Suizid an Weihnachten

Ein verlockender Gedanke – und warum wir trotzdem davon abraten.

Prolos-Weihnachts-Kneipe

am 22. Dezember 2017 ab 19.00 Uhr

im Stadtteilladen Schwarze Katze, Untere Seitenstraße 1 in Gostenhof.

Weihnachten. Fest der Freude, der Geburt Jesu Christi, heiligstes aller Feste im kapitalistischen Abendland. Weihnachten, das ist das fröhlichste Fest der Verblendung, das sich das christliche Abendland hat einfallen lassen.

Selbe Zeit, außerhalb des Abendlandes: Syrien, 24. Dezember. Die Bomben fallen weiter. Stellen eigentlich die US-Imperialisten am Fest der Nächstenliebe ihre Drohnenangriffe in Pakistan ein? Wohl kaum. Es gibt keinen Konsumrausch ohne Krieg.

Wagen wir einen Blick raus aus einer sehr durch die deutsche Romantik geprägte Sicht auf das Weihnachtsfest, wagen wir einen Schritt in die Realität.

Das Elend des Überlebens im Kapitalismus durch Suizid zu beenden ist sicher naheliegend und legitim. Die schönere Lösung jedoch liegt darin, das Überleben einzutauschen gegen das Leben, gegen das Erwachen, den Kampf und das Feuer.

Denn nichts freut uns an Weihnachten mehr, als zu sehen wie die AnarchistInnen jedes Jahr, anstatt Zuhause im Winterschlaf zu versinken, sich aufmachen um den großen Weihnachtsbaum in der Athener Innenstadt in Flammen aufgehen zu lassen.

Mit gutem Essen, Getränken mysteriösen Inhalts und Musik von „Suicide is painless“ bis „Lust for life“.

drucken | 15. Dezember 2017 | Prolos

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.