Aufruf zur Demo Widerständiges Bayern am 06.10.2018 am Aufseßplatz ab 14 Uhr

Unser Leben in Babylon

Pauline 16 Jahre Schülerin

Said 18 Jahre wäre gerne Schüler

Chris 19 Azubi

 

8:00 Uhr bei Pauline :

„Puhh Mathe Test, diesmal muss ich den Mathe Test wirklich schaffen, ich kann die neunte Klasse nicht nochmal wiederholen, sonst bin ich raus, man bin ich dämlich schaffe nicht mal die beschissene Hauptschule. Ich weiß ich habe eigentlich das Zeug dazu, aber dieser Leistungsdruck, diese Erwartungen nicht zu den Versagern zu gehören…Ich brauch einen Ausbildungsplatz mit diesen Noten muss ich mich schon bewerben, Altaaaaaa viel zu krass wenn ich daheim bin erst einmal einen rauchen…..“

 

9:30 bei Said :

Auf dem Weg aus meiner Unterkunft muss ich wie immer an den Securitys vorbei, die lachen mich immer aus, ich weiß nicht wieso ich kann sie nicht verstehen. Ich muss aufs Amt, meine Duldung verlängern, in letzter Zeit wird sie immer nur noch für eine Woche verlängert. Ich habe Angst, dass sie mich dort gleich verhaften und zurück in das Elend, vor dem ich geflohen bin schicken. Es graut mir bei dem Gedanken an die Beamtin, die mich ständig anschreit obwohl ich sie doch kaum verstehe. Letztes Mal hat sie mir Unterlagen mitgegeben, um sie zu unterschreiben, angeblich um meinen Ausweis zu beantragen. Als ich das Formular meinem Anwalt gezeigt habe, ist er total sauer geworden und hat mir erzählt es sei ein Formular zur freiwilligen Ausreise.

10:20 bei Chris :

Als ich zum fünften Mal die Treppen in den vierten Stock hinauf hetze um meinem Chef Werkzeug zu bringen, drängt sich mir unweigerlich die Frage auf warum ich mir das immer noch antue. Jeden Tag um 5:20 Uhr aufstehen und um 17:00 Uhr völlig fertig und gereizt nach Hause kommen. Dazwischen Schlepperei, Kehren und blöde Sprüche, aber was wäre denn meine Alternative?

Pauline, Chris und Said wohnen alle in der gleichen Stadt, im selben Bundesland, im selben Land. Sie kennen sich nicht. Aber alle drei leiden unter dem selben System. Ein System in dem die Profite von Konzernen und Einzelpersonen über dem Wohl der Allgemeinheit stehen. Ein System in dem Spaltungsmechanismen wie Rassismus, Sexismus, soziale Ungleichheiten bewusst gefördert werden um uns gegeneinander auf zu bringen. Dieses System heißt Kapitalismus. Aber nicht der Hartz4ler hat Schuld daran, dass du von deiner Rente wahrscheinlich nichts, sehen wirst, nicht der Geflüchtete hat Vergewaltigung und Sexismus nach Deutschland gebracht, wir Leben in einem Patriarchalem System in dem Frauen um ihre Selbstbestimmung kämpfen müssen und das sicher nicht erst seit 2015. Sexismus hat viele Gesichter ob es nun die ständige Bewertung des weiblichen Körpers ist, ob es nun die Lohn Ungleichheit ist oder sexuelle Gewalt. Das alles hat System! Das alles dient dazu uns zu zermürben, es ist genug für alle da ! Ob es nun Geld oder natürliche Ressourcen sind, sie sind nur ungleich verteilt. Für uns stellt sich dadurch klar heraus, die Grenze verläuft nicht zwischen deutsch und nicht deutsch, sie verläuft nicht zwischen Moslem und Christ und sie verläuft sicher nicht zwischen Mann, Frau oder allen anderen Geschlechtern die Grenze verläuft zwischen oben und unten.

Bayern ist seit Jahrzehnten fest in den Händen der CSU. Aber schon seit einiger Zeit regt sich Widerstand, in München sind Tausende von Menschen gegen das Polizeiaufgabengesetz und die sogenannte „deutsche Leitkultur“ auf die Straße gegangen. In vielen bayrischen Städten und Asylunterkünften wird gemeinsam und solidarischen gegen eine unmenschliche Asylpolitik und die allgemeine Faschisierung hier zu Lande demonstriert. Zuletzt haben an die 50 000 Menschen in München auf der #ausgehetzt Demo gezeigt das sie die Faxen von der CSU langsam dicke haben. !

Auch wir haben das! Lasst uns am 6.Oktober gemeinsam auf die Straße gehen, gegen Rassismus, gegen den Rechtsruck, gegen Sexismus für soziale Gerechtigkeit und ein System in dem jeder gut Leben kann.

Nürnberg ist Überall, Überall ist Widerstand #widerständigesBayern

drucken | 5. Oktober 2018 | Revolutionär organisierte Jugendaktion