„Was tun, wenn es brennt?“ – G20-Edition

Am 2. Juni 1967 wurde in Berlin gegen den persischen Schah demonstriert. Sogenannte „Prügelperser“ vermöbelten unter Polizeischutz protestierende StudentInnen. Benno Ohnesorg wurde erschossen und das war einer der Auslöser der 68‘er Revolte. Am 2. Juni 2017 bereiten wir Proteste gegen das G 20-Treffen in Hamburg vor – ein guter Anlass, unser Demo-Knowhow mal wieder zu updaten:

2. Juni |19:00 Uhr | „Was tun, wenn es brennt?“ – G20-Edition | Projekt 31 | An den Rampen 31 | Nürnberg

Ruhe bewahren!

So lautet die Grundregel jedes Katastrophenplans und auch unsere, damit Deine Verhaftung/Dein Ermittlungsverfahren nicht zu einer Katastrophe wird.

Mit Festnahmen bei Demonstrationen und anderen Aktionen mit Beschlagnahme von Flugblättern, Zeitungen usw., mit Hausdurchsuchungen, Strafbefehlen und Prozessen muss heute jede/r rechnen, die/der aktiv politisch tätig ist, gegen Ausbeutung und Unterdrückung kämpft, egal ob als Antifa-schistIn, AKW-GegnerIn, AntimilitaristIn, KommunistIn oder AnarchistIn.

Mit immer neuen Gesetzen wird selbst das Wenige, was der kapitalistische Staat an Meinungsfreiheit, Organisationsfreiheit und Demonstrationsrecht gewährt, ständig eingeschränkt. Die staatliche Repression nimmt noch lange nicht deswegen ab, weil die Linke immer schwächer wird – im Gegenteil, weil die staatlichen Stellen mit wenig organisierter Gegenwehr rechnen (müssen), können sie sich Kriminalisierungsversuche erlauben, die in Zeiten starker Massenbewegungen nicht durchsetzbar wären. Ihre Einschüchterungsversuche und Kriminalisierungsstrategien greifen grundsätzlich nur in dem Maße, wie es uns nicht gelingt, unsere Vereinzelung aufzuheben und uns gemeinschaftlich zu organisieren.

Eine gute Voraussetzung, um die erste Grundregel im „Ernstfall“ wirklich beherzigen zu können, ist Vertrauen. Nicht in die göttliche Allmacht, des Schicksals Weg oder die Unzertrennlichkeit von Yin und Yang, sondern Vertrauen in Genossinnen und Genossen, die sich um einen kümmern, wenn mensch in der Scheiße sitzt – und die bei Polizei und Staatsanwaltschaft genauso die Schnauze halten wie du!

Demo-Einmaleins

Klar, es gibt riesige Unterschiede zwischen einer Demo und einer Demo. Oft sagen wir uns, dass bei der Demo sowieso nix passiert und haben auch oft recht damit. Dennoch sollten einige Grundregeln auch auf einer „Spaziergangs-“Demo beherzigt werden, weil auch solche schon Objekt polizeilicher Aktionen geworden sind.

veranstaltet von der Roten Hilfe OG Nürnberg – Fürth – Erlangen

drucken | 18. Mai 2017 | Rote Hilfe - OG Nürnberg