Mobi- und Auftaktkonferenz der Kampagne „Fluchtursachen bekämpfen“ am 30. Juli in Nürnberg

12493822_1747570552145694_2923055722841718528_o Die Zeiten sind heftig. Es gibt viel zu tun – und viel zu besprechen. Das Bündnis „Fluchtursachen bekämpfen“ lädt euch ein, mit uns gemeinsam Wege zu besprechen, mit denen eine kämpferische Linke wirkungsmächtiger werden kann. Gemeinsam, solidarisch, einander stärkend. In Solidarität mit den Protesten gegen das bayerische Integrationsgesetz, gegen das auch unser Bündnis scharf protestiert, haben wir die zentrale Demonstration des Bündnisses „Fluchtursachen bekämpfen“, zu der wir bundesweit aufrufen, auf den 29. Oktober 2016 verlegt. Am 22. Oktober findet nämlich in München die Demo eines sehr breiten Bündnisses gegen das Integrationsgesetz statt.

Die aktuelle politische Situation hat ein historisches Ausmaß. Nicht nur das stetige Wachsen faschistischer Strömungen in Europa, eine zunehmend aufgehetzte Öffentlichkeit, bürgerliche Parteien, welche rassistischte Gesetze verabschieden und eine boomende Industrie, die hier und weltweit nahezu unwidersprochen ihren Schrecken verbreiten kann und weiter Fluchtgründe produziert. Die Verantwortlichen für Kriege, Elend und Umweltzerstörung nutzen die Folgen ihrer Politik um auch hier mittels „Leitkultur“, rassistischer Gesetze, Entrechtung und Konkurrenz Spaltungen zu vertiefen, jedes Aufbegehren im Keim zu ersticken und die Ausbeutung zu verschärfen.

Doch es gibt es auch ein breites Spektrum von Initiativen, Bündnisse, Organisationen und Einzelpersonen, die täglich durch verschiedenste Interventionen versuchen, dem etwas entgegen zu setzen. Es ist höchste Zeit, gemeinsam zu handeln. In Anbetracht der dramatischen Situation ist es unabdingbar, bestehende Strukturen und Aktivitäten in Austausch zu setzen und aufeinander zu beziehen, um dadurch die notwendige Wirkung zu entfalten. Unser Ziel ist es, das isolierte, vereinzelte und wenig wirkungsmächtige zu überwinden und anstelle dessen geballt zum Ausdruck zu bringen, was uns gemeinsam wütend macht.

Zunächst wollen wir mit Euch zusammen dezentrale Aktionen und eine Demonstration zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg am 29. Oktober besprechen. Doch dies soll nur ein Anfang sein!

Die Kampagne „Fluchtursachen bekämpfen“ deckt folgende Themen ab:

Benennung der Ursachen von Flucht und Vertreibung. In erster Linie die Kriege, welche mittel- oder unmittelbar für die Interessen der Herrschenden geführt werden und das weltweite Wüten des Kapitalismus.

Die politische und gesellschaftliche Entwicklung nach rechts.
Rassistische Hetze und faschistischen Terror.

Die staatliche Repression gegen Geflohene in der BRD, staatlichen Rassismus, Abschiebungen, den Rechtsstatus und die Lebensbedingungen von Flüchtlingen.

Das Grenzregime der EU, Frontex und das tausendfache Sterben an den EU-Außengrenzen sowie schmutzige Abkommen wie mit dem AKP-Regime.

Viel zu lange haben wir nur vereinzelt den gleichen Kampf geführt. Wir haben das Bündnis „Fluchtursachen bekämpfen“ gegründet, um politische Gruppen und Organisationen, HelferInnenkreise und Flüchtlingsorganisationen zusammenzubringen, um die Spaltung der Gesellschaft zu brechen und dem rechten Vormarsch in Europa eine geeinte Linke entgegenzustellen.
Aus den selben Gründen laden wir alle linken Gruppen dazu ein, sich an unserer Konferenz zur Vorbereitung der Großdemonstration am 29. Oktober in Nürnberg zu beteiligen.

Am 30.07. treffen wir uns um 10:00 Uhr in der Villa Leon, Philipp-Körber-Weg 1, 90439 Nürnberg

Es wird einen Rückblick und eine Einschätzung der Geschehnisse des letzten Jahres geben und das Bündnis „Fluchtursachen bekämpfen“ wird sich und die Kampagne vorstellen. Außerdem werden wir uns in Arbeitsgruppen zusammenfinden um Perspektiven und Strategien auszutauschen und zu diskutieren, wie eine effiziente und langfristige Vernetzung von Organisationen und das Verknüpfen von Aktionen mit der gemeinsamen Kampagne gewährleistet werden kann. Die Demonstration im Oktober selbst soll dann der Startschuss für das gemeinsame Vorgehen gegen die Fluchtursachen und gegen das Erstarken der Rechten darstellen.

Wir sind viele und wir nehmen diese Entwicklung nicht hin, also finden wir uns zusammen und verbinden wir unsere Kämpfe, gemeinsam am 29.Oktober in Nürnberg und darüber hinaus!

Es gibt viel zu besprechen. Wir freuen uns auf den Austausch mit Euch und auf gemeinsame Aktionen!

Einladungstext und geplante Tagesordung der Konferenz senden wir Euch gerne auf Anfrage zu.

Bündnis „Fluchtursachen bekämpfen“

https://fluchtursachen.tk/
facebook.com/fluchtursachen

drucken | Continue | 4. Juli 2016 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Samstag, 28.01.2023

Samstag 28.01. Komm zum Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof ab 20 Uhr

Du hast lust gemeinsam mit anderen zu Spielen? Dann komm vorbei zu unserem Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof um 20:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze. Ganz egal ob Karten- oder Brettspiel hier kannst du im lockeren Rahmen Mitspieler*innen finden und kennen lernen. Daneben wird für leckeres Essen gesorgt sein. Natürlich kannst du gerne auch eigene Spiele, die du schon immer mal ausprobieren wolltest mitbringen - das ist natürlich kein muss. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen gemütlichen Abend. Zwischen 19:00 und 20:00 Uhr findet unser offenes Treffen statt, bei dem wir wie immer Aktivitäten planen um unseren gemeinsamen Interessen als Lohnabhängige und Mieter*innen in Gostenhof Ausdruck zu verleihen und Themen diskutieren die uns im Stadtteil umtreiben.
Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.