Fünf Jahre “Freies Netz???: Anatomie einer NS-Kader-Organisation

Die Redaktion von Der Rechte Rand (DRR) widmet ihre aktuelle und wie immer empfehlenswerte Ausgabe (Nr. 134) ganz dem Thema Rechtsterrorismus und dem politischen Umfeld des “Nationalsozialistischen Untergrunds??? (NSU). Im neuen Heft enthalten ist auch ein Artikel zum “Freien Netz??? (S. 15), den wir hier dokumentieren:

Was Anfang 2007 von »Freien Kräften« als Gegengewicht zur NPD aufgebaut wurde, ist heute eine der ein?ussreichsten militanten Neonazi-Gruppierungen. Auch in der Partei ist das »Freie Netz Mitteldeutschland« tief verankert.

Erst die rassistische Mordserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) brachte das »Freie Netz Mitteldeutschland« (FN) in Bedrängnis, einige Kader stehen im Verdacht, den NSU unterstützt zu haben. So soll der Altenburger FN-Kader Thomas Gerlach (s. DRR Nr. 113) etwa das Passwort »struck-mandy« schon Ende 2005 für diverse Foren benutzt haben. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wurde der Deckname Mandy Struck von Beate Zschäpe benutzt.

Gerlach hatte das FN Anfang 2007 gemeinsam mit Maik Schef?er aus Delitzsch gegründet, rasch wurden Kameradschaftsgruppen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordbayern zu regionalen Zellen des Netzwerks. Vorbild der Organisation ist der »Thüringer Heimatschutz« (THS), aus dessen Reihen der NSU hervorgegangen war. Nach der Au?ösung des THS organisierte sich die Kameradschaftsszene um Ralf Wohlleben und André Kapke im »Nationalen Widerstand Jena«, der Anfang 2009 dem FN beitrat. Wohlleben sitzt bereits wegen des Verdachts der Unterstützung des NSU in Untersuchungshaft.

Führerprinzip: Aufbau nach Plan

Das FN begann mit einem Putsch: Als Christian Worch am 21. Juli 2007 durch Leipzig marschieren wollte, rief das FN zum Boykott auf. Folge: Mit Worch wollten nur noch 37 Kameraden auf die Straße gehen. Tags darauf marschierten 100 Nazis ohne Anmeldung durch den Leipziger Stadtteil Grünau, Schef?er vorneweg. Diese Machtprobe fand Beachtung in der Szene: »Spontan«-Aufmärsche wurden zum Mittel der Wahl, zu denen das FN aus dem Stand mehr als hundert AktivistInnen mobilisieren kann. Zum konspirativen Innenleben des FN gehört seit Anbeginn das Führerprinzip. Koordiniert wird der Aufbau durch regelmäßige Treffen der »Kameradschaftsführer«, Arbeitsgemeinschaften für die Herstellung von Propa- gandamaterial, Schulungen zur »Weltanschauung« und Kampfsporttraining.

Zur Aufbauarbeit kommt das Agieren in der Öffentlichkeit. Im Oktober 2009 reisten mehr als 1.300 Neonazis zu einem Aufmarsch nach Leipzig. Eingeladen hatte der lokale FN-Ableger, das »Aktionsbündnis Leipzig«. Fortan übernahm das FN wichtige Funktionen in der Szene, etwa als »Ordnerdienst« bis 2009 beim »Fest der Völker« und bei den jährlichen »Trauermärschen« in Dresden. Gemeinsam mit der NPD-Jugendorganisation »Junge Nationaldemokraten« (JN) veranstaltete das FN »Märsche« durch Wald und Feld, ganz in Tradition der verbotenen »Heimattreuen Deutschen Jugend«.

Doppelstrategie: zwischen Partei und Militanz

Wie eine Kopie des internen FN-Forums mit dem Namen »Hard to Hate« von Anfang 2009 zeigt – die kürzlich durch die Redaktion »Gamma« auszugsweise veröffentlicht wurde – haben FN-Kader gezielt versucht, strategische Posten bei der NPD zu übernehmen. So steht in Sachsen der Leipziger Tommy Naumann seit fast drei Jahren an der Spitze des JN-Landesverbandes. Neben Naumann ist auch Maik Schef?er der Einstieg in die NPD gelungen, er ist mittlerweile stellvertretender NPD-Landesvorsitzender in Sachsen und arbeitet für die Landtagsfraktion. Weniger erfolgreich war das Vorgehen in Thüringen. Eine E-Mail dokumentiert die Enttäuschung des FN, beim Thüringer Landesverband im Rennen um Posten gescheitert zu sein.

Das interne FN-Forum dient auch der Diskussion der gemeinsamen Ziele. Man wolle eine »NS-Ersatzorganisation« aufbauen – mit Hilfe von NPD und JN, aber »natürlich nicht öffentlich«. Im nicht öffentlichen Raum bekannten sich die 21 Forumsmitglieder folgerichtig zum »Nationalsozialismus« und ergingen sich in antisemitischen Beleidigungen. Höhepunkt der geheimen Konversation: Ein geplanter Angriff auf eine Polizeiwache während des »Trauermarsches« im Februar 2009 in Dresden. In die Tat umgesetzt wurde die Plauderei nicht, aber sie markiert das ausgeprägte Interesse an militanten Aktionen. Dazu lassen sich FN-Mitglieder immer wieder hinreißen, etwa der Eilenburger Paul R.: Bei ihm gab es im vergangenen Juli eine Hausdurchsuchung. Grund: Mit FN-Kameraden war er am 14. Mai 2011 zu einem Aufmarsch nach Berlin-Kreuzberg gefahren, wo es zu Übergriffen auf GegendemonstrantInnen kam.

In Bedrängnis: Deckung von rechts und von oben

Bezeichnend ist auch die Einladung des FN Borna/Geithain im September 2010 zu einem Vortrag des ehemaligen Wehrsportgruppen-Führers Karl-Heinz Hoffmann. Danach gab es Razzien u.a. im »Braunen Haus« in Jena. Dort, bei Wohlleben und Kapke, wurde erfolglos nach Sprengstoff gesucht. Vor dem Hintergrund der NSU-Ermittlungen wird der Fall vom LKA neu bewertet. Das FN fürchtet nun eine Repressionswelle – und schaltete ihre Website Mitte November 2011 vorübergehend ab. Einzelne FN-Gruppen wechseln derzeit ihre Namen, aus dem »Freien Netz Leipziger Land« wird etwa die »Heimattreue Jugend Leipziger Land«, kurz »HJ«. Vorgegangen wird dabei nach einem »Notfallplan« aus dem FN-Forum. Schef?er versprach damals Rückendeckung von der NPD.

Eine noch größere Hilfe ist die schützende Hand des sächsischen Innenministeriums. Hatte der Verfassungsschutz schon seit Jahren behauptet, beim FN handle es sich lediglich um eine »Internetplattform«, setzte Innenminister Markus Ulbig (CDU) Ende November noch einen drauf: Einen Verbotsantrag der Fraktion »Die Linke« gegen das FN lehnte er ab – mit der Begründung, es handle sich keineswegs um eine »Organisation«, sondern ein »technisches Medium« – ähnlich einem »Telefon«.

Foto oben: Aufmarsch unter dem Motto “Jugend braucht Chancen??? mit 350 Teilnehmern und großer Beteiligung des “Freien Netzes??? im Leipziger Osten am 12. Januar 2008. Die Demonstration wurde angemeldet durch den FN-Aktivisten Istvan Repaczki, damals Mitglied der “Freien Kräfte Leipzig???, heute bei den “Jungen Nationaldemokraten??? aktiv und Mitarbeiter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion. Im Bild ein Transparent der “Nationalen Sozialisten Chemnitz??? (Aufschrift: “BRD abwickeln, Deutschland befreien???), dem dortigen Ableger des FN. Im Vordergrund zu sehen sind André Kapke (l.) und Tony Gentsch (Freies Netz Süd).

Veröffentlicht von Freundeskreis Gamma auf linksunten.indymedia.org

drucken | 23. Januar 2012 | redside

Terminkalender

Samstag, 10.12.2022

Soliparty für Krisenproteste im Dezember

 Die Linke Party, Musikverein, Genug!Für Alle und das Krisenbündnis präsentieren gemeinsam:  
krisenFEST für Alle!
Die Soli-Party für die Plattform Genug! Für Alle und für die "Nicht auf unserem Rücken" - Demo des Krisenbündnis Nürnberg.
Samstag, 10.12.2022 | Kantine, beim Künstlerhaus, Königstraße 93, Nürnberg | Beginn 22 Uhr | Eintritt 4 - 8 € (Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an Genug!Für Alle und das Krisenbündnis zur Deckung der Kosten für Demo und Aktionen)
Es wird ein wilder Ritt mit über 10 DJs, die sich in kurzen Sets die unterschiedlichsten Styles um die Ohren hauen werden. Mit dabei u.a. Comandante Manolo, Eve Massacre, Pallas Athene II, Deniz, X_Tar, Pindi, Pac Frizzante, Bananasplit. 
Winter 2022: Die Klimakatastrophe, Aufrüstung und Krieg, die fossile Energiekrise, die Preissteigerungen, die es immer schwerer machen, auch nur unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen - kurzum : Dieser Kapitalismus ist die Krise, frisst uns auf,  zerstört den Planeten und verunmöglicht uns das gute Leben ür Alle. Doch das nehmen wir als radikale Linke nicht hin. Ob in antifaschistischen, antirassistischen, feministischen, antimilitaristischen oder Klimagerechtigkeits-Kämpfen gehen wir auf die Straße, in Widerstand und zivilen Ungehorsam. All das kostet Kraft und leider auch Geld.
Am Samstag, 10.12., laden alle Gruppen der Plattform Genug!Für Alle und des Krisenbündnisses in Nürnberg gemeinsam mit der Linken Party des Musikvereins zur großen Glitzer-Sause: Dem krisenFEST für Alle!
Die Deko des Abends wird glitzern! Zeig auch Du Dich von Deiner glitzernsten Seite: Hast Du ein wenig Glitzer zuviel, bring es mit und teil es mit Anderen.
Wir servieren Soli-Pfeffi am Schnapsstand für Alle! und dann mal LOS!
Für eine richtig GUTE PARTY FÜR ALLE, denn jede Revolution braucht auch gute Feste.
Macker, Sexist*innen, Stressmacher*innen & Rassist*innen bleiben draußen!
Davor: 3.12., 13h Genug! Für Alle, Aufsessplatz, Nürnberg.
Danach: Krieg und Krise, Nicht auf unserem Rücken, DEMO, 17.12., 14 Uhr, Plärrer, Nürnberg.
Freitag, 16.12.2022

Jahresendzeitgala der Antifa-Aktionskneipe

Die Jahresendzeitgala wird am Freitag, den 16.12. ab 19:00 Uhr stattfinden. Tickets könnt ihr euch auch im Stadtteilladen Schwarze Katze kaufen. 10 Euro Spendenempfehlung. Es ist wieder soweit... Die jährliche AAK Jahresendzeitgala steht wieder vor der Tür! Es wird neben einem veganen 3-Gänge-Menü und dem Jahresrückblick auch ein kulturelles Programm geben. Unter anderem eine Versteigerung, um etwas Geld für unsere politische Arbeit zu sammeln. Wenn ihr uns also unterstützen wollt, bringt viel viel viel Kleingeld (Euromünzen!) mit. Außerdem wären wir über Sachspenden sehr dankbar - kramt all eure "alten" Dinge mit Polit- bzw. Antifa-Bezug heraus. Das können bspw. Bücher, Poster, Shirts, Sticker, Tassen, Schlauchis, oder was auch immer Euch in die Hände fällt, sein! Dazu wird im Stadtteilladen "schwarze Katze" ein Karton stehen, in den Ihr die Spenden an den Öffnungen, z.B. montags bei der Vokü, reinlegen könnt.   Das offene Antifatreffen wird im Dezember daher ausfallen. Trotzdem einer der besten Abende uns kennen zu lernen! Wir bitten Euch zuvor auf Covid19 zu testen. Infos über die AAK:                         Infos über die Antifa-Aktionskneipe
Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!
 
Samstag, 17.12.2022

+++ SAVE THE DATE! +++

Folgende Terminankündigung hat uns erreicht und wir geben sie gerne an euch weiter:
Gegen Krieg und Krise:
Raus auf die Straße am 17.12.2022!
Haltet euch den Termin frei, damit wir im Dezember einen starken, widerständigen Auftritt mit allen linken und fortschrittlichen Kräften auf die Straße bringen!
Aber auch davor werden wir natürlich nicht ruhig sein, sondern die Zeit zum Mobilisieren nutzen. Achtet auf Aktionsankündigungen auf www.redside.tk, macht eigene Aktionen gegen Krise, Massenverarmung und Aufrüstung und bringt euch im Krisenbündnis ein! Krisenbündnis Nürnberg -gemeinsam kämpfen! Ihre Krise nicht auf unserem Rücken!
Samstag, 17.12.2022

Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße!

Demonstration || Samstag, den 17.12.2022 || 14:00 Uhr || Plärrer || Nürnberg || gemeinsamgegenkrise.noblogs.org || Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße! Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkaufen geht, fragt sich, wie die lebensfremde Inflationsberechnung von 10% zu Stande kommt. Die Packung Nudeln, die stets für 0,39€ erhältlich war, kostet auf einmal 0,89€ (Stand September 22) - mehr als das Doppelte also. Und die Nudeln sind nur ein Beispiel: etliche Grundnahrungsmittel, Energiekosten, Mieten, die Preise kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Unsere Löhne und andere Einkommen, wie Rente oder Grundsicherung steigen dagegen kaum bis gar nicht. Wer nicht reich ist, muss an irgendeiner Stelle Abstriche vornehmen oder das Ersparte antasten. Viele überlegen sich gut, ob sie heizen, duschen kürzer, achten beim Einkaufen noch mehr als sonst auf Sonderangebote oder es bedeutet sogar, dass der Kühlschrank am Monatsende leer bleibt. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.’“ B. Brecht Das alles ist kein Naturgesetz. Die Preissteigerungen sind nicht einfach eine zwingende Folge des Krieges in der Ukraine, wie es uns bürgerliche Politik und Medien einstimmig verkaufen. Es sind die Auswirkungen einer kapitalistischen Krise, die sich schon vor dem Krieg, ja vor der CoronaPandemie abgezeichnet hat. Und es sind Auswirkungen einer imperialistischen Politik, in der sich die Machtblöcke gegeneinander verschärft in Stellung bringen. In Zuge dessen schreitet auch die Monopolisierung voran, das heißt, große Konzerne schlucken oder verdrängen die Kleinen. Etliche Konzerne haben bereits während der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und tun es auch aktuell. Lebensmittel-, Energie-, Öl- und natürlich Rüstungskonzerne verdienen fleißig an der Krise - und somit an uns. Wir zahlen und arbeiten für deren Profite - wir sterben in ihren Kriegen. An keiner Stelle wurde die Frage gestellt, ob nicht die Konzerne auf ihre Profite verzichten sollen. Nein, aber dass wir verzichten sollen, den Gürtel enger schnallen, das tönt uns von hochbezahlten Politiker*innen und Arbeitgeberverbänden entgegen, das wird uns als Normalität verkauft. Und im Kapitalismus, in dem es immer darum geht, dass Gewinne in private Hände einiger Weniger wandern während Risiken und Verluste von uns allen brav geschultert werden sollen, ist das auch so. Und dann wird uns auch noch erzählt, wir sollen keine zu hohen Lohnforderungen stellen um die Inflation nicht weiter anzuheizen! Was für eine Frechheit! Ein etwas anderer Wunschzettel... Alles für alle! Den Gefallen werden wir ihnen jedoch nicht tun! Ob wir auch diese Krise zahlen oder wie viel wir davon zahlen, ist genauso wenig ausgemacht wie die Frage ob wir uns als Lohnabhängige in ihren Kriegen aufeinanderhetzen lassen. Wir wissen: unter Kriegen und Sanktionen leiden nicht die Herrschenden, sondern die breite Mehrheit - sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Ein Gaspreisdeckel im März nützt uns hier nichts! Der muss jetzt her! Wir brauchen eine automatische Anpassung aller Einkommen an die reale (!) Inflationsrate, Energiesperren wie auch Zwangsräumungen müssen sofort beendet werden. Statt weiter Spar-Druck auf Privathaushalte auszuüben, RWE, Vonovia und Co vergesellschaften und demokratisieren. Aber geschenkt bekommen wir hier nichts, sondern müssen uns alles erkämpfen. Und das heißt: streiken für höhere Löhne, protestieren auf der Straße aber auch solidarisch sein im Alltag, sich mit Nachbar*innen vernetzen, sich organisieren. Packen wir es an als ersten Schritt in eine Welt jenseits von Krieg, Kapitalismus und Profitstreben. Das Krisenbündnis Nürnberg ruft euch alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen!
Samstag, 17.12.22 14 Uhr, Plärrer