Keine Gewalttäter in unserem Viertel!

TransparentBericht zu den Protesten in und um die Farce-Veranstaltung von Grünen und Polizei im Nachbarschaftshaus Gostenhof.

Auf Einladung des grünen Landtagabgeordneten Markus Ganserer waren am 12. Mai die ehemalige Polizistin und nun grüne Bundestagsabgeordnete Irene Mihalic, Johann Rast, Präsident der Polizei in Mittelfranken und Michael Helmbrecht, Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg in das Nachbarschaftshaus Gostenhof in Nürnberg gekommen, um über das Thema „Polizei bei Demonstrationen – Selbstbild und Fremdwahrnehmung“ zu diskutieren. Letztlich also eine Veranstaltung, bei der die Polizei eine Gelegenheit bekommen sollte, ihr Image aufzupolieren und bei der sich Allianzsprecher Helmbrecht ein weiteres Mal selbst darstellen durfte. Doch der Schuss ging gehörig nach hinten los!

Bereits vor Veranstaltungsbeginn wurde von AktivistInnen eine Ausstellung am Nachbarschaftshaus aufgehängt. Bilder und Berichte rund um das Thema „Polizeigewalt hat System – und viele Gesichter“ klärten die PassantInnen darüber auf, wem heute eine Plattform geboten werden soll, um sich als Opfer zu stilisieren. Die wahren Opfer wurden mit Umrissen auf den Boden gezeichnet. Namen und Todesdaten einiger Todesopfer von Polizeigewalt der letzten 20 Jahre in Deutschland machten klar, wer die TäterInnen sind. Mit Absperrband wurde der Tatort gekennzeichnet und somit dem erhöhten Sicherheitsrisiko durch die Anwesenheit dieser Gewalttäter entsprochen. Als Teil der Aktion wurden am Eingang Kontrollen von den „Autonomen für Recht, Sicherheit und Ordnung“ durchgeführt. Interessierte wie PodiumsteilnehmerInnen mussten sich Ausweis- und Taschenkontrollen unterziehen. Nicht bei allen stieß diese Maßnahme auf Verständnis. Die VeranstalterInnen der Grünen waren zwar sehr bemüht, sich mit den Protestierenden gut zu stellen, allerdings ging ihnen selbst diese Agitprop-Aktion zu weit.

Nachdem alle Interessierten den Weg zur Veranstaltung gefunden hatten, wurde die Aktion im Außenbereich für beendet erklärt. Jedoch hatten die Büttel des Kapitals auch im Saal wenig zu lachen. Es entlud sich der gesamte aufgestaute Zorn vieler Menschen, die vor allem in den vergangenen Monaten immer wieder gegen Pegida, Nügida und all den Abschaum protestiert hatten und sich hierbei von den „Freunden und Helfern“ gängeln lassen mussten. Auch der Spalter Hemlbrecht, für den das Übersteigen von Gittern rund um die Veranstaltungen der rechten HetzerInnen (das erste von einem Doppelgitter!) schon Gewalt und Provokation darstellt und der sich öffentlich von diesem aufrichtigen antifaschistischen Engagement distanzierte, wurde immer leiser.

Alles in einem ein gelungener Abend. Es hat sich gelohnt, spontanen Protest gegen diese Farce auf die Beine zu stellen. Auch wenn die Presse die Aktion tot geschwiegen hat, haben die OrganisatorInnen und die Teilnehmenden, ebenso wie etliche StadtteilbewohnerInnen den Protest wahrgenommen. Auch hat dieser Abend gezeigt, dass eine solche Veranstaltung in Gostenhof nicht unwidersprochen statt finden kann.

Danke an alle, die dabei waren!

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drucken | 14. Mai 2015 | organisierte autonomie (OA)