«NO DIRECTION HOME» – auf der Flucht entlang der Balkanroute

Mittwoch 29.11 | 19 Uhr | Dialog der Kulturen e.V. | Fürtherstr. 40a | Nürnberg

mit Marios Lolos (Fotojournalist), Alexandros Aristopoulos (Aktivist) und Wissam Abou Hassoun (Flüchtling aus Syrien)

Auf den „Sommer der Migration“ 2015 folgten schnell staatliche Repression, rassistische Hetze und die schrittweise Schließung der Balkanroute. Eine Serie von Verschärfungen des Asylrechts und der EU-Türkei-Deal folgten. Zigtausenden wurde der Weg zu ihrem Ziel abgeschnitten und endete (vorläufig) in Zeltlagern, Abschiebezentren, in der Illegalität, in selbstorganisierten Strukturen, in den Warteschleifen auf Asyl, Familienzusammenführung und Relocation.

Das Fotobuch NO DIRECTION HOME mit Arbeiten von 30 griechischen Fotografen dokumentiert die jüngste Flucht- und Migrations-Geschichte über die südöstliche Migrationsroute, die mehr als eine halbe Million Menschen nach und durch Griechenland geführt hat: von den Kriegsgebieten in Syrien über die griechischen Inseln nach Piräus, durch die Squats und Camps in Attika und den Norden nach Idomeni und weiter auf der sogenannten Balkanroute. Die Migrationsgeschichten in Bildern zeigen die Grausamkeit des europäischen Migrationsregimes und das Leid der Flucht auf „illegalen“ Routen ebenso wie die Stärke der Menschen, die diesen Weg trotz aller Abwehrmaßnahmen gegangen sind und bis heute gehen.

Im Rahmen der Buchpräsentation werden der Fotojournalist Marios Lolos und der Aktivist Alexandros Aristopoulos über die aktuelle Situation in Griechenland berichten, über persönliche Erfahrungen, von der Diskrepanz zwischen dem Erlebten und der Berichterstattung darüber, über Selbstorganisation und Unterstützung, über das Leben in informellen Strukturen wie den Squats in Athen und anderswo. Gleichzeitig soll der Blick auch auf Deutschland gerichtet werden. Lokale Aktivisten*innen informieren über die Situation hier und die Arbeit ihrer Organisation.

No direction home – der Videotrailer zum Buch.

Eine Speakers Tour in Kooperation mit dem Verbindungsbüro Athen der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Interventionistischen Linken Nürnberg durchgeführt.

drucken | 24. November 2017 | Interventionistische Linke (iL) - Nürnberg