Demonstration zum 20. Todestag von Andrea Wolf am 27.Oktober in München

Zum 20. Jahrestag der Ermordung der Münchner Internationalistin Andrea Wolf (Ronahî) und weiterer Genoss*innen wird am 27. Oktober eine Demonstration in München stattfinden.

Vor fast 20 Jahren, am 23. Oktober 1998, wurde Andrea Wolf (Nom de Guerre: Ronahî) bei einem Kriegsverbrechen der türkischen Armee in den Bergen Kurdistans gefangengenommen, gefoltert und hingerichtet. Bei der Operation des türkischen Militärs in der nordkurdischen Provinz Wan verloren insgesamt 24 Kämpfer*innen der kurdischen Befreiungsbewegung ihr Leben. Am Samstag, dem 27. Oktober, wird zum 20. Todestag von Ronahî und den anderen Getöteten eine internationalistische Demonstration in München stattfinden.

Erstunterzeichner*innen der Demonstration können sich bis Mittwoch, 10. Oktober 2018, an das Münchner Bündnis „Hände weg von Afrin“ wenden: ronahiandreawolf@riseup.net oder handewegvonefrin@gmail.com

Zum 20. Jahrestag der Ermordung der Münchner Internationalistin

Andrea Wolf / Ronahî und ihrer GenossInnen

#DeutscheWaffenTatortKurdistan

Deutsche Waffenexporte stoppen

#aus_gerüstet

Internationalistische Demonstration in München
Auftakt: 13 Uhr Marienplatz am Samstag, 27. Oktober 2018

Im Oktober jährt sich zum 20. Mal der Todestag der Internationalistin Andrea Wolf (Sehîd Ronahî). Aus diesem Anlass rufen wir für den 27. Oktober zu einer großen internationalistischen Demo am Münchner Marienplatz auf.

Die Münchnerin Andrea Wolf war eine Revolutionärin. Nachdem sie jahrelang in München und Frankfurt in der autonomen, feministischen und linksradikalen Szene aktiv war, ging sie 1995 nach Kurdistan. Sie schloss sich dort 1996 der YAJK an, dem Verband freier Frauen Kurdistans, und kämpfte gegen die türkische Armee, die schon damals einen Krieg gegen die Kurdinnen und Kurden in der Südosttürkei führte. Am 23. Oktober 1998 wurde Andrea gemeinsam mit weiteren kurdischen Guerillas bei einem Kriegsverbrechen der türkischen Armee als unbewaffnete Gefangene gefoltert und hingerichtet.

Bis heute führt die Türkei Krieg gegen die kurdische Bevölkerung in der Türkei, dem Irak und Syrien und ihre Idee einer freien Gesellschaft. Seit dem arabischen Frühling 2012 erkämpfte die Bevölkerung in den kurdischen Gebieten Nordsyriens (Rojava) ein Rätesystem nach dem Vorbild des demokratischen Konföderalismus. Grundpfeiler dieses Systems sind Toleranz, Basisdemokratie, soziale Gerechtigkeit Ökologie und die Befreiung der Frau.

Diese Vision einer gerechteren Gesellschaft wollen Erdogan und sein AKP-Regime zerschlagen. Afrin, einer der drei Kantone von Rojava in Nordsyrien, wurde Anfang 2018 durch einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg besetzt und ethnisch gesäubert. Hunderte Kämpfer der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG und YPJ wurden ermordet. Hunderttausende Menschen befinden sich seitdem vor den andauernden Militäroperationen auf der Flucht – auch vor deutschen Panzern. Denn Hilfe bekam das türkische Militär zum einen von islamistisch-faschistischen Milizen, zum anderen von Deutschland in Form von Geldern und Waffen. Rhein-Metall, Thyssen-Krupp und Krauss-Maffei Wegmann sind nur einige Namen von Firmen, die an dem schmutzigen Krieg in Kurdistan verdienen. Auch hier in Deutschland leiden wir darunter, da die deutschen Behörden durch massenhafte Repressionen an politischen Aktivist*innen die diktatorische Politik Erdogans unterstützen. Zuletzt wurde der patriarchale Herrscher Erdogan in Deutschland mit rotem Teppich empfangen, um unter anderem erneute Waffenverkäufe, Kredite und Investitionen in der Türkei zu vereinbaren. Der deutsche Staat beteiligt sich somit direkt am militärischen Vorgehen gegen die kurdische Bevölkerung. Und mit dem menschenverachtenden deutsch-türkischen Deal gegen Geflüchtete ist die Bundesregierung mitverantwortlich für das Sterben im Mittelmeer.

Deshalb wollen wir am 27. Oktober nicht nur dem Tod von Andrea Wolf und ihrer GenossInnen gedenken, sondern auch aktiv eintreten, wofür sie ihr ganzes Leben gekämpft hat: Für eine befreite Gesellschaft, gegen den deutschen und türkischen Militarismus sowie für die Befreiung der Frauen vom Patriarchat!

– Kampf dem AKP-Regime! Rüstungsexporte stoppen! Solidarität mit Rojava und dem Aufbau des demokratischen Konföderalismus!

– Deutsche Panzer raus aus Kurdistan:
Für die sofortige Einstellung aller Waffenlieferungen an die Türkei

– Schluss mit den Kriegsverbrechen des türkischen Staates

– Stoppen wir den deutsch-türkischen Deal gegen Geflüchtete

– Für die Aufhebung des PKK-Verbots und die Beendigung aller Repressionen gegen Kurd*innen in Deutschland: Kommt massenhaft zu den Prozessen gegen AktivistInnen in München!

aktuelle Infos unter: https://ronahiandreawolf.noblogs.org

 

 

drucken | 12. Oktober 2018 | redside

Terminkalender

Samstag, 28.01.2023

Samstag 28.01. Komm zum Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof ab 20 Uhr

Du hast lust gemeinsam mit anderen zu Spielen? Dann komm vorbei zu unserem Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof um 20:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze. Ganz egal ob Karten- oder Brettspiel hier kannst du im lockeren Rahmen Mitspieler*innen finden und kennen lernen. Daneben wird für leckeres Essen gesorgt sein. Natürlich kannst du gerne auch eigene Spiele, die du schon immer mal ausprobieren wolltest mitbringen - das ist natürlich kein muss. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen gemütlichen Abend. Zwischen 19:00 und 20:00 Uhr findet unser offenes Treffen statt, bei dem wir wie immer Aktivitäten planen um unseren gemeinsamen Interessen als Lohnabhängige und Mieter*innen in Gostenhof Ausdruck zu verleihen und Themen diskutieren die uns im Stadtteil umtreiben.
Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.