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1. Infobrief zu der antifaschistischen Demonstration gegen den Naziaufmarsch durch Gostenhof am Samstag, den 14.10.2006

Hallo AntifaschistInnen!

Der Neonazi Christian Malcoci hat unter dem Titel: "Recht statt Rache – Revision der Nürnberger Prozesse" einen Aufmarsch in Nürnberg angemeldet. Dieser soll von dem Justizgebäude, wo nach der Niederlage des faschistischen 3. Reichs die Prozesse gegen deutsche Kriegsverbrecher stattfanden, bis zum Nürnberger Hauptbahnhof führen. Nach Aussagen Malcocis soll es sich bei der geplanten Provokation um eine "zentrale Demonstration" so genannter freier Kräfte handeln, die von der NPD unterstützt wird.

Ziele der Nazis
Durch die Auswahl des historischen Ortes – Gerichtsgebäude in dem die Nürnberger Prozesse stattfanden – versuchen die Nazis sich bundesweit in die Schlagzeilen zu bringen. Sollte dieser Ort für die Nazis als Aufmarschpunkt, unter diesem Revisionistischen Motto zur Verfügung stehen, würde dies eine neue Qualität der Verherrlichung des Nationalsozialismus darstellen.
Dass die Route des geplanten Aufmarsches durch den Stadtteil Gostenhof führt, ist für die Nazis sicher ein wichtiger Nebeneffekt. Gostenhof, ein Stadtteil in dem ArbeiterInnen, Erwerbslose, StudentInnen, KünstlerInnen, Flüchtlinge und MigrantInnen aus verschiedensten Teilen der Welt, ohne größere Probleme zusammenleben ist den Nazis ein Dorn im Auge. Da darüber hinaus die radikale Linke hier eine gewisse Verankerung besitzt, und Gostenhof sich immer wieder als ungesundes Pflaster für Nazis aller Schattierungen erwiesen hat, ist das, von den FaschistInnen zu meist als Zeckenstadtteil bezeichnete, Viertel und seine BewohnerInnen bereits in der Vergangenheit immer mal wieder Ziel neonazistischer Propaganda, Provokationen und Einschüchterungsversuche geworden.

Geplante Gegenaktivitäten
Für uns ist es selbstverständlich das wir einen FaschistInnenaufmarsch in dieser Stadt nicht hinnehmen und erst recht nicht wenn dieser durch Gostenhof, den Stadtteil in dem viele von uns leben und in dem wir seit Jahren politisch aktiv sind und Stadtteilarbeit machen, führen soll. Dass wir uns auf ein durch die Stadt angekündigtes Verbot nicht verlassen, ist ebenfalls selbstverständlich.

Der geplante Tagesablauf
Bevor die Nazis loslaufen wollen wir mit einer antifaschistischen Demonstration zeigen, dass die Nazis in Gostenhof nicht willkommen sind. Weil wir mit der Demonstration die Bevölkerung des Stadtteils ansprechen wollen, ist der Aufruf bewusst für diesen Zweck geschrieben. Bislang ist es uns gelungen, über 80 UnterstützerInnen, von der Metzgerei an der Ecke bis zur Antifa-Gruppe, für die Demonstration zu gewinnen. Die Demonstration soll deshalb auch keine typische "Autonomen-Demo" sein, sondern Ausdruck des gemeinsamen antifaschistischen Konsens im Stadtteil über Szene- und Klassengrenzen hinweg. Den Aufruf findet ihr im Anhang.

Im Anschluss an die Demonstration wollen wir uns den Nazis aktiv an ihrem Auftaktplatz und entlang ihrer Route entgegenstellen. So sollen in der Nähe des Auftaktplatzes der Nazis und entlang der Route verschiedene Kundgebungen (u.a. mit ZeitzeugInnen) stattfinden. Diese Kundgebungen sollen als Anlaufstellen für AntifaschistInnen fungieren, und können deshalb zu Ausgangspunkten verschiedenster Widerstandsaktionen werden. Zur Gestaltung dieser Kundgebungen und zahlreicher anderer antifaschistischer Aktionen wurde ein Bündnis ins Leben gerufen, dass sich bemüht verschiedensten Projekten, Initiativen und Gruppen die Möglichkeit zu geben, sich mit eigenen Ideen an den Gegenaktivitäten zu beteiligen.

Mit antifaschistischen Grüßen
Antifaschistisches Aktionsbündnis und organisierte autonomie (OA)