Das Spektakel des G7 Gipfels sabotieren

7.-8. Juni Schloss Elmau, Garmisch-Partenkirchen
DasSpektakelDesG7Gipfels
Am 6. und 7. Juni treffen sich auf dem G7 Gipfel in Schloss Elmau einige der wichtigsten VerwalterInnen der kapitalistischen Ordnung. Er ist Ausdruck einer organisierten Macht die seit dem Ende der Sowjetunion, der Welt ihren Willen aufzwingt.
Aufgabe der G7 ist es die Interessen der sieben stärksten Wirtschaftsmächte untereinander auszuhandeln um so möglichst lange für einen profitablen Ablauf der täglichen Verbrechen zu sorgen, ohne sich dabei gegenseitig in kriegerische Auseinandersetzungen zu stürzen.

Gut gehen kann dies in einer Welt der permanenten Konkurrenz natürlich nicht lange. Es gibt Punkte an denen kann die Durchsetzung von Interessen verfeindeter Kapitalfraktionen oder Staaten nur noch durch Krieg geregelt werden.

Die G7 und die zu Tage getretenen Widersprüche

Deutlich wird das zurzeit in der Ukraine, wo nach jahrelanger propagandistischer Arbeit der EU und der NATO und allen voran der BRD, eine ukrainische Opposition aufgebaut und unterstützt wurde. Das Ergebnis war der Sturz einer demokratisch gewählten Regierung. Ziel der Putschisten (einem dreier Bündnis aus Neo- Liberalen, NationalistInnen und FaschistInnen) war es die Macht zu übernehmen um die Ukraine zu zwingen das EU Assoziierungsabkommen zu unterschreiben, welches die EU als globalen Machtblock stärken sollte. Selbst EU und NATO bzw. USA verfolgten hierbei Ziele die sich entgegen stehen. Während die BRD massiv an Einfluss gewinnen will, es also um die Stärkung des EU Blocks geht, möchten die USA die NATO- Osterweiterung voran treiben um sich gegen all diejenigen in Stellung zu bringen die dem Einfluss der NATO bzw. der USA noch nicht unterworfen sind (allen voran Russland und China).
Unvereinbar wurden im Zuge des Putsches die Interessen der Nato bzw. der G7 mit denen Russlands, was dessen Rausschmiss aus dem G8 mit sich zog. Die Ukraine gehört seit jeher zur ökonomischen Einflusssphäre Russlands, sowie die Krim sein wichtigster geostrategischer Stützpunk im Schwarzmeer Raum ist. Dass nun in der eigenen Sphäre ein Putsch stattfindet konnte der russische Imperialismus nicht hinnehmen. Seit dem Ende der Sowjetunion versucht die NATO sich all die Landstriche zu unterwerfen welche vorher unter dem Einfluss der SU standen, während Russland versucht seinen dortigen Einfluss zu behalten bzw. auszubauen.

Deutliche Form findet dies in der seit den 90ern betrieben NATO- Osterweiterung und dem Kaukasuskrieg 2008. Des weiteren destabilisierten EU und NATO Jugoslawien und zerstörten die staatliche Einheit um im folgenden Bürgerkrieg militärisch zu intervenieren (erster deutscher Kriegseinsatz). Der Kampf um den Einfluss im Osten geht seitdem ungehindert seinen Weg.

Wa?hrend die einen einen Wirtschaftskrieg (Sanktionen) bevorzugen, wollen die Anderen durch Waffenlieferungen, Milita?rberaterInnen und schnelle Eingreiftruppen milita?risch agieren. Durch diese Widerspru?che, sowie den Widerspruch zwischen dem Fu?hrungsanspruch der USA durch die NATO und dem Interesse der Deutschen die Europa?ische Union zum globalen Machtblock aufzubauen, kommt es immer wieder zu verbalen Attacken und Auseinandersetzungen. Wenn diese Widerspru?che offen zu Tage treten und sich in Fronten verha?rten, besteht zwar einerseits die Gefahr vermehrter Kriege auch im befriedetem Norden, andererseits birgt das die Mo?glichkeiten fu?r eine international agierende Bewegung diese Widerspru?che zu nutzen um den globalen Kreislauf kapitalistischer Macht zu durchbrechen und gemeinsam aufzubegehren.

Worauf die globale Macht sich begru?ndet

In einer Welt in der alles, ja die Welt selbst zur Ware gemacht wurde, teilen sie diese auf Treffen wie dem G7 unter sich auf. Die Handelswege, Rohstoffe, Absatzma?rkte, Datennetze, Arbeitskra?fte und die Umsetzung ihrer Zukunftstra?ume (auch sie werden warenfo?rmig sobald sie realisiert werden), all das geho?rt ihnen. Sie besitzen was fu?r die Produktion notwendig ist, ob fu?r lebensnotwendige Dinge oder fu?r den Schrott der Reklame-Tra?ume.

Sie, das sind die KapitalistInnen, die Besitzenden all dessen, was in irgendeiner Form produziert und vertrieben wird, die VerwalterInnen der kapitalistischen Institutionen und Staaten.

Sie besitzen die Minen in denen die notwendigen Mineralien durch Raubbau gefo?rdert werden die zur Herstellung von Handys und Mikro- chips dienen. Sie besitzen die Computer und Technologien mit denen neue Software erstellt oder der wissenschaftliche Fortschritt zugunsten einer profitableren Produktion vorangetrieben wird. Sie besitzen auch die Fabriken in denen diese Computer oder die fu?r den Abbau der Mineralien beno?tigten Werkzeuge hergestellt werden. Sie besitzen alles was auch nur irgendwie zum Leben und Fortschreiten der Gesellschaft notwendig ist.

Da aber alles auf dieser Welt begrenzt verfu?gbar ist befinden sie sich in einem permanenten Konkurrenzkampf untereinander. Jeder einzelne von ihnen ist dazu gezwungen immer mehr fu?r sich zu beschaffen (Kapital und Besitz zu akkumulieren) um nicht durch einen anderen vom Markt gedra?ngt zu werden. In diesem Kampf werden wir wie Schachfiguren gebraucht. Um als Lohnabha?ngige entweder mehr zu produzieren oder zu konsumieren. Sie verwerten jegliche Existenz um Profite zu maximieren. Die politischen VerwalterInnen der Institutionen haben hier die Aufgabe einerseits die Interessen der verschiedenen Kapitalfraktionen zusammen zu halten, andererseits erfinden sie immer neuere Formen zur Regierbarkeit des Menschen.

Die Verdammten im Produktionskreislauf

Auf der anderen Seite stehen wir, diejenigen welche weder u?ber Produktion noch u?ber Verwaltung bestimmen, diejenigen auf der Welt welche sich als einzige nicht genu?gend zusammengeschlossen haben um ihre Interessen und Bedu?rfnisse zu erforschen und durchzusetzen.

Doch es ist eine Notwendigkeit, dass wir uns zusammenschließen. Denn nur ein kollektives Verlangen und eine Masse organisierter und vernetzter Menschen kann ein System beenden, dass so allta?glich und so subtil ist wie der Kapitalismus. Aber solange wir geblendet sind vom schillernden Glanz der Warenwelt werden wir nicht imstande sein das Reale zu erblicken.

Die Realita?t suchen …

Wir sind von Suchteffekten befallen. Durch den permanenten Konsum verschiebt sich unsere Wahrnehmung der Realita?t immer wieder ein kleines Stu?ck. Durch permanenten und/oder exzessiven Konsum ist es mo?glich, dass sich die Wahrnehmung der Realita?t fu?r immer verschiebt, also ha?ngen bleibt.

Auf Dauer entgleiten die meisten von uns der Realita?t. Wo ein buntes Kleid ein buntes Kleid ist nicht aber ein Stu?ck Stoff produziert aus der Baumwolle, die Bauern und Ba?uerinnen in Asien gepflu?ckt, Na?herInnen in Bangladesch gena?ht, HafenarbeiterInnen verladen, LKW FahrerInnen transportiert und schlussendlich Verka?uferInnen sortiert haben.
Die Realita?t die wir nicht mehr wahrnehmen ist die: Diese LKW FahrerInnen, Na?herInnen, HafenarbeiterInnen und Bauern und Ba?uerinnen sind wir, auch wenn wir vielleicht SoftwareentwicklerInnen oder Ko?che und Ko?chinnen sind. Was uns gleich macht ist, dass wir wie alle Teil des Produktionskreislaufes sind, nichts selbst besitzen um produzieren zu ko?nnen. Wir sind ausgeschlossen von jeglicher Form ernsthafter Entscheidungsfindung, daru?ber ko?nnen weder Bundestagswahl noch Betriebsrat auf ewig hinwegta?uschen. Am Ende haben wir nichts außer einem Lohn den wir dann wieder investieren um die Taschen der Besitzenden, der KapitalistInnen zu fu?llen. Eine Perspektive antikapitalistischer Ka?mpfe muss es also sein, nicht nur die Produktion anzugreifen sondern eben auch den Konsum und seinen gesellschaftlichen Konsens.

… und kollektiv umwa?lzen.

Es gibt viele geschichtliche Beispiele aus denen wir lernen ko?nnen; die Pariser Kommune 1871, die russische Oktoberrevolution 1917, die Revolution in Spanien 1936. Aber auch die Aufsta?ndischen der EZLN, das emanzipatorische Projekt Rojava, der Widerstand der GriechInnen und SpanierInnen und ihre verschiedenen selbstverwalteten Zusammenschlu?sse gegen die europa?ische Austerita?tspolitik haben Erfahrungen geschaffen die fu?r alle auf der Welt, die nicht mehr mit diesem System vereinbar sind zur Grundlage eines kollektiven Widerstandes werden.

Fangen wir also an uns zu vernetzen mit unseren NachbarInnen, Kolle- gInnen, und FreundInnen und finden wir heraus in was fu?r einer Welt wir leben und in welcher wir leben wollen.
Wir als ProduzentInnen und KonsumentInnen, als Lohnabha?ngige ko?nnen die Situation nutzen, gemeinsam an einen Arbeitsplatz gepfercht zu sein, vernetzen wir uns. Die Netze ihrer Handels- und Kommunikationswege werden wir missbrauchen fu?r unser revolutiona?res Wollen. So wie sich die Schweinehirten der Kapitalistischen Ordnung und der imperialen Macht zusammenschließen, ko?nnen auch wir uns zusammenschließen. Werden wir selbst zur organisierten Macht.

Organisieren wir nicht nur den Widerstand gegen Spektakel wie den G7 Gipfel oder die Neuero?ffnung der EZB in Frankfurt, sondern organisieren wir ihn allta?glich. Ka?mpfen wir nicht nur gegen die Angriffe auf unsere Arbeits- und Lebensverha?ltnisse, sondern fu?r eine kollektive, sozialrevolutiona?re Umwa?lzung des kapitalistischen Systems, der patriarchalen, rassistischen und antio?kologischen Denk- und Handlungsweisen.

Fu?r eine kollektive und selbstverwaltete Produktion.
Fu?r eine Welt der basisdemokratischen Ra?teverwaltung.
Fu?r ein Leben ohne Kapital, Staat, Nation.
Fu?r eine o?kologische Zukunft.
Fu?r die soziale Revolution.

organisierte autonomie – April 2015

drucken | 3. Mai 2015 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Samstag, 10.12.2022

Soliparty für Krisenproteste im Dezember

 Die Linke Party, Musikverein, Genug!Für Alle und das Krisenbündnis präsentieren gemeinsam:  
krisenFEST für Alle!
Die Soli-Party für die Plattform Genug! Für Alle und für die "Nicht auf unserem Rücken" - Demo des Krisenbündnis Nürnberg.
Samstag, 10.12.2022 | Kantine, beim Künstlerhaus, Königstraße 93, Nürnberg | Beginn 22 Uhr | Eintritt 4 - 8 € (Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an Genug!Für Alle und das Krisenbündnis zur Deckung der Kosten für Demo und Aktionen)
Es wird ein wilder Ritt mit über 10 DJs, die sich in kurzen Sets die unterschiedlichsten Styles um die Ohren hauen werden. Mit dabei u.a. Comandante Manolo, Eve Massacre, Pallas Athene II, Deniz, X_Tar, Pindi, Pac Frizzante, Bananasplit. 
Winter 2022: Die Klimakatastrophe, Aufrüstung und Krieg, die fossile Energiekrise, die Preissteigerungen, die es immer schwerer machen, auch nur unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen - kurzum : Dieser Kapitalismus ist die Krise, frisst uns auf,  zerstört den Planeten und verunmöglicht uns das gute Leben ür Alle. Doch das nehmen wir als radikale Linke nicht hin. Ob in antifaschistischen, antirassistischen, feministischen, antimilitaristischen oder Klimagerechtigkeits-Kämpfen gehen wir auf die Straße, in Widerstand und zivilen Ungehorsam. All das kostet Kraft und leider auch Geld.
Am Samstag, 10.12., laden alle Gruppen der Plattform Genug!Für Alle und des Krisenbündnisses in Nürnberg gemeinsam mit der Linken Party des Musikvereins zur großen Glitzer-Sause: Dem krisenFEST für Alle!
Die Deko des Abends wird glitzern! Zeig auch Du Dich von Deiner glitzernsten Seite: Hast Du ein wenig Glitzer zuviel, bring es mit und teil es mit Anderen.
Wir servieren Soli-Pfeffi am Schnapsstand für Alle! und dann mal LOS!
Für eine richtig GUTE PARTY FÜR ALLE, denn jede Revolution braucht auch gute Feste.
Macker, Sexist*innen, Stressmacher*innen & Rassist*innen bleiben draußen!
Davor: 3.12., 13h Genug! Für Alle, Aufsessplatz, Nürnberg.
Danach: Krieg und Krise, Nicht auf unserem Rücken, DEMO, 17.12., 14 Uhr, Plärrer, Nürnberg.
Freitag, 16.12.2022

Jahresendzeitgala der Antifa-Aktionskneipe

Die Jahresendzeitgala wird am Freitag, den 16.12. ab 19:00 Uhr stattfinden. Tickets könnt ihr euch auch im Stadtteilladen Schwarze Katze kaufen. 10 Euro Spendenempfehlung. Es ist wieder soweit... Die jährliche AAK Jahresendzeitgala steht wieder vor der Tür! Es wird neben einem veganen 3-Gänge-Menü und dem Jahresrückblick auch ein kulturelles Programm geben. Unter anderem eine Versteigerung, um etwas Geld für unsere politische Arbeit zu sammeln. Wenn ihr uns also unterstützen wollt, bringt viel viel viel Kleingeld (Euromünzen!) mit. Außerdem wären wir über Sachspenden sehr dankbar - kramt all eure "alten" Dinge mit Polit- bzw. Antifa-Bezug heraus. Das können bspw. Bücher, Poster, Shirts, Sticker, Tassen, Schlauchis, oder was auch immer Euch in die Hände fällt, sein! Dazu wird im Stadtteilladen "schwarze Katze" ein Karton stehen, in den Ihr die Spenden an den Öffnungen, z.B. montags bei der Vokü, reinlegen könnt.   Das offene Antifatreffen wird im Dezember daher ausfallen. Trotzdem einer der besten Abende uns kennen zu lernen! Wir bitten Euch zuvor auf Covid19 zu testen. Infos über die AAK:                         Infos über die Antifa-Aktionskneipe
Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!
 
Samstag, 17.12.2022

+++ SAVE THE DATE! +++

Folgende Terminankündigung hat uns erreicht und wir geben sie gerne an euch weiter:
Gegen Krieg und Krise:
Raus auf die Straße am 17.12.2022!
Haltet euch den Termin frei, damit wir im Dezember einen starken, widerständigen Auftritt mit allen linken und fortschrittlichen Kräften auf die Straße bringen!
Aber auch davor werden wir natürlich nicht ruhig sein, sondern die Zeit zum Mobilisieren nutzen. Achtet auf Aktionsankündigungen auf www.redside.tk, macht eigene Aktionen gegen Krise, Massenverarmung und Aufrüstung und bringt euch im Krisenbündnis ein! Krisenbündnis Nürnberg -gemeinsam kämpfen! Ihre Krise nicht auf unserem Rücken!
Samstag, 17.12.2022

Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße!

Demonstration || Samstag, den 17.12.2022 || 14:00 Uhr || Plärrer || Nürnberg || gemeinsamgegenkrise.noblogs.org || Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße! Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkaufen geht, fragt sich, wie die lebensfremde Inflationsberechnung von 10% zu Stande kommt. Die Packung Nudeln, die stets für 0,39€ erhältlich war, kostet auf einmal 0,89€ (Stand September 22) - mehr als das Doppelte also. Und die Nudeln sind nur ein Beispiel: etliche Grundnahrungsmittel, Energiekosten, Mieten, die Preise kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Unsere Löhne und andere Einkommen, wie Rente oder Grundsicherung steigen dagegen kaum bis gar nicht. Wer nicht reich ist, muss an irgendeiner Stelle Abstriche vornehmen oder das Ersparte antasten. Viele überlegen sich gut, ob sie heizen, duschen kürzer, achten beim Einkaufen noch mehr als sonst auf Sonderangebote oder es bedeutet sogar, dass der Kühlschrank am Monatsende leer bleibt. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.’“ B. Brecht Das alles ist kein Naturgesetz. Die Preissteigerungen sind nicht einfach eine zwingende Folge des Krieges in der Ukraine, wie es uns bürgerliche Politik und Medien einstimmig verkaufen. Es sind die Auswirkungen einer kapitalistischen Krise, die sich schon vor dem Krieg, ja vor der CoronaPandemie abgezeichnet hat. Und es sind Auswirkungen einer imperialistischen Politik, in der sich die Machtblöcke gegeneinander verschärft in Stellung bringen. In Zuge dessen schreitet auch die Monopolisierung voran, das heißt, große Konzerne schlucken oder verdrängen die Kleinen. Etliche Konzerne haben bereits während der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und tun es auch aktuell. Lebensmittel-, Energie-, Öl- und natürlich Rüstungskonzerne verdienen fleißig an der Krise - und somit an uns. Wir zahlen und arbeiten für deren Profite - wir sterben in ihren Kriegen. An keiner Stelle wurde die Frage gestellt, ob nicht die Konzerne auf ihre Profite verzichten sollen. Nein, aber dass wir verzichten sollen, den Gürtel enger schnallen, das tönt uns von hochbezahlten Politiker*innen und Arbeitgeberverbänden entgegen, das wird uns als Normalität verkauft. Und im Kapitalismus, in dem es immer darum geht, dass Gewinne in private Hände einiger Weniger wandern während Risiken und Verluste von uns allen brav geschultert werden sollen, ist das auch so. Und dann wird uns auch noch erzählt, wir sollen keine zu hohen Lohnforderungen stellen um die Inflation nicht weiter anzuheizen! Was für eine Frechheit! Ein etwas anderer Wunschzettel... Alles für alle! Den Gefallen werden wir ihnen jedoch nicht tun! Ob wir auch diese Krise zahlen oder wie viel wir davon zahlen, ist genauso wenig ausgemacht wie die Frage ob wir uns als Lohnabhängige in ihren Kriegen aufeinanderhetzen lassen. Wir wissen: unter Kriegen und Sanktionen leiden nicht die Herrschenden, sondern die breite Mehrheit - sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Ein Gaspreisdeckel im März nützt uns hier nichts! Der muss jetzt her! Wir brauchen eine automatische Anpassung aller Einkommen an die reale (!) Inflationsrate, Energiesperren wie auch Zwangsräumungen müssen sofort beendet werden. Statt weiter Spar-Druck auf Privathaushalte auszuüben, RWE, Vonovia und Co vergesellschaften und demokratisieren. Aber geschenkt bekommen wir hier nichts, sondern müssen uns alles erkämpfen. Und das heißt: streiken für höhere Löhne, protestieren auf der Straße aber auch solidarisch sein im Alltag, sich mit Nachbar*innen vernetzen, sich organisieren. Packen wir es an als ersten Schritt in eine Welt jenseits von Krieg, Kapitalismus und Profitstreben. Das Krisenbündnis Nürnberg ruft euch alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen!
Samstag, 17.12.22 14 Uhr, Plärrer