Texte gegen den deutschen Nationalismus – Teil I

Thematischer Ausgangspunkt unsere Textreihe gegen den deutschen Nationalismus ist der „Großdeutsche Feiertag 3. Oktober“, an dem sich dieses Jahr – 2012 – die Neuformierung des NS-Nachfolgestaates BRD zum „Deutschen Reich“ zum 23 Mal jährte. Vieles, mit dem sich der linksradikale Widerstand heute „beschäftigt“, hat direkt oder indirekt damit zu tun.
Unser Anspruch ist dabei nicht mehr und nicht weniger als Skizzen zu entwerfen und Aussagen zu machen, wovon wir ausgehen, wenn wir einen praktischen Ansatz, nämlich in einem organisierten Zusammenhang über erkennbare Kämpfe/Politik ein gemeinsames, radikales Verständnis von Geschichte und Gegenwart zu entwickeln, verfolgen. 

Historischer Abriss

Im Allgemein wird die Entstehung des deutschen Nationalismus als Ideologie auf das Ende des 18. Jahrhunderts datiert, wenn auch das Phänomen schon lange vorher existiert haben mag. Er entwickelt sich und wächst in dieser Zeit auf dem Nährboden und in dem Spannungsfeld eines sozialpsychologischen Vakuums, einer Orientierungslosigkeit vieler Menschen auf Grund des Zusammenbruchs der bisherigen Identifikationsmuster, der althergebrachten dynastischen und religiösen Traditionen, auf der einen und der Erfordernisse des sich entwickelnden Kapitalismus, der sich des Hemmschuhs der Kleinstaaterei und der Willkür der Territorialfürsten entledigen muss, auf der anderen Seite. Mit der zunehmenden Industrialisierung und der damit immer deutlicher wahrgenommene Trennung von gesellschaftlicher Produktion und den Gewinnen, mit der fortschreitenden Berufsdifferenzierung und den sich zwangsläufig einstellenden Folgen wie Binnenwanderung und sich enorm vertiefender sozialer Ungleichheit gerät das gesamte politische System ins Wanken. So bedarf es der Konstruktion neuer Mechanismen zur Integration der Schichten, die objektiv kein Interesse an der Erhaltung des Status Quo haben können, einer Ideologie, die Gemeinsamkeiten jenseits der Klassengegensätze suggeriert und neue Loyalitäten schafft.

Vordenker dieser Ideologie ist die geistige Elite der immer stärker zu Herrschaft drängenden Schicht des Bürgertums, die schon lange eine ihrer ökonomischen Macht entsprechende Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen einfordert. Wissenschaftler und Schriftsteller wie J. G. Herder oder Schiller konstruieren so die Idee des Nationalstaats auf der Grundlage der gemeinsamen althergebrachten Sprache und Kultur. Anstelle des Flickenteppichs aus Kleinstaaten soll die die gesamte „Volksgemeinschaft“ umfassende Nation treten. Hatte der französische Nationalismus der Revolution seine Mission in der Verwirklichung der allgemeinmenschlichen Ziele von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ gesehen (ein Anspruch, der allerdings schon in den Terrorwellen der Jakobiner und spätestens mit der Krönung Napoleons zu Grabe getragen wurde), so träumen die deutschen NationalistInnen von Anfang an einen anderen Traum: „Unser Sprache wird die Welt beherrschen.“ formulierte Schiller den frühen nationalen Konsens. Das deutsche Volk als „Urvolk“, als „ausgewähltes Werkzeug und Volk Gottes“ und als Kulturnation schlechthin habe den Auftrag, „das ihm eigentümliche Gute über die gesamte Menschheit auszubreiten und die Weltherrschaft zu übernehmen“, forderte etwas später der Philosophie-Professor Johann Gottlieb Fichte in seinen „Reden an die deutsche Nation“.

Schon in seinen Anfangsstadium zeigen sich hier wesentliche Strukturelemente des Nationalismus: Nötig für das Nationalbewusstsein ist die Abgrenzung gegen einen gemeinsamen Feind – zu Beginn des 19. Jahrhunderts die napoleonischen Besatzungstruppen – und die daraus hervorgehende Illusion der Homogenität der Interessen der Menschen, die die Nation bilden.

Unter dem Einfluss des nationalen Pathos und der allgemeinen Hetze gegen die Franzosen („welsche Brut“) ziehen in den so genanten „Befreiungskriegen“ vor allem junge Bürgersöhne und Handwerksburschen begeistert gegen Napoleons Armeen zu Felde. Bei vielen paart sich die nationale Idee mit demokratischen Vorstellungen von allgemeinem Wahlrecht und nationalen Verfassungen. Wenn auch von einheitlichen politischen Forderungen nicht die Rede sein kann – die Vorstellungen reichen von konstitutioneller Monarchie bis zur radikaldemokratischen Republik, von Zentralismus nach französischem bis zu Föderalismus nach nordamerikanischem Vorbild – ist doch die Stoßrichtung der nationalen Idee in der ersten Hälfte des Jahrhunderts für die Zeit deutlich fortschrittlich. Sie zielt gegen die Vormachtstellung des Adels, gegen die überlieferte soziale und politische Ordnung, die nur den Herrschenden dient und die Unterdrückung und Verarmung weiter Bevölkerungskreise zementiert. Sie setzt an die Stelle der bis dahin gängigen Herrschaftslegitimation, des „Gottesgnadentums“, das Prinzip der Volkssouveränität, nach dem Entscheidungen nunmehr als Konsens der sich zur Nation bekennenden Staatsbürger zustande kommen. Dass zu diesen Staatsbürgern Frauen eben sowenig zählen sollen wie die besitz- und bildungslosen Angehörigen des „Lumpenproletariats“ verweist auf das patriarchale Fundament der Ideologie ebenso wie auf die Tatsache, dass die Bewegung in erster Linie eine des Bürgertums ist. Nach der Niederlage der Franzosen stellt sich jedoch heraus, dass die deutschen Fürsten nicht im Traum daran denken, ihre Macht einschränken zu lassen: Für sie klingen die Forderungen der nationalen Bewegung vor allem nach Aufruhr und Umsturz der bestehenden Verhältnisse, sie verbieten in den Karlsbader Beschlüssen von 1819 die noch junge Deutsche Burschenschaft, verfolgen rigoros die Agitatoren der Bewegung und verfügen strikte Pressezensur und Überwachung der Universitäten.

Unter dem Eindruck der staatlichen Repression hat die nationale Bewegung des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts in erster Linie liberalen und zum Teil sogar im weitesten Sinn internationalistischen Charakter. So ziehen Freiwillige nach Griechenland und Polen, um dort die Kämpfe um nationale Unabhängigkeit zu stärken, auch bilden sich internationale Vereinigungen zur gegenseitigen ideellen und materiellen Unterstützung der liberaldemokratischen Nationalisten. Allerdings sind diese Vereinigungen nur von kurzer Lebensdauer, da sie keine Lösungsmöglichkeiten für die in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts immer deutlicher zutage tretenden Rivalitäten und Interessengegensätze der verschiedenen Nationalismen bieten können.

War im Vormärz, der Zeit bis 1848, der liberale Nationalismus vor allem ein Instrument des Bürgertums, um die Modernisierung der Gesellschaft und besonders die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben, so wandelte sich nach der gescheiterten 48er Revolution die Stoßrichtung sehr schnell. Unter dem Eindruck der radikalen Forderungen der Arbeiterschaft wendet sich das Bürgertum wider den alten Herren zu, und vollzieht mit ihnen die Revolution von oben. Dass diese notwendiger denn je ist, ist mittlerweile auch den Herrschenden aufgegangen: In der Revolution hat der nationale Taumel neue breite Bevölkerungskreise erfasst, die es zu integrieren gilt, vor allem aber macht die industrielle Revolution die Schaffung eines Großwirtschaftsraumes unabdingbar.

Preußen vereint Deutschland!

Sollte die Revolution von oben ursprünglich durch das Beamtentum getragen werden, so greift Bismarck ab 1864 zu handfesteren Mitteln und setzt ganz auf die militärische Option. Mit „Blut und Eisen“ schafft er bis 1871 das Deutsche Reich und damit auch das Gerippe des deutschen Militarismus, in dem Heer und Vaterland austauschbare Begriffe werden und das Militär zur Schule der Nationalerziehung avanciert.

Nach der Reichsgründung verliert der Nationalismus auch den letzten Hauch des Liberalismus. Er ist nun nur noch das Mittel der alten und neuen Eliten, ihre Herrschaft zu sicher und das deutsche Weltmachtstreben zu legitimieren. Dass er auch und gerade vom Kleinbürgertum gestützt wird, ist aus den Erfahrungen während der Industrialisierung nachvollziehbar, durch die sich diese Schicht von zwei Seiten in die Zange genommen sieht: Auf der einen Seite durch die Konzentration des Kapitals bei der Bourgeoisie, auf der anderen Seite durch die Entstehung und Stärkung der revolutionären ArbeiterInnenbewegung. Wieder zeigt sich in dieser Phase seine Funktionsweise: Mit dem Argument des Strebens nach einer angemessenen Stellung in der Gemeinschaft der kapitalistischen Staaten, einem „Platz an der Sonne“, wird die Bevölkerung gegen eine vorgeblich feindliche Außenwelt zusammengeschweißt und auf imperialistische Großmachtpolitik eingeschworen. Wer sich dem nicht fügt oder aufgrund (angenommener) Besonderheiten der gleichmacherischen nationalen Norm nicht entspricht, wie z.B. sich internationalistisch verstehende ArbeiterInnen, jüdische Menschen oder KatholikInnen, die sich nicht nur dem deutschen Reich, sondern auch dem Papst verpflichtet fühlen, wird ausgegrenzt, zum Reichsfeind erklärt und verfolgt. Die Tatsache, dass von dieser Ausgrenzung zum Teil Gruppen betroffen sind, die sich nach Kräften bemühen, anerkannte Glieder des „Nationalkörpers“ zu sein, z.B. Teile der jüdischen Gemeinschaften, wirft einmal mehr ein Schlaglicht auf den irrationalen Charakter dieser Ideologie. Die viel gerühmte Sozialgesetzgebung Bismarcks fügt sich dabei in die Strategie von „Zuckerbrot und Peitsche“ ein: Sie dient als Instrument, die wegen der Repression der Sozialistengesetze enger zusammengerückten und radikalisierten ArbeiterInnen zu spalten und den reformerischen Kräften unter ihnen Argumente für Veränderungen innerhalb des Systems an die Hand zu geben. Durch das immer enger werdende Geflecht von staatsbürgerlichen Pflichten und eben auch Rechten ,zu denen Sozial- und Rentenversicherungen gehören, nimmt auch die Bindung an die Nation zu. Die ständig wachsenden innenpolitischen Spannungen durch den zunehmenden Einfluss der ArbeiterInnenbewegung werden durch immer aggressivere Außenpolitik überdeckt: Rassismus wird konstituierender Bestandteil des deutschen Nationalismus, imperialistische Expansion, die Eroberung von Kolonien zur Sicherung neuer Märkte und Rohstoffressourcen, soll gleichzeitig den Eindruck der Stärke der Nation in der internationalen Konkurrenz festigen.

Innenpolitisch ist die Nation mittlerweile zum höchsten Gut aufgestiegen: Allenthalben werden nationale Denkmäler errichtet, das Vereinswesen erlebt eine neue Blüte in Sachen Schutz und Förderung des deutschen Kulturguts und immer deutlicher bildet sich ein mystischer Blut-und-Boden-Kult heraus, der nur als Religionsersatz zu verstehen ist. Wie weitreichende Bevölkerungskreise dieser Kult zu integrieren vermag wird spätestens 1914 deutlich, als es um die Bewilligung der Kriegskredite für den imperialistischen I. Weltkrieg geht. Trotz jahrzehntelanger Unterdrückung rangiert für die Mehrheit der SozialistInnen die nationale Sache vor den objektiven Klasseninteressen.

Da steht die Politik des „Burgfriedens“ sinnfällig für das Verhältnis auch der Mehrheitssozialdemokraten (MSPD) zur Nation: Warum sollten auch ausgerechnet sie sich nicht vom völkischen (Un)Geist anstecken lassen, warum sollten gerade sie, die der nationalen Tradition des Kaiserreichs zum großen Teil mehr verhaftet sind, als ihnen selbst bewusst sein dürfte, nicht dem Mainstream der Kriegsbegeisterung folgen und dabei davon überzeugt sein, nur zum Wohle der Nation zu handeln? Endlich dürfen auch sie, lange genug zu „vaterlandslosen Gesellen“ gebrandmarkt, als Teil des Volkskörpers die Burg Nation gegen den „heranstürmenden Feind“ wie gegen die Unruhestifter der Minderheitsfraktion aus den eigenen Reihen verteidigen.

Auch nach dem Zusammenbruch der deutschen Weltmachtträume gelangt die MSPD nicht zu einem Überdenken der eigenen Positionen und stimmt wie die überwiegende Mehrheit der politischen Strömungen und der Bevölkerung in das Lamento über den „Schandfrieden“ von Versailles ein. Wie die Kräfte der Reaktion verweigert sie eine rationale Diskussion der Kriegsschuldfrage und stützt sich in der revolutionären Phase von 1918/19 lieber auf die kaisertreue Bürokratie aus Militär und Verwaltung, als mit den linksradikalen Kräften an dem Aufbau eines Staates zu arbeiten, in dem Werte wie Solidarität und Gerechtigkeit die der Nation und des Volkstums abschaffen sollen.

Aber, wie gesagt: die allgemeine völkisch-nationalistische Geisteshaltung geht aus dem Krieg eher gestärkt als geschwächt hervor. Der vermeintliche „Schandfrieden“, die Besetzung des Rheinlandes, die als entwürdigend empfundene Entwaffnung und Reduzierung des liebsten Kindes, des Militärs, auf eine 100.000-Mann-Berufsheer bereitet den Boden für die revanchistische Propaganda und das erneute Aufgreifen und die Steigerung des Blut-und-Boden-Mythos durch die zwar kurzfristige geschwächten, aber eben nicht zerschlagenen alten Eliten der Bourgeoisie, der Großgrundbesitzer und des Militärs.

drucken | 4. Oktober 2012 | redside

Terminkalender

Mittwoch, 30.11.2022

Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg

IM Folgenden dokumentieren wir einen Aufruf, der uns erreicht hat: Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle
Samstag, 03.12.2022

ISA-Kneipe im Dezember zeigt: Bezahlt wird nicht

Samstag, 03.12.2022, 20 Uhr - Stadteilladen Schwarze Katze - Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 1974 ist in Italien die Krise all­ge­gen­wärtig: Die Inflation liegt bei 20%, es herrscht Arbeitslosigkeit, die Preise wachsen ins unbezahlbare.  Da finden Frauen aus Ar­bei­ter­In­nen­fa­mi­li­en ihre eigene Form der Krisenbewältigung: Sie plündern ei­nen Supermarkt. Die Polizei verfolgt sie in ihre Viertel...  Ein turbulentes und groteskes Spiel nimmt seinen Lauf. Eine Politkömödie von Dario Fo als Video (franz., OmU). Sharepic herunterladen Solche und ähnliche Dinge geschahen wirklich vor 50 Jahren. Der Theatermacher und (spätere) Literaturnobelpreisträger Dario Fo hat die Dinge in seiner Farce für die Bühne nur auf die Spitze getrieben, und zwar so, dass man Bauchschmerzen vor Lachen bekommt.  Dafür wurde er angeklagt wegen Aufruf zum Widerstand gegen den Staat und zu illegalen Aktionen. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass die damaligen Ereignisse, mit dem hier und heute nichts zu tun haben. Unser Interesse an dem Stück ist ein rein kulturelles und kunstbeflissenes. Denn heute liegen die Dinge ja ganz anders: In der Krise von 2022 werden die Armen reichlich beschenkt und die Reichen zur Kasse gebeten. Es gibt also keinerlei Anlass, wir wiederholen: keinerlei Anlass, ernsthaft in Erwägung zu ziehen, dass sich in dem Stück gezeigte Handlungen und Ereignisse wiederholen könnten. Bild: Ein Ausschnitt aus dem Bild Quarto Stato von Giuseppe Pellizza da Volpedo aus dem Jahr 1901 wurde von uns 2022 mit aktuellen Accessoires versehen
Samstag, 10.12.2022

Soliparty für Krisenproteste im Dezember

 Die Linke Party, Musikverein, Genug!Für Alle und das Krisenbündnis präsentieren gemeinsam:  
krisenFEST für Alle!
Die Soli-Party für die Plattform Genug! Für Alle und für die "Nicht auf unserem Rücken" - Demo des Krisenbündnis Nürnberg.
Samstag, 10.12.2022 | Kantine, beim Künstlerhaus, Königstraße 93, Nürnberg | Beginn 22 Uhr | Eintritt 4 - 8 € (Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an Genug!Für Alle und das Krisenbündnis zur Deckung der Kosten für Demo und Aktionen)
Es wird ein wilder Ritt mit über 10 DJs, die sich in kurzen Sets die unterschiedlichsten Styles um die Ohren hauen werden. Mit dabei u.a. Comandante Manolo, Eve Massacre, Pallas Athene II, Deniz, X_Tar, Pindi, Pac Frizzante, Bananasplit. 
Winter 2022: Die Klimakatastrophe, Aufrüstung und Krieg, die fossile Energiekrise, die Preissteigerungen, die es immer schwerer machen, auch nur unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen - kurzum : Dieser Kapitalismus ist die Krise, frisst uns auf,  zerstört den Planeten und verunmöglicht uns das gute Leben ür Alle. Doch das nehmen wir als radikale Linke nicht hin. Ob in antifaschistischen, antirassistischen, feministischen, antimilitaristischen oder Klimagerechtigkeits-Kämpfen gehen wir auf die Straße, in Widerstand und zivilen Ungehorsam. All das kostet Kraft und leider auch Geld.
Am Samstag, 10.12., laden alle Gruppen der Plattform Genug!Für Alle und des Krisenbündnisses in Nürnberg gemeinsam mit der Linken Party des Musikvereins zur großen Glitzer-Sause: Dem krisenFEST für Alle!
Die Deko des Abends wird glitzern! Zeig auch Du Dich von Deiner glitzernsten Seite: Hast Du ein wenig Glitzer zuviel, bring es mit und teil es mit Anderen.
Wir servieren Soli-Pfeffi am Schnapsstand für Alle! und dann mal LOS!
Für eine richtig GUTE PARTY FÜR ALLE, denn jede Revolution braucht auch gute Feste.
Macker, Sexist*innen, Stressmacher*innen & Rassist*innen bleiben draußen!
Davor: 3.12., 13h Genug! Für Alle, Aufsessplatz, Nürnberg.
Danach: Krieg und Krise, Nicht auf unserem Rücken, DEMO, 17.12., 14 Uhr, Plärrer, Nürnberg.
Freitag, 16.12.2022

Jahresendzeitgala der Antifa-Aktionskneipe

Die Jahresendzeitgala wird am Freitag, den 16.12. ab 19:00 Uhr stattfinden. Tickets könnt ihr euch auch im Stadtteilladen Schwarze Katze kaufen. 10 Euro Spendenempfehlung. Es ist wieder soweit... Die jährliche AAK Jahresendzeitgala steht wieder vor der Tür! Es wird neben einem veganen 3-Gänge-Menü und dem Jahresrückblick auch ein kulturelles Programm geben. Unter anderem eine Versteigerung, um etwas Geld für unsere politische Arbeit zu sammeln. Wenn ihr uns also unterstützen wollt, bringt viel viel viel Kleingeld (Euromünzen!) mit. Außerdem wären wir über Sachspenden sehr dankbar - kramt all eure "alten" Dinge mit Polit- bzw. Antifa-Bezug heraus. Das können bspw. Bücher, Poster, Shirts, Sticker, Tassen, Schlauchis, oder was auch immer Euch in die Hände fällt, sein! Dazu wird im Stadtteilladen "schwarze Katze" ein Karton stehen, in den Ihr die Spenden an den Öffnungen, z.B. montags bei der Vokü, reinlegen könnt.   Das offene Antifatreffen wird im Dezember daher ausfallen. Trotzdem einer der besten Abende uns kennen zu lernen! Wir bitten Euch zuvor auf Covid19 zu testen. Infos über die AAK:                         Infos über die Antifa-Aktionskneipe
Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!
 
Samstag, 17.12.2022

+++ SAVE THE DATE! +++

Folgende Terminankündigung hat uns erreicht und wir geben sie gerne an euch weiter:
Gegen Krieg und Krise:
Raus auf die Straße am 17.12.2022!
Haltet euch den Termin frei, damit wir im Dezember einen starken, widerständigen Auftritt mit allen linken und fortschrittlichen Kräften auf die Straße bringen!
Aber auch davor werden wir natürlich nicht ruhig sein, sondern die Zeit zum Mobilisieren nutzen. Achtet auf Aktionsankündigungen auf www.redside.tk, macht eigene Aktionen gegen Krise, Massenverarmung und Aufrüstung und bringt euch im Krisenbündnis ein! Krisenbündnis Nürnberg -gemeinsam kämpfen! Ihre Krise nicht auf unserem Rücken!
Samstag, 17.12.2022

Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße!

Demonstration || Samstag, den 17.12.2022 || 14:00 Uhr || Plärrer || Nürnberg || gemeinsamgegenkrise.noblogs.org || Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße! Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkaufen geht, fragt sich, wie die lebensfremde Inflationsberechnung von 10% zu Stande kommt. Die Packung Nudeln, die stets für 0,39€ erhältlich war, kostet auf einmal 0,89€ (Stand September 22) - mehr als das Doppelte also. Und die Nudeln sind nur ein Beispiel: etliche Grundnahrungsmittel, Energiekosten, Mieten, die Preise kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Unsere Löhne und andere Einkommen, wie Rente oder Grundsicherung steigen dagegen kaum bis gar nicht. Wer nicht reich ist, muss an irgendeiner Stelle Abstriche vornehmen oder das Ersparte antasten. Viele überlegen sich gut, ob sie heizen, duschen kürzer, achten beim Einkaufen noch mehr als sonst auf Sonderangebote oder es bedeutet sogar, dass der Kühlschrank am Monatsende leer bleibt. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.’“ B. Brecht Das alles ist kein Naturgesetz. Die Preissteigerungen sind nicht einfach eine zwingende Folge des Krieges in der Ukraine, wie es uns bürgerliche Politik und Medien einstimmig verkaufen. Es sind die Auswirkungen einer kapitalistischen Krise, die sich schon vor dem Krieg, ja vor der CoronaPandemie abgezeichnet hat. Und es sind Auswirkungen einer imperialistischen Politik, in der sich die Machtblöcke gegeneinander verschärft in Stellung bringen. In Zuge dessen schreitet auch die Monopolisierung voran, das heißt, große Konzerne schlucken oder verdrängen die Kleinen. Etliche Konzerne haben bereits während der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und tun es auch aktuell. Lebensmittel-, Energie-, Öl- und natürlich Rüstungskonzerne verdienen fleißig an der Krise - und somit an uns. Wir zahlen und arbeiten für deren Profite - wir sterben in ihren Kriegen. An keiner Stelle wurde die Frage gestellt, ob nicht die Konzerne auf ihre Profite verzichten sollen. Nein, aber dass wir verzichten sollen, den Gürtel enger schnallen, das tönt uns von hochbezahlten Politiker*innen und Arbeitgeberverbänden entgegen, das wird uns als Normalität verkauft. Und im Kapitalismus, in dem es immer darum geht, dass Gewinne in private Hände einiger Weniger wandern während Risiken und Verluste von uns allen brav geschultert werden sollen, ist das auch so. Und dann wird uns auch noch erzählt, wir sollen keine zu hohen Lohnforderungen stellen um die Inflation nicht weiter anzuheizen! Was für eine Frechheit! Ein etwas anderer Wunschzettel... Alles für alle! Den Gefallen werden wir ihnen jedoch nicht tun! Ob wir auch diese Krise zahlen oder wie viel wir davon zahlen, ist genauso wenig ausgemacht wie die Frage ob wir uns als Lohnabhängige in ihren Kriegen aufeinanderhetzen lassen. Wir wissen: unter Kriegen und Sanktionen leiden nicht die Herrschenden, sondern die breite Mehrheit - sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Ein Gaspreisdeckel im März nützt uns hier nichts! Der muss jetzt her! Wir brauchen eine automatische Anpassung aller Einkommen an die reale (!) Inflationsrate, Energiesperren wie auch Zwangsräumungen müssen sofort beendet werden. Statt weiter Spar-Druck auf Privathaushalte auszuüben, RWE, Vonovia und Co vergesellschaften und demokratisieren. Aber geschenkt bekommen wir hier nichts, sondern müssen uns alles erkämpfen. Und das heißt: streiken für höhere Löhne, protestieren auf der Straße aber auch solidarisch sein im Alltag, sich mit Nachbar*innen vernetzen, sich organisieren. Packen wir es an als ersten Schritt in eine Welt jenseits von Krieg, Kapitalismus und Profitstreben. Das Krisenbündnis Nürnberg ruft euch alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen!
Samstag, 17.12.22 14 Uhr, Plärrer