Das NSU-Netzwerk – Verfassungsschutz im Fokus – der Staat und seine Nazis

Vortrag mit Ausstellungspräsentation

Der NSU-Prozess neigt sich dem Ende entgegen. Die Aufklärung der Mordserie an 9 Migranten und einer Polizistin wird offiziell abgeschlossen. Die Bundesanwaltschaft sieht genau drei TäterInnen, von denen zwei tot sind. Ansonsten gab es angeblich unglaublich viele Pannen und Behördenwirrwarr. Die Konsequenzen daraus stehen auch schon fest: Der Verfassungsschutz braucht mehr Kompetenzen, mehr Mittel und Personal und seine V-Leute dürfen jetzt gesetzlich sanktioniert auch schwere Straftaten begehen.

Für jeden, der sich ernsthaft mit dem Thema NSU auseinandersetzt ist innerhalb kürzester Zeit klar: Die offizielle Version vom „Trio“ und den tausend Pannen ist Bullshit – eine völlig unglaubwürdige Verschwörungstheorie.

Für uns ist das Anlass, den NSU-Komplex kritisch zu hinterfragen und politisch einzuordnen. Das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg (AAB) hat deshalb eine Ausstellung zum NSU-Komplex erarbeitet, die nun in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung vorliegt. Der begleitende Vortrag stellt die Ausstellung vor und befasst sich vor allem mit einer politischen Einordnung des NSU-Komplexes.

Im Fokus steht dabei die Rolle der Geheimdienste, nicht nur beim Aufbau des NSU, sondern vieler weiterer Nazi-Strukturen in der BRD seit ihrer Gründung. Thematisiert werden außerdem gesellschaftlicher und institutioneller Rassismus sowie die Verbindungen des NSU nach Franken.

Die Ausstellung liegt auch in einer aktualisierten Broschüre vor.

 

drucken | 1. November 2017 | Antifaschistisches Aktionsbündnis