Entartete Kunst on Tour

Collectif mary read (St Etienne) – Drowning Dog & DJ Malatesta (San Francisco)

Do., 28.04. | 20.00 Uhr | Stadtteilzentrum DESI

Drowning Dog und Malatesta a.k.a. Entartete Kunst haben Nürnberg nun schon mehrfach beehrt und auch 2011 kommen sie wieder um zu zeigen, was San Francisco an HipHop aus der linken Szene zu bieten hat. Diesmal mit dabei auch das Collectif Mary Read, das benannt nach einer englischen Piratin schon mit diversen Releases und zahlreichen Tourstops in der europäischen Squatter Szene auf sich aufmerksam gemacht hat.
Drowning Dog und Malatesta – das ist straight klassenbewusster Rap mit jeder Menge Angriffslust und ohne ein Blatt vor dem Mund. Die linkradikale HipHop Crew macht schon seit mehreren Jahren kaum Pausen zwischen Tour, Studio und Underground Label und findet trotzdem noch Zeit in San Francisco auch noch das SF Bay Area anarchist music festival zu organisieren.
Collectif Mary Read – das sind neben Calavera die Rapperin Mina sowie Nergal und Trauma, die allesamt auch solo veröffentlichen. Das Kollektiv kommt aus dem Punkrock, releast seine CDs auf dem anarcho Label entartete Kunst, und das hört mensch auch an der Musik – druckvoll, agressiv und politisch kommt der Sound und der dreistimmige Rapgesang aus den Boxen, und was sich mit ihrer ersten CD bereits erahnen lässt, erlebt in ihrer Livefassung noch eine Steigerung, vor allem was die Power und Explosivität angeht. Die dichte Atmosphäre eines Konzerts wird unterstützt durch die Texte des Kollektivs – sie sind messerscharfe Reim-Attacken gegen ein Europa, welches auf Rassismus, Seximus, Ausgrenzung und Ausbeutung basiert.

Veranstalterin: organisierte autonomie (OA) & Revolutionär organisierte Jugendaktion (ROJA)

drucken | 30. März 2011 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.