Veranstaltung: Summer of Migration

Mittwoch 30.9 | 20 Uhr | Stadtteilzentrum Desi | Brückenstr. 23 | Nürnberg

Im Sommer 2015 kam das ausgeklügelte System, mit dem die EU versucht, Flucht und Migration zu regulieren und zu kontrollieren, ins Taumeln. Die Nachrichten waren voll davon:
Tausende Flüchtlinge, die in Budapest festsaßen, machten sich zu Fuß auf den 170 km Marsch nach Österreich. Hunderte brachen aus Internierungslagern aus, Tausende überwanden Zäune an der Grenze nach Kroatien und bahnten sich ihre Wege durch Polizeiketten.  AktivistInnen und ganz normale Leute aus Österreich und anderen Ländern fuhren im Konvoi nach Ungarn und brachten hunderte Menschen kostenlos über die Grenze. Schienenersatzverkehr und zivilen Ungehorsam nannten sie es. Verschiedene europäische Regierungen öffneten und schlossen ihre Grenzen abwechselnd. Fieberhaft wurden Zäune gebaut. Züge wurden tagelang gestoppt und dann wieder als kostenloses Transportmittel für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt.

Wir lassen die Ereignisse dieses Sommers der Migration nochmal Revue passieren. Wir versuchen sie zu sortieren, sehen Fotos und kurze Videos, diskutieren Zusammenhänge. Wir hören Berichte, von AktivistInnen, die vor Ort praktische Unterstützung geleistet haben. Und wir wollen diskutieren, wie „best practice“ Beispiele antirassistischer Aktion Schule machen und ausgebaut werden können.

Veranstalter: Bayerischer Flüchtlingsrat + IL Nürnberg offene Antira AG

drucken | 22. September 2015 | radikale Linke

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.