250 Menschen demonstrieren gegen Sozialraub und Mietenwahnsinn in Nürnberg!

Am Samstag, dem 14.Juli fand in Nürnberg eine Demonstration unter dem Motto: „Auf die Straße gegen Sozialraub und Mietenwahnsinn! Mieten runter – Einkommen rauf! Kapitalismus abschaffen!“ statt. Dem Aufruf der organisierten autonomie und der Initiative Mietenwahnsinn stoppen, der von über 20 Gruppen, Initiativen und Bündnissen unterstützt wurde, folgten etwa 250 Menschen.

Der Auftakt fand am Rathaus in der Nürnberger Innenstadt statt, wo Redebeiträge der verschiedenen Gruppen vorgetragen wurden. Hier wurde die Rolle der Stadt thematisiert. Nürnberg ist die deutsche Großstadt mit der höchsten Armutsquote hinter dem Dortmund. Mittlerweile sind über 2000 Menschen Obdachlos, die Mieten stiegen allein im letzten Jahr um weitere 9 Prozent. Die Sozialdemokratische Stadtspitze sieht hier aber wenig bis keinen Handlungsbedarf sondern fokussiert sich lieber auf das Großprojekt Kulturhauptstadtbewerbung.

Die organisierte autonomie sprach über Mietenwahnsinn, Lohndumping und Leistungsdruck, weiter um sich greifende Prekarisierung und die Mechanismen der Angst, Ämterschikane und Konkurrenz, die uns ruhig halten sollen. Dem wurde die Solidarität und der gemeinsame Kampf mit der Perspektive soziale Revolution entgegen gestellt.

Der SDS sprach über die Situation der Studierenden auf dem Wohnungsmarkt. Die Linke-Liste redete über Armut in Nürnberg durch steigenden Mieten und prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Über Engels und die Wohnungsfrage sprach der Redner der FDJ. AdS ging auf alternative und selbstverwaltete Räume ein. Die Initiative solidarische ArbeiterInnen rief dazu auf den Klassenkampf gemeinsam von unten zu organisieren.

Gemeinsam ging es dann lautstark durch die Innenstadt gefolgt von einem Bauwagen mit dekorierten Hänger zur CSU-Zentrale. Hier wurde für die reaktionäre und restriktive Politik der CSU das „goldene Stück Scheiße“ hinterlassen.

Vorbei an dem Polizeipräsidium, wo die Rolle der Bullen bei Zwangsräumungen thematisiert wurde. Die frauenspezifischen Mobilisierung fand ebenso wie die Lager bzw. Mobilisierung für freie Wohnortwahl ihren Ausdruck auf der Demo.

Im Viertel Gostenhof angekommen wurde die Demo u.a. durch Transparenten aus den Fenstern von MieterInnen begrüßt. Am Jamnitzerplatz wurde der Nachmittag mit Holger Burner als Live-Act und verschiedenen Redebeiträgen ausklingen gelassen. Die Initiative Mietenwahnsinn stoppen ging auf die Verdrängung, Aufwertung der Plätze und die steigenden Mieten speziell in Gostenhof ein. Die Revolutionär organiserte Jugendaktion warf einen Blick auf die soziale und ökonomische Situation der Jugendlichen. Die deutsche kommunistische Partei sprach über Löhne und der Wagenplatz Kristallpalast begrüßte seinen neuen Vermieter, im Anschluss stellte sich das Mietshäusersyndikatsprojekt „Krähengarten“ vor. Am selben Tag kam es dazu, dass in Nürnberg drei seit Jahren leerstehenden Häuser symbolisch besetzt wurden und so auf den Leerstand aufmerksam gemacht wurde. Die Sektion „BesetztWas“ ließ der Demo auch ein solidarisches Grußwort zukommen, in dem sie auch zu weiteren Besetzungen aufriefen.

Die Demo sehen wir als Erfolg an. Es wurde geschafft in einem sozialen Kampf erstmals seit Jahren in Nürnberg wieder viele Menschen auf die Straße zu mobilisieren – zum Thema Wohnungskrise sogar zum allerersten Mal. Klar, nicht so viele wie man sich angesichts der gesellschaftlichen Lage wünschen würde bzw. notwendig wären aber Stärke kann nun mal nur in kleinen Schritten aufgebaut werden. Mit der Demo haben wir das gemacht, sind aus unserer oftmals kleinteiligen Arbeit aufgetaucht und zusammen gekommen. Wertvoll waren ebenso die vielen unterschiedlichen Blickwinkel, unter denen die Themen Einkommen und Wohnen angegangen worden sind. Nicht zu vergessen die vielen Gespräche, die wir an Infoständen, bei Verteilungen und in den Kneipen geführt haben. Klar ist allerdings auch: das war nur der Anfang. Jetzt geht es darum auf das Erreichte aufzubauen und gestärkt die Basis zu vergrößern für die nächste klassenkämpferische Mobilisierung. In diesem Sinne, der Kampf geht weiter!

drucken | 14. Juli 2018 | organisierte autonomie (OA)