Archiv für die Kategorie „mov(i)e against…“

mov(i)e against… präsentiert: “Alle 28 Tage: Kinderwunsch – ein Selbstversuch”

Dokumentation von Ina Borrmann // 52 Minuten
Donnerstag 16. Juni | 20.30 Uhr | Desi | Brückenstr. 23, Nürnberg

Ina Borrmann hat unmittelbar und frei gelebt. Das spießige Leben einer Kleinfamilie hat sie nie interessiert. Sie hat ihre Existenz nie an einen anderen gebunden, fühlte sich fragmentarisch und das war gut so! Bis sie Marc traf. Mit ihm kam auch der Wunsch nach einem Kind. Inzwischen ist Ina Ende 30 und das Kinderkriegen erweist sich als schwierig. Dabei scheint Kinderlosigkeit im Zeitalter moderner
Reproduktionsmedizin keine Option. Samen- und Eierspender, Leihmutterschaft und Hormontherapie – wer nicht in der Lage ist sich zu reproduzieren, ist selbst schuld. Doch dem späten Kinderwunsch wohnt kein Zauber inne. Der Schöpfungsakt in der Petrischale ist eine physische und psychische Tortur. Eine sehr persönliche Dokumentation über Bormann und ihrem?! Wunsch, Mutter zu werden. Dieser Dokumentarfilm öffnet ein kleines Fenster für ein großes gesellschaftliches Thema.

Eintritt frei.

mov(i)e against… präsentiert: Haus Halt Hilfe – arbeiten im fremden Alltag

Donnerstag 19. Mai | 20.30 Uhr | Desi | Brückenstr. 23 NürnbergDokumentarfilm von Petra Valentin (2006 / 92 Minuten).

Der Film zeigt anhand verschiedener Frauenbiografien und einem Mann, wer in Deutschland die Haus- und Sorgearbeit in privaten Haushalten erledigt, meist extrem prekär beschäftigt: für wenig Geld, zu schlechten Bedingungen, ohne Absicherung, mit einem hohen Preis für die eigenen Familien und vorprogrammierter Altersarmut.
Der Film portraitiert sieben Menschen in ihren verschiedenen Arbeitsverhältnissen, die je nach ihrer Herkunft und ihrem Status extrem variieren, und zeigt darin wie geschlechterspezifische und rassistische Verhältnisse in der (privaten) Haus- und Sorgearbeit ineinanderfließen.
Zudem zeigt der Film, wie besonders die Arbeistverhältnisse im häuslichen Bereich sind und welche Anforderungen und Grenzverletzungen sie für die Arbeiter_innen mit sich
bringen.

Eintritt frei.

mov(i)e against … präsentiert: Die kurdische Hoffnung

<strong>Donnerstag, 21.04.2016, 20.30 Uhr, Desi Brückenstraße 23, Nürnberg
</strong> ein Filmabend zur kurdischen Perspektive im Nahen Osten

Seit Jahrzehnten kämpfen Kurden und Kurdinnen um Autonomie und Anerkennung. Mit dem erfolgreichen Widerstand gegen den IS und der Umsetzung eines basisdemokratischen Autonomieprozesses im Norden Syriens (Rojava) gilt die kurdische Bewegung als fortschrittlicher Hoffungsträger in der vom Krieg zerstörten Region.
Der thematische Filmabend beleuchtet in aktuellen Filmdokumentationen die Geschichte des kurdischen Befreiungskampfes, die aktuellen Kämpfe in der Türkei und Syrien, die Leiden und Hoffnungen der Menschen, sowie die Rolle der Frauen in diesem Kampf. Sie machen sich auf, im Nahen Osten eine demokratische Gesellschaft zu erkämpfen, in der Männer und Frauen die gleichen Rechte haben.
Eintritt frei

mov(i)e against…präsentiert: Benim Çocugum | My Child / Mein Kind


Donnerstag 17.12 | 20.30 Uhr | Stadtteilzentrum Desi | Brückenstr. 23 | Nürnberg
Dokumentarfilm, Türkei 2013, Can Candan, OmE, 83 min

Der Dokumentarfilm “Benim Çocuğum” handelt von mutigen Eltern und deren Geschichten: Sie sind Eltern von schwulen, lesbischen, bisexuellen und transsexuellen (LSBT) Kindern aus Istanbul, sie leben in einer Gesellschaft, die jegliche Form von Andersartigkeit ablehnt, und sie lassen uns in diesem Film an ihrem Schicksal teilhaben. Diese Eltern haben im Jahr 2009 LISTAG gegründet – eine Familieninitiative, die nicht nur für ihre Kinder einsteht, sondern mittlerweile offen für die Rechte der LSBT-Personen in der Türkei kämpft.
In dem Dokumentarfilm ‘Mein Kind‘ teilen sieben Eltern ihre persönlichen Geschichten und ihre Erfahrungen. Wie gehe ich mit meinem Kind um, wenn es sagt, dass es anders ist, anders als alle anderen? In dem Film geht es um die Leugnung, Traumata, Angst, Scham und Hilflosigkeit der Eltern; aber genau so handeln ihre Geschichten vom Aufstehen, von Mut und von Selbstlosigkeit. Es wird aufgezeigt, wie die Protagonisten die Gesellschaft konfrontieren, nur weil sie der Beziehung zu ihren Kindern Vorrang geben. Die persönliche Geschichte erhält eine gesellschaftliche Tragweite – Tabus werden angesprochen, überholte Ängste und Stereotypen in Frage gestellt. Wie viel bedeutet mir mein Kind, und, wie viel die Gesellschaft, in der ich lebe? Das ist die zentrale Frage, welche ‘Mein Kind‘ letztendlich auch an das Publikum richtet…
Ein Film des unabhängige türkische Filmemachers Can Candan: http://www.mychilddocumentary.com

Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken Nürnberg und der Karawane Nürnberg in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein – Rosa Luxemburgstiftung Bayern, dem Rosa Luxemburg Club Nbg/Fü und der Wolfgang Abendroth Stiftungsgesellschaft.

mov(i)e against… präsentiert: The Weather Underground


Donnerstag 12.11 | 20:30 Uhr | Stadtteilzentrum Desi | Brückenstr. 23 | Nürnberg
The Weather Underground. Regie: Sam Green u. Bill Siegel, USA 2002, 92 Min.

„Du brauchst keinen Wettermann, um zu wissen, woher der Wind bläst“ – aus dieser Bob Dylan-Textzeile leitet sich der Name der US-amerikanischen Stadtguerilla Weather Underground ab. Die Gruppe ging 1969/70 aus dem amerikanischen Studierendenbund „Students for a Democratic Society“ (SDS) hervor und verstand sich als verlängerter Arm der Befreiungsbewegungen in der sogenannten Dritten Welt. In den Sechziger und Siebziger Jahren war die Polarisierung der politischen Situation in den USA akut mit dem Vietnam-Krieg und den Kampf um die Bürgerrechte verbunden. Angesichts der scheinbar wirkungslosen Methoden des friedlichen Protests und Widerstands bildeten sich innerhalb der Protestbewegung militante Gruppen, unter anderem der Weather Underground. Der Film “The Weather Underground” von Sam Green und Bill Siegel beleuchtet Vorgeschichte und Aktivitäten des Weather Underground. Green und Siegel lassen Aktivisten und Aktivistinnen von damals sprechen und zeigen die vom FBI angewandten illegalen Methoden in der Bekämpfung der Revolte. The Weather Underground wurde 2004 für den Oscar nominiert und ist erst das zweite filmische Dokument zu der US-amerikanischen Stadtguerilla.
Eintritt frei

movie against präsentiert … „Revolution mit bloßen Händen – Le trajectoire d’un peuple

csm_Zeinabou_megaphone_web_01_06463f92edDo 22.10.2015 | 20:00 Uhr! | Revolution mit bloßen Händen – über die Situation in Burkina Faso | Desi | Brückenstr. 23 Nürnberg
Film und aktuelle Informationen | Movi(e) against Spezial
Veranstaltung mit den Regisseuren und einem exil-Aktivisten

Vor fast genau einem Jahr wurde Blaise Compaoré – langjähriger Diktator Burkina Fasos – durch einen Volksaufstand gestürzt. Die meisten Aufständischen bezogen sich positiv auf Thomas Sankara, der von 1983 bis zu seiner Ermordung 1987 Präsident von Burkina Faso war. Sankara verstand sich als Revolutionär und setzte sich u.A. für eine echte Unabhängigkeit Burkina Fasos, Korruptionsbekämpfung, Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherung und die Emanzipation der Frau ein. Seit dem Sturz Compaoreś im November 2014 gibt es in Burkina Faso eine Übergangsregierung. Für Oktober 2015 war eigentlich die Wahl einer neuen Regierung angesetzt. Kurz vor dem Wahltermin gab es nun im September 2015 den Versuch eines Militärputsches durch die Präsidial-Garde, die dem gestürzten Diktator Compaoré nahe stehen. Der Putsch wurde nieder gerungen, die Wahlen wurden verschoben.

Wir zeigen eine Vorabfassung des Films „Revolution mit bloßen Händen – Le trajectoire d’un peuple. Le Burkina Faso“ – OmU – ca. 40 min. Der Film dokumentiert den Aufstand am 30. und 31 Oktober 2014 .

Wir sprechen mit den Regisseuren Moussa Ouedraogo und Hans-Georg Eberl sowie die Exil-Aktivisten Hamado Dipama über den Film und die aktuellen Ereignisse.

Veranstalter: Interventionistische Linke Nürnberg, Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein – Rosa Luxemburgstiftung Bayern, dem Rosa Luxemburg Club Nbg/Fü und der Wolfgang Abendroth Stiftungsgesellschaft

movie against präsentiert… Revision

Donnerstag 16.7 | 20.30 Uhr | Stadtteilzentrum Desi | Brückenstr. 23 | Nürnberg

Revision ist ein Dokumentarfilm über den Tod zweier rumänischer Roma im Jahr 1992.
Er rekonstruiert die Umstände, die zum Tod zweier Männer auf einem Feld nahe der deutsch-polnischen Grenze führten. Mit zunehmend beklemmender Dichte webt Scheffner ein Netz aus Landschaft und Erinnerung, Zeugenaussagen, Akten und Ermittlungen.

Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die EU-Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen. Diese geben an, die Menschen mit Wildschweinen verwechselt zu haben. Vier Jahre später beginnt der Prozess. Welcher der Jäger den tödlichen Schuss abgegeben hat, lässt sich nie beweisen. Das Urteil: Freispruch. dpa meldet: „Aus Rumänien ist niemand zur Urteilsverkündung angereist.“

In den Akten stehen die Namen und Adressen von Grigore Velcu und Eudache Calderar. Ihre Familien wussten nicht, dass jemals ein Prozess stattgefunden hat.

Mit REVISION wird ein juristisch abgeschlossener Kriminalfall einer filmischen Revision unterzogen, die Orte, Personen und Erinnerungen miteinander verknüpft und ein fragiles Geflecht aus Versionen und Perspektiven einer „europäischen Geschichte“ ergibt.

mov(i)e against … präsentiert: “Meine keine Familie”

Donnerstag 11.06 | 20.30 Uhr | Stadtteilzentrum Desi | Brückenstr. 23 | Nürnberg
(Dokumentation); Österreich 2012; Regie: Paul-Julien Robert

Gemeinschaftseigentum, freie Sexualität, Auflösung der Kleinfamilie, – das waren die Grundprinzipien des Friedrichshofs, der größten Kommune in Europa, die vom Wiener Aktionisten Otto Mühl Anfang der 70er Jahre gegründet wurde. In den assoziierten Kommunen praktizierten zeitweise über 600 Menschen in halb Europa ein radikal – utopisches Leben nach den Prinzipen: „Selbstdarstellung, gemeinsames Eigentum, freie Sexualität ohne feste Paarbeziehungen, gemeinsame Arbeit und Produktion, kollektives Kinderaufwachsen und direkte Demokratie“. Der Regisseur Paul-Julien Robert, der in diese Kommune hineingeboren wurde, begibt sich in „MEINE KEINE FAMILIE“ auf eine persönliche Reise in die eigene Vergangenheit und die höchst fragwürdigen Praktiken der Kommune. Ausgehendvon Archivmaterial, das im Film erstmalig öffentlich gezeigt wird, konfrontiert der Regisseur sich selbst und seine Mutter mit der Frage: Was ist Familie? «Meine keine Familie» ist ein Film über Missbrauch. Otto Mühl wurde Ende der 80er Jahre wegen sexuellen Mißbrauchs verurteilt.

Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.