Flood the Governor with Freedom Postcards for Mumia

angelaO-Ton MDR: Es sind die 1970er-Jahre, noch tobt der kalte Krieg. Der „Eiserne Vorhang“ ist fest zugezurrt. Doch über den „Vorhang“ hinweg erfährt die junge Amerikanerin Angela Davis große Solidarität aus der DDR. Angela Davis, schwarze Bürgerrechtlerin, sitzt von 1970 bis 1972 unschuldig hinter Gittern. Sie ist des Mordes, Menschenraubes und der Verschwörung angeklagt. Aus der DDR erreichen sie in dieser Zeit mehr als eine Millionen Briefe und Postkarten. Als sie 1972 in allen Punkten freigesprochen wird, sagt sie: „Diese Briefe haben meine Gefängniszelle aufgeschlossen“.

Inzwischen ist Angela zwar schon 71, aber ihr Kampfesmut ist ungebrochen. In einem dramatischen Appell wendet sie sich nun selber an die Weltöffentlichkeit: Es geht um das Leben und die Gesundheit des nicht minder bekannten politischen Gefangenen Mumia Abu-Jamal. Er muß endlich freigelassen werden.

„Meine zwei Jahre Knast waren hart genug für mich!“ erläutert sie in ihrem Aufruf vom 25. Mai (1). Mumia hingegen sei jetzt über 33 Jahre in Haft, davon über 29 im Vorhof der Hölle, ein toilettengroßes Loch im Todestrakt. Als 2011 als Ergebnis der Solikampagnen das Todesurteil endlich als verfassungswidrig aufgehoben wurde, hätte Mumia längst freigelassen werden müssen.
Inzwischen sieht er sich schon wieder tödlich bedroht: durch mangelhafte Versorgung einer lebensgefährlichen Krankeit. Es sei an der Zeit, dass er nach Hause gehen kann.
Die Idee von Flood the Governor with Freedom Postcards ist ganz einfach: ein großes Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen verteilt massenhaft vorgedruckte Postkarten verbunden mit dem Aufruf, sie an die verantwortliche Stelle einzusenden. Sicher werden das nicht ebensogroße Mengen, wie sie in den bewegten ’70ern Angela helfen konnten.

Aber im Fall Mumia ist ein besonderer Aspekt, der weite Teile der Öffentlichkeit schockiert, dass wissentlich und willentlich medizinisch Mögliches unterbleibt. Ohnehin steht seine Verurteilung an sich nach heutiger Beweislage (die nie in einem fairen Verfahren vorgebracht werden konnte) auf tönernen Füßen. Eine Stufe härter ist die fehlende Be- und durch die Knastsituation ohnehin verursachte Misshandlung.

Wer sich der Kampagne Flood the Governor with Freedom Postcards anschliessen möchte, fragt im Freundes- und Bekanntenkreis sowie politischen Umfeld und bestellt dann einfach die Postkarten beim FREE MUMIA Netzwerk:

kontakt@bring-mumia-home.de

Die Postkarten sind umsonst, obwohl Spenden natürlich immer helfen (2). Das Porto in die USA kostet 80ct.

Weitere Infos zu der Kampagne Flood the Governor with Freedom Postcards auf http://www.bring-mumia-home.de

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(1) Angela Davis: Überflutet den Gouverneur von Pennsylvania mit Postkarten für  Mumia Abu-Jamal http://bring-mumia-home.de/Schreibt_Postkarten.html

(2) „Wir brauchen Kohle“ http://freiheit-fuer-mumia.de/spenden.htm

drucken | 26. Mai 2015 | Rote Hilfe - OG Nürnberg

Terminkalender

Samstag, 28.01.2023

Samstag 28.01. Komm zum Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof ab 20 Uhr

Du hast lust gemeinsam mit anderen zu Spielen? Dann komm vorbei zu unserem Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof um 20:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze. Ganz egal ob Karten- oder Brettspiel hier kannst du im lockeren Rahmen Mitspieler*innen finden und kennen lernen. Daneben wird für leckeres Essen gesorgt sein. Natürlich kannst du gerne auch eigene Spiele, die du schon immer mal ausprobieren wolltest mitbringen - das ist natürlich kein muss. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen gemütlichen Abend. Zwischen 19:00 und 20:00 Uhr findet unser offenes Treffen statt, bei dem wir wie immer Aktivitäten planen um unseren gemeinsamen Interessen als Lohnabhängige und Mieter*innen in Gostenhof Ausdruck zu verleihen und Themen diskutieren die uns im Stadtteil umtreiben.
Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.