Frauen im Dienste der Nation

Wie sich der auf Volksgemeinschaftlichkeit bauende Nationalismus auch auf patriarchale Strukturen stützt, verdeutlicht sich am ehesten in dem af­fektiven Gekreische deutscher Rassisten, die Ausländer nähmen den Deut­schen die Frauen weg und damit den wichtigsten „Besitzt“, der den Lohnab­hängigen außerhalb des Arbeitsverhältnisses männliche Identität ver­schafft.

Frauen im Dienste der Nation

Die patriarchalen gesellschaftlichen Strukturen, die dem Mann eine Frau quasi zur Verfügung überlassen, treten hier zutage. Die Verfügungsgewalt des Mannes über die Frau besteht aus zwei Komponenten.
Die Frau übernimmt in dem Unterdrückungsverhältnis Lohnarbeiter-Hausfrau die Reproduktion des Arbeitsvermögens ihres Mannes: In stupider, sich endlos wiederholender Arbeit putzt sie die Wohnung / das Haus, wäscht und bügelt, kauft ein oder sorgt dafür dass abends das Essen auf dem Tisch steht. Nebenbei bringt sie den Nachwuchs zur Welt, zieht ihn auf und kon­ditioniert ihn für das spätere Erwerbsleben als Lohnsklave. Durch diese Tätigkeiten ist sie an das Haus gefesselt, während der Mann „draußen“ das öffentliche Leben bestimmt. Wenn er abends nach Hause kommt, betritt er seinen privaten Machtbereich. Die Frau hat ihm zuzuhören, ihn zu trösten, seine Aggressionen einzustecken und ihm sexuell zur Verfügung zu stehen. Diese zweite Verfügungsgewalt – die sich oft in realer Gewalt ausdrückt – kompensiert die Ohnmacht der Männer im kapitalistischen Lohngefüge auf Kosten der Frau. Die Frau ist zum Objekt degradiert. Der Mann verschafft sich mit der Lohntüte in der Hand die Macht, die ihm bestätigt, Subjekt zu sein. Damit fällt ihm auch die Rolle zu, nach außen im gesellschafts­politischen Bereich für sein kleines Reich zu entscheiden und zu kämpfen. Sich dieses zu erhalten, ist für ihn Motivation und Grund genug, es gegen potentielle Feinde zu verteidigen.
Die Frage bleibt, warum viele Frauen sich auch heute noch, die Zeiten der angeblich so weit fortgeschrittenen Emanzipation, in solche Machtverhält­nisse einfügen.
Zum einen besteht für viele ein ökonomischer Druck. Haben sie keine Aus­bildung, bleibt als Sicherheit scheinbar nur die Ehe. Selbst wenn sie einen Berufsabschluss haben, sind es gerade die Zeiten der Instabilität Frauen, denen zuerst gekündigt wird.
Doch nicht nur äußere Gründe spielen eine Rolle. Die traditionelle Sozia­lisation, die auf eine feste Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern abzielt, besteht auch heute noch, wenn auch weniger ausgeprägt in den privilegierten Sichten. Bei der Einbindung von Frauen in den Produktions­prozess wird dies ausgenutzt. Frauen werden oftmals nach ihren, durch die Sozialisation geschlechtsspezifischen, Fähigkeiten eingesetzt, zum Bei­spiel um das Arbeitsklima zu harmonisieren. Dazu kommt, dass nach der Ge­burt von Kindern nur eine Person voll arbeiten kann und der Mann selten bereit ist im Haus zu bleiben. Die Frauen, die arbeiten sind doppelt be­lastet, da sie meistens weiterhin alleine den Haushalt führen (müssen). Ihre Einkünfte sind oft nur „Ergänzung“, statten sie also nicht mit der Anerkennung aus, die dem „Ernährer der Familie“ zuteil wird.

Der Faschismus treibt es auf die Spitze

Während heute die geschlechtlichen Machtverhältnisse mehr durch verinner­lichte Wertungen aufrechterhalten werden, die im engen Besuch zu den öko­nomischen Abhängigkeiten stehen, gab es im totalitären System des Natio­nalsozialismus eine viel offenere staatliche Unterdrückung und Festlegung von Frauen auf ihre Rolle. Die Nutzung des Patriarchats für die Nation wurde hier auf die Spitze getrieben.

„Wenn ich mich auch zu Treitschkes Wort, daß Männer die Geschichte machen, bekenne, so vergesse ich dabei nicht, daß es die Frauen sind, die unsere Jungen zu Männern erziehen. Es wird Ihnen bekannt sein: die nationalsozialistische Bewegung hält als einzige Partei die Frau aus der unmittelbaren Tagespolitik fern. Sie ist deshalb in vielfacher Beziehung bitter befehdet und angefeindet worden; und das sehr zu unrecht. Nicht, weil wir die Frauen nicht achten, son­der weil wir sie hochachten, haben wir sie aus dem parlamentarisch-demokratischen Ränkespiel ferngehalten. Nicht weil wir in der Frau etwas Minderwertiges, sondern weil wir in ihr und ihrer Mission et­was anderswertiges sehen, als die Bestimmung, die der Mann erfüllt. Dinge, die dem Mann gehören, müssen auch dem Mann bleiben. Dazu ge­hört die Politik und die Wehr. Das ist kein absprechendes Urteil über die Frau, sondern nur ein Verweisen ihrer Fähigkeiten und An­lagen in die Gebiete der Arbeit und der Betätigung, die ihrem Wesen am nächsten entsprechen.“ (Aus der Eröffnungsrede von Dr. Joseph Goebbels zur Eröffnung der Ausstellung „Die Frau“ am 18. März 1933 in Berlin)

Die Trennung von Frauen- und Männerwelt war ebenso fester Bestandteil der biologistischen Staatsideologie wie die rassistisch begründete Volksge­meinschaft. Der eigentliche Beruf der Frau sei die Ehe, ließen die Ideo­logen verlauten. Das galt nur für die nach rassistischer Auswahl als „arisch“ befundenen Frauen, die den deutschen Nachwuchs, zukünftige Sol­daten und Siedler, produzieren sollten. Ehen mit „Nichtariern“ dagegen wurden annulliert, die betroffenen Frauen wurden gesellschaftlich geäch­tet und zum Teil zwangssterilisiert. Die Bevölkerungspolitik der Nazis endete in der planmäßigen Vernichtung unerwünschter Menschen, während „deutsche“ Frauen dadurch zahlreiche finanzielle Anreize und Auszeichnun­gen zum Kinderkriegen animiert und dadurch die ideologische Untermauerung dazu genötigt wurden, Mutter zu werden. „Jedes Kind, das sie (die Mutter) zur Welt bringt, ist eine Schlacht, die sie besteht für Sein oder Nicht­sein ihres Volkes“, erklärte Adolf Hitler 1934 auf dem Frauenkongress in Nürnberg die Pflicht der Frauen, während die Männer zu Soldaten für die geplanten Kriege gedrillt wurden.
Die Politik der Nazis bezüglich der arbeitenden Frauen war die Dequalifi­zierung, daher Frauen wurden in die schlecht bezahlten Fließbandjobs und Dienstmädchenstellen abgedrängt, wenn sie nicht in den Bereichen der in­stitutionalisierten Hausarbeit (Krankenpflege, Kinderbetreuung, usw.) tä­tigt waren. Erst als alle Männer an der Front waren und die Wirtschaft zusammenzubrechen drohte, wurde Frauenarbeit propagiert und sie wurden zusätzlich zur Hausarbeit an die „Fron der Produktion“ geholt, um sich dort bei ihrem Dienst für das Vaterland aufzureiben.

Der Realität der Frauen stand das nicht so leicht durchschaubare, vom Staat propagierte Frauenideal gegenüber. Die Unterordnung der Frau unter den (von männlichen Interessen geprägten) Staat als auch unter „ihren“ Mann wurde von einem Wust nationaler Ideologie begleitet, die mehrere Funktionen erfüllte.

Zum einen war sie geeignet, den Frauen in ihrer undankbaren Stellung ein Gefühl von Bedeutung zu geben, da sie sich zur „Herrenrasse“ dazugehörig fühlten, womit gleichzeitig die ungerechte Machtverteilung auf Frauen und Männer verschleiert wurde.

Die Frau als Quelle des Lebens, als Produzentin völkischen Nachwuchses, spielt in der nationalsozialistischen Ideologie eine große Rolle. So wur­de aus der „Mutter Erde“ die „Mutter der Nation“, das weibliche Gegen­stück des „Vater Staat“. Im Gegensatz zu ihm, dem männlichen Herr­schaftskonstrukt, war sie das mythische Kulturobjekt. Als imaginäre Ur­mutter sollte sie das Gefühl von Geborgenheit und Gemeinschaft einerseits und Besitzanspruch andererseits wecken. Die Symbolisierung von Volk und Land als Mutterschoß schuf die Rechtfertigung, das „Heiligste und Reins­te“ beschützen zu müssen.

Hier wurde Männlichkeit zur Kampfmotivation und die Frau zum Kampfgrund. Sie war es, für die die Männer kämpften, vielleicht sogar heroisch ihr Leben opferten, deren „Beschmutzung“ sie rächen mussten. Das Gefühl des gemeinsamen Ziels, dieser allen verständliche Grund für den Kampf, näm­lich sich vor die Frauen – den Besitz des Landes und somit den eigenen – zu stellen, schien Solidarität innerhalb der Truppen zu schaffen. Hierzu schrieb ein verwundeter Soldat im Januar 1941:

„Wofür hielt ich eigent­lich so schweres aus? Für’s Vaterland! (…) Das, wofür ich mich im tiefs­ten Grund einsetze, sind die deutschen Frauen. Ich denke dabei nicht an eine bestimmte, nein, an die deutschen Frauen im allgemeinen. In Frank­reich sah ich Horden von scheußlichen Negern mit schwulstigen Lippen, voll tierischer Kraft. Ehe eine dieser Bestien auf ein deutsches Mäd­chen, sei es auch keines der besten, losgelassen wird, setze ich hun­dertmal mein Leben ein. Dafür hält jeder rechte deutsche Soldat seine Knochen hin.“ (Zitat aus einer NS-Frauenzeitung)

Es bedurfte einer Frauengestalt, die einerseits die den Frauen zuge­schriebenen Charaktereigenschaften vereinte und somit als Idealbild der Deutschen Frauen fungierte und andererseits der Phantasie und Kampfmoti­vation der Männer Ausdruck verlieh: die „Germania“. Diese sinnbildliche Frauengestalt Deutschlands gab es schon zu Zeiten der Germanen und wurde im Nationalsozialismus nur wieder aufgegriffen. Die deutsche Frau als Tochter Germanias wurde aufgefordert, ihrer Urmutter nachzueifern. Diese Kultfigur, in sich kontrovers, ließ Frauen im Glauben, ebenso wichtig zu sein wie die Männer. Ihr wurden zwar „männliche“ Eigenschaften wie Klug­heit und Mut, Stärke und Aktivität zugesprochen, doch nur im übertragenen Sinne.
Ihre „wahren“ Eigenschaften waren Keuschheit und Treue, Sittlichkeit und Häuslichkeit. Mit Hilfe dieses idealisierten Frauenbildes wurde über Jahrhunderte hinweg die Behauptung aufrechterhalten, die deutschen Frauen seien besser und freier als die anderen, „primitiveren“ Völkern. So wurde der Konsens in Bezug auf hier angeblich nicht existierende patriarchale Strukturen zum Mittel, den Gedanken der Frauenemanzipation von Anfang an zurückzudrängen. Wenn Frauen in Deutschland im Gegensatz zu Frauen ande­rer Nationen sowieso am besten dran waren, warum sollten sie sich noch Rechte erkämpfen?

Der nationale Gedanke und die bürgerliche Frauenbewegung

In den Jahren vor der Revolution 1847 begannen Frauen in Berlin aus ihrer typischen Rolle auszubrechen, in dem sie in der Öffentlichkeit Hosen tru­gen, rauchten und an politischen Diskussionen teilnahmen. Sie wurden als „Frauen mit deutschen Namen und französischer Art“ abgetan oder sogar, wie die Schriftstellerin Luise Aston, von der sich die deu6sche Obrigkeit provoziert fühlte, ausgewiesen.

Später, Ende es 19. – Anfang des 20. Jahrhunderts, wollten große Teile der etablierten bürgerlichen Frauenbewegung den angeblich weiblichen Ge­schlechtscharakter aufs Neue positiv besetzen, anstatt ihn in Frage zu stellen. Sie identifizierten sich mit dem immer mehr aufkommenden Natio­nalismus und Militarismus. Der BdF („Bund deutscher Frauenvereine“) be­tonte immer wieder seinen nationalen Charakter, für ihn war damit die na­tionale Größe verknüpft. 1899/1900 unterstützte der BdF z.B. das wil­helminische Flottenbauprogramm und präsentierte dieses Bekenntnis zur mi­litärischen Aufrüstung als „Beweis der wachsenden Einsicht der Frauen in die realen Vorbedingungen auch ihrer eigenen Bewegung“. So forcierten sie selbst die schon zum Teil funktionierende Hinhaltetaktik, Frauen in eini­gen Bereichen kriegsvorbereitende Politik scheinbar Einfluss nehmen zu lassen. Es wurde ihnen weisgemacht, dass nach den deutschen Zielen auf ihre Anliegen eingegangen würde. Auch der bekannteste Familienideologe des 19. Jahrhunderts, Wilhelm Heinrich Riehl, verbreitete die Meinung, dass „mit dem Eintreten des deutschen Volkes in die Weltgeschichte Frau­en erst wahrhaftig frei seien“.
Frauenpolitische Interessen wurden großdeutschen untergeordnet, was dazu führte, dass vor allem der konservative Flügel der Frauenbewegung erst einmal von ihrer Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen zurücktrat.
Bei Ausbruch des I. Weltkrieges war das „Prinzip der Mütterlichkeit“ dann oberstes Gebot, was zum Beispiel die Zeitung „Frauenkapital“ zeigte.

„Wie der Mann als Staatsangehöriger für Erhaltung, Förderung und Vertei­digung seines Landes eintreten muß, so hat die Frau als Staatsangehörige für Behagen, Ordnung und Ausschmückung im Staate Sorge zu tragen.“ (aus „Die Frauenbewegung in ihren gegenwärtigen Problemen“ S.116 von Hele­ne Lange, eine der führenden Frauenrechtlerinnen des BdF)

Militarismus und Sexismus Hand in Hand

Akzeptanz für die Armee bei der eigenen Bevölkerung zu schaffen, ist ge­rade heute für das Funktionieren der sich demokratisch gebärdenden Staa­ten wie der BRD notwendig, und nichts eignet sich dafür besser als der Appell an die tiefsitzenden, patriarchalen Denkmuster in den männlichen Köpfen.
Auch wenn viele bürgerliche Feministinnen die Ursachen für kriegerische Auseinandersetzungen in der Psyche des Mannes „veranlagt“ sehen, liegt sie in ökonomischen und politischen Interessen begründet, die die Herr­schenden eines Nationalstaates nicht ohne militärische Aggression durch­setzen können.
Doch damit die systematische Propaganda der Kriegstreiber greift, muss sie sowohl auf nationalen Stolz als auch auf Ängste und Vorurteile zu­rückgreifen. Und da damit nicht zuletzt auf das Frauenbild der Männer. Auf der einen Seite ist die angebliche Friedfertigkeit der Frauen noch heute ein wesentliches Mittel, um die Truppenmoral aufrechtzuerhalten. Nach dieser Logik bedarf es der „von Natur aus“ aggressiven Männer, um die eigenen Frauen zu Hause, denen Hilflosigkeit und Abhängigkeit zuge­sprochen wird, zu beschützen. Auf der anderen Seite wird, wenn es um die feindlichen Frauen geht, die Frauenverachtung, gepaart mit rassistischer und nationalistischer Propaganda forciert.
Die Armeen der herrschenden imperialistischen Staaten sind die traditio­nelle Schule der patriarchalische-männlichen Identität, hier wird der Mann zum „richtigen“ Mann gemacht.
Kommt ein Mann zum Männerbund Bundeswehr, wir hier sein Verhältnis zu Frauen stark beeinflusst, ist er doch noch sehr jung und lebt von nun an in einer (fast) reinen Männertruppe. Es wird Härte nach außen gekehrt, Gefühle wie zwangsläufige Einsamkeit werden erfolgreich verdrängt. Nicht zuletzt wird das herrschende Rollenbild forciert, indem den Soldaten er­folgreich vorgeworfen wird, sie seine feige, „unmännlich“, „weibisch“ etc., wenn sie sich nicht einfügen. Es werden gemeinsam Pornos geguckt und Sprüche geklopft. Nach dem 1978 erschienen Lexikon „Das Bundeswehr­soldatendeutsch“ werden in keiner Gemeinschaft so abwertende und verach­tende Bezeichnungen für Frauen gebraucht wie in der Bundeswehr. Doch geht der Sexismus auch weit über die Sprüche hinaus.
So verwundert es auch nicht weiter, dass sich gleich neben dem größten Ausbildungslager der BRD-Luftwaffe im Ausland, El Paso, Texas, USA das lange Zeit größte Bordell der USA befindet. Da gehört es zum guten Ton, in der freien Zeit Frauen zu konsumieren.
Im Vietnamkrieg wurden die Verbindungen zwischen Sexismus und Militaris­mus besonders deutlich. Um die Kampfmoral zu stärken, wurden die US-Sol­daten animiert, die Viet-Kong-Frauen zu vergewaltigen, indem zum Beispiel T-Shirts verteilt wurden, auf denen nackte Viet-Kong-Frauen mit gespreiz­ten Beiden abgebildet waren. Dazu kam, dass es für Frauen in Thailand und Vietnam nur eine Möglichkeit gab zu überleben: zu Prostituierten für die Besatzer zu werden.
Die US-Armee hinterließ am Ende des Krieges unzählbar viele Bordelle und Prostituierte und schuf damit die Infrastruktur für Sextouristen aus al­ler Welt.
Durch die Identifizierung mit der Ideologie und Struktur des Militärappa­rates, mit Vorgesetzten und Mitsoldaten, verschwinden bei vielen Männern die sonst vorhandenen Skrupel vor sexueller Gewalt.

Vergewaltigung für das System

Ganz bestimmt trifft dies bei der massenhaften und gezielten Vergewalti­gung von Frauen der feindlichen Nation oder Gruppe zu, die seit jeher ein Mittel zum Sieg ist. Der Soldat, strotzend vor Männlichkeit und bereit, diese im Kampf für seine Nation zu beweisen, kann Frauen jetzt ungehemmt unterdrücken. Diese Unterdrückung wird in unserer Gesellschaft einerseits geschürt, was sich sowohl an fehlenden Gesetzen zur Vergewaltigung in der Ehe als auch an der Darstellung von Frauen in der Werbung zeigt. Anderer­seits aber ist Vergewaltigung außerhalb der Ehe gesellschaftlich verpönt, wenn auch nur, weil ein Mann dem anderen seine Frau „wegnimmt“. Doch im Krieg fällt dieser Aspekt weg, denn Vergewaltigung ist das Recht des Sie­gers, das besiegte Volk zu demütigen und die „andere Mutter Nation“ aus­zulöschen. Nicht zufällig wurden daher Vergewaltigungen im Krieg von of­fizieller Seit im Zuge der Netzpropaganda gegen die Serben thematisiert. Vergewaltigungen sind immer dann ein willkommenes Thema, wenn damit Stim­mung gemacht werden kann gegen die feindliche Seite innerhalb eines Krie­ges. Ein Aufschrei ging durch das ganze Land, weil wohlweislich ver­schwiegen wird, dass der sexuelle Kampf gegen Frauen schon immer zur Tak­tik der imperialistischen Macht gehörte. Ob im zweiten Weltkrieg, als die deutschen Soldaten eine blutige Spur vergewaltigter oder zur Prostitution gezwungener Frauen hinterließen, ob bei der Besetzung Deutschlands durch die vier Siegermächte 1945, ob in Vietnam, während der Golfkriege oder in Jugoslawien, die Beispiele ließen sich endlos fortführen. Bis heute lässt sich dies Praxis verfolgen, denn es steht dieselbe Ideologie dahinter, wenn das Asylgesetz alles Deutsche über den Rest der Welt stellt und Ver­gewaltigung als Asylgrund nicht anerkennt. So können Romafrauen aus dem ehemaligen Jugoslawien von organisierten Übergriffen auf sich berichten, ohne dass das einen deutschen Richter beeindrucken könnte, denn Vergewal­tigung ist immer noch das Recht des Siegers.

drucken | 8. März 2013 | redside

Terminkalender

Mittwoch, 30.11.2022

Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg

IM Folgenden dokumentieren wir einen Aufruf, der uns erreicht hat: Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle
Samstag, 03.12.2022

ISA-Kneipe im Dezember zeigt: Bezahlt wird nicht

Samstag, 03.12.2022, 20 Uhr - Stadteilladen Schwarze Katze - Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 1974 ist in Italien die Krise all­ge­gen­wärtig: Die Inflation liegt bei 20%, es herrscht Arbeitslosigkeit, die Preise wachsen ins unbezahlbare.  Da finden Frauen aus Ar­bei­ter­In­nen­fa­mi­li­en ihre eigene Form der Krisenbewältigung: Sie plündern ei­nen Supermarkt. Die Polizei verfolgt sie in ihre Viertel...  Ein turbulentes und groteskes Spiel nimmt seinen Lauf. Eine Politkömödie von Dario Fo als Video (franz., OmU). Sharepic herunterladen Solche und ähnliche Dinge geschahen wirklich vor 50 Jahren. Der Theatermacher und (spätere) Literaturnobelpreisträger Dario Fo hat die Dinge in seiner Farce für die Bühne nur auf die Spitze getrieben, und zwar so, dass man Bauchschmerzen vor Lachen bekommt.  Dafür wurde er angeklagt wegen Aufruf zum Widerstand gegen den Staat und zu illegalen Aktionen. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass die damaligen Ereignisse, mit dem hier und heute nichts zu tun haben. Unser Interesse an dem Stück ist ein rein kulturelles und kunstbeflissenes. Denn heute liegen die Dinge ja ganz anders: In der Krise von 2022 werden die Armen reichlich beschenkt und die Reichen zur Kasse gebeten. Es gibt also keinerlei Anlass, wir wiederholen: keinerlei Anlass, ernsthaft in Erwägung zu ziehen, dass sich in dem Stück gezeigte Handlungen und Ereignisse wiederholen könnten. Bild: Ein Ausschnitt aus dem Bild Quarto Stato von Giuseppe Pellizza da Volpedo aus dem Jahr 1901 wurde von uns 2022 mit aktuellen Accessoires versehen
Samstag, 10.12.2022

Soliparty für Krisenproteste im Dezember

 Die Linke Party, Musikverein, Genug!Für Alle und das Krisenbündnis präsentieren gemeinsam:  
krisenFEST für Alle!
Die Soli-Party für die Plattform Genug! Für Alle und für die "Nicht auf unserem Rücken" - Demo des Krisenbündnis Nürnberg.
Samstag, 10.12.2022 | Kantine, beim Künstlerhaus, Königstraße 93, Nürnberg | Beginn 22 Uhr | Eintritt 4 - 8 € (Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an Genug!Für Alle und das Krisenbündnis zur Deckung der Kosten für Demo und Aktionen)
Es wird ein wilder Ritt mit über 10 DJs, die sich in kurzen Sets die unterschiedlichsten Styles um die Ohren hauen werden. Mit dabei u.a. Comandante Manolo, Eve Massacre, Pallas Athene II, Deniz, X_Tar, Pindi, Pac Frizzante, Bananasplit. 
Winter 2022: Die Klimakatastrophe, Aufrüstung und Krieg, die fossile Energiekrise, die Preissteigerungen, die es immer schwerer machen, auch nur unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen - kurzum : Dieser Kapitalismus ist die Krise, frisst uns auf,  zerstört den Planeten und verunmöglicht uns das gute Leben ür Alle. Doch das nehmen wir als radikale Linke nicht hin. Ob in antifaschistischen, antirassistischen, feministischen, antimilitaristischen oder Klimagerechtigkeits-Kämpfen gehen wir auf die Straße, in Widerstand und zivilen Ungehorsam. All das kostet Kraft und leider auch Geld.
Am Samstag, 10.12., laden alle Gruppen der Plattform Genug!Für Alle und des Krisenbündnisses in Nürnberg gemeinsam mit der Linken Party des Musikvereins zur großen Glitzer-Sause: Dem krisenFEST für Alle!
Die Deko des Abends wird glitzern! Zeig auch Du Dich von Deiner glitzernsten Seite: Hast Du ein wenig Glitzer zuviel, bring es mit und teil es mit Anderen.
Wir servieren Soli-Pfeffi am Schnapsstand für Alle! und dann mal LOS!
Für eine richtig GUTE PARTY FÜR ALLE, denn jede Revolution braucht auch gute Feste.
Macker, Sexist*innen, Stressmacher*innen & Rassist*innen bleiben draußen!
Davor: 3.12., 13h Genug! Für Alle, Aufsessplatz, Nürnberg.
Danach: Krieg und Krise, Nicht auf unserem Rücken, DEMO, 17.12., 14 Uhr, Plärrer, Nürnberg.
Freitag, 16.12.2022

Jahresendzeitgala der Antifa-Aktionskneipe

Die Jahresendzeitgala wird am Freitag, den 16.12. ab 19:00 Uhr stattfinden. Tickets könnt ihr euch auch im Stadtteilladen Schwarze Katze kaufen. 10 Euro Spendenempfehlung. Es ist wieder soweit... Die jährliche AAK Jahresendzeitgala steht wieder vor der Tür! Es wird neben einem veganen 3-Gänge-Menü und dem Jahresrückblick auch ein kulturelles Programm geben. Unter anderem eine Versteigerung, um etwas Geld für unsere politische Arbeit zu sammeln. Wenn ihr uns also unterstützen wollt, bringt viel viel viel Kleingeld (Euromünzen!) mit. Außerdem wären wir über Sachspenden sehr dankbar - kramt all eure "alten" Dinge mit Polit- bzw. Antifa-Bezug heraus. Das können bspw. Bücher, Poster, Shirts, Sticker, Tassen, Schlauchis, oder was auch immer Euch in die Hände fällt, sein! Dazu wird im Stadtteilladen "schwarze Katze" ein Karton stehen, in den Ihr die Spenden an den Öffnungen, z.B. montags bei der Vokü, reinlegen könnt.   Das offene Antifatreffen wird im Dezember daher ausfallen. Trotzdem einer der besten Abende uns kennen zu lernen! Wir bitten Euch zuvor auf Covid19 zu testen. Infos über die AAK:                         Infos über die Antifa-Aktionskneipe
Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!
 
Samstag, 17.12.2022

+++ SAVE THE DATE! +++

Folgende Terminankündigung hat uns erreicht und wir geben sie gerne an euch weiter:
Gegen Krieg und Krise:
Raus auf die Straße am 17.12.2022!
Haltet euch den Termin frei, damit wir im Dezember einen starken, widerständigen Auftritt mit allen linken und fortschrittlichen Kräften auf die Straße bringen!
Aber auch davor werden wir natürlich nicht ruhig sein, sondern die Zeit zum Mobilisieren nutzen. Achtet auf Aktionsankündigungen auf www.redside.tk, macht eigene Aktionen gegen Krise, Massenverarmung und Aufrüstung und bringt euch im Krisenbündnis ein! Krisenbündnis Nürnberg -gemeinsam kämpfen! Ihre Krise nicht auf unserem Rücken!
Samstag, 17.12.2022

Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße!

Demonstration || Samstag, den 17.12.2022 || 14:00 Uhr || Plärrer || Nürnberg || gemeinsamgegenkrise.noblogs.org || Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße! Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkaufen geht, fragt sich, wie die lebensfremde Inflationsberechnung von 10% zu Stande kommt. Die Packung Nudeln, die stets für 0,39€ erhältlich war, kostet auf einmal 0,89€ (Stand September 22) - mehr als das Doppelte also. Und die Nudeln sind nur ein Beispiel: etliche Grundnahrungsmittel, Energiekosten, Mieten, die Preise kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Unsere Löhne und andere Einkommen, wie Rente oder Grundsicherung steigen dagegen kaum bis gar nicht. Wer nicht reich ist, muss an irgendeiner Stelle Abstriche vornehmen oder das Ersparte antasten. Viele überlegen sich gut, ob sie heizen, duschen kürzer, achten beim Einkaufen noch mehr als sonst auf Sonderangebote oder es bedeutet sogar, dass der Kühlschrank am Monatsende leer bleibt. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.’“ B. Brecht Das alles ist kein Naturgesetz. Die Preissteigerungen sind nicht einfach eine zwingende Folge des Krieges in der Ukraine, wie es uns bürgerliche Politik und Medien einstimmig verkaufen. Es sind die Auswirkungen einer kapitalistischen Krise, die sich schon vor dem Krieg, ja vor der CoronaPandemie abgezeichnet hat. Und es sind Auswirkungen einer imperialistischen Politik, in der sich die Machtblöcke gegeneinander verschärft in Stellung bringen. In Zuge dessen schreitet auch die Monopolisierung voran, das heißt, große Konzerne schlucken oder verdrängen die Kleinen. Etliche Konzerne haben bereits während der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und tun es auch aktuell. Lebensmittel-, Energie-, Öl- und natürlich Rüstungskonzerne verdienen fleißig an der Krise - und somit an uns. Wir zahlen und arbeiten für deren Profite - wir sterben in ihren Kriegen. An keiner Stelle wurde die Frage gestellt, ob nicht die Konzerne auf ihre Profite verzichten sollen. Nein, aber dass wir verzichten sollen, den Gürtel enger schnallen, das tönt uns von hochbezahlten Politiker*innen und Arbeitgeberverbänden entgegen, das wird uns als Normalität verkauft. Und im Kapitalismus, in dem es immer darum geht, dass Gewinne in private Hände einiger Weniger wandern während Risiken und Verluste von uns allen brav geschultert werden sollen, ist das auch so. Und dann wird uns auch noch erzählt, wir sollen keine zu hohen Lohnforderungen stellen um die Inflation nicht weiter anzuheizen! Was für eine Frechheit! Ein etwas anderer Wunschzettel... Alles für alle! Den Gefallen werden wir ihnen jedoch nicht tun! Ob wir auch diese Krise zahlen oder wie viel wir davon zahlen, ist genauso wenig ausgemacht wie die Frage ob wir uns als Lohnabhängige in ihren Kriegen aufeinanderhetzen lassen. Wir wissen: unter Kriegen und Sanktionen leiden nicht die Herrschenden, sondern die breite Mehrheit - sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Ein Gaspreisdeckel im März nützt uns hier nichts! Der muss jetzt her! Wir brauchen eine automatische Anpassung aller Einkommen an die reale (!) Inflationsrate, Energiesperren wie auch Zwangsräumungen müssen sofort beendet werden. Statt weiter Spar-Druck auf Privathaushalte auszuüben, RWE, Vonovia und Co vergesellschaften und demokratisieren. Aber geschenkt bekommen wir hier nichts, sondern müssen uns alles erkämpfen. Und das heißt: streiken für höhere Löhne, protestieren auf der Straße aber auch solidarisch sein im Alltag, sich mit Nachbar*innen vernetzen, sich organisieren. Packen wir es an als ersten Schritt in eine Welt jenseits von Krieg, Kapitalismus und Profitstreben. Das Krisenbündnis Nürnberg ruft euch alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen!
Samstag, 17.12.22 14 Uhr, Plärrer