8.März ist Welt Frauen*Kampftag!

8. März WeltFrauen*Kampftag
Frauen*, die kämpfen sind Frauen*, die leben!
Feminismus ist Antirassismus und Antikapitalismus!

Beteiligt euch zahlreich an den Aktionen rund um den 8. März!

11. März | 12 Uhr | Demonstration Auftakt am Weißen Turm

11.März | 20 Uhr | Frauen*Party, Stadtteilzentrum Desi, Brückenstr.23

Am 8. März ist WeltFrauen*Kampftag. Vieles wurde schon erreicht, noch mehr gilt es zu erkämpfen!!
Am internationalen Frauen*kampftag geht es uns darum, die alltägliche und weltweite patriarchale Unterdrückung zum Thema zu machen. Immer noch geht es um Gleichberechtigung; immer noch geht es um die Emanzipation aller Menschen; immer noch geht es um den Kampf gegen Sexismus; immer noch geht es um Befreiung aus dem Patriarchat, um ein selbstbestimmtes Leben und eine herrschaftsfreie Gesellschaft.

1910 rief die Kommunistin und Frauen*rechtlerin Clara Zetkin dazu auf, jährlich einen internationalen Frauen*kampftag durchzuführen. Weltweit gehen Millionen Menschen jedes Jahr auf die Straße im Kampf gegen Patriarchat, Kapitalismus und Imperialismus.

Errungenschaften der Vergangenheit wie das Wahlrecht für Frauen*, die Möglichkeit auf Erwerbstätigkeit, gleiche Bildungschancen unabhängig vom Geschlecht oder das Recht, zumindest weitgehend über Körper und Sexualität selbst bestimmen zu können, scheinen in den Industrienationen in der Gesellschaft verankert zu sein. Der Schein, dass damit die patriarchale Unterdrückung beseitigt sei, trügt jedoch. Diese Rechte wurden historisch von vielen Frauen* erkämpft. Es hat jahrhundertelang gedauert – und es gibt keine Garantie dafür, dass diese Errungenschaften Bestand haben.
Denn noch immer leben wir in einem auf Unterdrückung basierenden kapitalistischen System, das seine Herrschaft auf Ungleichheitsmechanismen wie Patriarchat und Rassismus aufbaut. In Krisenzeiten wird verstärkt darauf zurückgegriffen, wie zurzeit u.a. am wieder wachsenden Antifeminismus und Rechtspopulismus zu spüren ist.

So sind es auch Frauen*, die die Veränderungen am Arbeitsmarkt stärker zu spüren bekommen. In Deutschland wurde in den letzten Jahren ein riesiger Niedriglohnsektor geschaffen und dadurch prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen ausgebaut. Es sind vor allem Frauen*, die in Teilzeit arbeiten oder geringfügig beschäftigt sind. Ohne staatliche Unterstützung kommen etliche nicht aus. Die daraus resultierende Altersarmut ist bei vielen vorprogrammiert.
Die herrschende Ungleichheit wird auch bezüglich der Reproduktionsarbeit deutlich. Egal ob im Privaten oder in Beruf, Care-Arbeit (Kinderbetreuung, Kranken-und Altenpflege, Haushalt) wird nach wie vor großteils von Frauen* erledigt.

Weltweit erleben wir einen Roll-Back. Nicht nur hier, sondern in vielen Ländern schüren rechte und faschistische Bewegungen Homophobie und propagieren eine Rückkehr zu konservativen Geschlechterrollen; religiös-fundamentalistische Bewegungen erstarken, beispielsweise machen christliche Abtreibungsgegner*innen nicht nur in Polen mobil; in den USA kommt ein durch Wahlen legitimierter sexistischer Rassist an die Regierung. Auch fundamentalistisch-islamistische Bewegungen dringen weltweit vor – sei es in Gestalt der Taliban, der Boko Haram, des IS oder dessen Unterstützer Erdogan, der mit dem Aufbau der Präsidialdiktatur die Lebensbedingungen für Frauen* radikal verschlechtert.

Weltweit leben Frauen* nach wie vor in einer Situation permanenter Unterdrückung und alltäglicher Gewalt. Durch die Ausweitung imperialistischer Kriege und die Unterwerfung der gesamten Welt unter eine kapitalistische Ausbeutungslogik nehmen Armut und Hunger weltweit zu. Von dieser Entwicklung sind Frauen* besonders betroffen. Millionen Menschen auf der Flucht sind die Folge.
Auch auf der Flucht wirken patriarchale Herrschaftsmechanismen und bringen besondere Gefahren mit sich. Frauen* Kinder und alle Menschen, die nicht ins heteronormative Weltbild passen sind davon besonders betroffen. Sie sind von sexueller Ausbeutung, Versklavung, Vergewaltigung bedroht. Hinzu kommt, dass Frauen* aufgrund der ihnen zugewiesenen Reproduktionsarbeit wie Kinderversorgung, Kochen etc., besonderen Strapazen ausgesetzt sind.

Solidarisieren wir uns mit unseren Schwestern in allen Ländern! Kämpfen wir gemeinsam für eine Zukunft ohne Sexismus, Homophobie und Unterdrückung!
Feminismus ist Antirassismus und Antikapitalismus! Für eine herrschaftsfreie Gesellschaft weltweit!

Jin Jian Azadi – Frau Leben Freiheit
Unser Leben im Patriarchat und Kapitalismus ist Widerstand – gemeinsam solidarisch kämpfen!
Feministischer Widerstand bleibt antirassistisch!

 

 

 

 

drucken | 8. März 2017 | Revolutionär organisierte Jugendaktion

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.