Angeklagt ist eine gemeint sind wir Alle!

| Dienstag 18.April 2017 | Prozessbeginn 10:30 (Früher kommen wegen Einlasskontrollen!) | Amtsgericht Nürnberg, Fürther Straße 110 Saal 126 |

Und wieder steht eine von uns vor Gericht…

Am Dienstag den 18.04. findet vor dem Amtsgericht Nürnberg erneut ein Prozess gegen eine von uns statt. Die Angeklagte ist seit Jahren aktiver Teil des 8. März Bündnis und setzt die Frauenfrage in Nürnberg mit auf die Agenda. Sie kämpft hier mit uns gegen die Unterdrückung von Frauen weltweit. Nun steht sie vor Gericht, weil ihr ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen wird. Unsere Freundin war im Juli 2016 Anmelderin einer Kundgebung. Im Anschluss meldete sie eine spontane Demonstration an, wofür sie zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

Am Dienstag den 18. April 2017 findet nun die Berufungsverhandlung statt.

Nürnberg – Stadt der Menschenrechte?

Dass die so genannte Stadt der Menschenrechte Nürnberg gegen AnmelderInnen von linken Demonstration vorgeht und diese mit Einschränkungen des Demonstrationsrecht konfrontiert und schikaniert oder die Polizei sie mit Anzeigen und Strafen überzieht ist nichts neues.

Die betreffende Kundgebung und die daraus folgende Spontandemo sollten ein Zeichen setzen: gegen Krieg und Repression in der Türkei, für eine Ende der Massaker, die der türkische Staat an Kurdinnen und Kurden begeht, für die Freiheit von Abdullah Öcalan und allen politischen Gefangenen und gegen die Errichtung einer Präsidialdiktatur ohne jede Presse- und Meinungsfreiheit. Statt dieser Forderung angemessenen Raum zu gewähren greift die Stadt Nürnberg selbst zu Repression und setzt so ihrerseits ein Zeichen: gegen freie Meinungsäußerung und das Recht auf Versammlungsfreiheit. Dieses Vorgehen reiht sich ein in den repressiven Umgang mit linken türkischen und kurdischen AktivistInnen. Gleichzeitig demonstrieren deutsche und türkische FaschistInnen und NationalistInnen regelmäßig in Nürnberg, ihnen werden Sonder-U-bahnen zur Verfügung gestellt und ganze Stadtteile werden für sie abgeriegelt.

Angeklagt wird eine – gemeint sind wir alle.

Deswegen ist es wichtig diese Repression nicht unbeantwortet und keine von uns alleine zu lassen!

Kommt am Dienstag den 18.April zum Gericht und zeigt eure Solidarität mit unserer Freundin.

„Heute trifft es mich und morgen seid ihr dann dran.“

Dienstag 18.April 2017

Amtsgericht Nürnberg, Fürther Straße 110 Saal 126

Prozessbeginn 10:30 Uhr – kommt rechtzeitig zum Gericht, bei der Kontrolle am Eingang ist mit Wartezeiten zu rechnen!

drucken | 13. April 2017 | redside

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.