr zu einem der größten seit Bestehen der Anti-SiKo-Proteste gemacht haben. Den Bullenschikanen zum Trotz haben wir es geschafft, einen großen, kämpferischen Block auf die Beine zu stellen!

Die Lehre, die wir aus diesem Tag ziehen: Ob sie uns kesseln, verprügeln oder einsperren – die Straße gehört uns! 5 Finger sind eine Faust!

drucken | 22. Februar 2017 | organisierte autonomie (OA)