Abschiebungen konsequent verhindern – Solidarität ist kein Verbrechen

Mittwoch, der 31. Mai: PolizeibeamtInnen zerren einen jungen Afghanen direkt aus seiner Schule und wollen ihn in den Flieger nach Kabul stecken. Rund 300 Protestierende zeigen sich solidarisch und versuchen, diese Abschiebung zu verhindern.

Die Polizei geht mit massiver Gewalt gegen die Menschen vor. Platzwunden, blaue Flecken und Festnahmen sind die bittere Konsequenz dafür, dass diese 300 Leute das einzig Richtige getan haben. Ein junger Mann, der auch solidarisch protestiert hatte, sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Weite Teile der Medien und der bürgerlichen Parteien skandalisieren nun das Vorgehen der Polizei. Doch tagtäglich finden Abschiebungen statt. Nur passiert das im Normalfall heimlich, still und leise. Es wird uns von ihnen als Normalität verkauft.

Wer nicht nach diesem Wahnsinn handelt, wer sich wehrt, handelt gegen Recht und Gesetz. Doch was sind das für Gesetze, die Menschen in Hunger, Folter, Tod und Perspektivlosigkeit schicken? Sie sind nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind! Wer sich gegen solche Gesetze stellt, nicht will, dass sein Kumpel mit der nächsten Bombe in Kabul oder sonst wo in die Luft fliegt, handelt in einer ganz banalen Selbstverständlichkeit von Humanität. Dass genau diese Menschen nun in Haft sind oder ihnen hohe Strafen drohen, ist ein Angriff auf unser Verständnis von einer
solidarischen Gesellschaft. Alle Menschen, die am vergangenen Mittwoch protestiert haben, haben gemeinsam und entschlossen das getan, was für sie das Richtige ist. Bayerns Innenminister Herrmann schwadroniert nun von „Rädelsführern“ und einer Instrumentalisierung der SchülerInnen.

Nein, Herr Herrmann: diese Menschen wissen alle ganz genau, was sie tun! Der Versuch, sie zu entmündigen und als emotional verwirrt darzustellen, ändert nichts an der Tatsache, dass immer
mehr Menschen beschließen, dass es so wie es ist, nicht bleiben darf! Wir sind alle RädelsfüherInnen, alle 300 und viele mehr, die die Proteste unterstützen und solidarisch sind!

Wir lassen uns nicht spalten! Solidarität ist kein Verbrechen!


Wir fordern die sofortige Freilassung des Gefangenen und den sofortigen Stopp aller weiteren Ermittlungen!

Kommt alle am Mittwoch, den 14. Juni zur Kundgebung an die Fürther Straße/ Ecke Mannertstraße. Anschließend werden wir mit einer Lärmdemo rund um das Justizgebäude ziehen. Wir werden unserem Freund in der U-Haft zeigen, dass er nicht alleine ist!

Nürnberg ist überall – überall ist Widerstand!
Solidarität mit den von Repression Betroffenen!
Spenden gerne an: Rote Hilfe OG Nürnberg,
GLS Bank
IBAN: DE85 430609674 00723 8359
BIC: GENODEM1GLS
Kennwort: 31.Mai

Flyer als PDF

Bündnis: Widerstand 31Mai – Solidarität ist kein Verbrechen

drucken | 10. Juni 2017 | Rote Hilfe - OG Nürnberg