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Der Konflikt in Chiapas

Zapatista

Am 1. Januar 1994 besetzte die „Nationale Zapatistische Befreiungsarmee“ (EZLN) überraschend sieben Bezirkshauptsitze im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Von den Balkonen der eingenommenen Verwaltungszentren wird von maskierten KämpferInnen die „Erste Erklärung aus dem Lacandonischen Urwald“ verlesen. Diese beginnt mit den Worten „HOY DECIMOS ¡BASTA!“ (Heute sagen wir: es reicht!). In dieser „Ersten Erklärung“ wurde das mexikanische Volk aufgerufen, sich dem Aufstand gegen die Unterdrücker anzuschließen. Die überwiegend aus indianischstämmigen Mitgliedern bestehenden Zapatistas stellten sich gegen undemokratische und rassistische mexikanische Verhältnisse. Nach nur wenigen Tagen offenem Konflikt zwischen zapatistischen Einheiten und der mexikanischen Armee erklärten die Zapatistas eine einseitige Waffenruhe. Seitdem beschränken sie sich auf passiven Widerstand und begannen, ihre Gemeinden autonom und basisdemokratisch zu organisieren. Seitens der mexikanischen Armee und paramilitärischer Gruppen kommt es bis heute zu systematischen Menschenrechtsverletzungen gegenüber zapatistischen Gemeinden. Deshalb halten sich seitdem auf ausdrücklichen Wunsch der Zapatistas MenschenrechtsbeobachterInnen im Konfliktgebiet auf. Der Referent war als Menschenrechtsbeobachter in Chiapas und wird einen kurzen Überblick über den Konflikt in Chiapas, die politische Entwicklung Mexikos und die Rolle der BeobachterInnen geben.

Di., 01.08.2006 – 20.00 – Metroproletan, Archiv&Bibliothek, Eberhardshofstr. 11 (Hinterhaus) – Nürnberg-Gostenhof