500 Menschen auf Antifa-Demo am 05. März

Am Samstag, den 5.03.2011 fand in Nürnberg eine antifaschistische Demonstration statt, an der sich ca. 500 Menschen beteiligten. Die Demonstration die unter dem Motto „Ob Stadtrat oder Nazischläger- Freies Netz Süd zerschlagen- Nazistrukturen bekämpfen“ stand, wurde vom Antifaschistischen Aktionsbündnis Nürnberg (AAB) organisiert. Hintergrund war der faschistische Übergriff vom 28.04.2010 in Nürnberg, bei dem der bekannten FNS -Neonazikader Peter Rausch (Fürth) auf einen Antifaschisten in Nürnberg mit Fäusten und Tritten einschlug, bis dieser bewusstlos zusammenbrach. Der Nazigegner überlebte den Übergriff nur knapp. Die Demo wurde von einem großen Aufgebot der Polizei begleitet, die sich an dem Tag aber erstaunlicherweise sehr im Hintergrund hielt. 

Der Übergriff

Am 28.April 2010 wurde ein junger Nürnberger Antifaschist in der U-Bahn von dem Neonazi Peter Rausch angegriffen. Der Antifaschist sprach davor die Freundin von Peter Rausch, Anne Lengenfeld, auf ihre Bauchtasche der Marke „Thor Steinar“ an. Dies ist ein praktisches Beispiel der von der Politik stets geforderten Zivilcourage gegen Neonazis. Peter Rausch schlug daraufhin unvermittelt in das Gesicht des Antifa und prügelte ihn zu Boden. Als die U-Bahn an der Station Plärrer ankam, schwankte der Nazigegner benommen aus der Ubahn und klappte am Bahnsteig zusammen. Der Neonazi Peter Rausch schlug daraufhin mit seinem Fuss auf den Kopf des Jugendlichen ein. Ein Mitarbeiter einer Reinigungsfirma ging nun dazwischen und Rausch flüchtete. Eine junge Studentin fing an den Nazigegner zu reanimieren bis der Notarzt eintraf.
Peter Rausch stellte sich am nächsten Tag dann den Behörden.

Der Täter und das Freie Netz Süd

Peter Rausch ist seit 2002 in der Neonaziszene aktiv. Früher bewegte er sich noch im Umfeld der 2004 verbotenen „Fränkischen Aktionsfront“ (FAF). Nach dem Verbot trat er wie fast alle Neonazis der FAF in die NPD/JN ein und leitet dort den JN- Stützpunkt Fürth. Außerdem war er führendes Mitglied der Kameradschaft Fürth-Land, die es allerdings zu keiner nennenswerten Aktion brachte. Nachdem in der NPD- Bayern eine Streiterei über die politische Strategie entfachte, versuchten mehrere Neonazis den alten Landesvorstand um Ralf Ollert (Nürnberg) und Sascha Rossmüller (Rain) zu stürzen indem sie die beiden bekenndenen Nationalsozialisten Uwe Meenen (Würzburg) und Matthias Fischer (Fürth) als Gegenkandidaten aufstellten. Als dieser Putschversuch allerdings verhindert worden ist, zogen die Neonazis beleidigt ab, stachen mehrere Autoreifen von anderen NPD-Delegierten auf und einige Faschisten wie Matthias Fischer und Tony Gentsch verließen noch am selben Tag bzw. Tage später die Partei. So waren es die ehemaligen führenden Köpfe der FAF Norman Kempken (Nürnberg), Matthias Fischer (Fürth), Lutz Passon (Ebermannstadt) und der „Kameradschaftsbund deutscher Sozialisten“ (KDS) -Kader Tony Gentsch ( Toepen), die daraufhin das „Freie Netz Süd“ (FNS) gründeten. Das FNS tritt in Nürnberg/Fürth durch Flyerverteilungen und Angriffe auf AntifaschistInnen auf. So wurden in Fürth im Jahre 2009 fast jedes Wochenende AntifaschistInnen von Neonazis verprügelt, verfolgt, bedroht und beleidigt. Die Polizei sah dem meistens tatenlos zu und empfahl den Antifas einfach nicht mehr in die Innenstadt zu gehen oder sprach Platzverweise gegen diese aus.
Neonazis des FNS sind es auch, die in Nürnberg die Anti-Antifa-Nürnberg (AAN) betreiben. Diese hetzt aggressiv gegen ihre politischen Feinde und rief durch Veröffentlichungen von über 200 Personen, teilweise mit Foto und Adresse, zu militanten Aktionen gegen diese auf.
Zu den Fotografen der AAN gehört auch der Stadtrat der NPD-Tarnliste „Bürgerinitiative Ausländerstopp Nürnberg“ (BIA), Sebastian Schmaus (Nürnberg). Dieser ist auf fast jeder politischen Aktion der FaschistInnen mit einer Kamera ausgestattet und fotografiert ausschließlich GegendemonstrantInnen. 2009 kam es zu einem Prozess gegen Schmaus und seinen Anti-Antifa Kumpanen Michael Reinhardt (Nürnberg). Sie wurden von mehren AntifaschistInnen angzeigt, da diese ihnen nachweisen konnten, dass die Bilder die auf der Seite der AAN von ihnen angefertigt wurden.
Auch Peter Rausch gehört zum Umfeld der AAN. So war er des Öfteren auf Demonstrationen mit einer Videokamera ausgestattet und filmte AntifaschistInnen.
Der aktive Kampfsportler Rausch bereitete auch junge Neonazis für den „Kampf auf der Strasse“ vor und stachelte sie immer wieder zu Gewalttaten an. So ist es kaum verwunderlich, dass es in den letzten Jahren zu über 40 (!!) Anzeigen gegen ihn kam. Die meisten natürlich wegen Körperverletzung. Es scheint, als ob dann jedoch eine schützende Hand über den FNS- Aktivisten gehalten wurde, denn ein Großteil der Ermittlungsverfahren ist nämlich vor allem wegen „mangelnden öffentlichen Interesse“ eingestellt worden. Die wenigen Gerichtsverfahren, die trotzdem zustande kamen, endeten mit unfassbar milden Strafen.
Während seiner politischen Karriere kristallisierte sich heraus, dass Rausch vom Mitläufer zum Kader der extremen Rechten wird. So ist es auch kaum verwunderlich, dass er seiner Heimat Zirndorf (Fürth) den Rücken kehrte und nach Stadeln (Fürth) zu dem FNS-Chef Matthias Fischer zog.

Der Prozess

Der Prozess gegen Rausch sollte am 17.02.2011 um 9 Uhr im Saal 600 des Nürnberger Landgericht beginnen. Der Saal 600 ist international bekannt, da dort die NS-Kriegsverbrecher verurteilt wurden. Das „Soli Komitee gegen Rechts“ rief schon im Vorfeld des Prozesses dazu auf, keine Nazis in den Gerichtssaal zu lassen, um eine Propagandashow der FaschistInnen zu verhindern. Dieser Aufruf ließ die Nürnberger Justiz jedoch kalt und so prügelte schon am ersten Tag die berüchtigte Polizei-Schlägertruppe USK (Unterstützungskommando) den knapp 30 angereisten Nazis die Plätze frei. Unter den Nazis befanden sich u.a. Norman Kempken (Nürnberg), Daniel Weigl (Schwandorf), Kai-Andreas Zimmermann (Fürth- ebenfalls wohnhaft bei Matthias Fischer), Michael Reinhardt (Nürnberg) und Stalla Ruff (Fürth). Bei den Tumulten im Gerichtssaal wurden von den USK- und Nazischlägern mehrere AntifaschistInnen verletzt, sodass eine Prozessbeobachterin im Krankenhaus behandelt werden musste. Der Richter Richard Caspar wollte allem Anschein nach unbedingt NationalsozialistInnen als Prozessbeobachter im Saal 600 haben. Dass dieses vorgehen den Schutz des Opfers und seiner Familie mit Füssen tritt, muss nicht weiter erwähnt werden.
Rausch legte am ersten Tag ein Teilgeständnis an, bestritt aber den Fußtritt gegen den Kopf des Opfers. Dem widersprach ein Mitarbeiter einer Reinigungsfirma, der den Tritt sah und sehr glaubhaft veranschaulichte. Der VAG-Mann hatte in seiner Heimat Kriminalistik studiert und konnte den Tritt deshalb sehr genau schildern. Auch die Studentin, die dem Opfer zu Hilfe kam, sagte aus, dass der VAG-Mann unter Schock immer wieder von dem Tritt berichtete.
Nach dem ersten Prozesstag wurde aufgrund der Übergriffe am ersten Tag, in einem anderen, kleineren Saal weiterverhandelt. Einen ausführlichen Bericht der anderen Prozesstage findet ihr hier:  http://soli-komitee.de/ .
Am letzten Prozesstag wurden nun die Plädoyers verlesen. Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage forderten wegen versuchten Totschlags 7 Jahre und 9 Monate Haft. Der SPD-Anwalt des Täters, Axel Graemer, forderte 3 Jahre Haft wegen Körperverletzung. Der Richter Caspar entschied auf 5 ½ Jahre Haft wegen schwerer Körperverletzung, da er keine Tötungsabsicht des Angeklagten sah. Der Tritt gegen den Kopf des Antifaschisten stellt allerdings eine Tötungsabsicht dar! Das also nun eine Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung und nicht wegen versuchten Totschlags zustande kam, ist auch in anbetracht dessen, dass der Antifaschist über eine Dreiviertelstunde keinen Puls hatte, ein Skandal. Es stellt sich auch die Frage wie es möglich ist, dass ein Neonazi, gegen den über 40 mal, auch wegen schwerer Körperverletzung ermittelt wurde, bis zu dem Angriff auf freien Fuß ist. Hier liegt auch eindeutig eine Schuld bei der Justiz, die Rausch jahrelang fast ungestraft prügeln und bedrohen lies!
Im Anschluss zu dem Prozess kam es auch zu einer Spontandemonstration in der Nürnberger Innenstadt, an der sich ca. 50 AntifaschistInnen beteiligten.

Die Demonstration

Um 12 Uhr versammelten sich dann ca. 500 AntifaschistInnen vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth, um ihre Wut über das Urteil, die Behörden und vor allem die Neonazis auf die Strasse zu tragen. Doch schon von Anfang an versuchte die Polizei die DemonstrantInnen zu schikanieren und hinderten sie am loslaufen Grund hierfür waren die Seitentransparente, die die Polizei nicht dulden wollte. Nach ca. 10 Minuten Unterbrechung konnte die Demonstration dann allerdings starten- mit Seitentransparenten!
Die Demo zog dann vom Gericht zum Plärrer, bei dem Redebeiträge der Antifaschistischen Linken Fürth (ALF) und der Förderation der ArbeitsmigrantInnen aus der Türkei in Deutschland (AGIF) gehalten wurden. Der Vertreter der ALF berichtete über den politischen Werdegang von Peter Rausch und über das Kameradschaftsnetzwerk FNS. Die VertreterIn von AGIF schilderte in ihrem Redebeitrag die Situation von MigrantInnen in der BRD und rief zur Solidarität unter allen Menschen auf. Vom Plärrer ging es weiter zum Jakobsplatz, wo sich das Polizeipräsidium „Mitte“ befindet. Hier sprach ein Vertreter des Soli-Komitees und berichtete über den akandalösen Umgang der Polizei mit dem Opfer und der Familie nach dem Übergriff. Nun zog die Demonstration durch die Innenstadt, wo sie unter den Augen vieler Menschen lautstark bis zur Lorenzkirche zog. Dort wurde für alle PassantInnen noch mal zusammengefasst wieso wir demonstrieren. Die PassantInnen reagierten sehr positiv und solidarisch. An der Lorenzkriche wurde die Demonstration dann für beendet erklärt und die Veranstaltung löste sich auf.
Im Laufe des Tages wurden glücklicherweise nur wenige Menschen festgenommen.

Das Antifaschistische Aktionsbündnis bedankt sich bei allen DemonstrantInnen.

Erstveröffentlichung: de.indymedia.org

drucken | 8. März 2011 | Antifaschistisches Aktionsbündnis

Terminkalender

Samstag, 31.10.2020

trotz alledem LINKE LITERATUR WEGEN CORONA 2020 OHNE MESSE 31.10.2020 Beginn: 17 Uhr, Kulturwerkstatt auf AEG

Die Überschrift macht es ja schon deutlich, wir sind da - wie jedes Jahr - und versorgen Euch mit Inhalten, Analysen, Informationen, mit Theorie und praxisorientierten Vorstellungen, mit Philosophie und Interessantem, mit News aus dem kapitalistischen Alltag, aus gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Bewegungen, eben mit allem was linke Verlage und Redaktionen so zu bieten haben. Linke Literatur 2020, präsentiert ohne Messe - Corona macht es möglich. Unser diesjähriges Programm umfasst zwei große Podiumsveranstaltungen, in deren Rahmen die über unseren Köpfen schwebende Krise der kapitalistischen Wirtschaftsweise, wie die in den krisenhaften Zeiten sich ausbreitenden Kämpfe und sozialen Bewegungen aus Blickwinkeln verschiedener AutorInnen unter die Lupe genommen werden sollen. * ACHTUNG – ACHTUNG – ACHTUNG  - Eine Voranmeldung zu den Veranstaltungen ist zwingend erforderlich! Eine Linke Literaturmesse wie wir sie kennen, mit Ständen von Verlagen und Redaktionen und einem dazu gehörenden, über ein ganzes Haus verteilten Veranstaltungsprogramm ist, unter den von der Virusbekämpfung diktierten Maßnahmen, nicht machbar. Wir mussten Umdenken und freuen uns, euch trotz alledem, ein diesen Bedingungen, aber auch den politischen Anforderungen der Zeit Rechnung tragendes Programm, für das Jahr 2020 präsentieren zu können. Unser diesjähriges Programm umfasst zwei große Podiumsveranstaltungen, in deren Rahmen die über unseren Köpfen schwebende Krise der kapitalistischen Wirtschaftsweise, wie die in den krisenhaften Zeiten sich ausbreitenden Kämpfe und sozialen Bewegungen aus Blickwinkeln verschiedener AutorInnen unter die Lupe genommen werden sollen. Wie immer, wird auch das Programm der "Linke Literatur wegen Corona 2020 ohne Messe", von zahlreichen linken Verlagen und Zeitschriftenredaktionen und ihren Autoren und Autorinnen unterstützt. Beide Podiumsveranstaltungen verfügen über ein coronabedingtes Hygienekonzept, das den Vorgaben der Kulturwerkstatt auf AEG entspricht. Die VeranstalterInnen: Metroproletan Archiv & Bibliothek und Libresso Kulturverein * ACHTUNG – ACHTUNG – ACHTUNG      Eine Voranmeldung zu den Veranstaltungen ist zwingend erforderlich! Eine Voranmeldung per Email ist aufgrund der Corona-Bestimmungen der Kulturwerkstatt auf AEG zwingend erforderlich. Die per Antwort-E-Mail zugeschickte Platzbestätigung verliert bei Nicht-Erscheinen 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn ihre Gültigkeit. Am Einlass wird die Anmeldung abgefragt. Ansonsten gelten in den Veranstaltungsräumen die üblichen Abstandregeln, Maskenpflicht etc.      Anmelden könnt ihr euch unter: reservierung_literaturmesse@posteo.de           Angeben müsst ihr euren Namen und eure Emailadresse. PODIUM I Samstag | 31. Oktober | 17 Uhr Krise! – Ist der Kapitalismus unheilbar krank? Absatzkrise, Klimakrise, Coronakrise, Krise der politischen Eliten, Krise hier, Krise da und unter allem – von vielen noch gar nicht richtig bemerkt – wabert die sich zunehmend schneller ausbreitende, umfassende Wirtschaftskrise – genauer eine Krise der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Zyklische Krise? Überproduktionskrise? Weltwirtschaftskrise? In was stecken wir da drin? Womit haben wir es da zu tun? Was kommt da noch auf uns zu? Wie sehen die Pläne der herrschenden Klasse aus? Sollen es wie immer wir ausbaden? Soll erneut die auf Lohnarbeit und andere kleine Einkommen angewiesene Mehrheit sogenannte Rettungspakete für Banken und Konzerne finanzieren, mit deren Hilfe deren Privatbesitzer ihre Gewinne sichern? Soll einmal mehr die Mehrheit die Verluste bezahlen, während eine Minderheit damit beschäftigt ist, die gemachten Gewinne auszugeben? Sinken einmal mehr unsere Löhne und andere kleine Einkommen? Steigen die Mieten, verschlechtern sich Arbeitsbedingungen und die soziale Absicherung? Welches Ausmaß wird das Ganze haben? Werden erneut in besonderer Weise Frauen mit den Folgen der Krise konfrontiert? Ist ein weiterer Rechtsruck des Staatsapparates zu erwarten? Was passiert mit all den Einschränkungen unserer Rechte während der Corona-Pandemie? Müsste sich die Linke hier nicht längst deutlicher positionieren? Welche Teile der Lohnabhängigen sind heute schon von den Folgen der Krise betroffen, welche wird es morgen treffen? Was ist zu tun? Die Krise aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, analysieren, Auswirkungen, Perspektiven und Möglichkeiten präsentieren – ist die Aufgabe von: Hannes Hofbauer Verleger – Promedia Verlag, Autor – lunapark21, undogmatischer Marxist Werner Rätz Autor VSA-Verlag und Bewegungslinker, in Attac und anderen Projekten aktiv Gisela Notz Autorin AG Spak, Schmetterling Verlag, TAZ und junge Welt, Herausgeberin des Wandkalenders Wegbereiterinnen, marxistische Feministin Wolf Wetzel Autor – Telepolis, PapyRossa Verlag, recherchierte zum NSU, hat seine Wurzeln in der Autonomen Linken PODIUM II Samstag | 31. Oktober | 20 Uhr Gesellschaftliche Zuspitzung, Kämpfe zwischen den Klassen und soziale Bewegungen in Zeiten der Krise In Zeiten in denen sich verschiedene Krisen überlappen, ein krisenhafter Zustand den nächsten jagt, kann und muss vor dem Hintergrund der voranschreitenden Krise der kapitalistischen Wirtschaftsweise ein Zustand dauerhafter Krisenhaftigkeit der westlichen Gesellschaftsordnung diagnostiziert werden. An allen Ecken und Enden knirscht und kracht es. Aufstände, Bürgerkriege riesige Fluchtbewegungen, Umweltkatastrophen, zusammenbrechende Staaten, aus vielen Teilen der Welt kennen wir das. Doch heute in einer Zeit, in der die negativen Auswirkungen der kapitalistischen Wirtschaftsweise in wachsendem Maß auch wieder die Mehrheit der Bevölkerung in den Industriestaaten direkt treffen, eine Zeit, in der die Verhältnisse den Menschen die eigene Lage klarer vor Augen führen, brechen auch in den Metropolen zahlreiche gesellschaftliche Konflikte auf. Arbeitskämpfe, Unruhen in Vorstädten, Gelbwesten in Frankreich, Bewegung für Seenotrettung, Fridays for Future, Frauenstreiks in der Schweiz und anderen Staaten, Unabhängigkeitsbewegungen in Spanien, Black Lives Matter in den USA kennen wir alle. Aber auch in Deutschland gerät einiges in Bewegung. Kämpfe von MieterInnen, Arbeitskämpfe von prekär Beschäftigten, Kämpfe im Gesundheitswesen, in der Fleischindustrie, Bewegungen gegen Rassismus und Kämpfe von Flüchtlingen, Kämpfe gegen Klimawandel, für Frauenrechte, gegen schärfere Polizeigesetze, gegen Nazis auf der Straße, in Sicherheitsbehörden und in Parlamenten. Im Rahmen unseres zweiten Podiums wollen wir uns Klassenkämpfen und Bewegungen zuwenden und von diesen und über diese berichten. Eingeladen haben wir zu den Themen: Mieterkämpfe, Stadtteilarbeit und Recht auf Stadt Matthias Coers Filmemacher – Mietrebellen, Autor Edition Assemblage und Aktivist der Mietrechtsbewegung Arbeitsbedingungen und andere Skandale rund um die Fleischindustrie und die Kämpfe dagegen Dieter Wegner Autor – System Tönnies, Buchmacherei und Aktivist – Jour Fixe – Gewerkschaftslinke Hamburg Arbeitskämpfe und andere Konflikte im und ums Gesundheitswesen Kalle Kunkel Autor – Zeitschrift LuXemburg, in der Kampagne „ Krankenhaus statt Fabrik“ aktiv, Ver.di und Aktivist im Arbeitskampf an der Berliner Charité Rassismus – Black Lives Matter und die Denkmalsturzbewegung in Europa Lou Marin Verlag Graswurzelrevolution, Herausgeber antirassistischer Literatur, Anarchist und Aktivist Klimakrise – Demonstrationen, Schul-Streiks, Blockaden, Besetzungen – die Bewegung der KlimaaktivistInnen Emily Laquer Aktivistin Interventionistische Linke und Ende Gelände, Kommunistin im 21. Jahrhundert
Samstag, 07.11.2020

Nach dem Klatschen die Klatsche?

Auch nach der 2. Verhandlungsrunde bleiben die Verantwortlichen im öffentlichen Dienst bei ihrer Haltung, dass die Forderungen der Beschäftigten übertrieben wären. Während die Gewerkschaft Ver.di moderate 4,8 % Lohnerhöhung fordert, beharrt die Gegenseite auf einer Nullrunde. Kommt also nach dem Klatschen die Klatsche? Es liegt wie immer an den Beschäftigten selbst und an denen, die mit Ihnen solidarisch sind. Die Initiative Solidarische ArbeiterInnen (ISA) lädt ein zur Diskussion: Am Samstag, den 7. November ab 19:00 Uhr: Anlaufstelle gegen Arbeitsunrecht ab 20:00 Uhr: Stand der Tarifauseinandersetzung des öffentlichen Dienstes (TVÖD): Was fordert die Gewerkschaft ver.di? – Sind das vernünftige Forderungen? Finden sich die Forderungen der Beschäftigten darin wieder? Ort: Stadtteilladen Schwarze Katze, Seitenstr. 1 Die ISA-Kneipe findet jeden 1. Samstag im Monat im Stadtteilladen Schwarze Katze, Seitenstr. 1 statt. Alle die sich über klassenkämpferische Gegenwehr austauschen und diese in der Praxis vernetzen wollen sind herzlich willkommen.
Mittwoch, 11.11.2020

Radio Revolution im Oktober 2020

Für die Oktober Sendung von Radio Revolution wurde sich mit den Themen "Kritisches Gedenken" und antifaschistischer Geschichtsaufarbeitung auseinandergesetzt. In einem anderen Beitrag geht es um Polizeigewalt, "Straftäter in Uniform" oder strukturelle Gewalt. Wie immer gibt es gute Musik auf die Ohren und die wichtigsten Neuigkeiten. Die nächste Sendung könnt Ihr wieder am 11. November im Stoffwechsel auf Radio Z 95,8Mhz hören. Radio Revolution läuft am 2. Mittwoch im Monat zwischen 17 und 18 Uhr. Vergangene Sendungen könnt ihr euch auf https://www.mixcloud.com/RadioRevolutionNBG/ anhören. https://www.mixcloud.com/RadioRevolutionNBG/sendung-radio-revolution-oktober-2020/