Care Revolution – ein Vortrag von Gabriele Winker

Donnerstag 7.7 | 20 Uhr | Zentralcafé | K4
im Rahmen der Reihe SOMMER – SONNE – CARE – der Feminismus AG der Interventionistischen Linken Nürnberg

Sorgearbeit (engl.care work oder caring labour)
Wie organisieren wir die Betreuung, Begleitung und Versorgung von Kindern, Kranken und Älteren? Und uns selbst?
Diese Frage ist Kern der Sorgeökonomie (engl. Care economics). Sie untersucht, in welchem Umfang Sorgearbeit in einer Gesellschaft geleistet wird, wie Sorgearbeit individuell und gesellschaftlich organsiert ist und wer Sorgearbeit leistet bzw. für wen sie geleistet wird. Der Begriff Sorgearbeit umfasst zum einen die Betreuung von Kindern und die Pflege kranker und/ oder alter Menschen oder Menschen mit Behinderung, zum anderen alle mit dieser Betreuung und Pflege verbundenen Tätigkeiten. Darüber hinaus schließt der Begriff alle weiteren ver- und fürsorgenden Tätigkeiten von allen Menschen, also auch von gesunden Erwachsenen füreinander ein sowie die Sorge für sich selbst.

Die Care Revolution
Der Widerspruch des Kapitalismus zwischen Senkung der Lohkosten zur Profitmaximierung und der Notwendigkeit der Reproduktion von Arbeitskräften hat sich krisenhaft zugespitzt. Die Care Revolution ist ein politisches Konzept, das die grundlegende Bedeutung der sorgenden und pflegenden Tätigkeiten für alle Menschen hervorhebt. Sie bedeutet einen Ausstieg aus einer Gesellschaftsform, die den Imperativen von Wachstum und Leistung zwanghaft folgen muss. Die Care Revolution stellt die Frage, wie die soziale Reproduktion, die Sorge füreinander, aussehen könnte und warum das unter kapitalistischen Bedingungen und den herrschenden Geschlechterverhältnissen nicht möglich ist.Die Care Revolution steht für einen grundlegenden Perspektivenwechsel. Nicht Profitmaximierung, sondern die Verwirklichung menschlicher Bedürfnisse muss im Zentrum jedweden politischen Handelns stehen!

Gabriele Winker (Prof. Dr.) lehrt und forscht an der TU Hamburg-Harburg (Arbeitswissenschaft und Gender Studies) und ist Mitbegründerin des Feministischen Instituts Hamburg.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.