Das war das Stadtteilpicknick

Für den 25.07.2017 warb die organisierte autonomie (OA) und die Initiative Mietenwahnsinn stoppen für ein Picknick am Jamnitzerplatz in Gostenhof. Der Jamnitzer wird vielfältig genutzt, ist Ort des Austausches und des Zusammenkommens. Familien mit Kindern, älteren Mitmenschen und Jugendliche treffen sich hier, genießen das Wetter, ihr Feierabendbier oder machen Sport. Für die InvestorInnen und einige HausbesitzerInnen ist der Ort aber ein Schandfleck. Er ist ihnen zu laut und die NutzerInnen stören ihre Profitinteressen. Teure Wohnungen lassen sich eben dort besser vermieten oder verkaufen wo Gratisruhe, Zucht und Ordnung herrschen.

Der Platz soll nun in den nächsten Jahren grundlegend umstrukturiert und aufgewertet werden. Dass unser Platz anhand der Interessen von InvestorInnen und derjenigen, die ihn nicht nutzen, gestaltet wird dürfen wir nicht zulassen. Die Folgen davon, Mietsteigerungen in den umliegenden Straßen und die Verdrängung der NutzerInnen werden wir nicht akzeptieren. Wir sind der Meinung, die Plätze denen, die sie nutzen!
Mit dem Picknick wollten wir einen Ort schaffen, an dem alle die den Platz nutzen zusammenkommen und sich austauschen können.

Starker Dauerregen machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. Ein Picknick war unmöglich geworden. Glücklicherweise konnte schnell eine alternative gefunden werden für alle, die trotzdem gekommen waren. Das Begegnungscafe – Begegnung statt Spaltungbot uns im Stadtteilladen Schwarze Katze, an der Ecke zum Jamnitzerplatz, unterschlupf. In gemütlicher Atmosphäre genoßen alle, die zu einem Buffet aufgebauten mitgebrachten Speißen. Eröffnet wurde das Buffet mit einem Redebeitrag der OA und der Initiative Mietenwahnsinnstoppen. Bis spät in den Abend saßen GostenhoferInnen mit den Jugendlichen Flüchtlingen aus dem Begegnungscafe zusammen, tauschten sich aus, spielten Brettspiele oder Karten und lernten sich besser kennen.

Am Rande sein noch erwähnt, dass eine USK-Einheit (Sondereinheit der Polizei), die ansonsten häufig bei Prosteten gegen Pegida o.ä. auftritt, rund um den Platz positioniert war und Streifenwägen im strömenden Regen unablässig ihre Runden zogen. Fest steht, dass sie wohl kaum als BewohnerInnen des Viertels am Picknick teilnehmen wollten. Ob sie das Picknick verhindern wollten, werden wir wohl ein anderes Mal herausfinden müssen.

Keine Entscheidungen über unsere Köpfe!
Die Plätze denen, die sie nutzen!
Gemeinsam gegen Aufwertung, Ausverkauf und Verdrängung!
Unsere Häuser – unsere Parks!

drucken | 30. Juli 2017 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.