Schlimmer geht’s nimmer:???Jetzt auch noch Präsidentenkrise?!

Do., 9.2.2012, 20.00 Uhr
Weißer Saal des K4/ Künstlerhaus; Königstraße 93, Nürnberg

Kann es sein, dass ein ganzes Land mit seinen Politikern, Zeitungen und Talkshows über Monate kaum etwas Wichtigeres kennt als die Schicklichkeit oder Unschicklichkeit des Betragens eines politischen Repräsentanten, der auf dem Feld der staatlichen Machtausübung, der Festlegung der Ziele und Wege der Politik, definitiv nichts zu sagen hat?

Offenbar schon. Ein günstiger Hauskredit von reichen Freunden und deren Hausbank, das Verschweigen dieser geschäftlichen Connection gegenüber dem niedersächsischen Landtag, ein Versuch Wulffs, die Veröffentlichung der Peinlichkeiten durch die Bildzeitung mit einem Drohanruf bei Chefredakteur und Verleger zu verhindern, genügen, um ihm außer der Feindschaft dieser Zeitung die immer weitergehende Ausleuchtung seiner Vergangenheit und die Aufdeckung immer neuer kleiner und kleinster Unregelmäßigkeiten einzutragen. Das Ausnutzen von Gelegenheiten, die mit hohen Positionen im Machtapparat verbunden sind, das Mitnehmen kleiner Vorteile, verstößt, soweit bekannt, nicht gegen Gesetze und ist in der Macht- und Geld-Elite des Landes alltäglich, ja gar nicht der Rede wert: Den „Träger des höchsten Staatsamtes“ aber macht es unmöglich, wenn es öffentlich wird. Die Nation fühlt sich nicht mehr würdig repräsentiert – und das darf das Volk der Figur, die das hohe Amt bekleidet, übel nehmen.

Der Bundespräsident ist also wichtig: Fragt sich nur wozu?

Der höchste Repräsentant, der keine Macht hat, wirke nur durch das Wort, sagt die Presse, sein ganzes Kapital sei seine Glaubwürdigkeit. Interessanter als die Frage, ob er die nun endgültig oder nur vorläufig verspielt hat, sind die Fragen, wieso der Staat ein Amt – und zwar das höchste – einrichtet, bei dem es nur um’s Labern geht, und warum dazu die Fähigkeit, als Person glaubhaft zu wirken, so unverzichtbar ist.

Die Präsidenten der Bundesrepublik sind immer außerordentlich beliebt gewesen – und das scheint in dem Amt auch besonders wichtig zu sein. Das unterscheidet sie von Kanzlern und Ministern, die selbst über sich sagen, sie würden ihre Aufgabe verfehlen, wenn sie sich nach Meinungsumfragen und Beliebtheitswerten richten würden.

VeranstalterRedaktion der Politischen Vierteljahreszeitschrift GegenStandpunkt

drucken | 30. Januar 2012 | redside

Terminkalender

Samstag, 28.01.2023

Samstag 28.01. Komm zum Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof ab 20 Uhr

Du hast lust gemeinsam mit anderen zu Spielen? Dann komm vorbei zu unserem Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof um 20:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze. Ganz egal ob Karten- oder Brettspiel hier kannst du im lockeren Rahmen Mitspieler*innen finden und kennen lernen. Daneben wird für leckeres Essen gesorgt sein. Natürlich kannst du gerne auch eigene Spiele, die du schon immer mal ausprobieren wolltest mitbringen - das ist natürlich kein muss. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen gemütlichen Abend. Zwischen 19:00 und 20:00 Uhr findet unser offenes Treffen statt, bei dem wir wie immer Aktivitäten planen um unseren gemeinsamen Interessen als Lohnabhängige und Mieter*innen in Gostenhof Ausdruck zu verleihen und Themen diskutieren die uns im Stadtteil umtreiben.
Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.