Wir wollen Alles

Gemeinsamer Block linksradikaler Gruppen und Initiativen auf der bundesweiten Demonstration am 3.6. in Berlin

Kämpfen wie in Frankreich + Alles für Alle + Freedom of Movement + Globale soziale Rechte + Kapitalismus abschaffen + Wiederentwaffnung jetzt + Recht auf Legalisierung + Bildung für alles + Gegen Zeitarbeit und Arbeitszeit + Weg mit Hartz IV & Agenda 2010 + Keine Zwangsumzüge Wir wollen Alles+++

Für den 3. Juni 2006 rufen Protagonisten der außerparlamentarischen Bewegung zu einer "Demonstration gegen Massenentlassungen, Sozialabbau, innere Aufrüstung und Krieg" auf.
Auch revolutionäre, antikapitalistische Gruppen werden sich mit einem gemeinsamen Block an dieser bundesweiten Demonstration beteiligen. Gemeinsam werden wir kämpferisch und entschlossen für das Recht auf ein schönes und selbstbestimmtes Leben streiten.

Bus aus Nürnberg

Zur Demonstration wird ein Bus aus Nürnberg fahren:
Abfahrt: 03.06.06, 6.00 Uhr, Rothenburger Strasse

ACHTUNG: Der Bus aus Nürnberg ist voll. Mitfahrgelegenheiten gibt's noch in Erlangen.

Sonderseite zum "Wir-wollen-Alles-Block"

drucken | 30. April 2006 | organisierte autonomie (OA)

Nürnberg: Der UPS-Betriebsratsvorsitzende und die Neonazis von der „Anti-Antifa“

Der Betriebsratsvorsitzende der Nürnberger Niederlassung von United Parcel Service (UPS), Tobias Dede, nutzt rechtsextremistische Websites, um Gewerkschafter und Betriebsratskollegen zu diffamieren. Mit einer Schrift, die die ver.di Betriebsgruppe diskreditieren soll, wandte er sich Anfang März 2006 an die Belegschaft.
Diffamierungen und Schikanen gegenüber GewerkschafterInnen sind bei UPS Deutschland weder neu noch außergewöhnlich. Neu in diesem Fall ist allerdings, dass der Betriebsratsvorsitzende sich der Agitation und der Inhalte einer rechtsextremistischen Website bedient und offen Nazi-Websites als Informationsquelle empfiehlt.

Harte Bandagen gegen Gewerkschafter

Manipulation von Betriebsratswahlen und systematische Schikanen – der Gewerkschaft ver.di zu Folge wird beim Paketzustelldienst UPS mit harten Bandagen gegen GewerkschafterInnen und engagierte Betriebsräte vorgegangen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, gewerkschaftliche Aktivitäten im Betrieb und Betriebsratsgründungen zu verhindern und, wo letzteres nicht mehr möglich ist, den Betriebsrat mit hörigen MitarbeiterInnen zu besetzen. Entsprechendes berichten Kolleginnen und Kollegen aus allen UPS-Niederlassungen, in denen ver.di aktiv ist.
Auch in der Nürnberger UPS-Niederlassung ist es nach Angaben der dortigen ver.di-Liste traurige Tradition geworden, dass immer unmittelbar vor Betriebsratswahlen bizarre, diffamierende Flugblätter erscheinen, die Angst vor der Gewerkschaft und deren Aktivisten im Betrieb schüren sollen. Mittlerweile, so die GewerkschafterInnen, ist dabei offenbar jedes Mittel, jede Lüge recht, um eine Betriebsratsmehrheit zu verhindern, die den Kolleginnen und Kollegen verpflichtet ist.

Falsche Behauptungen und Informationen der "Anti-Antifa" als Quelle

Bei UPS Nürnberg verstieg sich der dortige Betriebsratsvorsitzende Tobias Dede unmittelbar vor der Betriebsratswahl Anfang März 2006 dazu, die Inhalte rechtsextremistischer Internetseiten für seine eigene Agitation gegen die Gewerkschafter im Betrieb zu nutzen. In Anspielung auf die Publikation der ver.di-Betriebsgruppe, die "Das wahre Päckchen" heißt, verteilte er im Betrieb eine achtseitige Schrift mit dem Titel "Das wahre wahre Päckchen". Bereits im letzten Betriebsratswahlkampf 2004 hatte Dede eine gleichnamige Broschüre herausgegeben, in der er mit falschen Behauptungen gegen Gewerkschaft und deren Aktivisten polemisiert hatte.
Für seine jetzige Schrift vom März 2006 bediente sich UPS-Supervisor Dede vor allem eines Artikels, den die rechtsextremistische "Anti-Antifa Nürnberg" über zwei UPS-Betriebsräte der ver.di-Liste und andere Gewerkschafter etwa ein Jahr zuvor ins Internet gestellt hatte. Bei der "Anti-Antifa Nürnberg" handelt es sich um einen Zusammenschluss von Neonazis, die vermeintliche und tatsächliche AntifaschistInnen öffentlich diffamieren, angreifen und einzuschüchtern versuchen. Zu diesem Zweck veröffentlichte sie zahlreiche Berichte im Internet, mit denen bestimmte Personen für die lokale Naziszene als politische Gegner angeprangert werden sollten. Opfer solcher Veröffentlichungen, denen in der Vergangenheit bereits mehrfach rechtsextremistische Anschläge folgten, waren in der Nürnberger Region unter anderem bereits liberale LehrerInnen, Journalisten, antifaschistische Jugendliche – und eben engagierte Gewerkschafter. Organisatorisch ist die "Anti-Antifa Nürnberg" der inzwischen verbotenen "Fränkischen Aktionsfront" (FAF) zuzuordnen, auf deren Homepage sie ihre Artikel publizierte. Die FAF, eine der militantesten Nazi-Kameradschaften in der Bundesrepublik, wurde aufgrund ihrer Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus im Frühjahr 2004 vom bayerischen Innenministerium verboten. Ihre Strukturen hat heute die mittelfränkische NPD übernommen. Seitdem betreibt die "Anti-Antifa" eine eigenständige Homepage. Gute Kontakte unterhielt sie außerdem zu der ihr ideologisch nahestehenden, terroristischen "Kameradschaft Süd", einer Münchener Nazigruppe, die 2003 einen Bombenanschlag auf die Grundsteinlegung des dortigen, jüdischen Gemeindezentrums geplant hatte.

Argumentation von Neonazis

Der Text der "Anti-Antifa Nürnberg" über die Nürnberger Gewerkschafter, auf den der UPS-Betriebsratsvorsitzende Dede bei der Abfassung seiner Schrift zurückgriff, erschien erstmals im Frühjahr 2005 auf der Neonazi-Homepage "Die Kommenden". Damals wehrten sich Betroffene dagegen und auf eine Intervention von Jugendschutz.Net hin konnte erreicht werden, dass der Provider die Homepage aus dem Netz nahm. Wenig später jedoch wurde die Homepage der "Anti-Antifa Nürnberg", zu deren Besuch der UPS-Betriebsratsvorsitzende aufruft, erneut ins Internet gestellt – nämlich von dem amerikanischen Neonazi Gary Lauck, dem Kopf der NSDAP/AO (Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei/ Auslands- und Aufbauorganisation). Neben seinem Versand für Nazidevotionalien und rechtsextremistisches, antisemitisches und rassistisches Propagandamaterial ist Lauck vor allem dafür berüchtigt, dass er entsprechende Websites vor allem europäischer Nazis hostet.
In seiner Broschüre macht sich der Betriebsratsvorsitzende Dede nun die Argumentation der Neonazis zu eigen. Er übernimmt damit die Agitation und Propaganda von Rechtsextremisten, seine Methode ist offensichtlich von den von ihm benutzten Naziseiten abgeschaut. Die betroffenen Gewerkschafter will er als Mitglieder der Organisierten Autonomie Nürnberg (OA) brandmarken
Beispielsweise erklärt er: "Aber was sagt [Name eines Betriebsratskollegen] selber dazu? Einige Zitate aus dem Internet, die ihm zugeordnet werden:" – und zwar zugeordnet werden von den besagten Neonazis. Die Internet-Publikationen der Faschisten stellt Dede als verlässliche Informationsquelle dar, wenn er schreibt: "Wir nutzen die sehr detaillierten Recherchen auf der zitierten rechtsextremen Website. Nahezu alles, was wir überprüften und überprüfen konnten, und das war nicht wenig, stimmte bis ins Detail." Er übernimmt ganze Absätze wortwörtlich aus dem Artikel der rechtsextremistischen "Anti-Antifa Nürnberg" und fordert sogar die UPS-Belegschaft mehrfach zum Besuch von Nazi-Websites auf – unter Angabe der entsprechenden Internetadressen.
Schon des öfteren folgten auf die besagten "Anti-Antifa"-Berichte Angriffe auf von den Nazis "geoutete" Personen und Einrichtungen. UPS-Supervisor Dede schreibt selbst über die Methoden seiner "Informanten": "…Gegner werden identifiziert, im Internet abgebildet und verortet und dann machen sich die kriminellen Kräfte auf den Weg." Dennoch hat er keine Hemmungen, die Veröffentlichungen der Nazis weiterzuverbreiten und zu bewerben.

Kontakte zu Rechtsextremisten?

Aber darüber hinaus bedient er sich nicht nur der Propaganda der rechtsextremistischen "Anti-Antifa" für seine Zwecke, er arbeitet ihr auch zu. Zum einen ist es ein willkommenes Geschenk an die militante Naziszene, dass ein UPS-Betriebsratsvorsitzender ihre Agitation weiterverbreitet und ihre Internetseiten als Informationsquelle empfiehlt. Zum anderen leistet er selber "Aufklärungsarbeit" im Sinne der "Anti-Antifa", wenn er beispielsweise einen Betriebsratskollegen, der den Nazis nicht als angeblicher Linker bekannt war, unter Nennung seines vollen Namens als politisch links einordnet. Dede verwendet den typischen "Anti-Antifa"-Jargon, indem er schreibt, in diesem Kollegen hätten "mache schon länger einen verkappten Altkommunisten" gesehen.
Zwar distanziert sich der Verfasser wenige Male formelhaft von den Inhalten der rechtsextremistischen Internetseiten und weist sogar auf ihren fragwürdigen Wahrheitsgehalt hin, allerdings nur um im selben Zuge ihre Wahrheit zu suggerieren und Argumentationen und Zuschreibungen als wahr zu übernehmen. Wir wissen nicht, ob es direkte Kontakte zwischen Dede und der "Anti-Antifa Nürnberg" gibt. Dass auf der von Gary Lauck gehosteten "Anti-Antifa"-Website die Story über die Nürnberger Kollegen aber rechtzeitig zum Erscheinen der Dede-Publikation wieder auf die Startseite gesetzt wurde, legt diese Vermutung allerdings nahe.

Solidarität mit den betroffenen Gewerkschaftern!

GewerkschafterInnen sind bei UPS schon einiges gewohnt. Gerichtsbekannt ist, dass in Stuttgart Privatdetektive engagiert wurden, die die Tochter des dortigen gewerkschaftlich orientierten Betriebsratsvorsitzenden beschatteten. In Gustavsburg mussten Betriebsräte die Auszahlung von monatelang vorenthaltenem Lohn gerichtlich durchsetzen – nur zwei Beispiele aus einer langen Liste. Mit der (direkten oder indirekten) Zusammenarbeit mit Neonazis wurde allerdings eine weitere Grenze überschritten, die keine Firma, kein Kollege zu überschreiten hat. Auf das Konto deutscher Neonazis gehen zahlreiche Anschläge und Morde sowie unzählige Angriffe auf vermeintliche und tatsächliche Linke, Jüdinnen und Juden, MigrantInnen und Homosexuelle. Jede Zusammenarbeit mit solchen Kräften verbietet sich, nicht nur, aber gerade in Deutschland.
Derartige Maßnahmen gegen Gewerkschaft und GewerkschafterInnen im Betrieb stellen eine völlig neue Qualität dar, ein ähnlicher Fall ist uns bisher nicht bekannt. Das Übernehmen von Naziagitation im Kampf gegen GewerkschafterInnen zeugt von einer moralischen und politischen Verkommenheit, die der offiziellen Firmenethik des Paketzustelldienstes vollkommen widerspricht. Die betroffenen Kollegen brauchen deswegen Öffentlichkeit und Solidarität! Unverständlich bleibt, dass der freigestellte Betriebsrat Tobias Dede weiterhin als Vorgesetzter und als Betriebsratsvorsitzender für UPS tätig ist. Außerdem steht eine öffentliche Reaktion seines Arbeitgebers UPS auf Dedes Vorgehen bis heute aus. Wir fordern daher dazu auf, Protestmails an UPS – tellus@upsforum.com – zu schicken.

Antifaschistisches Aktionsbündnis Nürnberg
April 2006

Kontakt:
Antifaschistisches Aktionsbündnis Nürnberg
c/o Libresso
Bauerngasse 14
90443 Nürnberg
aabnbg@web.de

Ansprechpartner für Nachfragen:
fred@labournet.info

Weitere Informationen über das Vorgehen gegen Gewerkschaft und Betriebsräte bei UPS auf
http://www.netzwerkit.de/galeere
http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/tw/ups/index.html

drucken | 27. April 2006 | Antifaschistisches Aktionsbündnis

Veranstaltungsreihe zum 1. Mai 2006

Die Rückkehr des Streiks
Di., 18.4.06, Metroproletan Archiv+Bibliothek, Eberhardshofstr.11 HH, Gostenhof, 19.30 Uhr. mehr

Schwarzbuch Hartz IV. Sozialer Angriff und Widerstand – Eine Zwischenbilanz
Fr., 21.4.06, Metroproletan Archiv+Bibliothek, Eberhardshofstr.11 HH, Gostenhof, 19.30 Uhr. mehr

Der wilde Streik bei Opel Bochum und die Vorgeschichte
Mi. 26.4.06, Metroproletan Archiv+Bibliothek, Eberhardshofstr.11 HH, Gostenhof, 19.30 Uhr. mehr

Ausnahmezustand in der Banlieue – Aufstand der SchülerInnen und Studierenden – Generalstreik in Frankreich gegen CPE
Fr. 28.4.06, Stadtteilladen Schwarze Katze, Mittlere Kanalstr.19, Gostenhof, 20 Uhr.
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Eine Initiative der organisierten autonomie (OA)

drucken | 2. April 2006 | organisierte autonomie (OA)

Revolutionärer 1. Mai 2006

streiken.besetzen.enteignen
Kapitalismus abschaffen! Für die soziale Revolution!

revolutionärer 1. MaiSeit Jahren läuft ein groß angelegter Angriff auf erkämpfte Rechte, Löhne und soziale Sicherung. Die mageren demokratischen Möglichkeiten werden weiter eingeschränkt. Staatliche überwachung, Kontrolle und Repression werden gezielt vorangetrieben und Angriffskriege zählen heute zum normalen Mittel der Aussenpolitik kapitalistischer Metropolenstaaten. Wir haben die Wahl zwischen Resignation und Kampf gegen die Verhältnisse.Doch Resignation kann sich angesichts der dreisten Verbrechen der Herrschenden eigentlich niemand mehr leisten. Die Unzufriedenheit mit einem Wirtschaftssystem, das für die Mehrheit der Menschen Ausbeutung und Unterdrückung bedeutet, das jährlich vielen Millionen den Tod bringt, wächst.
Eine grundlegend andere Welt jenseits des Kapitalismus ist nicht nur möglich, sie ist dringend nötig und muss erkämpft werden! Genau für diesen Kampf steht unsere jährliche revolutionäre 1. Mai Demonstration.

zum Aufruf der organisierten autonomie (OA) als PDF

Revolutionäre 1. Mai Demo:
12.00 Uhr Bauerngasse/Gostenhofer Hauptstr. [Nürnberg]

Internationalistisches Strassenfest:
ab 14.00 Uhr neben dem Nachbarschaftshaus Gostenhof
mit einem Liedermacher aus Gostenhof, Ausstellung, Bücher- und Infotischen, Kaffee+Kuchen, Döner+Schorle, Bratwurst+Bier, Veganes/Vegetarisches+Mojito und Rogue Steady Orchestra (Ska aus Göttingen) | MC Mal Eleve (Irie Revoltes) + Rebell Voice Sound (Heidelberg) | VOSS (HC aus Dijon, F) | respublika (Funkcore aus Nbg.)

drucken | 2. April 2006 | organisierte autonomie (OA)

Nürnberg: Solidaritätsdemo zur AEG

Etwa 240 Menschen demonstrierten unter dem Motto: „Streik bei AEG! Gostenhof, ein Stadtteil und seine FreundInnen zeigen sich solidarisch… AEG bleibt – Electroluxbosse gebt endlich auf!“ vom Nürnberger Stadtteil Gostenhof zu zu den Streikposten bei der AEG. Die DemonstrantInnen wurden herzlich im Streikzelt aufgenommen
An der Demonstration beteiligten sich neben den „üblichen Verdächtigen“, also linken Gruppen, auch zahlreiche BewohnerInnen des Stadtteils. Die von der organisierten autonomie initiierte Demonstration wurde immer wieder von AnwohnerInnen und PassantInnen mit Beifall begrüßt. Dies ist kein Wunder, sondern Ausdruck der breit verankerten Solidarität mit der streikenden AEG-Belegschaft.

Bei der AEG angekommen fand eine gemeinsame Streikversammlung statt, bei der Jürgen Wechsler, Streikleiter und 2. Bevollmächtigter der IG-Metall Nürnberg, Harald Dix, Betriebsratsvorsitzender bei AEG Nürnberg und ein Vertreter der organisierten autonomie (OA) im vollbesetzten Zelt der Streikenden sprachen. Der Vertreter der OA betonte in seinem Redebeitrag die Solidarität der BewohnerInnen des Stadtteils Gostenhof mit den Streikenden. Unter donnerndem Applaus der Anwesenden sagte er: „Wir lassen uns nicht länger in Arbeitende und Erwerbslose, in Junge und Alte, in Deutsche und Nicht-Deutsche und in Beschäftigte an unterschiedlichen Standorten spalten. Ab jetzt wehren wir uns gemeinsam! Eine Gesellschaft in der die Produktion dafür da ist unsere Bedürfnisse, die Bedürfnisse aller, zu befriedigen ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Eine andere Welt ist möglich und nötig.“

Über 1000 Euro für die Streikkasse übergeben

Im Anschluß an die Redebeiträg übergaben Vertreter der organisierten autonomie über 1000 Euro, die von den 90 UnterzeichnerInnen des Demonstrationsaufrufes, ein breites Spektrum von linken Gruppen, Vereinen, Läden und Gaststätten, gespendet worden waren. Die kämpferische Streikversammlung endete mit einem Auftritt des gostenhofer Chors „Linksradikale Liedertafel“.

Fazit des Tages: Von einem Bröckeln der Streikfront kann keine Rede sein. Im Gegenteil! Und die Streikenden können sich darüber hinaus einer breiten Solidarität sicher sein. Die Elektroluxbosse täten gut daran, den berechtigten Forderungen der Streikenden endlich nachzugeben.

Wir denken, dass diese Demo, die im Stadtteil Gostenhof wirklich verankert war, ein Beispiel ist, das in anderen Städten aufgegriffen werden kann. Mit einer solchen Aktion ist es möglich, auch ohne im Betrieb selbst präsent zu sein, an Betriebskämpfen unterstützend teilzunehmen, ohne dabei auf eigene revolutionäre Positionen und Inhalte zu verzichten.

Bitte beachtet auch die Electrolux-Boykott-Kampgne des Sozialforums Nürnberg: www.jobkiller-electrolux.de

drucken | 18. Februar 2006 | organisierte autonomie (OA)

Nbg-Gostenhof: Soli-Stadtteil-Demo zur AEG

Soli-Stadteil-Demo zur AEG 18.02.06Die Solidarität mit den streikenden AEG-ArbeiterInnen in Nürnberg reißt nicht ab. Während die Electrolux-Boykottkampagne dem Konzern langsam richtig teuer kommt, macht jetzt ein ganzer Stadtteil mobil. Über 80 politische Gruppen, Kulturinitiativen und Läden aus Nbg.-Gostenhof rufen für Samstag den 18.2.05 zu einer Stadtteildemo auf. Die UnterstützerInnenliste reicht vom Antifaschistischen Aktionsbündnis über die Metzgerei Weilepp, Katjas Zooeckla, türkische und italienische Lebensmittelmärkte über die griechischen Kneipen bis zu Ultras Gostenhof. Die Demo soll durch Gostenhof zur AEG ziehen wo eine stattliche Spende für die Streikkasse übergeben werden soll.

Die Mobilisierung läuft und der Stadtteil ist flächendeckend mit Aufrufen bestückt. Heute findet ein Infostand vor der Norma in Gostenhof-West statt und morgen einer vor dem Marktkauf am Plärrer.

Kommt zahlreich zur Demo. Sa. 18.2.06, 12 Uhr, Kernstr./Ecke Volprechtstr. (vor Planungskneipe). Auch FreundInnen des Stadtteils sind herzlich willkommen

Der Aufruf und die UnterstützerInnenliste:
Wir erklären unsere Solidarität mit den Streikenden AEG-Beschäftigen, spenden für die Streikkasse und rufen zur Demonstration auf:

Üstel Markt, Cardamon, Concrete Jungle, Musikzentrale, Artelier, Weilepp Metzgerei, Willich, Ludwigsapotheke, Hemdendienst, KROWIS Puppenbühne, KFZ Strohmeier, ATILIM Geschenkeladen, Linksradikale Liedertafel, Computerdoktor, Pension Ost, Babylonverein, Änderungsschneiderei Semiha Kumlu, Ultras Gostenhof, Anarchisten Nürnberg, Orient Express, Lotto Totto Bernd Richter, Archiv & Bibliothek Metroproletan, World of Sleep, Italienischer Markt Biancardi, AGIF, Feinkost Ceylan, Gostenhofer Literatur- und Kulturverein e.V., Baskent Dönerhaus, Antifaschistisches Aktionsbündnis Nürnberg, Planungskneipe, Libertad Nürnberg, Deniz Obst Gemüse Feinkost, Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen, Stadtteilladen Schwarze Katze, Translationsite, Halk Kültür Evi, CopyFactory, MC Kuhle Wampe, [solid´] Nbg., Palmengarten, Streiberger Farben, VAPCA Volksküche, Gostenhofer Buchhandlung, Panne e.V., Gem.Praxis Dr. Beß u. Dr. Geiger, Al Sindbad Restaurant, Fernandel, Tsiouka Evagelia, Baris Früchte-Gemüse, Marmara Kultur e.V., Fahrradkiste, Handy-Mobile.com, Schwarzer Adler, Katja´s Zooeck´la, Ti-Ming musikal. Späterziehung, Essentielles Rational-Museum, Netzwerk IT, Taurus 2004, Climb High Franken, Junge HumanistInnen Nbg., Pils- und Dartstube Masia, Fenerbahce Fan Club, Autonome Jugend Antifa, Zentralcafé im K4, Antifaschistische Linke Fürth, JoJo Music, Solidarität International Nbg., Computerecke, Salon Regina, Radikale Linke (RL), CityDruck, Internationales Frauen & Mädchenzentrum, >stadt-barkasse-nürnberg< kunstfaxtransport (autonome nürnberger akademie), AURA e.V., Balazzo Brozzi, Desi Kneipe, El Turco, Schülerbündnis Nbg., Teile der Belegschaft der Bäckerei Gabsteiger, Palais Schaumburg, Aktivspielplatz Gostenhof e.V., Linke-T-Shirts.de, Sozialforum Nbg., WASG Nbg./ Fü/ Mfr., DKP Nbg., Libresso, IG Motor-Camping Gostenhof

Aufruf:

Streik bei AEG
Gostenhof,ein Stadtteil und seine FreundInnen zeigen sich solidarisch
AEG bleibt – Electroluxbosse gebt endlich auf

Demonstration zur Unterstützung der Streikenden
Samstag 18. Februar 12 Uhr Kernstr. Ecke Volprechtstr.
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drucken | 16. Februar 2006 | organisierte autonomie (OA)

1200 Menschen gegen Sozialraub

Demospite 29.10Am revolutionären-antikapitalistischen Block, zu dem die organisierte autonomie mit zahlreichen anderen Gruppen und Organisationen mobilisierte, beteiligten sich 650 Menschen.

Heute, am 29.10.2005 veranstaltete das Sozialforum Nürnberg eine Demonstration unter dem Motto „Wir wehren uns gemeinsam! Veränderung erfordert Bewegung! Eine andere Welt ist möglich und nötig!“


Mit der Demonstration wurde auf regionaler Ebene an die im November 2004, im Rahmen der bundesweiten Sozialproteste, durchgeführte Demonstration zur „Bundesagentur für Arbeit“ angeknüpft.


Abwählen 29.10Auf der Auftaktkundgebung vor der Nürnberger Lorenzkirche gab es neben drei Reden auch Infostände zahlreicher Gruppen und Organisationen. Am Infostand der organisierten autonomie, der für einiges Aufsehen sorgte und unter dem Motto „Abwählen!“ stand, konnten Politiker wie Merkel, Stoiber und Clement per Ballwurf „abgewählt“ werden. Neben zahlreichen DemonstrantInnen nutzten auch einige PassantInnen die Gelegenheit, den Charaktermasken des kapitalistischen Systems an der Wurfbude eine reinzuballern. Nachdem SprecherInnen des Sozialforums die VersammlungsteilnehmerInnen begrüßt hatten, sprach eine Kollegin von AEG über die aktuelle Situation im Betrieb (die AEG-Belegschaft Nürnberg kämpft gegen die Schließung des Werks).


Eine Vertreterin der Nürnberger Erwerbslosen Initiative „ANA“ erklärte in ihrem Redebeitrag, dass es nicht auf Detailverbesserungen z.B. bei Hartz IV ankomme, sondern es ihnen um ein gutes, menschenwürdiges Leben gehe. Ob dies im Kapitalismus möglich sei, dürfe bezweifelt werden!


Ein Sprecher der organisierten autonomie rief zum Widerstand gegen die Kahlschlagspolitik der großen Koalition auf. Er betonte die Notwendigkeit vom Protest zum gesellschaftlichen Widerstand zu kommen und forderte unter Applaus der Teilnehmenden zum solidarischen Kampf gegen ein unvernünftiges Wirtschaftssystem mit Namen Kapitalismus auf, daß der der Großen Mehrheit der Weltbevölkerung nichts als Aubeutung, Unterdrückung, Hunger, Elend und Krieg zu bieten hat.


In kämpferischer Stimmung setzte sich der Demonstrationszug nun in Bewegung. An der Spitze, direkt hinter dem Fronttransparent des Sozialforum Nürnberg der revolutionär-antikapitalistische Block, der unter dem Motto lief, „Wir sind mit der Gesamtsituation unzufrieden!“ Kapitalismus abschaffen! Alles für Alle!“.


Auf Zwischenkundgebung solidarisierte sich unter anderen die StudentInnengruppe „AK gegen Bildungsklau“ mit anderen von Sozialraub betroffenen Bevölkerungsgruppen und forderten ein kostenfreies Studium. Die Jugendorganisation Solid ging auf die Situation von SchülerInnen ein und eine RednerIn aus München berichtete über den Streik der dortigen Infinion-Belegschaft.

Die Demonstration verlief lautstark, vor allem der antikapitalistische Block war unübersehbar.

Ihren Abschluss fand die Demonstration am Hallplatz, wo mit einem Agit-Prop-Theaterstück noch einmal der Arbeitskampf bei AEG thematisiert wurde.


Alles in allem eine gelungene regionale Demonstration. Überraschend die relativ hohe TeilnehmerInnenzahl, angesichts der bundesweit derzeit geringen Straßenpräsenz im Themenbereich soziale Realität.

Eine Vertreterin der organisierten autonomie sagte: „Die Demonstration ist in ihrer Gesamtheit ein Schritt auf dem Weg in Richtung eines kontinuierlichen Widerstands gestützt auf Basisinitiativen und eigenständige Mobiliiserung der revolutionären Linken. Es ist gelungen Erwerbslose, StudentInnen, Lohnarbeitende und SchülerInnen solidarisch für ihre gemeinsamen Interessen auf die Strasse zu bringen, in diese Richtung werden wir weiterarbeiten.“


Vor, während und nach der Demonstration wurden 5 Menschen von den Bullen vorübergehend in Gewahrsam genommen. Laut Angaben des Ermittlungsausschuss sind zum jetzigen Zeitpunkt alle wieder raus aus dem Knast.

drucken | 29. Oktober 2005 | organisierte autonomie (OA)

Weg mit dem Nazitreff in Zabo!

Reichswald dichtmachen!

In Nürnbergs Osten macht sich die Neonaziszene breit. Im Stadtteil Zerzabelshof trifft sich jeden Freitag Abend ungestört die regionale Naziszene in der Gaststätte „Reichswald“. Im Hinterzimmer der Kneipe in der Zerzabelshofer Hauptstrasse 2 wird dabei wöchentlich in dummdeutscher Manier gesoffen, agitiert, geplant und organisiert. Wir, das Antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg arbeiten seit März 05 an einer breit angelegten Kampagne zur Schließung des Nazitreffpunktes. Höhepunkt wird eine überregionale Demonstration zum „Reichswald“ am 2.Juli 2005 sein. Macht sicher, dass ihr am Start seid!

60 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus bleibt Antifaschismus aufgrund gesellschaftlicher Tendenzen weiterhin ein Thema: In Sachsen zieht die neofaschistische NPD in den Landtag ein. Gleichzeitig gelingt es der NPD einen Schulterschluß zwischen ihnen, anderen rechtsextremen Parteien und den freien Kameradschaften zu schließen. Ausdruck findet dieser Aufschwung in der wachsenden Präsenz von Neonazis in der Öffentlichkeit. Traurige Höhepunkte sind die wachsende Zahl der rechtsextremen Übergriffe und die aktuellen Nazimorde von Dortmund, München und Schwerte.
Auch in Nürnberg lässt sich wieder eine gesteigerte Aktivität der rechten Szene wahrnehmen. Nach dem Verbot der Fränkischen Aktionsfront (FAF) im Januar vergangen Jahres, scheint die rechte Szene Morgenluft gewittert zu haben. Reaktiviert wurde der Bund Frankenland e.V., der als Schnittstelle zwischen NPD und freien Kameradschaften fungiert. Während der ehemalige FAF-Kader Mathias Fischer in Fürth eine NPD-Ortsgruppe aufbaut, zeigen die Faschos in den Nürnberger Stadtteilen Gleishammer, Zerzabelshof und Mögeldorf verstärkt Präsenz. Vermehrt werden in diesen Stadtteilen Naziaufkleber geklebt und es kommt immer wieder zu Übergriffen auf ausländisch aussehende Personen. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Gaststädte „Reichswald“, wo sich seit über einem Jahr regelmäßig jeden Freitag Abend Neonazis treffen. Als die Kneipe im März 2005 im Rahmen einer Antifa-Kaffeefahrt (Indymedia; Antifa-Kaffeefahrt 2005) öffentlich gemacht wurde, bezogen rund 40 Neonazis im Biergarten der Kneipe Stellung für ihren Treffpunkt. Der Bund Frankenland e.V. hatte im Vorfeld Flugblätter gegen „Linksterrorismus“ verteilt weil die Kneipe bereits zweimal von Antifas besprüht worden war. Regelmäßig bis zu seiner Festnahme war auch der Anti-Antifa – Aktivist Norman Kempken im Reichswald. Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung vor der Kneipe am 23.4.05 sitzt dieser jedoch in U-Haft.
Informelle Nazitreffpunkte wie Kneipen werden zur Agitation, Organisation und als Anlaufstelle für Neue genutzt. Sie stellen einen wichtigen Punkt für die Infrastruktur organisierter Neonazis dar. Deswegen halten wir es für richtig, ganz konkret auf die Schließung der Kneipe Reichswald hinzuarbeiten, um aufgebaute Nazistrukturen zu zerschlagen.

Doch den Blick alleine auf Neonazis zu richten und diese anzugreifen ist bei weitem nicht ausreichend. So sind doch organisierte Neonazis nur der militante Arm einer generellen Rechtsentwicklung dieser Gesellschaft. Ausdruck findet diese Rechtsentwicklung in der rassistischen Flüchtlingspolitik, einem neuen deutschen Nationalismus, dem Abbau des Sozialstaates und die weltweite Beteiligung der Bundeswehr an Kriegseinsätzen.
Die herrschenden politischen Verhältnisse betreiben einen aktiven Ausbau der Festung Europa, was zu einer rigideren Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden führt. „Auffanglager“ sollen Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU zum umkehren zwingen. Gleichzeitig findet eine Umdeutung der deutschen Geschichte statt. Anlässlich der Gedenkveranstaltung zur Bombardierung Dresdens werden Täter zu Opfern stilisiert. Dabei wird komplett ausgeblendet, dass der deutsche Faschismus nur wegen seiner breiten Massenbasis so erfolgreich war. „Nicht trotz sondern wegen Auschwitz“ (vgl. deutscher Außenminister J. Fischer) wurde es unter der rotgrünen Bundesregierung möglich sich am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg 1999 gegen das ehemalige Jugoslavien zu beteiligen. Weiterhin wird die Bundeswehr zu einer Interventionsarmee umstrukturiert, um weltweit „humanitäre Politik“ durchzusetzen. Die „historische Verantwortung“ legitimiert dabei das neue deutsche Großmachtstreben. So wird eine der wichtigsten Lehren aus dem deutschen Faschismus -Nie wieder Krieg!- mit Füssen getreten, wenn es denn die Ökonomie erfordert.

Das kapitalistische System der Ausbeutung benötigt, um zu funktionieren, Menschen verschiedener Wertigkeiten. Dabei werden Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus und das Patriarchat verwendet, um Menschen im Sinne des Kapitals verwertbar zu machen und zu spalten. Genauso wie 1933 der Faschismus einer Herrschaftsoption für das Kapital war, bleibt diese Möglichkeit auch heute noch offen, sollten die kapitalistischen Widersprüche sich verschärfen. Wir sagen dieser Entwicklung, wie diesen Verhältnissen den Kampf an und setzen uns ein für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Im konkreten Fall heißt das zunächst den Nazitreff Reichswald in Zabo dichtzumachen, Faschisten jeglicher Färbung radikal und beständig den Kampf anzusagen, Widerstand gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Krieg zu leisten, und zwar auf allen Ebenen – mit allen Mitteln.

drucken | 14. Juni 2005 | Antifaschistisches Aktionsbündnis

„Dummdeutsche“ Parolen im „Reichswald“

Immer freitags treffen sich Neonazis in einer griechischen Gaststätte — Widerstand wächst

Gegen die Gaststätte „Reichswald“ in Zerzabelshof, seit Monaten Treffpunkt von Neonazis, hat sich ein Bündnis aus antifaschistischen Gruppierungen gebildet. Mit dem Ziel, den Wirt zum Zusperren zu zwingen. Auch dem SPD-Ortsverein und dem Vorstadtverein Zabo sind die Umtriebe im „Reichswald“ ein Dorn im Auge. Der Wirt aber? Der sitzt zwischen allen Stühlen und bangt um seine Existenz.

Mit vielen Gästen scheint der Inhaber der Gaststätte selbst an einem warmen Sommerabend nicht zu rechnen. Auf den Plastiktischen und -stühlen im von Birken beschatteten Biergarten liegt dick der Blütenstaub. Eine Speisekarte gibt es schon lang nicht mehr. Nur Currywurst mit Pommes gibt’s immer. Und die Gäste, die immer freitags kommen und den Ruf des „Reichswalds“ ruinierten. Mal ist es eine Hand voll, mal sollen es um die 20 Leute sein.

Ausgerechnet eine griechische Kneipe haben sich die Rechtsextremisten als Treffpunkt ausgesucht, die doch gern bei jeder Gelegenheit ausländerfeindliche Parolen schmettern. „Ein Mal in der Woche treffen sie sich dort“, sagt Polizeisprecher Peter Grösch. Bei schlechtem Wetter halten die Neonazis, vorwiegend Mitglieder der NPD und Sympathisanten der Partei, ihren Stammtisch im Nebenzimmer ab. „Im abgetrennten Kneipenraum wird gemeinsam in dummdeutscher Manier gesoffen, werden Informationen ausgetauscht, rassistische, faschistische Propaganda verteilt und neue Kameraden rekrutiert“, schreiben Antifaschisten im Internet.

Nachwuchsarbeit mit Bier und Weizen. Im Biergarten sind auch Mädchen dabei, die sich groß fühlen, weil sie mitspielen dürfen im Kreis der Kerle mit Glatze und Springerstiefeln. Einige der männlichen Gäste sind ebenfalls sehr jung; Jungs, keine Männer. Vielleicht 18 Jahre sind sie alt und tragen T-Shirts, die an ihrer Gesinnung oder der der Älteren in der Runde keinen Zweifel lassen: „Unser Sozialismus ist national!“. Oder „Arbeit adelt“ in Anlehnung an „Arbeit macht frei“, das die Nationalsozialisten über die Eingänge der Konzentrationslager schrieben, in denen sie Millionen Menschen ermordeten.

„Die Gäste sind ein Problem

Über das, was im „Reichswald“ vorgeht, wissen die bürgerlichen Gruppen, die sich dagegen wehren, relativ wenig. Nur: „Die Gäste sind ein Problem. Aber es ist eine schwierige Frage, wie man damit umgehen soll“, sagt Ulrich Blaschke, SPD-Vorsitzender in Zabo. Ob sich die Sozialdemokraten am neuen Bündnis gegen den Treff beteiligen, müssen die Mitglieder noch entscheiden. Bei der Versammlung am Dienstagabend soll das Thema überhaupt erst zur Sprache kommen.

Ulrike Hölldobler-Schäfer, CSU-Stadträtin und Vorsitzende des Vorstadtvereins Zabo, will mit dem Bündnis, das aus linken Gruppen besteht, „nicht in Verbindung gebracht werden“. Sie wählt andere Wege, wandte sich an Stadtrechtsdirektorium und Ordnungsamt, ob es zum Beispiel eine gaststättenrechtliche Handhabe gebe. Die Antwort: Gibt es nicht, weil dem Wirt selbst nichts vorzuwerfen ist.

Der wirkt zerknirscht. Eigentlich will er nichts weiter, als Wirt einer griechischen Speisegaststätte sein. Über seine Gäste sagt er, „sie trinken und bezahlen“. Sie sind beinahe seine einzige Einnahmequelle. Er braucht jeden Cent, möchte aber lieber heute als morgen eine neue Gaststätte pachten. Bis jetzt hat er nichts gefunden.

„Im Lokal selbst ist noch nichts passiert“, sagt die Polizei. Wenn die Neonazis Krawall machen, dann davor, wenn sie auf linke Demonstranten stoßen. Ende April kam es zu einer Schlägerei. Die Polizei musste eingreifen und nahm einen einschlägig vorbestraften Neonazi fest.

SABINE STOLL
30.5.2005 0:00 MEZ

Quelle: Nürnberg Nachrichten

drucken | 30. Mai 2005 | Antifaschistisches Aktionsbündnis

Antifa-Kaffeefahrt 2005

Dieses Jahr wird der 60. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus gefeiert. Dass der militärische Sieg über die Gewaltherrschaft der Nazis nicht das Ende aller FaschistInnen und ihrer menschenverachtenden Ideologie bedeutete, dürfte klar sein. Der Wahlerfolg der neonazistischen NPD in Sachsen, der Sitz im Nürnberger Stadtrat, sowie dass fast kein Wochenende vergeht, an dem nicht irgendwo bzw. vielerorts in der BRD Neo-Nazis aufmarschieren, ist bekannt. Zwar sollte es generell ein Anliegen sein gesellschaftliche Ursachen für rechtes Gedankengut – also tief verwurzelten Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus – zu benennen und aktiv zu bekämpfen. Dennoch gibt es eben Neonazis die jetzt und hier existieren und die eine Gefahr darstellen; Nicht nur für MigrantInnen und Andersdenkende, die von brutalen Übergriffen betroffen sind, sondern auch für alle von uns. Denn der Faschismus steht grundsätzlich gegen die Freiheit des Menschen und für Unterdrückung und Ausbeutung eines Großteils der Bevölkerung.
Das Anliegen dieser Aktion heute ist, Hauptakteure der regionalen Naziszene aufzudecken und in der Nachbarschaft bekannt zu machen. Nazis müssen aus ihrer Anonymität herausgerissen werden. Den „netten Mann“ von nebenan gibt es nicht. Im Fall der heute von uns besuchten Personen handelt es sich um führende Köpfe mittelfränkischer Neonazis, die bei Ihnen um die Ecke wohnen. Also überlegen Sie sich gut mit wem Sie ein Gartenzaun-Gespräch halten…

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drucken | 13. Februar 2005 | Antifaschistisches Aktionsbündnis

Agenturschluss!

„Arbeitsagenturen“ am 3. Januar lahm legen!

Wenn am 1. Januar 2005 die neuen Hartz-Gesetze in Kraft treten sollten, rufen wir dazu auf, die ?Arbeitsagenturen? und ?Personal Service Agenturen? (PSA) bundesweit zu schließen. Am ersten Werktag des neuen Jahres, am Montag dem 3. Januar 2005, werden wir den Start von ?Hartz IV? in Nürnberg nicht ungestört hinnehmen. Bundesweit wird in Form von Besetzungen, Blockaden oder Versammlungen in den Ablauf der Erwerbslosenbürokratie eingegriffen werden. Wir weisen das gesellschaftliche Elend, das uns jetzt versprochen wird, zurück. Es sind schon andere Gesetze wieder gekippt worden. Erinnern wir uns an die erfolgreichen Proteste gegen die Einführung einer Kopf-Steuer (?polltax?) in England Anfang der 90er Jahre. Die massenhafte Aufkündigung des ?sozialen Friedens? brachte das Gesetzesvorhaben seinerzeit zu Fall.

Das Ende der Bescheidenheit!

Die steigende Erwerbslosigkeit in der BRD ist das Resultat einer Wirtschaftsordnung das nicht unangenehme Arbeiten überflüssig macht, sondern Menschen. Im Kapitalismus ist das Ziel eines jeden Unternehmens so produktiv wie möglich zu wirtschaften. Diejenigen, die am produktivsten sind, erwirtschaften am meisten Profit und Konkurrenzvorteile. Mit modernen Maschinen und wenigen, schlecht bezahlten ArbeiterInnen und lässt es sich am billigsten produzieren. Andere Unternehmen, die mehr ArbeiterInnen und evtl. zu besseren Bedingungen, beschäftigen, können dem Konkurrenzdruck nicht standhalten und so werden auch hier schlechtere Arbeitsverhältnissen und Kündigungen durchgesetzt. Es liegt also in der Logik des Kapitalismus so wenig Leute wie möglich und diese so billig wie möglich zu beschäftigen. Mit steigender Erwerbslosigkeit wird eine ?Reservearmee? an ArbeiterInnen geschaffen, die jederzeit zu den übelsten Bedingungen abberufen werden kann. Das bedeutet Druck auf alle, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen: Die Drohung der Arbeitslosigkeit verbunden mit der Unsicherheit, die eigene Existenz nicht mehr finanzieren zu können, führen zu dem Versuch der Unternehmen die Arbeitszeit zu erhöhen, die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern und Löhne zu senken.
Es liegt im Interesse der Industrie und Unternehmensverbänden Erwerbslosigkeit und Armut zu produzieren, um ihre eigenen Profitinteressen durchsetzen zu können. Während Wenige immer reicher werden, bleibt für immer mehr Menschen immer weniger bis nichts zum Leben. Eine Überwindung von Massenarbeitslosigkeit und Armut gibt es im Kapitalismus nicht – es sind seine Markenzeichen. Doch wenn es uns tatsächlich schlechter gehen soll, damit es der Wirtschaft besser geht, kann es für uns nur eines geben: Die Verhältnisse und ein unvernünftiges Wirtschaftssystem zum Kippen bringen! Und dafür gilt es zu kämpfen! Es liegt an uns und jeder/m Einzelnen, denn geschenkt bekommen wir nichts! Appelle an die Verantwortung und Moral der Unternehmen oder den Staat gehen ins Leere, denn die Gegenseite vertritt ihre Interessen und ist deutlich besser organisiert als wir.

Scheißstaat!

Mit Hartz IV zeigt sich auch die Aufgabe des Staates im Kapitalismus sehr deutlich: ihm kommt vor allem die Rolle zu ?optimale? Bedingungen für die Ausbeutung der Arbeitskraft zu schaffen. Dazu gehört auch die Herstellung einer entsprechenden ?Arbeitsmoral?. Das bedeutet heute u.a.: flexibel, mobil und anspruchslos. Wer nicht bereit oder in der Lage dazu ist, zu jeder Zeit, an jedem Ort zu jeden Bedingungen zu arbeiten, wird auf dem Arbeitsmarkt ebenso überflüssig wie diejenigen, die erst gar keinen Job bekommen. Und wer Überflüssig ist, wird aus Sicht von Staat und Wirtschaft ein unzumutbarer Kostenfaktor. Das bedeutet Entrechtung, Verunsicherung und Verarmung der Erwerbslosen!
So erklärt sich auch die Aufgabe der ?Agenturen für Arbeit? und der ?Personal-Service-Agenturen?: Sie sind Agenturen der Kontrolle und der Ausübung von Zwang gegenüber ihren erwerbslosen ?KundInnen ?. Die Agenturen haben schlicht nichts zu verteilen. Ihre Aufgabe verlagert sich mit Hartz IV von Vermittlung und Qualifizierung hin zu Verfolgungsbetreuung und die Rolle einer disziplinierenden Arbeitspolizei. Deshalb wollen wir dafür sorgen, dass der Betrieb in den Arbeitsagenturen nicht ungestört aufgenommen werden kann, wenn sie das erste Mal unter den Bedingungen von Hartz IV geöffnet werden.
Was konkret am 3. Januar 2005 in den ?Arbeitsagenturen? und ?PSAs? passieren wird, ist abhängig von den Menschen vor Ort, von ihrem Zorn und von dem, was sie sich zutrauen. Unser Ziel ist es, uns in den Ämtern zu versammeln, den Betrieb lahm zu legen und dort zu protestieren. Unser Protest richtet sich dabei nicht gegen diejenigen Beschäftigten der Arbeitsagentur, die sich ebenfalls dagegen wehren, dass Menschen derart entwürdigend behandelt werden sollen. Wir hoffen auf gegenseitige Solidarität, denn die Hartz-Gesetze bleiben bedeutungsloses Papier wenn sie nicht umgesetzt werden und dies geschieht vor allem in den Arbeitsagenturen. Auch die Beschäftigten der Arbeitsagentur müssen nicht jede Grippe mit Antibiotika bekämpfen, sondern könnten sich mal ein paar Tage ins Bett legen und auskurieren.

Alles für Alle!

Also, Schluss mit dem Verzicht und Schluss mit dem sozialen Frieden. Schluss mit dem zahmen Protest, denn eines ist klar: Unser Widerstand wird nur dann erfolgreich sein, wenn Staat und Kapital ihn wirklich zu spüren bekommen. Egal ob es darum geht, die über die Jahrzehnte erkämpften Rechte zu verteidigen, unsere Lebensbedingungen zu verbessern oder in die Offensive zu gehen bis hin zum Kampf um das, was uns wirklich zusteht: der gesellschaftlich produzierte Reichtum für alle und die Produktionsmittel in die Hände aller und das überall! Ganz einfach: Alles für Alle!
Nur mit der Abschaffung des Kapitalismus wird es ein Ende von Ausbeutung und Unterdrückung geben und nicht in seiner wie auch immer ausgestalteten Sozialverträglichkeit, die die grundsätzlichen Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft unberührt lassen. Und das heisst die Auflösung des Widerspruchs von Lohnarbeit und Kapital, die Abschaffung der Lohnarbeit und die Überwindung der Klassengesellschaft.
Wir fragen uns schon längst, was daran schlecht sein soll, wenn die Häuser, Fabriken, Dienstleitungsbetriebe, Land und natürliche Ressourcen, einfach alles, in den Händen aller, also vergesellschaftet ist. Was soll schlecht sein an einer klassenlosen Gesellschaft, die allen gesellschaftlich produzierten Reichtum gleichmäßig verteilt, in der sich das wie und was produziert wird an den Bedürfnissen aller orientiert, alles von unten nach oben, von der Basis her aufgebaut, organisiert und selbstverwaltet wird.
Schließen wir uns zusammen und kämpfen gemeinsam für unsere Rechte und das was uns zusteht!

Her mit dem schönen Leben! Wir haben mehr vom Leben als von der Arbeit!
Für die Überwindung kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung – weltweit!
Für die soziale Revolution – weltweit!

3.1.05, Nürnberg, Arbeitsamt, Richard-Wagner-Platz, U-Bahn Opernhaus
-12 Uhr Kundgebung gegen Hartz4
0 Uhr Aktion Agenturschluss

organisierte autonomie (OA) Nürnberg, Dezember 2004

drucken | 21. Dezember 2004 | organisierte autonomie (OA)

Das Ende der Bescheidenheit!

Wir wollen alles: Alles für Alle!
Antikapitalistischer Block – 06.11.04 Nürnberg

Wir wollen alles - KopftranspiKnapp 10.000 Menschen versammelten sich am 6.11.04 in Nürnberg um gegen Sozial-, Lohn- und Bildungskahlschlag zu protestieren. Die organisierte autonomie (OA?) mobilisierte 2500 Menschen aus dem autonomen und linksradikalen Spektrum zu einem antikapitalistischen Block. Wir wollen alles - SpitzeDie Demonstration zog von der Lorenzkirche (Innenstadt) über das SPD-Haus zur Bundesagentur für Arbeit. Die ganze Demonstration war von einem riesigen Bullenaufgebot begleitet. Wir wollen alles - FronttranspiInsgesamt kam es zu 5 Gewahrsamnahmen, durch das geschlossene Auftreten des antikapitalistischen Blockes konnten weitere Übergriffe durch die Polizei abgewehrt werden. Im Gegensatz zu anderen bundesweiten Großdemonstrationen fehlte die Gewerkschaftsspitze mit ihrem zahmen Auftreten völlig. Dafür war die gesamte Demonstration geprägt von verschiedensten Basisgruppen und kann somit als ein weiterer Schritt zur Festigung des Widerstands gesehen werden.

drucken | 6. November 2004 | organisierte autonomie (OA)

Was war los

20.08.2005
"NS-Verherrlichung stoppen!" Eine große bundesweite Mobilisierung gegen den Heß-Gedenkmarsch in Wunsiedel bringt über 2000 Menschen in den Ort. Der Heß-Marsch wird verboten und die Nazis weichen nach Nürnberg, Berlin und Peine aus.

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