- redside - https://www.redside.tk -

Nürnberg: Solidaritätsdemo zur AEG

Etwa 240 Menschen demonstrierten unter dem Motto: „Streik bei AEG! Gostenhof, ein Stadtteil und seine FreundInnen zeigen sich solidarisch… AEG bleibt – Electroluxbosse gebt endlich auf!“ vom Nürnberger Stadtteil Gostenhof zu zu den Streikposten bei der AEG. Die DemonstrantInnen wurden herzlich im Streikzelt aufgenommen
An der Demonstration beteiligten sich neben den „üblichen Verdächtigen“, also linken Gruppen, auch zahlreiche BewohnerInnen des Stadtteils. Die von der organisierten autonomie initiierte Demonstration wurde immer wieder von AnwohnerInnen und PassantInnen mit Beifall begrüßt. Dies ist kein Wunder, sondern Ausdruck der breit verankerten Solidarität mit der streikenden AEG-Belegschaft.

Bei der AEG angekommen fand eine gemeinsame Streikversammlung statt, bei der Jürgen Wechsler, Streikleiter und 2. Bevollmächtigter der IG-Metall Nürnberg, Harald Dix, Betriebsratsvorsitzender bei AEG Nürnberg und ein Vertreter der organisierten autonomie (OA) im vollbesetzten Zelt der Streikenden sprachen. Der Vertreter der OA betonte in seinem Redebeitrag die Solidarität der BewohnerInnen des Stadtteils Gostenhof mit den Streikenden. Unter donnerndem Applaus der Anwesenden sagte er: „Wir lassen uns nicht länger in Arbeitende und Erwerbslose, in Junge und Alte, in Deutsche und Nicht-Deutsche und in Beschäftigte an unterschiedlichen Standorten spalten. Ab jetzt wehren wir uns gemeinsam! Eine Gesellschaft in der die Produktion dafür da ist unsere Bedürfnisse, die Bedürfnisse aller, zu befriedigen ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Eine andere Welt ist möglich und nötig.“

Über 1000 Euro für die Streikkasse übergeben

Im Anschluß an die Redebeiträg übergaben Vertreter der organisierten autonomie über 1000 Euro, die von den 90 UnterzeichnerInnen des Demonstrationsaufrufes, ein breites Spektrum von linken Gruppen, Vereinen, Läden und Gaststätten, gespendet worden waren. Die kämpferische Streikversammlung endete mit einem Auftritt des gostenhofer Chors „Linksradikale Liedertafel“.

Fazit des Tages: Von einem Bröckeln der Streikfront kann keine Rede sein. Im Gegenteil! Und die Streikenden können sich darüber hinaus einer breiten Solidarität sicher sein. Die Elektroluxbosse täten gut daran, den berechtigten Forderungen der Streikenden endlich nachzugeben.

Wir denken, dass diese Demo, die im Stadtteil Gostenhof wirklich verankert war, ein Beispiel ist, das in anderen Städten aufgegriffen werden kann. Mit einer solchen Aktion ist es möglich, auch ohne im Betrieb selbst präsent zu sein, an Betriebskämpfen unterstützend teilzunehmen, ohne dabei auf eigene revolutionäre Positionen und Inhalte zu verzichten.

Bitte beachtet auch die Electrolux-Boykott-Kampgne des Sozialforums Nürnberg: www.jobkiller-electrolux.de [1]