Die Vereinzelung durchbrechen! – Weg mit Lohndrückerei und Arbeitshetze!

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Kundgebung am Samstag, 29.11.2014 | ab 12:00 Uhr  |Hotel Leonardo – Zufuhrstraße 22

Arbeitshetze, Billiglöhne, befristete Beschäftigung, Kündigungen und immer wieder (Über)stunden- und Lohnprellerei. Viele von uns kennen das, viel zu oft stehen wir  ohnmächtig vor dem Chef oder dem gesichtslosen Unternehmen, dass unsere Arbeit ausgebeutet hat und dann nicht mal bereit ist, den Spottlohn, der uns normalerweise für unsere Arbeit hingeworfen wird zu bezahlen. In der (prekären) Arbeit stehen wir meist alleine da, wenn es darum geht unsere Rechte auf faire Bezahlung durchzusetzen. Aber das muss längst nicht immer so sein! Egal wie sehr wir zersplittert und vereinzelt werden, egal wie viel Repression wir beim Versuch uns in Betriebsräten oder Betriebsgruppen zu organisieren bekommen – wir sind nie allein! Wir sind viele, die vereinzelt vor sich hin kämpfen – aber gemeinsam sind wir eine Macht!

In Nürnberg gibt es aktuell einen Fall, bei dem bewusst versucht wird die Vereinzelung zu durchbrechen und öffentlich für das eigene Recht zu kämpfen. Ein junger Mensch war für eine befristete Zeit bei einer Leiharbeitsfirma angestellt und wurde in der Reinigungsbranche in Hotels eingesetzt. Um den in der Branche geltenden Mindestlohn zu umgehen, trickste das Unternehmen einfach und bezahlte nur knapp die Hälfte der gearbeiteten Stunden – mehr seien nicht erfasst gewesen. Um sich gegen diese Unverfrorenheit zu wehren, hat er eine Klage vor dem Arbeitsgericht eingereicht. Und den Schritt aus der Isolation gewagt und eine Kundgebung vor dem Hotel Leonardo angemeldet, um so die Lohnpreller und Ausbeuter aus der Anonymität zu zerren und Druck für den weiteren Kampf aufzubauen.

Wir unterstützen alle diejenigen, die den Schritt gehen sich gegen die verschärften Ausbeutungsverhältnisse zu wehren. Es ist längst notwendig, die Isolation zu durchbrechen. Lasst uns gemeinsam unsere Recht durchsetzen und eine andere und gerechtere Form des Wirtschaftens, Zusammenlebens und -arbeitens  erkämpfen!

Unterstützen wir den Betroffenen im konkreten Fall
Wehren wir uns gegen prekäres Leben und Arbeiten !
Zerren wir die Verantwortlichen aus der Anonymität – und greifen wir Arbeitsunrecht überall offensiv an!
Raus aus der Isolation – rein in den gemeinsamen (Arbeits)kampf!

Kommt deshalb zur Kundgebung am Samstag, 29.11.2014
ab 12:00 Uhr
Hotel Leonardo – Zufuhrstraße 22

und: jeden ersten Samstag im Monat  ab 19:00 Uhr
in der schwarzen Katze — Untere Seitenstraße 1
Kneipe&Bar „prekäre&friends“ – mit Raum für Austausch, Diskussion, Gegenwehr..

drucken | 24. November 2014 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.