Texte gegen den deutschen Nationalismus – Teil II

Geschichtsrevisionismus

Wir haben gesehen, dass Nationalismus ein wichtiges, zentrales Merkmal der modernen kapitalistischen Entwicklung in der Geschichte ist.

Auch das Scheitern der November-Revolution 1918 und die Entwicklung hin zum Faschismus bilden unter diesem Blickwinkel einen Zusammenhang. Nicht nur die militärischen und organisatorischen Schwächen – dazu zählt der Verrat der Sozialdemokratie ebenso wie die Tatsache, dass sich gegen Ende es I. Weltkrieges noch keine starke revolutionäre Kraft etabliert hatte – der revolutionären Organisation(en) bedingten die weiteren Entwicklungen, sondern auch das inhaltlich-strategische Versagen linker Kräfte in der Weimarer Republik. Das spiegelt sich (neben der Sozialfaschismusthese) auch in den Positionen der Organisationen zum Problem des Nationalismus wider, bzw. darin, dass es um die Position Lenins keine Auseinandersetzung und Korrektur bezüglich Deutschlands gab. Auch das ermöglichte die faschistische Mobilisierung.

Rückblick

Da wird alljährlich einer – stellvertretend für seine Gefolgsleute, alles langjährige Handlanger des Kanzlers und Führers Hitler – geehrt, der am 20. Juli 1944, nach eigenem langjährigen Kriegsverbrechertreiben, ein Attentat auf Hitler versuchte: Graf Stauffenberg. Da wird einer geehrt und zum Antifaschisten ernannt, der nur um die Ehre Deutschlands besorgt war, den längst verlorenen Krieg beenden und seinem „Vaterland“ die Schmach ersparen wollte, total besiegt und bedingungslos zurück auf die alte Umlaufbahn der unterhalb der Ebene kriegerischer Auseinandersetzung konkurrierenden und auf kapitalistische Verwertung zielenden Industrienationen gezogen zu werden.

Wie einfach das ist, einen Kriegsverbrecher und Nationalisten wie Stauffenberg zum Antifaschisten zu küren! Letzteres ist ja auch nur Augenwischerei für die Leute, die glauben sollen und wollen, Deutschland heute hätte mit dem von damals nichts mehr gemeinsam, indes wissen doch die, die dem Grafen da gedenken, genau, warum sie es eigentlich tun: er wollte Deutschland „retten“!

„Stauffenberg“ ist – unter anderen – ein Thema zur Formulierung neuer nationalistischer Geschichtsschreibung. Deren Stoßrichtung wird möglicherweise aber erst deutlich durch eine kurze Untersuchung der jüngeren deutsche Geschichte:

Der aus der bürgerlichen Gesellschaft heraus mobilisierte Faschismus beherbergte als zwei wesentliche Elemente des „Funktionierens“ Terror und Gemeinschaft.

Nicht nur politische GegnerInnen – wie die ArbeiterInnenbewegung samt linker Organisationen – traf der Terror. Vor allem von der faschistischen, „arischen Norm“ Ausgegrenzte, also JüdInnen, Sinti, Roma und als minderwertig angesehene Völker sowie Homosexuell und Behinderte, wurden als der Volksgemeinschaft, dem „Volkskörper“ fremd diskriminiert und der fabrikmäßigen Vernichtung zugeführt.

Die Gemeinschaft verstärkte sich bei denen, die der Norm entsprachen und die der Terror deshalb nicht traf, einerseits gerade in dieser tödlichen Abgrenzung, anderseits darin, dass im NS-Staat gesellschaftliche Widersprüche und Interessengegensätze (z.B. Klassenkämpfe, die noch in der Weimarer Republik sichtbar waren) geleugnet wurden und jeder Ansatz dazu wider der Vernichtung zukam.

Die „Volksgemeinschaft“ in Deutschland rückte um so mehr zusammen, als mit der expansiven Kriegspolitik „arischer“ Lebensraum erschlossen werden sollte und schließlich die nationalistische Identität gerade angesichts der gegnerischen Übermacht zum „totalen Krieg“ blasen lassen konnte.

Trotz der Vermutung, dass „auch Deutsche nebenbei Leute sind, denen der Verzicht auf die Nation lieber als der Untergang mit ihr sein müsste“ (W. Pohrt, konkret 3/92), war die Tatsache, dass Deutschland nur besiegt wurde und nicht untergegangen ist, eher ein (eigennütziger) Verdienst der Siegermächte. Ohne die Tendenz faschistischer Mobilisierung für andere imperialistische Staaten zu verdecken, war ein wichtiges Element der Entstehung des Faschismus in Deutschland der besondere Nationalcharakter Deutschlands. Der wiederum findet seine Ursachen in der Entstehung Deutschlands selbst und vor allem den Folgen des I. Weltkrieges.

Und nach der Niederlage?

In Vergegenwärtigung der Tatsache, dass der Faschismus kein Systemausbruch war, ist es nur logisch, „daß insgeheim, unbewußt schwelend und darum besonders mächtig, jene Identifikation und der kollektive Nazismus gar nicht zerstört wurden, sonder fortbestehen konnte“ (Adorno 1974, S. 135).

Das Ende des Nationalsozialismus war ein von außen, militärisch erzwungenes; das bedeutete aber nicht das Ende der Ursachen des Faschismus und damit der nazistischen Volksgemeinschaft, im Gegenteil: in der widerspruchslose erklärten „Kollektivschuld der Deutschen“ am II. Weltkrieg konnte die „Voksgemeinschaftlichkeit“ ohne jede weitere Auseinandersetzung um Rassenwahn und Faschismus in die Nachkriegszeit herübergerettet werden und bildeten die Basis für den Wiederaufbau. Frühe Ansätze für gesellschaftliche Alternativen in der BRD wurden zwar – anders als im NS-Staat – nicht mehr vernichtet, aber scharf repressiv geahndet. So landeten in den Fünfziger Jahren tausende von KommunistInnen in den Knästen der BRD, und mit ihnen andere Menschen, die gegen die Remilitarisierung und für ein antifaschistisches Deutschland kämpften.

Die BRD als Grenzposten zum sogenannte Ostblock steigerte mit Hilfe der westlichen Siegermächte die Produktion enorm und durch den wachsenden Massenwohlstand wurde die „Volksgemeinschaft“ auch noch um einen zusätzlichen identitätsstiftenden Mythos bereichert – um den des „Wirtschaftswunders“. Selbiges wird in der Reinterpretation zum „Beweis“ für den „Fleiß der des deutschen Volkes“ – neben der von außen auferlegten Buße für die Verbrechen des NS-Staates ist das Wirtschaftswunder das einzige bewusstseinsmäßige Verbindungslied bis Ende der 1980er in einer fortschreitend warenbeherrschten Gesellschaft. In dieser werden die letzten Winkel menschlichen Zusammenlebens und –wirkens von kapitalistischer Tauschwertlogik bestimmt und die nahezu einzige Orientierung ist, außer der am (individualistischen) „Kaufkraft-Dasein“, die an Gesetz und Ordnung.

Der Individualismus steht in der kapitalistischen Warengesellschaft nicht im Widerspruch zur nationalen Identität.

Ideologische Gemeinsamkeiten

Wer nun immer vom Schlimmsten (wie dem NS-Staat) als einmaliger Katastrophe, als „Ausfall jeglicher Vernunft“ und als teuflischem Gebilde schwadroniert, begeht am historischen Kontext Schönfärberei und vertuscht die bis zur Gegenwart reichenden Traditionslinien und Dimensionen:

Der Faschismus in Deutschland traf bei den kapitalistischen Industrienationen auf Sympathie in seinen ökonomischen und politischen Zielen. Ausbeutung der eigenen Bevölkerung und Kolonialisierung anderer Völker waren und sind allgemein imperialistischer Usus, der ausgeprägte Antikommunismus und die Verfolgung von Linken hatte und hat schon über Deutschland hinaus abendländische Tradition. Die Judenverfolgung und -vernichtung war in Konsequenz und Umfang zwar einmalig, aber mitnichten Stein des Anstoßes für die westlichen Industrienationen , gegen Deutschland Krieg zu führen. Schließlich bildete Rassismus auch dort ein wesentliches Element der Gesellschaften.

Erst als die Expansionspolitk des Nazi-Regimes den Interessen der westlichen Weltmächte 1939 quer lief, wurde dem Deutschen Reich der Krieg erklärt (als erstes von Großbritannien und Frankreich, zwei Tage nach dem Überall Deutschlands auf Polen am 1. September 1939).

Nationalismus und Nachkriegszeit

Die Tatsache, dass der auf ausgrenzende Volksgemeinschaft bauende Nationalismus in der BRD nur vorhanden, nicht aber hervortretend war, erklärte sich zum Teil aus seiner (damaligen) Nutzlosigkeit angesichts der unbefriestet erscheinenden Teilung Deutschlands im Zuge des Ost-West-Konfliktes.

Systemstabilität galt den Westmächten mehr als ein „vereintes Volk“ in Deutschland ebenso dem Warschauer Pakt.

Schwerpunkt der Propaganda seitens der BRD in Richtung DDR lag deshalb auch eher auf der „Systemüberlegenheit westlicher Demokratien“, denn auf Selbstbestimmungsrecht und „Volkstümelei“ – das Thema wurde wohlwollend den faschistischen Parteien und revanchistischen Verbänden der BRD überlassen, um es ihnen dann zum geeigneten Zeitpunkt, 1989, wieder abzunehmen, Nationalismus wieder zum Programm zu machen, sprich eine politische Führungsrolle in der Welt zu beanspruchen.

Solange aber übten sich Herrschenden in der auferlegten Buße und betrieben noch darin schleichenden Geschichtsrevisionismus, der dann und wann einen Testballon nötig hatte. Ein Höhepunkt bildete schon im Mai 1985 die Ehrung gefallener SS-Schergen in Bitburg durch Kohl – ein erstes Zeichen dafür, dass der Revisionismus soweit ist, zu zeigen, dass genug Gras über die Geschichte gewachsen sei.

Wenn wir einen neuen Faschismus befürchten, ob nun einen mit zustimmender Massenbasis oder einen, der sich mit der schweigenden Mehrheit begnügt, dann dürfen wir das in der Gewissheit, dass sich die Herrschenden dennoch von der historischen Version des Faschismus wortreich distanzieren – denn er hat sein Ziel nicht erreicht.

Aus den bisherigen Ausführungen dürfte klar geworden sein, dass nationale Identität und Nationalismus kein naturwüchsigen Produkte sind, sonder historische Phänomene mit bestimmten, sich ändernden Hintergründen/Zwecken. Dabei stellt sich die Frage, wie sich Nationalismus konstruiert. Nationalismus ist dynamisch, wandelbar und eben nicht Wesenseigenschaft von Völkern, sonder ein Produkt innergesellschaftlicher Auseinandersetzungen (z.B. Kämpfe um kulturelle Hegemonie).

Um das Wesen von völkischem Nationalismus und nationaler Identität erfassen zu können, reicht es nicht zu sagen, Nationalismus sei ein Wegbereiter kapitalistischer Verwertung.

Denn in ihm konzentrieren sich auch Herrschaftsverhältnisse wie Rassismus und Patriarchat in einem komplexen strukturellen Zusammenhang. Angemessene Aussagen über Herrschaft lassen sich nicht über eine Summierung von Herrschaftsverhältnissen treffen. Nationale Identität (und damit verbunden die potentielle Entwicklung zum Nationalismus) tritt weltweit in unterschiedlicher Ausprägung auf. Doch weiter zum deutschen Nationalismus:

Technik des Nationalen

Ein Hinweis darauf, wie wichtig Geschichte oder Geschichtsverklärung, die Besetzung des Alltäglichen mit nationalen Symbolen den Ideologen des Nationalismus ist, gibt z.B. die Wiederaufstellung eines Replikates des „Kaiser-Wilhelm-I-Denkmals“ in Koblenz; die Szenerie ähnelte der von 1897, als das Denkmal zum ersten Mal aufgestellt wurde:

Sie [tausende Schaulustige] applaudieren und jubeln, als er [Kaiser Wilhelm] (…) auf seinem Sockel landet und nun hoch über Koblenz wieder für Deutschland reitet.“ (Süddeutsche Zeitung 3.9.1993)

Kaiser Wilhelm I. reitet wieder für Deutschland

Am 2. September 1993, dem sogenannten Sedantag, an dem sich Deutschlands Sieg gegen Frankreich in der „Schlacht von Sedan“ 1870 jährt, wurde das Replikat der Ende des II. Weltkriegs von einem US-Soldaten abgeschossenen Statue in Koblenz wiederaufgestellt.

Dennoch spielt das Bewusstsein einer gemeinsamen Geschichte im individuellen Bereich, der dem Massenphänomen Nationalismus zugrunde liegt, nicht die ausschlagende Rolle.

Nationale Identität ist nichts, was den „Angehörigen“ des Nationalstaates abgepresst wurden muss, ebenso werden sie nicht von der „Nützlichkeit“ nationaler Identität überzeugt.

Vielmehr ist nationale Identität auch eine zwanghafte Eigenleistung der „Staatsangehörigen“, die sich von Geburt an über bestehende gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse bildet; Verhältnisse, die die Staatsmacht teils bildet, teils verwaltet. Die Interessen und Bedürfnisse der Individuen konstituieren sich im Rahmen dieser Verhältnisse, ja das ganze Dasein ist nach Gesetz und Ordnung reglementiert. Der Wunsch der Individuen, ihren Interessen nachzugeben und Bedürfnisse zu befriedigen ist innerhalb dieser Ordnung dann auch deshalb erwünscht, weil sie den kapitalistischen Verwertungsprozess dienen. Der Staat (deutlich zu unterscheiden von der Regierung) muss den Staatsangehörigen als wohlwollender Anwalt der eigenen Interessen vorkommen. Der Erfolg von Staat und Kapital wird tendenziell als Voraussetzung des eigenen Wohlergehens gesehen. Im eigenen beständigen Scheitern wird in (national-)staatlicher Logik auch eine Staatsschwäche gesehen, die einer konsequenten Lösung bedarf.

Im Fall der vollständigen nationalistischen Identifikation sind die eigenen Interessen die des Staates.

Das Phänomen moderner Industrienationen, das in der Regel mit „Vereinzelung“ oder „Atomisierung“ bezeichnet wird und bedeutet, dass sich traditionelle soziale Zusammenhänge auflösen und der zwischenmenschlichen Bereich immer mehr von kapitalistischen Dienstleistungsverhältnissen durchdrungen wird, steht in keinem Widerspruch zur nationalen Identität, die an der „Volksgemeinschaft“ orientiert ist. Das Auflösen alternativer Identitäten (z.B. Klassenbewusstsein) bewirkt im Gegenteil ein unmittelbares Verhältnis zur Staatsmacht, zum Nationalen und bringt die Subjekte in gesinnungsmäßige Bedürftigkeit, für die immer ausschließlicher das Konstrukt „Volksgemeinschaft“ verfügbar wird.

Deshalb muss, nebenbei erwähnt, jede auf radikale gesellschaftliche Umwälzung zielende Politik auch eine Aufgabe darin sehen, die Bewegung als identitätsschaffende Gesamtheit zu begreifen.

Zunächst sollte hier deutlich werden, wie nahe eine Identitätsbildung über die Nation innerhalb eines nationalstaatlichen Systems liegt. Dabei ist allerdings noch nicht alles.

Völkisch bestimmt, nationalistische Identität ist vor allem über die zwangsläufig verinnerlichten Herrschaftsverhältnisse (s.o.) eine Identität, die sich über totalitäre Abspaltungsprozesse und Hierarchisierung bildet.

drucken | 28. Oktober 2012 | redside

Terminkalender

Mittwoch, 30.11.2022

Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg

IM Folgenden dokumentieren wir einen Aufruf, der uns erreicht hat: Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle
Samstag, 03.12.2022

ISA-Kneipe im Dezember zeigt: Bezahlt wird nicht

Samstag, 03.12.2022, 20 Uhr - Stadteilladen Schwarze Katze - Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 1974 ist in Italien die Krise all­ge­gen­wärtig: Die Inflation liegt bei 20%, es herrscht Arbeitslosigkeit, die Preise wachsen ins unbezahlbare.  Da finden Frauen aus Ar­bei­ter­In­nen­fa­mi­li­en ihre eigene Form der Krisenbewältigung: Sie plündern ei­nen Supermarkt. Die Polizei verfolgt sie in ihre Viertel...  Ein turbulentes und groteskes Spiel nimmt seinen Lauf. Eine Politkömödie von Dario Fo als Video (franz., OmU). Sharepic herunterladen Solche und ähnliche Dinge geschahen wirklich vor 50 Jahren. Der Theatermacher und (spätere) Literaturnobelpreisträger Dario Fo hat die Dinge in seiner Farce für die Bühne nur auf die Spitze getrieben, und zwar so, dass man Bauchschmerzen vor Lachen bekommt.  Dafür wurde er angeklagt wegen Aufruf zum Widerstand gegen den Staat und zu illegalen Aktionen. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass die damaligen Ereignisse, mit dem hier und heute nichts zu tun haben. Unser Interesse an dem Stück ist ein rein kulturelles und kunstbeflissenes. Denn heute liegen die Dinge ja ganz anders: In der Krise von 2022 werden die Armen reichlich beschenkt und die Reichen zur Kasse gebeten. Es gibt also keinerlei Anlass, wir wiederholen: keinerlei Anlass, ernsthaft in Erwägung zu ziehen, dass sich in dem Stück gezeigte Handlungen und Ereignisse wiederholen könnten. Bild: Ein Ausschnitt aus dem Bild Quarto Stato von Giuseppe Pellizza da Volpedo aus dem Jahr 1901 wurde von uns 2022 mit aktuellen Accessoires versehen
Samstag, 10.12.2022

Soliparty für Krisenproteste im Dezember

 Die Linke Party, Musikverein, Genug!Für Alle und das Krisenbündnis präsentieren gemeinsam:  
krisenFEST für Alle!
Die Soli-Party für die Plattform Genug! Für Alle und für die "Nicht auf unserem Rücken" - Demo des Krisenbündnis Nürnberg.
Samstag, 10.12.2022 | Kantine, beim Künstlerhaus, Königstraße 93, Nürnberg | Beginn 22 Uhr | Eintritt 4 - 8 € (Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an Genug!Für Alle und das Krisenbündnis zur Deckung der Kosten für Demo und Aktionen)
Es wird ein wilder Ritt mit über 10 DJs, die sich in kurzen Sets die unterschiedlichsten Styles um die Ohren hauen werden. Mit dabei u.a. Comandante Manolo, Eve Massacre, Pallas Athene II, Deniz, X_Tar, Pindi, Pac Frizzante, Bananasplit. 
Winter 2022: Die Klimakatastrophe, Aufrüstung und Krieg, die fossile Energiekrise, die Preissteigerungen, die es immer schwerer machen, auch nur unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen - kurzum : Dieser Kapitalismus ist die Krise, frisst uns auf,  zerstört den Planeten und verunmöglicht uns das gute Leben ür Alle. Doch das nehmen wir als radikale Linke nicht hin. Ob in antifaschistischen, antirassistischen, feministischen, antimilitaristischen oder Klimagerechtigkeits-Kämpfen gehen wir auf die Straße, in Widerstand und zivilen Ungehorsam. All das kostet Kraft und leider auch Geld.
Am Samstag, 10.12., laden alle Gruppen der Plattform Genug!Für Alle und des Krisenbündnisses in Nürnberg gemeinsam mit der Linken Party des Musikvereins zur großen Glitzer-Sause: Dem krisenFEST für Alle!
Die Deko des Abends wird glitzern! Zeig auch Du Dich von Deiner glitzernsten Seite: Hast Du ein wenig Glitzer zuviel, bring es mit und teil es mit Anderen.
Wir servieren Soli-Pfeffi am Schnapsstand für Alle! und dann mal LOS!
Für eine richtig GUTE PARTY FÜR ALLE, denn jede Revolution braucht auch gute Feste.
Macker, Sexist*innen, Stressmacher*innen & Rassist*innen bleiben draußen!
Davor: 3.12., 13h Genug! Für Alle, Aufsessplatz, Nürnberg.
Danach: Krieg und Krise, Nicht auf unserem Rücken, DEMO, 17.12., 14 Uhr, Plärrer, Nürnberg.
Freitag, 16.12.2022

Jahresendzeitgala der Antifa-Aktionskneipe

Die Jahresendzeitgala wird am Freitag, den 16.12. ab 19:00 Uhr stattfinden. Tickets könnt ihr euch auch im Stadtteilladen Schwarze Katze kaufen. 10 Euro Spendenempfehlung. Es ist wieder soweit... Die jährliche AAK Jahresendzeitgala steht wieder vor der Tür! Es wird neben einem veganen 3-Gänge-Menü und dem Jahresrückblick auch ein kulturelles Programm geben. Unter anderem eine Versteigerung, um etwas Geld für unsere politische Arbeit zu sammeln. Wenn ihr uns also unterstützen wollt, bringt viel viel viel Kleingeld (Euromünzen!) mit. Außerdem wären wir über Sachspenden sehr dankbar - kramt all eure "alten" Dinge mit Polit- bzw. Antifa-Bezug heraus. Das können bspw. Bücher, Poster, Shirts, Sticker, Tassen, Schlauchis, oder was auch immer Euch in die Hände fällt, sein! Dazu wird im Stadtteilladen "schwarze Katze" ein Karton stehen, in den Ihr die Spenden an den Öffnungen, z.B. montags bei der Vokü, reinlegen könnt.   Das offene Antifatreffen wird im Dezember daher ausfallen. Trotzdem einer der besten Abende uns kennen zu lernen! Wir bitten Euch zuvor auf Covid19 zu testen. Infos über die AAK:                         Infos über die Antifa-Aktionskneipe
Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!
 
Samstag, 17.12.2022

+++ SAVE THE DATE! +++

Folgende Terminankündigung hat uns erreicht und wir geben sie gerne an euch weiter:
Gegen Krieg und Krise:
Raus auf die Straße am 17.12.2022!
Haltet euch den Termin frei, damit wir im Dezember einen starken, widerständigen Auftritt mit allen linken und fortschrittlichen Kräften auf die Straße bringen!
Aber auch davor werden wir natürlich nicht ruhig sein, sondern die Zeit zum Mobilisieren nutzen. Achtet auf Aktionsankündigungen auf www.redside.tk, macht eigene Aktionen gegen Krise, Massenverarmung und Aufrüstung und bringt euch im Krisenbündnis ein! Krisenbündnis Nürnberg -gemeinsam kämpfen! Ihre Krise nicht auf unserem Rücken!
Samstag, 17.12.2022

Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße!

Demonstration || Samstag, den 17.12.2022 || 14:00 Uhr || Plärrer || Nürnberg || gemeinsamgegenkrise.noblogs.org || Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße! Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkaufen geht, fragt sich, wie die lebensfremde Inflationsberechnung von 10% zu Stande kommt. Die Packung Nudeln, die stets für 0,39€ erhältlich war, kostet auf einmal 0,89€ (Stand September 22) - mehr als das Doppelte also. Und die Nudeln sind nur ein Beispiel: etliche Grundnahrungsmittel, Energiekosten, Mieten, die Preise kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Unsere Löhne und andere Einkommen, wie Rente oder Grundsicherung steigen dagegen kaum bis gar nicht. Wer nicht reich ist, muss an irgendeiner Stelle Abstriche vornehmen oder das Ersparte antasten. Viele überlegen sich gut, ob sie heizen, duschen kürzer, achten beim Einkaufen noch mehr als sonst auf Sonderangebote oder es bedeutet sogar, dass der Kühlschrank am Monatsende leer bleibt. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.’“ B. Brecht Das alles ist kein Naturgesetz. Die Preissteigerungen sind nicht einfach eine zwingende Folge des Krieges in der Ukraine, wie es uns bürgerliche Politik und Medien einstimmig verkaufen. Es sind die Auswirkungen einer kapitalistischen Krise, die sich schon vor dem Krieg, ja vor der CoronaPandemie abgezeichnet hat. Und es sind Auswirkungen einer imperialistischen Politik, in der sich die Machtblöcke gegeneinander verschärft in Stellung bringen. In Zuge dessen schreitet auch die Monopolisierung voran, das heißt, große Konzerne schlucken oder verdrängen die Kleinen. Etliche Konzerne haben bereits während der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und tun es auch aktuell. Lebensmittel-, Energie-, Öl- und natürlich Rüstungskonzerne verdienen fleißig an der Krise - und somit an uns. Wir zahlen und arbeiten für deren Profite - wir sterben in ihren Kriegen. An keiner Stelle wurde die Frage gestellt, ob nicht die Konzerne auf ihre Profite verzichten sollen. Nein, aber dass wir verzichten sollen, den Gürtel enger schnallen, das tönt uns von hochbezahlten Politiker*innen und Arbeitgeberverbänden entgegen, das wird uns als Normalität verkauft. Und im Kapitalismus, in dem es immer darum geht, dass Gewinne in private Hände einiger Weniger wandern während Risiken und Verluste von uns allen brav geschultert werden sollen, ist das auch so. Und dann wird uns auch noch erzählt, wir sollen keine zu hohen Lohnforderungen stellen um die Inflation nicht weiter anzuheizen! Was für eine Frechheit! Ein etwas anderer Wunschzettel... Alles für alle! Den Gefallen werden wir ihnen jedoch nicht tun! Ob wir auch diese Krise zahlen oder wie viel wir davon zahlen, ist genauso wenig ausgemacht wie die Frage ob wir uns als Lohnabhängige in ihren Kriegen aufeinanderhetzen lassen. Wir wissen: unter Kriegen und Sanktionen leiden nicht die Herrschenden, sondern die breite Mehrheit - sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Ein Gaspreisdeckel im März nützt uns hier nichts! Der muss jetzt her! Wir brauchen eine automatische Anpassung aller Einkommen an die reale (!) Inflationsrate, Energiesperren wie auch Zwangsräumungen müssen sofort beendet werden. Statt weiter Spar-Druck auf Privathaushalte auszuüben, RWE, Vonovia und Co vergesellschaften und demokratisieren. Aber geschenkt bekommen wir hier nichts, sondern müssen uns alles erkämpfen. Und das heißt: streiken für höhere Löhne, protestieren auf der Straße aber auch solidarisch sein im Alltag, sich mit Nachbar*innen vernetzen, sich organisieren. Packen wir es an als ersten Schritt in eine Welt jenseits von Krieg, Kapitalismus und Profitstreben. Das Krisenbündnis Nürnberg ruft euch alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen!
Samstag, 17.12.22 14 Uhr, Plärrer