Enough is Enough – Antifa Demo in Amberg

Der Po­li­tik des Ver­drän­gens und Igno­rie­rens ent­ge­gen­tre­tenenoughisenough

Sa, 25.?09.?2010 | 14.00 Uhr | Am­berg/Pau­la­ner­platz
Zug­treff­punkt Nürn­berg: 12.15 Uhr | Hbf/Ost­hal­le

Dass Neo­fa­schis­mus und rech­te Ge­walt nicht nur in den gro­ßen Städ­ten der Re­pu­blik zu Hause sind, son­dern auch in der Pro­vinz einen ge­eig­ne­ten Nähr­bo­den fin­det, ist längst kein Ge­heim­nis mehr. Gerne blickt man in der Ober­pfalz gen Osten und ver­ur­teilt die Taten dor­ti­ger Neo­na­zis. Schließ­lich scheint vor der Haus­tü­re alles in Ord­nung zu sein.
Be­son­ders Am­berg die so ge­nann­te „Perle der Ober­pfalz“ sieht sich gerne als welt­of­fe­nes und to­le­ran­tes Städt­chen und die hie­si­gen Stadt­vä­ter be­to­nen immer wie­der Am­bergs reich­hal­ti­ge Stadt­ge­schich­te.

Das dun­kels­te Ka­pi­tel der Am­ber­ger Ge­schich­te bleibt dabei meist un­er­wähnt. Als Am­berg bei­spiels­wei­se im letz­ten Jahr sein 975-?jäh­ri­ges Stadt­ju­bi­lä­um be­ging, wurde den Bür­gern ei­ni­ges ge­bo­ten. Feste, Aus­stel­lun­gen, Kon­zer­te und noch vie­les mehr. In un­zäh­li­gen Le­sun­gen und Vor­trä­gen wur­den sämt­li­che As­pek­te der Am­ber­ger Ge­schich­te be­leuch­tet, vom Mit­tel­al­ter bis zur Re­for­ma­ti­ons­zeit, von der In­dus­tria­li­sie­rung bis zur Nach­kriegs­zeit. Nicht ein Vor­trag, nicht eine Ver­an­stal­tung des Fest­pro­gramms der Stadt Am­berg be­schäf­tig­te sich je­doch mit der Zeit der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Bar­ba­rei in Am­berg. Diese zwölf Jahre des Ter­rors waren den Ver­ant­wort­li­chen der Stadt nicht ein­mal eine Er­wäh­nung wert.

Wie schon so oft zuvor zeigt sich auch hier das Ge­schichts­bild Am­bergs: Wäh­rend man gerne an die mit­tel­al­ter­li­che Be­deu­tung der Stadt, den Win­ter­kö­nig und die Am­ber­ger Hoch­zeit er­in­nert, wird alles, was nicht zum Bild der „Perle der Ober­pfalz“ passt, igno­riert und ver­drängt.
Dass die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt Am­berg die Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus lie­ber igno­rie­ren als sich mit ihr aus­ein­an­der zu set­zen zeigt auch der Um­gang mit Josef Fil­big.

1952 wurde der Na­zi-?Funk­tio­när Fil­big von den to­le­ran­ten und welt­of­fe­nen Am­ber­gern zum Bür­ger­meis­ter ge­wählt. Es war nicht Fil­bigs erste Amts­zeit. Schon 1933-?1945 war er Bür­ger­meis­ter von Am­berg. Als Statt­hal­ter des NS-?Re­gimes war er in die­ser Zeit ver­ant­wort­lich für die Ver­haf­tung von op­po­si­tio­nel­len Ge­werk­schaf­te­rIn­nen, So­zi­al­de­mo­kra­tIn­nen und Kom­mu­nis­tIn­nen, sowie die Durch­füh­rung der Reichs­po­grom­nacht. Sei­ner Wie­der­wahl, nur sie­ben Jahre nach dem Ende der NS-?Bar­ba­rei, stand dies nicht im Weg. Noch heute hängt das Por­trät Josef Fil­bigs un­kom­men­tiert im Rat­haus, in der Ah­nen­ga­le­rie Am­ber­ger Stadt­ober­häup­ter.

Mit die­sem Teil der Am­ber­ger Ge­schich­te wird sich je­doch, von Sei­ten der po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen in Am­berg, eben­so un­gern be­schäf­tigt wie bei­spiels­wei­se mit der Funk­ti­on der Fron­fes­te im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus. Als im letz­ten Jahr im Stadt­rat ge­neh­migt wurde, dort ein Hotel ein­zu­rich­ten und die Am­ber­ger Zei­tung dies mit „Rast im Knast“ be­ti­tel­te, hielt es nie­mand für nötig, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass hier von einem ehe­ma­li­gen Ge­sta­po-?Knast die Rede ist. Dass am sel­ben Ort, an dem nun Ho­tel­gäs­te näch­ti­gen sol­len, vor­her Wi­der­stands­kämp­fer und Geg­ner des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus grau­sam ge­fol­tert wur­den, schien die Stadt­rä­te bei ihrer Ent­schei­dung nicht zu in­ter­es­sie­ren.

Doch nicht nur die Aus­ein­an­der­set­zung mit ihrer ei­ge­nen NS-?Ver­gan­gen­heit be­rei­tet der Stadt Am­berg so ei­ni­ge Pro­ble­me. Auch rechts­ra­di­ka­le Gräu­el­ta­ten der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit fin­den keine Er­wäh­nung. Noch heute wird bei­spiels­wei­se der Mord an Klaus Peter Beer tot­ge­schwie­gen. Am 7. Sep­tem­ber jähr­te sich der sog. Vils­mord zum fünf­zehn­ten Mal.
Da­mals traf der Bus­fah­rer Klaus Peter Beer in einem Am­ber­ger Gast­haus zwei junge Män­ner und spen­dier­te ihnen meh­re­re Biere. Er ahnte nicht, dass es sich bei den bei­den um den ge­walt­be­rei­ten Rech­ten Ri­chard Lo­renz und Die­t­er Mül­ler aus der Amer­ger Neo­na­zi­sze­ne han­del­te. Als diese fest­stell­ten, dass Klaus Peter Beer ho­mo­se­xu­ell war, fass­ten sie den Ent­schuss „es dem Schwu­len zu zei­gen“. Da­nach gin­gen sie mit ihrem Opfer zum Vils­steg, wo ihn Ri­chard Lo­renz nie­der­schlug. An­schlie­ßend tra­ten beide mit Sprin­ger­stie­feln auf Kopf und Kör­per von Klaus Peter Beer ein. Als die­ser be­wusst­los war, war­fen sie ihr hilf­lo­ses Opfer in die Vils, wo er er­trank. Der Grund für sei­nen Tod war al­lein seine Ho­mo­se­xua­li­tät und dass er nicht in das fa­schis­ti­sche Welt­bild sei­ner Mör­der pass­te. Durch den so ge­nann­ten Vils­mord mach­te Am­berg bun­des­weit Schlag­zei­len.

Be­kannt ist Am­berg aber auch für ge­schichts­re­vi­sio­nis­ti­sche Äu­ße­run­gen, die sol­chen offen rechts­ra­di­ka­len Ge­walt­ta­ten erst den Weg ebnen.

So bei­spiels­wei­se die Aus­sa­ge des an­ge­se­he­nen Am­ber­ger Bür­gers Dr. Wal­ter Satt­ler, da­ma­li­ger Vor­sit­zen­der der Lands­mann­schaft der Schle­si­er im Herbst 2000 bei der all­jähr­li­chen statt­fin­den­den Bar­ba­ra­fei­er. Dr. Wal­ter Satt­ler sprach hier von der Ver­trei­bung als dem „größ­ten Ho­lo­caust aller Zei­ten, der durch nichts, aber auch gar nichts an Grau­sam­keit zu über­bie­ten“ sei.

Dass eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der NS-?Zeit in Am­berg nicht statt­ge­fun­den hat, of­fen­bar­te Ober­bür­ger­meis­ter Wolf­gang Dan­dor­fer höchst per­sön­lich mit sei­nen re­la­ti­vie­ren­den Aus­sa­gen über die Am­ber­ger Kul­tur­po­li­tik von 1937. Wenn sogar die höchs­ten Ver­tre­ter der Stadt Am­berg noch nicht be­grif­fen haben, dass das Jahr 1937 – wie alle Jahre zwi­schen ´33 und ´45- für Bar­ba­rei und Ter­ror steht, nicht aber für kul­tu­rel­le Blüte, ist von Sei­ten der Stadt na­tür­lich auch kein Wi­der­stand gegen die rech­te Szene zu er­war­ten.

So wun­dert es nicht, dass die Exis­tenz einer sol­chen Szene von Sei­ten der po­li­ti­schen Ver­tre­ter der Stadt, wie auch von Sei­ten der Po­li­zei ge­leug­net und igno­riert wird.

Ob­wohl Über­grif­fe auf An­ders­den­ken­de in Am­berg in­zwi­schen zur Nor­ma­li­tät ge­hö­ren und die Am­ber­ger Neo­na­zi­sze­ne in bay­ern-? und bun­des­wei­te Struk­tu­ren ein­ge­bun­den ist, be­haup­tet der Po­li­zei­di­rek­tor Kirsch: „In Am­berg gibt es keine rech­te Szene“. Wäh­rend Neo­na­zis nun bei­na­he wö­chent­lich Flug­blät­ter in der In­nen­stadt ver­tei­len, Ver­an­stal­tun­gen durch­füh­ren und mit Kon­zer­ten für ihre men­schen­ver­ach­ten­de Ideo­lo­gie wer­ben, herrscht auf Sei­ten der Ver­ant­wort­li­chen der Stadt Stil­le. Wäh­rend Ka­me­rad­schaf­ten wie die „Na­tio­na­len So­zia­lis­ten Am­berg“ öf­fent­lich, in der Fuß­gän­ger­zo­ne Am­bergs, für die er­neu­te Zer­schla­gung der Ge­werk­schaf­ten plä­die­ren schwei­gen die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt Am­berg.

Diese Po­li­tik des Ver­drän­gens und Igno­rie­rens spielt den rech­ten Ideo­lo­gen in die Hände.
Diese Po­li­tik des Schwei­gens kön­nen und wol­len wir nicht mehr ak­zep­tie­ren.
Wir haben uns ent­schlos­sen, diese Po­li­tik der Stadt nicht län­ger hin­zu­neh­men.

So­lan­ge man sich nicht kri­tisch mit der Ge­schich­te der Stadt Am­berg im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus be­schäf­tigt, so­lan­ge einem Po­li­zei­di­rek­tor der be­haup­tet, in Am­berg gäbe es keine rech­te Szene. nicht öf­fent­lich wi­der­spro­chen wird, so­lan­ge Neo­fa­schis­ten in Am­bergs Fuß­gän­ger­zo­ne un­ge­stört ihre Pro­pa­gan­da ver­brei­ten dür­fen – so­lan­ge wer­den wir uns der Po­li­tik des Ver­drän­gens und Igno­rie­rens der Stadt Am­berg ent­ge­gen­stel­len.

Wir wer­den das Ver­hal­ten der po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen der Stadt Am­berg nicht län­ger ak­zep­tie­ren, son­dern un­se­ren Pro­test laut und ent­schlos­sen auf die Stra­ße tra­gen.

Un­ter­stützt un­se­ren Kampf gegen Neo­fa­schis­mus und gegen die Po­li­tik der Stadt Am­berg!

Kommt zur De­mons­tra­ti­on:
En­ough is En­ough
Der Po­li­tik des Ver­drän­gens und Igno­rie­rens ent­ge­gen­tre­ten


Sams­tag, 25.?09.?2010 um 14 Uhr, Am­berg/Pau­la­ner­platz


Mehr Infos gibts unter:
www.?enoughisenough-?am­berg.?de.?vu

drucken | 13. September 2010 | Antifaschistisches Aktionsbündnis

3 Comments

  • 1. Antifaschistische Termine&hellip  |  17. September 2010 um 17:00 Uhr

    […] Demnächst stehen einige interessante Termine rund um das Thema Antifaschismus in Bamberg und Umgebung an: 25. September 2010 | 14:00 Uhr | Paulanerplatz, Amberg An diesem Samstag ist eine Antifa-Demo unter dem Motto „Der Po­li­tik des Ver­drän­gens und Igno­rie­rens ent­ge­gen­tre­ten“. Der Hintergrund sind u.a. ge­schichts­re­vi­sio­nis­ti­sche Äu­ße­run­gen, die rechts­ra­di­ka­len Ge­walt­ta­ten erst den Weg ebnen, für die Amerg bekannt ist. (Mehr Infos) […]

  • 2. Marie Karsten&hellip  |  19. September 2010 um 13:48 Uhr

    Was Sarkozy und Merkel unterscheidet … ?…

    bin penetrant und dräng mich auf !…

  • 3. Marie Karsten&hellip  |  20. September 2010 um 22:18 Uhr

    Trio Infernale .. Sarrazin, Gabriel, Merkel…

    bin penetrant und dräng mich auf !…

Terminkalender

Samstag, 10.12.2022

Soliparty für Krisenproteste im Dezember

 Die Linke Party, Musikverein, Genug!Für Alle und das Krisenbündnis präsentieren gemeinsam:  
krisenFEST für Alle!
Die Soli-Party für die Plattform Genug! Für Alle und für die "Nicht auf unserem Rücken" - Demo des Krisenbündnis Nürnberg.
Samstag, 10.12.2022 | Kantine, beim Künstlerhaus, Königstraße 93, Nürnberg | Beginn 22 Uhr | Eintritt 4 - 8 € (Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an Genug!Für Alle und das Krisenbündnis zur Deckung der Kosten für Demo und Aktionen)
Es wird ein wilder Ritt mit über 10 DJs, die sich in kurzen Sets die unterschiedlichsten Styles um die Ohren hauen werden. Mit dabei u.a. Comandante Manolo, Eve Massacre, Pallas Athene II, Deniz, X_Tar, Pindi, Pac Frizzante, Bananasplit. 
Winter 2022: Die Klimakatastrophe, Aufrüstung und Krieg, die fossile Energiekrise, die Preissteigerungen, die es immer schwerer machen, auch nur unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen - kurzum : Dieser Kapitalismus ist die Krise, frisst uns auf,  zerstört den Planeten und verunmöglicht uns das gute Leben ür Alle. Doch das nehmen wir als radikale Linke nicht hin. Ob in antifaschistischen, antirassistischen, feministischen, antimilitaristischen oder Klimagerechtigkeits-Kämpfen gehen wir auf die Straße, in Widerstand und zivilen Ungehorsam. All das kostet Kraft und leider auch Geld.
Am Samstag, 10.12., laden alle Gruppen der Plattform Genug!Für Alle und des Krisenbündnisses in Nürnberg gemeinsam mit der Linken Party des Musikvereins zur großen Glitzer-Sause: Dem krisenFEST für Alle!
Die Deko des Abends wird glitzern! Zeig auch Du Dich von Deiner glitzernsten Seite: Hast Du ein wenig Glitzer zuviel, bring es mit und teil es mit Anderen.
Wir servieren Soli-Pfeffi am Schnapsstand für Alle! und dann mal LOS!
Für eine richtig GUTE PARTY FÜR ALLE, denn jede Revolution braucht auch gute Feste.
Macker, Sexist*innen, Stressmacher*innen & Rassist*innen bleiben draußen!
Davor: 3.12., 13h Genug! Für Alle, Aufsessplatz, Nürnberg.
Danach: Krieg und Krise, Nicht auf unserem Rücken, DEMO, 17.12., 14 Uhr, Plärrer, Nürnberg.
Freitag, 16.12.2022

Jahresendzeitgala der Antifa-Aktionskneipe

Die Jahresendzeitgala wird am Freitag, den 16.12. ab 19:00 Uhr stattfinden. Tickets könnt ihr euch auch im Stadtteilladen Schwarze Katze kaufen. 10 Euro Spendenempfehlung. Es ist wieder soweit... Die jährliche AAK Jahresendzeitgala steht wieder vor der Tür! Es wird neben einem veganen 3-Gänge-Menü und dem Jahresrückblick auch ein kulturelles Programm geben. Unter anderem eine Versteigerung, um etwas Geld für unsere politische Arbeit zu sammeln. Wenn ihr uns also unterstützen wollt, bringt viel viel viel Kleingeld (Euromünzen!) mit. Außerdem wären wir über Sachspenden sehr dankbar - kramt all eure "alten" Dinge mit Polit- bzw. Antifa-Bezug heraus. Das können bspw. Bücher, Poster, Shirts, Sticker, Tassen, Schlauchis, oder was auch immer Euch in die Hände fällt, sein! Dazu wird im Stadtteilladen "schwarze Katze" ein Karton stehen, in den Ihr die Spenden an den Öffnungen, z.B. montags bei der Vokü, reinlegen könnt.   Das offene Antifatreffen wird im Dezember daher ausfallen. Trotzdem einer der besten Abende uns kennen zu lernen! Wir bitten Euch zuvor auf Covid19 zu testen. Infos über die AAK:                         Infos über die Antifa-Aktionskneipe
Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!
 
Samstag, 17.12.2022

+++ SAVE THE DATE! +++

Folgende Terminankündigung hat uns erreicht und wir geben sie gerne an euch weiter:
Gegen Krieg und Krise:
Raus auf die Straße am 17.12.2022!
Haltet euch den Termin frei, damit wir im Dezember einen starken, widerständigen Auftritt mit allen linken und fortschrittlichen Kräften auf die Straße bringen!
Aber auch davor werden wir natürlich nicht ruhig sein, sondern die Zeit zum Mobilisieren nutzen. Achtet auf Aktionsankündigungen auf www.redside.tk, macht eigene Aktionen gegen Krise, Massenverarmung und Aufrüstung und bringt euch im Krisenbündnis ein! Krisenbündnis Nürnberg -gemeinsam kämpfen! Ihre Krise nicht auf unserem Rücken!
Samstag, 17.12.2022

Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße!

Demonstration || Samstag, den 17.12.2022 || 14:00 Uhr || Plärrer || Nürnberg || gemeinsamgegenkrise.noblogs.org || Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße! Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkaufen geht, fragt sich, wie die lebensfremde Inflationsberechnung von 10% zu Stande kommt. Die Packung Nudeln, die stets für 0,39€ erhältlich war, kostet auf einmal 0,89€ (Stand September 22) - mehr als das Doppelte also. Und die Nudeln sind nur ein Beispiel: etliche Grundnahrungsmittel, Energiekosten, Mieten, die Preise kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Unsere Löhne und andere Einkommen, wie Rente oder Grundsicherung steigen dagegen kaum bis gar nicht. Wer nicht reich ist, muss an irgendeiner Stelle Abstriche vornehmen oder das Ersparte antasten. Viele überlegen sich gut, ob sie heizen, duschen kürzer, achten beim Einkaufen noch mehr als sonst auf Sonderangebote oder es bedeutet sogar, dass der Kühlschrank am Monatsende leer bleibt. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.’“ B. Brecht Das alles ist kein Naturgesetz. Die Preissteigerungen sind nicht einfach eine zwingende Folge des Krieges in der Ukraine, wie es uns bürgerliche Politik und Medien einstimmig verkaufen. Es sind die Auswirkungen einer kapitalistischen Krise, die sich schon vor dem Krieg, ja vor der CoronaPandemie abgezeichnet hat. Und es sind Auswirkungen einer imperialistischen Politik, in der sich die Machtblöcke gegeneinander verschärft in Stellung bringen. In Zuge dessen schreitet auch die Monopolisierung voran, das heißt, große Konzerne schlucken oder verdrängen die Kleinen. Etliche Konzerne haben bereits während der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und tun es auch aktuell. Lebensmittel-, Energie-, Öl- und natürlich Rüstungskonzerne verdienen fleißig an der Krise - und somit an uns. Wir zahlen und arbeiten für deren Profite - wir sterben in ihren Kriegen. An keiner Stelle wurde die Frage gestellt, ob nicht die Konzerne auf ihre Profite verzichten sollen. Nein, aber dass wir verzichten sollen, den Gürtel enger schnallen, das tönt uns von hochbezahlten Politiker*innen und Arbeitgeberverbänden entgegen, das wird uns als Normalität verkauft. Und im Kapitalismus, in dem es immer darum geht, dass Gewinne in private Hände einiger Weniger wandern während Risiken und Verluste von uns allen brav geschultert werden sollen, ist das auch so. Und dann wird uns auch noch erzählt, wir sollen keine zu hohen Lohnforderungen stellen um die Inflation nicht weiter anzuheizen! Was für eine Frechheit! Ein etwas anderer Wunschzettel... Alles für alle! Den Gefallen werden wir ihnen jedoch nicht tun! Ob wir auch diese Krise zahlen oder wie viel wir davon zahlen, ist genauso wenig ausgemacht wie die Frage ob wir uns als Lohnabhängige in ihren Kriegen aufeinanderhetzen lassen. Wir wissen: unter Kriegen und Sanktionen leiden nicht die Herrschenden, sondern die breite Mehrheit - sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Ein Gaspreisdeckel im März nützt uns hier nichts! Der muss jetzt her! Wir brauchen eine automatische Anpassung aller Einkommen an die reale (!) Inflationsrate, Energiesperren wie auch Zwangsräumungen müssen sofort beendet werden. Statt weiter Spar-Druck auf Privathaushalte auszuüben, RWE, Vonovia und Co vergesellschaften und demokratisieren. Aber geschenkt bekommen wir hier nichts, sondern müssen uns alles erkämpfen. Und das heißt: streiken für höhere Löhne, protestieren auf der Straße aber auch solidarisch sein im Alltag, sich mit Nachbar*innen vernetzen, sich organisieren. Packen wir es an als ersten Schritt in eine Welt jenseits von Krieg, Kapitalismus und Profitstreben. Das Krisenbündnis Nürnberg ruft euch alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen!
Samstag, 17.12.22 14 Uhr, Plärrer