Widerständiges Bayern in Nürnberg: So war die Demo

Widerständiges Bayern in Nürnberg: So war die Demo

Am 6. Oktober waren in Nürnberg über 600 Menschen gegen den Rechtsruck und für eine solidarische Welt auf der Straße. Das Demobündnis „Widerständiges Bayern“ hatte dazu aufgerufen, an diesem Samstag gemeinsam zum Heimatministerium zu ziehen, um der CSU und allen rechten Hetzern auch in Nürnberg klar zu machen, was wir von ihrer menschenverachtenden Politik halten.

In der Begrüßungsrede auf dem Aufseßplatz wurde gleich darauf hingewießen, dass wir „nicht nur ein solidarisches und fortschrittliches Bayern wollen, sondern eine solidarische und fortschrittliche Welt. Ein gutes Leben, Frieden und soziale Gerechtigkeit überall auf der Welt.“ Während der Auftaktkundgebung hörten wir Reden von JABA, der ROJA, der Interventionistischen Linken Nürnberg, der SRA Regensburg, der organisierten Autonomie und der Prolos. Besonders hervor stach der Redebeitrag der APPD, der zu einem guten Teil auf Französisch gehalten wurde.

Mit einer Staffel von acht Motorrädern des MC Kuhle Wampe/Geyers Schwarzer Haufen an der Spitze der Demo ging es dann über den Plärrer in die Innenstadt. Auszumachen waren vier Blöcke: Ein autonomer/antiimperialistischer, der asoziale Block der PogoanarchistInnen, danach der „Come/Fight/Stay Together“-Block und – in Orange – der Seebrücke-Block. Zudem beteiligten sich viele Menschen und Organisationen außerhalb der Blöcke an der lauten und in ihrer bunten Vielfalt eindrucksvollen Demonstration. 

Auf der Abschlusskundgebung gab es Solidaritätsbekundungen an Menschen, die sich diese Tage außerhalb Nürnbergs im Kampf befinden – unter anderem die Geflüchteten in den Abschiebelagern und alle, die im Hambacher Forst für die Umwelt und die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen eintreten.

Mit mehreren AgitProp-Aktionen wurde die Demonstration vor dem bayerischen Heimatministerium abgeschlossen. Nachdem kurz Gauland, Seehofer und Söder ihre hässlichsten Zitate über das Mikro wiederholt hatten, wurden sie von einer riesigen autonomen Street-puppet und unter Zuhilfenahme von Rauch, Pyros und Konfetti-Kanonen von der Bühne gejagt. Danach entrollten die Prolos ein 20 Meter langes Transparent gegen Rechtsruck und Reaktion – für eine solidarische Welt.

Zum Abschluss boten die Interventionistische Linke Nürnberg und der Seebrücke-Block AgitProp-Theater gegen Abschiebungen nach Afghanistan. In der Form angelehnt an antikes griechisches Theater wurden Seehofer und Söder von der Menschheit vor Gericht gestellt, angeklagt und verurteilt. Auch anderen Tätern und Verantwortlichen erging es nicht anders: Oberbürgermeister Maly und Olaf Kuch, Chef der Nürnberger Ausländerbehörde sowie das BaMF, vertreten durch Hans-Eckhard Sommer, wurden ebenfalls verurteilt. Die Strafen – verhängt im Namen einer solidarischen Gesellschaft – waren allesamt auf Wiedergutmachung und Resozialisierung ausgelegt.

Es war eine gelungene Demo mit einem sehr solidarischen Zusammenwirken aller Beteilgten. Wir sehen uns wieder im Kampf gegen die Herrschaft des Unrechts: Auf der Straße, in den Stadtteilen und Bildungseinrichtungen, den Abschiebelagern und Betrieben. Denn wir sind viele und wir sind überall – und wir haben eine Waffe, die wir nur aktivieren müssen: Unsere Solidarität!

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drucken | 7. Oktober 2018 | Prolos