Und wieder ein verrückter Einzeltäter – In Norwegen mordete der antimuslimische Rassismus

Am 22. Juli 2011 waren alle Augen auf Norwegen gerichtet, ein für die Medien eher uninteressantes Land am nördlichen Ende Europas. Anders Behring Breivik, selbsternannter Kreuzzügler und Tempelritter, vollbrachte an jenem Tag den bislang größten antimuslimischen Terrorakt in Europa. Um auf die „Islamisierung“ Europas aufmerksam zu machen, welche eine gemeinsame Verschwörung von „Kulturmarxisten“ und Muslimen sei, ließ Breivik zuerst im Regierungsviertel von Oslo eine Autobombe hochgehen, die acht Menschen tötete und mehrere Gebäude erheblich beschädigte. Anschließend fuhr er in Polizeiuniform und mit einer schusssicheren Weste auf die Insel Utoya, auf der sich das Zeltlager der Jugendorganisation der regierenden sozialdemokratischen Partei Arbeiderpartiet befand. Unter dem Vorwand, sie über den Bombenanschlag in Oslo informieren zu wollen, rief er die meist jugendlichen Anwesenden im Zeltlager zusammen und erschoss danach 69 von ihnen.

Warum Breivik das sozialdemokratische Jugendzeltlager angriff, um die „islamische Kolonisierung Europas??? zu bekämpfen, erklärt sich dadurch, dass die „Kulturmarxisten???, die seiner Meinung nach vom ehemaligen britischen Premiereminister Tony Blair über Jose Manuel Barroso, den Vorsitzenden der Europäischen Kommission, bis hin zu Barrack Obama reichen, laut Breivik seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges systematisch Machtpositionen (vor allem im kulturellen und Bildungsbereich) erlangen und “die Hassideologie namens Multikulturalismus??? verbreiten, um “europäische Kulturen und Traditionen, europäische Identitäten und das Christentum und sogar europäische Nationalstaaten zu dekonstruieren??? und dadurch den Untergang europäischer Nationen einleiten würden. Und Breivik beklagt den „fatalen Fehler???, dass in Westeuropa keine Marxisten hingerichtet oder in die Sowjetunion abgeschoben wurden. Sozusagen stellen die Mitglieder der sozialdemokratischen Jugend aus Breiviks Sicht „die kulturmarxistischen Diktatoren??? der Zukunft dar, die durch ihre Unterstützung der „muslimischen Massenimmigration“ die Vernichtung von allem, was europäisch sei, bezwecken würden. Also sind die Anschläge sowohl als bewaffnete Propagandaaktion als auch als einen Präventivschlag gegen „den Feind??? zu sehen.

Die Muslime, die klammheimlichen Verbündeten der „Kulturmarxisten???, führen einen Dschihad, so Breivik, um Europa endgültig unter ihre Herrschaft zu bringen. Dieser Krieg der Muslime habe viele Facetten: Neben den gewalttätigen, demographischen, institutionellen, kulturellen, ökonomischen, bildungspolitischen und medial-propagandistischen Dschihadarten existieren laut Breivik auch der kriminelle Dschihad und der Drogenverkaufsdschihad. In dieser Verschwörungstheorie sind alle Taten muslimischer (oder muslimischstämmiger) Migranten miteinander verbunden: Von Vergewaltigungen, Raubüberfällen und Morden an EuropäerInnen über die angeblich hohen Geburtenraten muslimischer Familien bis hin zum – ebenfalls herbeihalluzinierten – geschlossenen Agieren muslimischer Staaten in den Vereinten Nationen, stünden alle Taten von Muslimen in demselben Zusammenhang, dem heiligen Dschihad, und hätten die Unterwerfung Europas zum Ziel. Die Muslime existieren in dieser hirnrissigen Vorstellung nur als ein totalitäres Kollektiv, dessen Mitglieder keine Interessen oder sonstige Beweggründe haben können, die mit dem angeblichen Ziel des Kollektivs im Widerspruch stehen oder von diesem nur abweichen. Die einzige Gegenwehr ist aus Breiviks Sicht nur dadurch möglich, dass christliche Europäer sich ebenfalls als ein Kollektiv organisieren, dessen Prinzipien „Stärke, Ehre, Aufopferung und Märtyrertum??? seien.

Bis die Identität des Täters und seine Beweggründe von der norwegischen Polizei bekannt gegeben wurden, herrschte überall die Meinung, Norwegen sei Opfer eines islamistischen Terroranschlags geworden. Diese Theorie wurde nicht nur von antimuslimischen, rassistischen Sekten wie pi-news verbreitet, sondern sämtliche „Terrorexperten??? verloren keine Zeit mit der Untersuchung von Fakten, bevor sie im Fernsehen erklärten, dass wohl die Islamisten hinter dem Anschlag stünden. Dass diese „Vermutung??? der Mehrheit der Menschen glaubhaft erscheinen konnte, ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass „die islamistische Terrorgefahr??? seit 9/11 medial, wenn auch nicht real, allgegenwärtig ist.

Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg sagte zwei Tage nach den Anschlägen: „Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: Mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.??? Selbst wenn wir die Fragen, wie demokratisch, offen und menschlich der norwegische Staat ist und was der sozialdemokratische Ministerpräsident unter diesen Begriffen versteht, beiseite lassen, bleibt zu klären, wie die Antwort Norwegens (oder der ganzen westlichen Welt) aussähe, sollte ein Attentäter tatsächlich ein Islamist sein. Vergleicht man die islamistischen Anschläge in Europa mit der systematischen Panikmache, lässt sich mit großer Sicherheit behaupten, dass der Massenmörder von Utoya die mediale Öffentlichkeit viel mehr und vor allem ganz anders beschäftigen würde, wenn er ein Islamist wäre: Während sich die Anschläge in Europa, die einen islamistisch-fundamentalistischen Hintergrund haben, an den Fingern einer Hand abzählen lassen, erzeugen die Medien und Politiker den Eindruck, als stünde ganz Europa vor einer existenziellen Bedrohung, um deren Beseitigung willen die Menschen teilweise auf ihre Grundrechte verzichten müssten. Den Herrschenden geht es natürlich nicht darum, eine rationale Analyse des Islamismus zu liefern, sondern die ganze Panikmache dient letzten Endes nur einem: der Aufrüstung nach innen und nach außen, der Schaffung eines Feindbildes, das massive Aufrüstung, Militarisierung, Kriege und immer weiter eingeschränkte Grundrechte rechtfertigt.

Breivik, nicht einer der muslimischen MigrantInnen, sondern ein echter Europäer, dazu noch aus wohlhabenden Verhältnissen stammend, hätte die Vorstellung, wie ein Terrorist auszusehen habe, in ihren Grundfesten erschüttern müssen; hat er aber nicht. Denn er war ein Einzeltäter, eine Ausnahme, die die Regel bestätigt: Die Terrorgefahr geht immer noch von ihnen aus, den Islamisten (die in der medialen Sprache nicht selten ein Synonym für Muslime sind), denn die Anschläge der islamistischen Fundamentalisten hätten ihre Wurzeln im Islam; während Breivik, der den Kreuzzug 2.0 gegen den Islam erklärte, ein „Irrer??? bleibt, obwohl er internatiationale Kontakte zu antimuslimischen, rassistischen Gruppen und Organisationen wie English Defence League pflegte, deren Ableger Norwegian Defence League er in Norwegen mitbegründete, und den Versuch unternahm, ein europaweit agierendes Terrornetzwerk aufzubauen, welches einen christlichen „Befreiungskrieg??? gegen „den Islam, den Multikulturalismus und den Kulturmarxismus??? führen sollte. (An dieser Stelle wäre zu fragen, worin zum Beispiel der wesentliche Unterschied zwischen George W. Bushs Absichtserklärung „gegen das Böse einen Kreuzzug zu führen??? und Saddam Husseins Dschihaderklärung gegen die USA und Israel besteht  – außer in unserer Wahrnehmung.)

Die Darstellung eines rechten Terroristen als irren Einzeltäter hat Tradition: Während die Taten einzelner Linker von Medien und Gerichten gerne verkollektiviert und somit ganze politische Zusammenhänge kriminalisiert werden, werden Nazis und andere Faschisten fast immer als Einzeltäter dargestellt und verurteilt. Seit dem 11. September ist gegen die Islamisten/Muslime in dieser Hinsicht ein ähnlicher Mechanismus am Werk wie gegen die Linke: Wenn ein echter oder nur angeblicher Islamist etwas macht, haben alle muslimischen Migranten diese Tat quasi mitzuverantworten. Dass ein türkischstämmiger Hauptschüler in Frankfurt mit den Attentätern vom 11. September nicht mehr gemeinsam hat als ein italienischer oder armenischer Buchhalter christlichen Glaubens mit Anders Behring Breivik, spielt dabei keine Rolle.

Ein Grund dafür, warum Faschisten den relativen Schutz von Herrschenden genießen, ist mit Sicherheit, dass Breiviks Kameraden als militanter Flügel und propagandistische Speerspitze der systematisch an Boden gewinnenden antimuslimischen Ideologie fungieren und sich damit als nützliche Idioten für die antimuslimische Hetze der Herrschenden erweisen, mit der sowohl Kriege als auch der Ausbau der staatichen Repressionsapparate legitimiert werden. Dabei sagen und machen sie Sachen, die von Staat, Mainstreammedien und der so genannten politischen Mitte in derselben Offenheit nicht gesagt bzw. gemacht werden könnten, da diese Institutionen sonst ihr “demokratisches???, “zivilisiertes??? Gesicht verlieren würden. (Eine ähnliche Rolle wie die antimuslimischen HetzerInnen spielten die deutschen Nazis beim so genannten Asylkompromiss, also der faktischen Abschaffung des Asylrechts in der BRD, indem sie Wohnhäuser mit hohem Migrantenanteil und Asylbewerberheime angriffen und dadurch den von den herrschenden erwünschten “Volkszorn??? inszenierten.)

Andererseits bleibt eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem ideologischen Hintergrund der Anschläge in Norwegen auch deswegen unerwüscht, weil diese offen legen würde, wie groß die Überschneidungen zwischen der antimuslimischen Propaganda der ökonomisch/politisch/kulturell Herrschenden und der der „Kreuzzügler??? aller Couleur sind. In der Tat besteht der wesentlichste Unterschied zwischen den „Vernünftigen??? und den „Irren??? darin, dass Letztere offen von der Vertreibung der Muslime vom christlichen Boden reden, während Erstere sich dieselbe Offenheit nicht leisten können. Dass dem Wesen des Islam und des Muslims etwas boshaftes und unzivilisiertes innewohne, das den abendländischen, d.h. christlichen Werten diametral entgegenstehe, eint den militanten Flügel der Muslimhasser nicht nur mit den so genannten Rechtspopulisten (wie der niederländischen Freiheitspartei oder den deutschen Pro-Gruppen), sondern auch mit der „politischen Mitte???. Um die tiefe Verankerung der antimuslimischen Ideologie aufzuzeigen, genügt zu sagen, dass sie über die Antideutschen bis in linke Kreise hinein wirkt, die normalerweise rassistische Feindbildkonstruktionen als solche erkennen sollten.

„Der Muslim???, der weltweit dieselben Wesenszüge aufweise und ausschließlich bzw. hauptsächlich durch seinen Glauben zu definieren sei, existiert dabei in der Realität nicht. Er ist ein ideologisches Konstrukt der antimuslimischen Ideologie, genauso wie „der Jude??? eine Erfindung des Antisemitismus ist. Der Islam – genauso wie andere Religionen, aber auch Ideologien usw., die in ihrer Existenz zeitlich wie geographisch nicht sehr beschränkt sind – ist historischen Veränderungsprozessen unterworfen, die ihn von nationalen, regionalen o.ä. Kulturen und vom „Zeitgeist??? abhängig machen. Aber die Muslimhasser, die von Breivik über die gutbürgerlichen PropagandistInnen bis hin zu Antideutschen reichen, müssen von dieser Tatsache absehen, denn es bedarf eines totalen Feindes, der an sich böse ist, um einen ebenso totalen Krieg ausrufen zu können.

Als in der Unmenschlichkeit von Breiviks Anschlag das wahre – rassistische und aggressive – Gesicht der so genannten Islamkritik enttarnt zu werden drohte, setzte sich nicht nur der „radikale??? Flügel der antimuslimischen Front zur wehr, sondern sprachen diverse Mainstreamblätter von der Welt bis hin zur Frankfurter Allgemeine Zeitung von einer „linken Hetzjagd auf Islamkritiker, Konservative und Christen???. So schrieb zum Beispiel Matthias Matussek im Spiegel, dass es ein „religionspolitischer Irrtum??? sei, „Breiviks Anschlag als christlichen Terrorismus misszuverstehen.??? Man dürfe nicht in die Kurzschlussfalle tappen, in Breiviks Mord „die verzögerte Antwort auf den islamistischen Mord??? am 11. September 2001 zu sehen. Nach Matussek existiere kein christlicher Fundamentalismus („Christlicher Fundamentalismus – Wo soll der sein????), ein islamischer hingegen schon. Denn: wenn ein Christ im Namen des Christentums mordet, exkommuniziere er sich selbst. Wenn dagegen ein Muslim mordet und sich dabei auf den Islam bezieht, betreffe dies das Wesen des Islam. So sind die Muslime eben, unzivilisierte Barbaren, die sich auf ihre unzivilisierte, barbarische Religion beziehen. Ganz im Stil des alten „wer ein Jud’ ist, bestimme ich.??? Wer ein Muslim ist und genauer wie er sich zu verhalten hat, bestimmt der Christ/Deutsche/Europäer.

Wer nicht spätestens hier merkt, dass es nicht um den Islam, das Christentum oder die Demokratie geht, sondern um „uns“ und „sie“, wie es bei rassistischen Ideologien immer der Fall ist, steht bereits unter dem Einfluss des „Kampfes der Kulturen???, der sich selbst erfüllenden Prophezeiung der imperialistischen Kriegstreiber. So ist die so genannte Islamkritik: Mit Religionskritik hat sie nichts gemein. Sie ist nur der neuere, schickere, zivilisiert anmutende Ausdruck des Jahrhunderte alten Rassismus.

Wer mit seiner Kritik an „unserer“ Religion vorbei schießt und nur die der Anderen trifft, reiht sich – bewusst oder unbewusst – in die Front der “Islamkritiker??? ein und ergreift auf der Seite der hiesigen Herrschenden Partei – in einem Krieg gegen ohnehin unterdrückte MigrantInnen und Menschen in den Ländern, die imperialistischen Raubzügen zum Opfer fallen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, antimuslimische RassistInnen, egal wie sie sich ausgeben mögen – ob übliche Nazis, gutbürgerliche “IslamkritikerInnen??? oder angeblich linke Antideutsche, zu enttarnen und ihre Pseudokritik zu entzaubern.

Erschienen in
barricada – Sommer [II] 2011

drucken | 23. August 2011 | barricada

Terminkalender

Mittwoch, 30.11.2022

Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg

IM Folgenden dokumentieren wir einen Aufruf, der uns erreicht hat: Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle
Samstag, 03.12.2022

ISA-Kneipe im Dezember zeigt: Bezahlt wird nicht

Samstag, 03.12.2022, 20 Uhr - Stadteilladen Schwarze Katze - Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 1974 ist in Italien die Krise all­ge­gen­wärtig: Die Inflation liegt bei 20%, es herrscht Arbeitslosigkeit, die Preise wachsen ins unbezahlbare.  Da finden Frauen aus Ar­bei­ter­In­nen­fa­mi­li­en ihre eigene Form der Krisenbewältigung: Sie plündern ei­nen Supermarkt. Die Polizei verfolgt sie in ihre Viertel...  Ein turbulentes und groteskes Spiel nimmt seinen Lauf. Eine Politkömödie von Dario Fo als Video (franz., OmU). Sharepic herunterladen Solche und ähnliche Dinge geschahen wirklich vor 50 Jahren. Der Theatermacher und (spätere) Literaturnobelpreisträger Dario Fo hat die Dinge in seiner Farce für die Bühne nur auf die Spitze getrieben, und zwar so, dass man Bauchschmerzen vor Lachen bekommt.  Dafür wurde er angeklagt wegen Aufruf zum Widerstand gegen den Staat und zu illegalen Aktionen. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass die damaligen Ereignisse, mit dem hier und heute nichts zu tun haben. Unser Interesse an dem Stück ist ein rein kulturelles und kunstbeflissenes. Denn heute liegen die Dinge ja ganz anders: In der Krise von 2022 werden die Armen reichlich beschenkt und die Reichen zur Kasse gebeten. Es gibt also keinerlei Anlass, wir wiederholen: keinerlei Anlass, ernsthaft in Erwägung zu ziehen, dass sich in dem Stück gezeigte Handlungen und Ereignisse wiederholen könnten. Bild: Ein Ausschnitt aus dem Bild Quarto Stato von Giuseppe Pellizza da Volpedo aus dem Jahr 1901 wurde von uns 2022 mit aktuellen Accessoires versehen
Samstag, 10.12.2022

Soliparty für Krisenproteste im Dezember

 Die Linke Party, Musikverein, Genug!Für Alle und das Krisenbündnis präsentieren gemeinsam:  
krisenFEST für Alle!
Die Soli-Party für die Plattform Genug! Für Alle und für die "Nicht auf unserem Rücken" - Demo des Krisenbündnis Nürnberg.
Samstag, 10.12.2022 | Kantine, beim Künstlerhaus, Königstraße 93, Nürnberg | Beginn 22 Uhr | Eintritt 4 - 8 € (Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an Genug!Für Alle und das Krisenbündnis zur Deckung der Kosten für Demo und Aktionen)
Es wird ein wilder Ritt mit über 10 DJs, die sich in kurzen Sets die unterschiedlichsten Styles um die Ohren hauen werden. Mit dabei u.a. Comandante Manolo, Eve Massacre, Pallas Athene II, Deniz, X_Tar, Pindi, Pac Frizzante, Bananasplit. 
Winter 2022: Die Klimakatastrophe, Aufrüstung und Krieg, die fossile Energiekrise, die Preissteigerungen, die es immer schwerer machen, auch nur unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen - kurzum : Dieser Kapitalismus ist die Krise, frisst uns auf,  zerstört den Planeten und verunmöglicht uns das gute Leben ür Alle. Doch das nehmen wir als radikale Linke nicht hin. Ob in antifaschistischen, antirassistischen, feministischen, antimilitaristischen oder Klimagerechtigkeits-Kämpfen gehen wir auf die Straße, in Widerstand und zivilen Ungehorsam. All das kostet Kraft und leider auch Geld.
Am Samstag, 10.12., laden alle Gruppen der Plattform Genug!Für Alle und des Krisenbündnisses in Nürnberg gemeinsam mit der Linken Party des Musikvereins zur großen Glitzer-Sause: Dem krisenFEST für Alle!
Die Deko des Abends wird glitzern! Zeig auch Du Dich von Deiner glitzernsten Seite: Hast Du ein wenig Glitzer zuviel, bring es mit und teil es mit Anderen.
Wir servieren Soli-Pfeffi am Schnapsstand für Alle! und dann mal LOS!
Für eine richtig GUTE PARTY FÜR ALLE, denn jede Revolution braucht auch gute Feste.
Macker, Sexist*innen, Stressmacher*innen & Rassist*innen bleiben draußen!
Davor: 3.12., 13h Genug! Für Alle, Aufsessplatz, Nürnberg.
Danach: Krieg und Krise, Nicht auf unserem Rücken, DEMO, 17.12., 14 Uhr, Plärrer, Nürnberg.
Freitag, 16.12.2022

Jahresendzeitgala der Antifa-Aktionskneipe

Die Jahresendzeitgala wird am Freitag, den 16.12. ab 19:00 Uhr stattfinden. Tickets könnt ihr euch auch im Stadtteilladen Schwarze Katze kaufen. 10 Euro Spendenempfehlung. Es ist wieder soweit... Die jährliche AAK Jahresendzeitgala steht wieder vor der Tür! Es wird neben einem veganen 3-Gänge-Menü und dem Jahresrückblick auch ein kulturelles Programm geben. Unter anderem eine Versteigerung, um etwas Geld für unsere politische Arbeit zu sammeln. Wenn ihr uns also unterstützen wollt, bringt viel viel viel Kleingeld (Euromünzen!) mit. Außerdem wären wir über Sachspenden sehr dankbar - kramt all eure "alten" Dinge mit Polit- bzw. Antifa-Bezug heraus. Das können bspw. Bücher, Poster, Shirts, Sticker, Tassen, Schlauchis, oder was auch immer Euch in die Hände fällt, sein! Dazu wird im Stadtteilladen "schwarze Katze" ein Karton stehen, in den Ihr die Spenden an den Öffnungen, z.B. montags bei der Vokü, reinlegen könnt.   Das offene Antifatreffen wird im Dezember daher ausfallen. Trotzdem einer der besten Abende uns kennen zu lernen! Wir bitten Euch zuvor auf Covid19 zu testen. Infos über die AAK:                         Infos über die Antifa-Aktionskneipe
Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!
 
Samstag, 17.12.2022

+++ SAVE THE DATE! +++

Folgende Terminankündigung hat uns erreicht und wir geben sie gerne an euch weiter:
Gegen Krieg und Krise:
Raus auf die Straße am 17.12.2022!
Haltet euch den Termin frei, damit wir im Dezember einen starken, widerständigen Auftritt mit allen linken und fortschrittlichen Kräften auf die Straße bringen!
Aber auch davor werden wir natürlich nicht ruhig sein, sondern die Zeit zum Mobilisieren nutzen. Achtet auf Aktionsankündigungen auf www.redside.tk, macht eigene Aktionen gegen Krise, Massenverarmung und Aufrüstung und bringt euch im Krisenbündnis ein! Krisenbündnis Nürnberg -gemeinsam kämpfen! Ihre Krise nicht auf unserem Rücken!
Samstag, 17.12.2022

Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße!

Demonstration || Samstag, den 17.12.2022 || 14:00 Uhr || Plärrer || Nürnberg || gemeinsamgegenkrise.noblogs.org || Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße! Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkaufen geht, fragt sich, wie die lebensfremde Inflationsberechnung von 10% zu Stande kommt. Die Packung Nudeln, die stets für 0,39€ erhältlich war, kostet auf einmal 0,89€ (Stand September 22) - mehr als das Doppelte also. Und die Nudeln sind nur ein Beispiel: etliche Grundnahrungsmittel, Energiekosten, Mieten, die Preise kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Unsere Löhne und andere Einkommen, wie Rente oder Grundsicherung steigen dagegen kaum bis gar nicht. Wer nicht reich ist, muss an irgendeiner Stelle Abstriche vornehmen oder das Ersparte antasten. Viele überlegen sich gut, ob sie heizen, duschen kürzer, achten beim Einkaufen noch mehr als sonst auf Sonderangebote oder es bedeutet sogar, dass der Kühlschrank am Monatsende leer bleibt. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.’“ B. Brecht Das alles ist kein Naturgesetz. Die Preissteigerungen sind nicht einfach eine zwingende Folge des Krieges in der Ukraine, wie es uns bürgerliche Politik und Medien einstimmig verkaufen. Es sind die Auswirkungen einer kapitalistischen Krise, die sich schon vor dem Krieg, ja vor der CoronaPandemie abgezeichnet hat. Und es sind Auswirkungen einer imperialistischen Politik, in der sich die Machtblöcke gegeneinander verschärft in Stellung bringen. In Zuge dessen schreitet auch die Monopolisierung voran, das heißt, große Konzerne schlucken oder verdrängen die Kleinen. Etliche Konzerne haben bereits während der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und tun es auch aktuell. Lebensmittel-, Energie-, Öl- und natürlich Rüstungskonzerne verdienen fleißig an der Krise - und somit an uns. Wir zahlen und arbeiten für deren Profite - wir sterben in ihren Kriegen. An keiner Stelle wurde die Frage gestellt, ob nicht die Konzerne auf ihre Profite verzichten sollen. Nein, aber dass wir verzichten sollen, den Gürtel enger schnallen, das tönt uns von hochbezahlten Politiker*innen und Arbeitgeberverbänden entgegen, das wird uns als Normalität verkauft. Und im Kapitalismus, in dem es immer darum geht, dass Gewinne in private Hände einiger Weniger wandern während Risiken und Verluste von uns allen brav geschultert werden sollen, ist das auch so. Und dann wird uns auch noch erzählt, wir sollen keine zu hohen Lohnforderungen stellen um die Inflation nicht weiter anzuheizen! Was für eine Frechheit! Ein etwas anderer Wunschzettel... Alles für alle! Den Gefallen werden wir ihnen jedoch nicht tun! Ob wir auch diese Krise zahlen oder wie viel wir davon zahlen, ist genauso wenig ausgemacht wie die Frage ob wir uns als Lohnabhängige in ihren Kriegen aufeinanderhetzen lassen. Wir wissen: unter Kriegen und Sanktionen leiden nicht die Herrschenden, sondern die breite Mehrheit - sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Ein Gaspreisdeckel im März nützt uns hier nichts! Der muss jetzt her! Wir brauchen eine automatische Anpassung aller Einkommen an die reale (!) Inflationsrate, Energiesperren wie auch Zwangsräumungen müssen sofort beendet werden. Statt weiter Spar-Druck auf Privathaushalte auszuüben, RWE, Vonovia und Co vergesellschaften und demokratisieren. Aber geschenkt bekommen wir hier nichts, sondern müssen uns alles erkämpfen. Und das heißt: streiken für höhere Löhne, protestieren auf der Straße aber auch solidarisch sein im Alltag, sich mit Nachbar*innen vernetzen, sich organisieren. Packen wir es an als ersten Schritt in eine Welt jenseits von Krieg, Kapitalismus und Profitstreben. Das Krisenbündnis Nürnberg ruft euch alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen!
Samstag, 17.12.22 14 Uhr, Plärrer