Aktionstag im Land der Reaktion – „Widerständiges Bayern“ auf Radio Z

Aktionstag im Land der Reaktion – „Widerständiges Bayern“ auf Radio Z

Ein Beitrag zur Kampagne „Widerständiges Bayern“ vom freien Sender Radio Z:

„Ein Bayern der Rechten und Reichen. Der Spießer und Sexisten. Ein Bayern der Bullen und Bonzen.“ Kaum einer würde Bayern einen fortschrittlichen Charakter attestieren. Das geht auch anders, meint die Kampagne Widerständiges Bayern und will eine neue Perspektive für Bayern skizzieren.

„Wir leben in einer turbulenten Zeit. Mindestens europaweit herrscht ein Klima der Polarisierung. Bislang ist es – bis auf wenige Ausnahmen – vor allem den Rechten gelungen, dieses Klima für sich zu nutzen. Ein ähnliches Bild herrscht vor, ob Frankreich, Italien, Skandinavien oder Osteuropa. Rechte Bewegungen auf dem Vormarsch, in vielen Ländern schon in Regierungsposition. Der Rechtsruck manifestiert sich aber nicht nur an der Stärke faschistischer Bewegungen. Maßgebend für einen solch spürbaren Rechtstrend, ist die Entwicklung schon bestehender Verhältnisse. Vor allem in staatlichen und staatstragenden Institutionen wird das offenbar. Indikatoren sind also auch: Knallharter Klassenkampf von Oben, verschärfte Repression staatlicher Behörden, Gesetzesänderungen. Bundesweit lässt sich das hervorragend beobachten, Passgeber fast immer die bayerische Staatsregierung. Eine Antwort von Links auf diese Entwicklungen lässt lange auf sich warten, aber langsam regt sich Widerstand – vielerorts.
Die Kampagne „Widerständiges Bayern“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Vernetzung dieser vereinzelten Widerstandsversuche zu unterstützen. So soll eine höhere Durchschlagskraft im Kampf gegen den Rechtsruck generiert werden. Dazu ist am kommenden Samstag ein Aktionstag in der Nürnberger Innenstadt geplant. Ich sprach mit Kevin Eschland von der Kampagne Widerständiges Bayern…“

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drucken | 19. Juli 2018 | Prolos

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.