2500 Menschen auf revolutionärer 1. Mai-Demo

demo-mai2013Etwa 2500 Menschen demonstrierten am heutigen 1. Mai unter dem Motto „Zusammen die kapitalistische Ruine zum Einsturz bringen – für die soziale Revolution“ auf der revolutionären 1. Mai-Demo in Nürnberg. Die Demonstration ist eine Initiative der organisierte autonomie (OA) und wird von einem Bündnis veranstaltet, dem sich dieses Jahr 25 Gruppen, Initiativen und Organisationen aus dem Raum Nürnberg angeschlossen hatten.

Wie in den vergangenen Jahren hatte die Polizei ein enormes Polizeiaufgebot entlang der Demonstrationsroute postiert. Seitenstraßen in der Innenstadt wurden mit Sonderkommandos abgeriegelt. Wie im Letzten Jahr wurde das Kontrollverhalten der Polizeieinheiten am Auftakt der Demonstration von BeobachterInnen, auch mit Videokameras, dokumentiert. Außerdem gingen die DemonstrationsteilnehmerInnen in größeren Gruppen zum Auftaktplatz. (Video zum letzten Jahr). Anders als in den Vergangenheit hielten sich die Polizeikräfte diesmal mit Vorkontrollen zurück, was von den VeranstalterInnen als Erfolg der Beobachtung gewertet wird. Vor zwei Jahren hatte die Polizei noch versucht, systematisch nahezu alle TeilnehmerInnen zu durchsuchen und deren Personalien zu kontrollieren. Auch ansonsten kam es laut Polizeibericht lediglich zu einer vorläufigen Festnahme. (Stand 16:15 Uhr)

Nach dem Auftakt zogen die DemonstrantInnen über die Innenstadt zum Mahnmal für die Opfer des NSU, wo kritische Redebeiträge zur staatlichen Unterstützung von Nazis gehalten wurden. Die Demonstration setzte daraufhin ihren Weg kämpferisch und mit selbstgewählten Demonstrationsmitteln fort. Eine weitere Zwischenkundgebung wurde an der Flüchtlingsunterkunft in der Kohlenhofstraße abgehalten, wo die BewohnerInnen der Unterkunft von der Demonstration begrüßt wurden und in teilweise mehrsprachigen Redebeiträgen auf die Situation von Flüchtlingen in der BRD aufmerksam gemacht wurde.

Die inzwischen traditionelle revolutionäre 1.Mai-Demonstration Nürnberg existiert seit 1992 als eigenständiger Ausdruck antikapitalistischer Gruppen und Organisationen am 1. Mai, dem Kampftag der internationalen ArbeiterInnenbewegung und anderer emanzipatorischer Bewegungen. Die von der organisierte autonomie (OA) und dem revolutionären 1. Mai-Bündnis vorbereitete Demonstration soll Menschen aus Bayern/Süddeutschland die Möglichkeit geben, ihre eigenen linken Inhalte auf die Straße zu tragen und trägt dazu bei, gemeinsam für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung einzutreten.

Nach der Demonstration feiern nun (Stand: 17:23 Uhr), seit etwa 14:00 Uhr mehrere Tausend Menschen bei gutem Wetter auf dem Internationalistischen Straßenfest in Gostenhof zu Live-Musik in fröhlicher Atmosphäre den revolutionären 1. Mai.

Die organisierte autonomie (OA) zieht als vorläufiges Fazit, dass der revolutionäre 1. Mai mittlerweile einer der wichtigsten Bezugspunkte in der Region für GegnerInnen der herrschenden Verhältnisse geworden ist. Mit der Re-etablierung des 1. Mai als kämpferischen und revolutionären Aktionstag nicht nur in Nürnberg verbinden wir wir die Hoffnung auf viele erfolgreiche Kämpfe im Alltag.

Erstveröffentlichung auf de.indymedia.org

drucken | 2. Mai 2013 | organisierte autonomie (OA)

Ein Kommentar

  • 1. Mit Spaß und guter Laune&hellip  |  4. Mai 2013 um 13:21 Uhr

    […] Doch es gibt noch eine zweite revolutionäre Demonstration in Nürnberg. Seit nunmehr über 20 Jahren fordert die Organisierte Autonomie (OA) die Menschen dazu auf, auf die Straße zu gehen und gegen das kapitalistische Regime Flagge zu zeigen. Ihr diesjähriges Motto lautet „Zusammen die kapitalistische Ruine zum Einsturz bringen – für soziale Revolution“. Mit der traditionellen Einstellung des DGB hat dies nichts zu tun. Die OA wollen sich nicht mehr mit den kapitalistischen Strukturen hierzulande arrangieren. So demonstrieren sie gegen die Herrschaft von Minderheiten, die die Mehrheit ausbeuten und durch Repressionen, sei es die Abmahnung im Job, der Verweis in der Schule oder die steigenden Preise der öffentlichen Verkehrsmittel die Bürger in ihre Schranken verweisen. Mehr dazu findet ihr unter „25.000 Menschen auf der revolutionären 1.Mai in Nürnberg“. […]

Terminkalender

Samstag, 28.01.2023

Samstag 28.01. Komm zum Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof ab 20 Uhr

Du hast lust gemeinsam mit anderen zu Spielen? Dann komm vorbei zu unserem Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof um 20:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze. Ganz egal ob Karten- oder Brettspiel hier kannst du im lockeren Rahmen Mitspieler*innen finden und kennen lernen. Daneben wird für leckeres Essen gesorgt sein. Natürlich kannst du gerne auch eigene Spiele, die du schon immer mal ausprobieren wolltest mitbringen - das ist natürlich kein muss. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen gemütlichen Abend. Zwischen 19:00 und 20:00 Uhr findet unser offenes Treffen statt, bei dem wir wie immer Aktivitäten planen um unseren gemeinsamen Interessen als Lohnabhängige und Mieter*innen in Gostenhof Ausdruck zu verleihen und Themen diskutieren die uns im Stadtteil umtreiben.
Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.