ey mann du opfer! – wo deutscher genderkongress draufsteht, ist purer antifeminismus drin –

ey mann hs

Am 28.11.2015 findet der sogenannte „1. Deutsche Genderkongress“ in Nürnberg statt. Die VeranstalterInnen behaupten dabei von sich, dass es sich hierbei um den ersten „ganzheitlichen Genderkongress“ handeln solle, da der Fokus des Kongresses auf Chancengleichheit nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern in der Gesellschaft liege.

MännerrechtlerInnen und antifeministischer Rollback
Ziel des Kongresses sei es, nach den VeranstalterInnen unter anderem einen Austausch zwischen Organisationen der Frauen-, Mütter- und Mädchenarbeit und der Männer-, Väter- und Jungenarbeit zu organisieren. Betrachtet man die, an der Veranstaltung beteiligten Organisation, wird sehr schnell klar, dass diesem Anspruch auf keinen Fall gerecht wird. Kein einziger Frauenverband ist Teil der veranstaltenden oder teilnehmenden Organisationen. Stattdessen finden sich dabei verschiedenste Verbände, deren Fokus allein auf eine angebliche Diskriminierung von Männer, explizit von Vätern und von Jungen gerichtet ist. Als Deckmantel werden Organisationen herangezogen, die einen intergeschlechtlichen Dialog organisieren wollen und ihren Fokus nicht explizit auf Männer gelegt haben. Exemplarisch hierfür ist das „Forum soziale Inklusion“. Zwar formuliert dieses Forum als Ziel eine Geschlechterpolitik, bei der sich Männer und Frauen auf Augenhöhe begegnen. Zwar wird auf die grundlegend Benachteiligung von Frauen eingegangen, allerdings wird diese Erkenntnis schnell revidiert, indem selektiv Felder herangezogen werden in denen es eine sehr hohe Bildungsbeteiligung von Frauen gibt. Dies wird als Beleg dafür herangezogen, dass es eine einseitige Berichterstattung über Benachteiligung von Frauen gibt, und eine Benachteiligung von Männern ausgeblendet wird. Im Unterschied hierzu versuchen sogenannte Männerrechtsverbände gar nicht erst, das scheinbare Ziel einer ausgeglichenen Geschlechterpolitik aufrecht zu erhalten. Stattdessen wird der Fokus hier nur noch auf Männer, bzw. Jungen oder Väter gelegt. Unter den teilnehmenden Verbänden befinden sich fast ausschließlich Organisationen aus diesem Spektrum. Beispielhaft ist hierfür der Verein Manndat e.V.. Dieser gibt sich gar nicht erst die Mühe eine Diskriminierung von Frauen zu relativieren, sondern postulieren, dass heutzutage Männer von gesellschaftlicher Diskriminierung betroffen seien. Unter anderem besitzt das vom Verein in seinem im Oktober 2015 veröffentlichen Buch „Das Gender System“ so bezeichnende Kapitel wie „Sexismus gegen Männer“ oder „Frauen, die nicht genug kriegen“. Männer werden in der Logik dieser Bewegung zu Opfern von gesellschaftlichen Emanzipationsbewegungen, wie der Frauenbewegung, stilisiert. Sie seien die Verlierer bei Scheidungen, da sie Unterhalt zahlen müssen. Jungen werden verweichlicht und im Bildungssystem vernachlässigt, wenn geschlechtsneutrale Erziehungsmethoden eingesetzt werden. Die Männerrechtsbewegung verharmlost durch ihre Vorstellung, dass Männer die eigentlich Diskriminierten in der Gesellschaft sind, die gesellschaftliche Realität.
Tatsächlich sind Frauen aber immer noch strukturell benachteiligt. Sie verdienen z.B. im Schnitt weniger, ihnen fällt ein Gros der Haus- und Erziehungsarbeit zu und sie müssen sich im Regelfall immer noch zwischen Kindern und Karriere entscheiden. Wer plakativ einige Bespiele herausgreift, die in das eigene Weltbild passen, etwa dass der überwiegende Anteil an Obdachlosen männlich sind oder dass in wenigen, speziellen Studiengängen eine überwiegende Anzahl der AbsolventInnen Frauen sind, der kritisiert keine gesellschaftlichen Probleme, sondern leugnet die Ursachen und nutzt die Symptome für die eigene politische Agenda.
Schlussendlich dreht sich nämlich jegliche Argumentation der Männerrechtsbewegung darum, die seit den 70er Jahren existierende Frauen- und Homosexuellenemanzipation zurückzudrängen. Feminismus zielt drauf ab, dass alle Menschen unabhängig von Geschlecht und sexueller Identität, an der Gesellschaft teil haben können. Deswegen werden eben jene Strukturen angegriffen, die einen strukturellen Ausschluss hervorrufen und manche Menschen, eben im besonderen heterosexuelle Männer privilegieren.
Das politische Programm der Männerrechtsbewegung erklärt den Feminismus stattdessen als eine feindliche Weltanschauung, die nur dazu da ist, Männer in einer diffus konstruierten Art und Weise zu unterdrücken. Verwendet wird der Antifeminismus dabei als Mittel, um die bisher erreichte Emanzipation aller, die nicht Teil der heterosexuellen, männlichen Bevölkerung sind, zurückzudrängen, bzw. weitere Erfolge in der Gleichstellung aller Geschlechter und sexueller Identitäten zu verhindern. Es handelt sich also zugespitzt um eine Bewegung, in der sich Menschen nach gesellschaftlichen Realitäten sehnen, die zuletzt in den 50er und 60er Jahren aktuell waren. Damals war der Mann noch eindeutig „Herr“ in der Kleinfamilie, die Frauen kümmerten sich um Haushalt und Kinder und man(n) wusste, dass Homosexualität und Trans*-, sowie Interidentitäten falsch und verabscheuungswürdig seien.

Angriff auf alternative Lebens- und Familienmodelle und sexuelle Selbstbestimmung
Als einzig gültigen Lebensentwurf lässt diese antifeministische Männerrechtsbewegung, die den Genderkongress in Nürnberg zu großen Teilen trägt, die heterosexuelle Zweierbeziehung und dabei vorzugsweise die klassische Ehe/ die klassische Kleinfamilie zu. Frauen sind dort meist einer Doppelbelastung ausgesetzt. Zum einen müssen sie ökonomische Arbeit verrichten, zum anderen bleibt an ihnen meistens, abgesehen von wenigen Ausnahmen die Arbeit im Haushalt hängen. Ein anderes Los ist das der klassischen Hausfrau. Statt in einem Erwerbsarbeitsverhältnis stehen Frauen dort in einem gnadenlosen, ökonomischen Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Ehepartner. Ein Ausweg aus diesem bedeutet noch heute eine radikalen Bruch mit der materiellen Versorgung und fast immer den sozialen Abstieg.Primär liegt der Fokus des Kongresses dabei auf getrennt lebenden Paaren. Getrennt lebende Männer werden hierbei zu Opfern stilisiert, da sie in den Augen verschiedener Väterorganisationen zu lange und zu hohe Unterhaltszahlungen und Alimente leisten müssen. Zusätzlich wird kritisiert, dass Väter zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen dürfen und dass eine fehlende männliche Bezugsperson schädlich in der Entwicklung der Kinder sei.
Andere Formen des Zusammenlebens und vor allem der individuellen Selbstbestimmung über das eigene Leben sind wohl innerhalb der Männerrechtsbewegung nicht denkbar. Es wird ein normatives Lebensmodell postuliert, dem sich Frauen zu beugen haben. Abweichungen von der Norm, werden als feministische Propaganda und damit als Unterdrückung des Mannes und der Männlichkeit an sich verschrien. Sexualität wird dabei in erster Linie auf den reinen Aspekt der Fortpflanzung reduziert. Sexualität, die z.B. Lustgewinn, gegenseitiger Respekt und Konsensualität einschließt wird ausgeblendet.
Identitäten jenseits der Kategorien „Mann“ und „Frau“, also Trans*- und Interidenitäten, existieren scheinbar nicht. Auch über Homosexualität schweigt man sich im besten Falle aus. Im weniger guten Fall werden auch homosexuelle Personen zu Feindbildern erklärt. Exemplarisch lässt sich hier die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar Monika Ebeling heranziehen. Sie darf auf dem deutschen Genderkongress zur Historie der Männer- und Frauenbewegung, sowie zu zukünftiger Geschlechterpolitik referieren. So kritisiert sie in ihrem Text „Keine Panik in der Geschlechterdebatte“, dass die Wertschätzung vieler Frauen für das männliche Glied zu wünschen übrig lasse und ein Bild existiere, dass es wahre Liebe nur unter Frauen gebe. Dabei vergisst sie, dass es nun mal Frauen gibt, die Vaginas Penissen vorziehen.
Das Bild eines selbstbestimmten Individuums, dass selbst entscheiden kann wie es leben und lieben will scheint nicht zu existieren.

Antifeministische Bewegung und die Neue Rechte
Der deutsche Genderkongress steht im Kontext eines gesamtgesellschaftlichen Klimas, das derzeit geprägt ist von rassistischen Pegida Aufmärschen, neokonservativen LebenschützerInnen, die auf die Straße gehen und gegen Abtreibung wettern, antifeministischen MännerrechtlerInnen, wertkonservativen Familienverbänden und rechtspopulistischen Bewegungen (Partei: Alternative für Deutschland).
Postuliert wird eine vermeintliche Unterwanderung der Gleichstellungs-, Bildungs- und Familienpolitik durch Forderungen von Frauen, ein „Genderwahn“ wird in den Medien befeuern, gegen die Homoehe wird sich offen positioniert. Ungleichheiten zwischen Geschlechtern (Verdienstmöglichkeiten, Positionen im Job) werden absprechen oder sich um die Belange besorgter Eltern gekümmert, die meinen, die Aufklärung ihrer Kinder über Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität führe zu einer „zu frühen Sexualisierung“. Angst besteht dabei jedoch vor sexueller Vielfalt, sexueller Selbstbestimmung oder der Vermittlung von Lebensformen die nicht der klassischen Mann-Frau Beziehung entsprechen. Im nostalgischen Flair erblühen dabei altbackene Vorstellungen von Kindererziehung, Familie, Ehe und Geschlecht. Vor allem in Zeiten von „Flüchtlingskrise“ und dem wirtschaftlichem „Notstand“ der finanziellen Mittel des Bundeshaushaltes, erscheint das traditionelle Familienmodell vieler deutscher BundesbürgerInnen ein adäquates Mittel zu sein, um sich vor dem „multikulti“ Durcheinander, der Angst vor Überfremdung, sozialem Abstieg oder Armut zu schützen.

Was tun?

Was wäre nun also eine angebrachte Auseinandersetzung mit Gleichstellungspolitik und im allgemeinen Sinne mit Geschlechterverhältnis? Ein erster Schritt wäre es wohl, einen Kongress zu veranstalten, bei dem soziale Realitäten im hier und jetzt nicht ignoriert werden. Aktuell sieht es nun einmal so aus, dass Frauen und LGBTIQ-Personen (lesbian, gay, bisexual, transgender, intersex and questioning) immer noch strukturell benachteiligt und zum Teil auch ausgegrenzt werden. Frauen verdienen immer noch weniger als Männer. An ihnen bleibt der Hauptteil der Hausarbeit hängen. Trans*personen sind immer noch Opfer öffentlicher Anfeindungen. Homosexualität ist bei kirchlichen Trägern ein Kündigungsgrund. Personen die nicht heterosexuell sind, werden immer noch öffentlich als krank oder abartig bezeichnet. Dies sind nur einige Beispiele. Heterosexuelle, weiße Männer hingegen sind in fast allen denkbaren Bereichen privilegiert. Daher zielt eine moderne Gleichstellungspolitik darauf ab, jene zu fördern, die nicht privilegiert sind. Wer darin eine Diskriminierung von Männern sieht, leugnet die tagtäglich stattfindende Diskriminierung von allen, die nicht männlich und heterosexuell sind. Diese Diskriminierung mag sich oft nicht in juristischer Gestalt vollziehen, informell ist sie trotzdem an der Tagesordnung. Deswegen kann davon ausgegangen werden, dass der Kongress eben nur von Akteuren getragen wird, die gar kein Interesse an einer Gleichstellungspolitik haben, die den Namen verdient, sondern auch unter Prämissen abläuft, die keine sinnvolle Diskussionsgrundlage darstellen. Es macht beispielsweise keinen Sinn, über gendersensible Bildung und Erziehung oder über das geschlechtsspezifische Lohnunterschiede zu diskutieren, wenn die Grundannahmen falsch sind.
Stattdessen wären andere Schritte deutlich sinnvoller. Denn diskussionswürdig ist die Frage, wie eine adäquate Geschlechter- und Gleichstellungspolitik im 21. Jahrhundert aussehen soll auf jeden Fall. Diese Debatte muss aber aufgrund einer fundierten Analyse und Reflexion des Ist-Zustandes basieren. Außerdem darf es nicht Ziel der Debatte sein, hinter die Errungenschaften der bisherigen Emanzipationsbewegungen zurückzufallen, sondern sie muss darauf abzielen, weiter an einer Gesellschaft zu arbeiten, in der alle Geschlechter und sexuellen Identitäten gleichberechtigt leben.
Dazu wäre auch mit der Grundannahme zu brechen, dass es nur zwei Geschlechter – Mann und Frau – gibt. Stattdessen muss betrachtet werden, dass gerade gesellschaftliche Rollenbilder, also genau das was der Begriff Gender meint, etwas gesellschaftliche Geschaffenes und damit auch Veränderbares ist. Es würde bedeuten, dass darüber diskutiert würde, wie Lebensentwürfe abseits der klassischen Ehe juristisch anerkannt werden. Es würde bedeuten, darüber zu reden, wie man verhindern kann, dass Erziehungs- und Hausarbeitstätigkeiten hauptsächlich an Frauen hängen bleiben. Es würde bedeuten, aus der Phrase von Vereinbarkeit von Kindern und Beruf, konkrete Überlegungen zu machen, wie dies umsetzbar sei. Es würde bedeuten, darüber nachzudenken, welche Rollenbilder durch Medien und Werbung Kindern vermittelt werden. Es würde bedeuten, wie geschlechtliche und sexuelle Vielfalt Kindern in der Schule vermittelt werden. Und es würde, als letztes Beispiel bedeuten, wie man die Akzeptanz von all jenen in der Gesellschaft erhöhen kann, die eine Trans*- oder Interidentität besitzen, damit das Ausleben der eigenen Identität endlich für alle zur Normalität werden kann.
All das leistet dieser Kongress leider nicht.

drucken | 18. November 2015 | radikale Linke

Terminkalender

Mittwoch, 30.09.2020

30.09.2020 - Ambulanz für politische Demenz: Was ist mit den KollegInnen des Servicebetriebs im Klinikum Nürnberg?

Im März 2020, kurz vor der Kommunalwahl wird der CSU-Oberbürgermeister-Kandidat Marcus König im Rahmen einer Diskussionsrunde der KandidatInnen gefragt, ob er eine Wiedereingliederung des Servicebetriebs ins Klinikum Nürnberg befürwortet. Diese Frage beantwortet er mit ja. September 2020: Marcus König ist inzwischen seit über einem halben Jahr Oberbürgermeister, die Kolleginnen und Kollegen des Servicebetriebs hingegen warten noch darauf, dass der Ankündigung auch konkrete Taten folgen. Zeit den Oberbürgermeister an seine Wahlversprechen zu erinnern, meinen die Initiative solidarische ArbeiterInnen und die Initiative Gesundheit statt Profit und stellen ihre Ambulanz für politische Demenz am Rathausplatz auf. Denn gegen politische Demenz hilft langfristig nur regelmäßiges Gedächtnistraining. Im Gegensatz zur Krankheit Demenz ist die politische Demenz auch leicht heilbar. Mi., 30.09.2020 | 14:30 Uhr | Rathausplatz Nürnberg Flugblatt als PDF  
Samstag, 03.10.2020

Update: Am 3. Oktober dem III. Weg den Weg versperren!

+++Update+++ Wir fahren als Autokorso nach Berlin! Alle Interessierten, die noch keinen Autoplatz haben, können sich während der üblichen Öffnungszeiten des Stadtteilladen Schwarze Katze an die Leute hinter dem Tresen wenden. Dort bekommt ihr dann Infos zu Abfahrt bzw. Treffpunkt und Autoplätze

Am 3. Oktober dem III. Weg den Weg versperren!

Die Nazi-Partei Der III. Weg ruft für den 3. Oktober 2020 zu einer Demonstration auf und will am „Tag der deutschen Einheit“ ihren am 1. Mai Corona-bedingt ausgefallenen Aufmarsch nachholen. An diesem Tag wollen die FaschistInnen sich mit ihrer pseudo-antikapitalistischen und pseudo-sozialen Rhetorik als Partei der „kleinen Leute“ darstellen.

Die Demonstration soll an einem für die deutsche Rechte historisch wichtigen Tag stattfinden. Die Annexion der DDR und die damit verbundene Wiedervereinigung Deutschlands befeuerte erneut die Großmachtsfantasien des deutschen Kapitals und der FaschistInnen. Darauf folgte in den 90er Jahren eine Serie von Brandanschlägen und Pogromen sowie die Gründung neuer Kameradschaften, in denen sich die MörderInnen des NSU sozialisierten und in deren Tradition der III. Weg steht.

Die militante Nazipartei Der III. Weg

Der III. Weg ist die Nachfolgeorganisation der beiden verbotenen Nazi-Gruppierungen Fränkische Aktionsfront (FAF) und Freies Netz Süd (FNS). Beide waren militante faschistische Kameradschaften, deren Kader sich mit der Gründung der Partei der III. Weg eine neue Struktur gegeben haben.

Beispielhaft für die Kontinuität dieser Kader steht Matthias Fischer, der allen drei Organisationen angehörte bzw. bis heute angehört. Fischer hat lange Zeit im Raum Nürnberg gewohnt und war von Anfang an einer von vielen UnterstützerInnen der rechten Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Bereits Mitte der 90er Jahre übernachteten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in seiner Nürnberger WG.

Geheimdienst unterstützt rechte Mörder

Fischers Aktivitäten blieben bis heute ungeahndet. Dies liegt nicht zuletzt an der Vertuschungsarbeit des Verfassungsschutzes. Das ist Alltag für diese Behörde, viel zu viele Beispiele sind uns bekannt, bei denen sie ihre Finger im Spiel hatte, wenn es um rassistische Morde ging. Von Solingen bis Lübcke, allzu oft war der VS mit dabei. Es wird allerhöchste Zeit, nicht nur den direkt mordenden FaschistInnen, sondern auch ihren HelferInnen das Handwerk zu legen. Wir können uns dabei nicht auf staatliche Ansätze verlassen, die vorgeblich die Gefahr von Rechts erkannt haben und nun gegen sie vorgehen möchten, denn diejenigen, die das erzählen, sind dieselben, die den Mördern Unterstützung in jeder erdenklichen Form zukommen lassen. Wir müssen den Widerstand selbst organisieren und gemeinsam als organisierte lohnabhängige Klasse rassistischer, chauvinistischer Hetze und Spaltung eine klare Absage erteilen.

Der kapitalistische Staat und die Nazis

Nazis haben für den kapitalistischen Staat eine wichtige Funktion. Unter anderem versuchen sie, die Arbeiterklasse entlang rassistischer Kriterien zu spalten. Die „deutschen“ ArbeiterInnen sollen sich mit den „deutschen“ Unternehmen und dem „deutschen“ Vorstandvorsitzenden solidarisieren und nicht mit den „türkischen“ ArbeiterInnen. Wenn die ausländische Kollegin oder die vor Krieg Geflüchteten für alle möglichen gesellschaftlichen Missstände verantwortlich gemacht werden und nicht das ausbeuterische und zerstörerische kapitalistische System, dann haben sie eine wichtige Funktion für genau dieses System erfüllt.

Die Mitglieder des III. Wegs bezeichnen sich als nationale SozialistenInnen. FaschistInnen an der Macht haben jedoch noch nie in der Geschichte die Interessen der Lohnabhängigen vertreten.

Gesellschaftlicher Rassismus

Dennoch fällt rassistische Propaganda in Teilen der Gesellschaft auf fruchtbaren Boden. Wenn Nazis Geflüchtete angreifen und in Angst und Schrecken versetzen, ist das genau das, was RassistInnen sich wünschen – und was der deutsche Staat mit seiner Politik tagtäglich exekutiert. Eine solche „Opposition“ ist dem Kapitalismus nützlich. Daran ändert auch nichts, dass der bürgerliche Rechtsstaat von Zeit zu Zeit gegen Nazis vorgeht. Er tut dies in der Regel nur, wenn er sich durch den Druck der Öffentlichkeit dazu genötigt sieht.

Es liegt an uns

Es liegt also an uns, dem III. Weg auch am 3. Oktober eine Niederlage beizubringen. Am 1. Mai haben sie das selbst getan, außer ein paar aufgehängten Transparenten brachten sie nichts zu Stande. Die revolutionäre Linke hingegen brachte trotz Corona-Pandemie in vielen Städten tausende Menschen auf die Straße, um gegen das kapitalistische System zu demonstrieren. Wir kämpfen tatsächlich für ein besseres Morgen und zwar für alle, die in diesem System zu den Unterdrückten gehören. Wir werden all denjenigen, die auf Spaltung und nationalistischen Wahn setzen, die mit ihrer menschenverachtenden Propaganda die Köpfe der Menschen vergiften wollen, keine ruhige Minute lassen. Nur gemeinsam als organisierte, kämpfende lohnabhängige Klasse ist es möglich, dieses System zu überwinden. Deshalb lasst uns am 3. Oktober den Feinden der Freiheit den Weg versperren, ihre Demonstration mit allen uns möglichen Mitteln stören und unseren Forderungen lautstark Ausdruck verleihen.

Hoch die internationale Solidarität!

Rassismus spaltet – Klassenkampf vereint!

Kein Fußbreit den Faschisten – für die soziale Revolution!

Die militante Nazipartei Der III. Weg

Der III. Weg ist die Nachfolgeorganisation der beiden verbotenen Nazi-Gruppierungen Fränkische Aktionsfront (FAF) und Freies Netz Süd (FNS). Beide waren militante faschistische Kameradschaften, deren Kader sich mit der Gründung der Partei der III. Weg eine neue Struktur gegeben haben.

Beispielhaft für die Kontinuität dieser Kader steht Matthias Fischer, der allen drei Organisationen angehörte bzw. bis heute angehört. Fischer hat lange Zeit im Raum Nürnberg gewohnt und war von Anfang an einer von vielen UnterstützerInnen der rechten Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Bereits Mitte der 90er Jahre übernachteten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in seiner Nürnberger WG.

Geheimdienst unterstützt rechte Mörder

Fischers Aktivitäten blieben bis heute ungeahndet. Dies liegt nicht zuletzt an der Vertuschungsarbeit des Verfassungsschutzes. Das ist Alltag für diese Behörde, viel zu viele Beispiele sind uns bekannt, bei denen sie ihre Finger im Spiel hatte, wenn es um rassistische Morde ging. Von Solingen bis Lübcke, allzu oft war der VS mit dabei. Es wird allerhöchste Zeit, nicht nur den direkt mordenden FaschistInnen, sondern auch ihren HelferInnen das Handwerk zu legen. Wir können uns dabei nicht auf staatliche Ansätze verlassen, die vorgeblich die Gefahr von Rechts erkannt haben und nun gegen sie vorgehen möchten, denn diejenigen, die das erzählen, sind dieselben, die den Mördern Unterstützung in jeder erdenklichen Form zukommen lassen. Wir müssen den Widerstand selbst organisieren und gemeinsam als organisierte lohnabhängige Klasse rassistischer, chauvinistischer Hetze und Spaltung eine klare Absage erteilen.

Der kapitalistische Staat und die Nazis

Nazis haben für den kapitalistischen Staat eine wichtige Funktion. Unter anderem versuchen sie, die Arbeiterklasse entlang rassistischer Kriterien zu spalten. Die „deutschen“ ArbeiterInnen sollen sich mit den „deutschen“ Unternehmen und dem „deutschen“ Vorstandvorsitzenden solidarisieren und nicht mit den „türkischen“ ArbeiterInnen. Wenn die ausländische Kollegin oder die vor Krieg Geflüchteten für alle möglichen gesellschaftlichen Missstände verantwortlich gemacht werden und nicht das ausbeuterische und zerstörerische kapitalistische System, dann haben sie eine wichtige Funktion für genau dieses System erfüllt.

Die Mitglieder des III. Wegs bezeichnen sich als nationale SozialistenInnen. FaschistInnen an der Macht haben jedoch noch nie in der Geschichte die Interessen der Lohnabhängigen vertreten.

Gesellschaftlicher Rassismus

Dennoch fällt rassistische Propaganda in Teilen der Gesellschaft auf fruchtbaren Boden. Wenn Nazis Geflüchtete angreifen und in Angst und Schrecken versetzen, ist das genau das, was RassistInnen sich wünschen – und was der deutsche Staat mit seiner Politik tagtäglich exekutiert. Eine solche „Opposition“ ist dem Kapitalismus nützlich. Daran ändert auch nichts, dass der bürgerliche Rechtsstaat von Zeit zu Zeit gegen Nazis vorgeht. Er tut dies in der Regel nur, wenn er sich durch den Druck der Öffentlichkeit dazu genötigt sieht.

Es liegt an uns

Es liegt also an uns, dem III. Weg auch am 3. Oktober eine Niederlage beizubringen. Am 1. Mai haben sie das selbst getan, außer ein paar aufgehängten Transparenten brachten sie nichts zu Stande. Die revolutionäre Linke hingegen brachte trotz Corona-Pandemie in vielen Städten tausende Menschen auf die Straße, um gegen das kapitalistische System zu demonstrieren. Wir kämpfen tatsächlich für ein besseres Morgen und zwar für alle, die in diesem System zu den Unterdrückten gehören. Wir werden all denjenigen, die auf Spaltung und nationalistischen Wahn setzen, die mit ihrer menschenverachtenden Propaganda die Köpfe der Menschen vergiften wollen, keine ruhige Minute lassen. Nur gemeinsam als organisierte, kämpfende lohnabhängige Klasse ist es möglich, dieses System zu überwinden. Deshalb lasst uns am 3. Oktober den Feinden der Freiheit den Weg versperren, ihre Demonstration mit allen uns möglichen Mitteln stören und unseren Forderungen lautstark Ausdruck verleihen.

Hoch die internationale Solidarität!

Rassismus spaltet – Klassenkampf vereint!

Kein Fußbreit den Faschisten – für die soziale Revolution!