Faschistische Möchtegern-Schutztruppe tourt durch Nürnberg

Manch eineR wird es schon in den Nürnberger Nachrichten mitbekommen haben oder sogar selbst gesehen haben: Am Sonntag den 9. Oktober tourte eine Gruppe von Nazis durch Nürnberg und auch in Gostenhof verteilten sie Flugblätter. in roten Warnwesten. Sie sind Teil der sogenannten „Schutzzonen“-Kampagne der Nationaldemokratischen Partei Deutschland (NPD). Laut Selbstdarstellung der Neonazis, wollen sie mit ihrem Auftritt eine Art Bürgerwehr darstellen und für Sicherheit auf den Straßen Nürnbergs sorgen. Soweit die Propaganda der NPD. In der Realität schert sich die NPD doch wohl eher wenig darum Straftaten zu verhindern. So wurde z.B. Sascha Roßmüller Mitglied des Parteivorstands der NPD 2015 aufgrund einer Messerstecherei im Rockermilleu wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die noch unbeholfenen Versuche für „Sicherheit“ zu sorgen, sollen dazu dienen alle MigrantInnen und alle Menschen die nicht ins Weltbild der Faschisten passen einzuschüchtern und beim Rest erst Angst und Unsicherheit zu schüren.

Die Polizei schaut zu

Beim Anblick der Nazis in Warnwesten riefen am 9. Oktober mehrere Menschen die Polizei. Streifenwagen waren zwar unterwegs, allerdings kontrollierten die PolizistInnen laut einem Artikel der Nürnberger Nachrichten lediglich Unbeteiligte. Nach dem ersten Auftritt der Schutzzone-Faschisten im September hatten die Polizei und die Stadt Nürnberg gegenüber der Lokalpresse große Töne gespuckt. Beide Behörden kündigten an mit allen Mitteln gegen rechte Bürgerwehren vorzugehen. Doch einen Monat später zeigt sich was die Polizei gegen die Neonazis unternommen hat. Gegenüber dem Radiosender Radio Z kündigte eine Sprecherin der Stadt Nürnberg an, mit Ordnungswidrigkeiten den Nazis in Zukunft das Leben schwer zu machen, allerdings bisher keine Handhabe gehabt zu haben. Ebenfalls bei Radio Z gab eine Sprecherin der Polizei Mittelfranken an, dass alle Ermittlungsverfahren gegen die Neonazis im Sande verlaufen sind. Im Klartext heißt das, die Neonazis können ohne staatliche Konsequenzen weiter ihr Unwesen treiben. Konsequenter reagierten dagegen einige Menschen am Veit-Stoß Platz. Sie erteilten den Faschisten eine Absage und stellten sich den Neonazis entgegen. Alarmiert durch die Sichtungen der Neonazis machten sich zudem einige AntifaschistInnen aus dem Viertel auf die Suche nach der Möchtegern-Bürgerwehr. Die Faschisten konnten sich aus der Affäre ziehen, da ihr Besuch in Gostenhof nur von kurzer Dauer war.

 

So sieht die Möchtegern-Schutztruppe der NPD aus. Bild: screenshot youtube

Ihr Kontrollwahnsinn gegen unsere Sicherheit

Laut ihrer Propaganda will die NPD die Polizei bei ihrer Arbeit unterstützten. Diese weist die Hilfe der Nazis von sich und betont ihr Gewaltmonopol. Das heißt, dass die Polizei die einzige Vereinigung sein möchte, welche Menschen Gewalt an tun darf. Wer im Sommer in Gostenhof draußen unterwegs ist, hat es vielleicht am eigenen Leibe erlebt: Die Hilfe der Nazis braucht die Nürnberger Polizei beileibe nicht. Sie schafft es schon selbst, Menschen die sich auf öffentlichen Plätzen aufhalten, das Leben schwer zu machen. Sei es durch erniedrigende Kontrollen oder das Durchsetzen absurder Verbote am Jamnitzerplatz, wie z.B. dem Verbot gegen Fahrradfahren, gegen Hunde oder dem öffentlichen Trinken von Alkohol. Hier schafft es die Polizei regelmäßig, mit voller Härte, Ordnungswidrigkeiten aufzunehmen, während sie es „nicht schafft“ die Tour von einigen Neonazis auch nur einzuschränken. Vielmehr zeigt sich wieder einmal, dass der Staat wohl eher nicht willens ist mit allen Mitteln gegen Rechts Vorzugehen. Das hat sich nicht zuletzt auf den Straßen von Chemnitz bewarheitet. Die Polizei zog nicht ausreichend Kräfte zusammen um dem gewalttätigen Nazimob Einhalt zu gebieten und das obwohl rechte Hooligans davor im Internet ihr Treiben ankündigten. Das die deutsche Polizei jedoch in der Lage ist für „Ordnung“ zu sorgen, zeigte sich fast zeitgleich im Hambacher Forst. Dort räumten tausende Polizisten für den Energiekonzern RWE ein paar hundert UmweltschützerInnen aus einem Waldstück.

Schützen können wir uns nur selbst!

Im Moment sind es noch wenige Nazis die sich anmaßen in unserem Viertel Flugblätter verteilen zu können. Doch mit ihrem Auftreten wollen sie einem Viertel den Kampf ansagen, dass sich in der Vergangenheit schon immer gegen Faschisten gewehrt hat. Einem Viertel das für Vielfältigkeit, Weltoffenheit und Widerständigkeit steht. Sorgen wir gemeinsam dafür das es auch dabei bleibt! Die Polizei ist keine Hilfe dabei! Wenn ihr die Nazis noch einmal in Gostenhof herumlaufen seht, greift nach euren Möglichkeiten ein. Schließt euch mit FreundInnen zusammen und hindert sie an ihrem Tun! Organisiert euch gegen Rechts und werdet auch im Alltag aktiv gegen Faschismus und Rassismus!

Wenn ihr gegen Faschismus und Rassismus aktiv werden wollt kommt vorbei:

Antifa Aktionskneipe mit offenem Antifa-Treffen jeden 3. Freitag im Monat in der Schwarzen Katze Untere Seitenstraße 1

Volksküche jeden Montag ab 19:00Uhr in der Schwarzen Katze Untere Seitenstraße 1

drucken | 13. Oktober 2018 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Samstag, 10.12.2022

Soliparty für Krisenproteste im Dezember

 Die Linke Party, Musikverein, Genug!Für Alle und das Krisenbündnis präsentieren gemeinsam:  
krisenFEST für Alle!
Die Soli-Party für die Plattform Genug! Für Alle und für die "Nicht auf unserem Rücken" - Demo des Krisenbündnis Nürnberg.
Samstag, 10.12.2022 | Kantine, beim Künstlerhaus, Königstraße 93, Nürnberg | Beginn 22 Uhr | Eintritt 4 - 8 € (Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an Genug!Für Alle und das Krisenbündnis zur Deckung der Kosten für Demo und Aktionen)
Es wird ein wilder Ritt mit über 10 DJs, die sich in kurzen Sets die unterschiedlichsten Styles um die Ohren hauen werden. Mit dabei u.a. Comandante Manolo, Eve Massacre, Pallas Athene II, Deniz, X_Tar, Pindi, Pac Frizzante, Bananasplit. 
Winter 2022: Die Klimakatastrophe, Aufrüstung und Krieg, die fossile Energiekrise, die Preissteigerungen, die es immer schwerer machen, auch nur unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen - kurzum : Dieser Kapitalismus ist die Krise, frisst uns auf,  zerstört den Planeten und verunmöglicht uns das gute Leben ür Alle. Doch das nehmen wir als radikale Linke nicht hin. Ob in antifaschistischen, antirassistischen, feministischen, antimilitaristischen oder Klimagerechtigkeits-Kämpfen gehen wir auf die Straße, in Widerstand und zivilen Ungehorsam. All das kostet Kraft und leider auch Geld.
Am Samstag, 10.12., laden alle Gruppen der Plattform Genug!Für Alle und des Krisenbündnisses in Nürnberg gemeinsam mit der Linken Party des Musikvereins zur großen Glitzer-Sause: Dem krisenFEST für Alle!
Die Deko des Abends wird glitzern! Zeig auch Du Dich von Deiner glitzernsten Seite: Hast Du ein wenig Glitzer zuviel, bring es mit und teil es mit Anderen.
Wir servieren Soli-Pfeffi am Schnapsstand für Alle! und dann mal LOS!
Für eine richtig GUTE PARTY FÜR ALLE, denn jede Revolution braucht auch gute Feste.
Macker, Sexist*innen, Stressmacher*innen & Rassist*innen bleiben draußen!
Davor: 3.12., 13h Genug! Für Alle, Aufsessplatz, Nürnberg.
Danach: Krieg und Krise, Nicht auf unserem Rücken, DEMO, 17.12., 14 Uhr, Plärrer, Nürnberg.
Freitag, 16.12.2022

Jahresendzeitgala der Antifa-Aktionskneipe

Die Jahresendzeitgala wird am Freitag, den 16.12. ab 19:00 Uhr stattfinden. Tickets könnt ihr euch auch im Stadtteilladen Schwarze Katze kaufen. 10 Euro Spendenempfehlung. Es ist wieder soweit... Die jährliche AAK Jahresendzeitgala steht wieder vor der Tür! Es wird neben einem veganen 3-Gänge-Menü und dem Jahresrückblick auch ein kulturelles Programm geben. Unter anderem eine Versteigerung, um etwas Geld für unsere politische Arbeit zu sammeln. Wenn ihr uns also unterstützen wollt, bringt viel viel viel Kleingeld (Euromünzen!) mit. Außerdem wären wir über Sachspenden sehr dankbar - kramt all eure "alten" Dinge mit Polit- bzw. Antifa-Bezug heraus. Das können bspw. Bücher, Poster, Shirts, Sticker, Tassen, Schlauchis, oder was auch immer Euch in die Hände fällt, sein! Dazu wird im Stadtteilladen "schwarze Katze" ein Karton stehen, in den Ihr die Spenden an den Öffnungen, z.B. montags bei der Vokü, reinlegen könnt.   Das offene Antifatreffen wird im Dezember daher ausfallen. Trotzdem einer der besten Abende uns kennen zu lernen! Wir bitten Euch zuvor auf Covid19 zu testen. Infos über die AAK:                         Infos über die Antifa-Aktionskneipe
Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!
 
Samstag, 17.12.2022

+++ SAVE THE DATE! +++

Folgende Terminankündigung hat uns erreicht und wir geben sie gerne an euch weiter:
Gegen Krieg und Krise:
Raus auf die Straße am 17.12.2022!
Haltet euch den Termin frei, damit wir im Dezember einen starken, widerständigen Auftritt mit allen linken und fortschrittlichen Kräften auf die Straße bringen!
Aber auch davor werden wir natürlich nicht ruhig sein, sondern die Zeit zum Mobilisieren nutzen. Achtet auf Aktionsankündigungen auf www.redside.tk, macht eigene Aktionen gegen Krise, Massenverarmung und Aufrüstung und bringt euch im Krisenbündnis ein! Krisenbündnis Nürnberg -gemeinsam kämpfen! Ihre Krise nicht auf unserem Rücken!
Samstag, 17.12.2022

Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße!

Demonstration || Samstag, den 17.12.2022 || 14:00 Uhr || Plärrer || Nürnberg || gemeinsamgegenkrise.noblogs.org || Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße! Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkaufen geht, fragt sich, wie die lebensfremde Inflationsberechnung von 10% zu Stande kommt. Die Packung Nudeln, die stets für 0,39€ erhältlich war, kostet auf einmal 0,89€ (Stand September 22) - mehr als das Doppelte also. Und die Nudeln sind nur ein Beispiel: etliche Grundnahrungsmittel, Energiekosten, Mieten, die Preise kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Unsere Löhne und andere Einkommen, wie Rente oder Grundsicherung steigen dagegen kaum bis gar nicht. Wer nicht reich ist, muss an irgendeiner Stelle Abstriche vornehmen oder das Ersparte antasten. Viele überlegen sich gut, ob sie heizen, duschen kürzer, achten beim Einkaufen noch mehr als sonst auf Sonderangebote oder es bedeutet sogar, dass der Kühlschrank am Monatsende leer bleibt. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.’“ B. Brecht Das alles ist kein Naturgesetz. Die Preissteigerungen sind nicht einfach eine zwingende Folge des Krieges in der Ukraine, wie es uns bürgerliche Politik und Medien einstimmig verkaufen. Es sind die Auswirkungen einer kapitalistischen Krise, die sich schon vor dem Krieg, ja vor der CoronaPandemie abgezeichnet hat. Und es sind Auswirkungen einer imperialistischen Politik, in der sich die Machtblöcke gegeneinander verschärft in Stellung bringen. In Zuge dessen schreitet auch die Monopolisierung voran, das heißt, große Konzerne schlucken oder verdrängen die Kleinen. Etliche Konzerne haben bereits während der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und tun es auch aktuell. Lebensmittel-, Energie-, Öl- und natürlich Rüstungskonzerne verdienen fleißig an der Krise - und somit an uns. Wir zahlen und arbeiten für deren Profite - wir sterben in ihren Kriegen. An keiner Stelle wurde die Frage gestellt, ob nicht die Konzerne auf ihre Profite verzichten sollen. Nein, aber dass wir verzichten sollen, den Gürtel enger schnallen, das tönt uns von hochbezahlten Politiker*innen und Arbeitgeberverbänden entgegen, das wird uns als Normalität verkauft. Und im Kapitalismus, in dem es immer darum geht, dass Gewinne in private Hände einiger Weniger wandern während Risiken und Verluste von uns allen brav geschultert werden sollen, ist das auch so. Und dann wird uns auch noch erzählt, wir sollen keine zu hohen Lohnforderungen stellen um die Inflation nicht weiter anzuheizen! Was für eine Frechheit! Ein etwas anderer Wunschzettel... Alles für alle! Den Gefallen werden wir ihnen jedoch nicht tun! Ob wir auch diese Krise zahlen oder wie viel wir davon zahlen, ist genauso wenig ausgemacht wie die Frage ob wir uns als Lohnabhängige in ihren Kriegen aufeinanderhetzen lassen. Wir wissen: unter Kriegen und Sanktionen leiden nicht die Herrschenden, sondern die breite Mehrheit - sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Ein Gaspreisdeckel im März nützt uns hier nichts! Der muss jetzt her! Wir brauchen eine automatische Anpassung aller Einkommen an die reale (!) Inflationsrate, Energiesperren wie auch Zwangsräumungen müssen sofort beendet werden. Statt weiter Spar-Druck auf Privathaushalte auszuüben, RWE, Vonovia und Co vergesellschaften und demokratisieren. Aber geschenkt bekommen wir hier nichts, sondern müssen uns alles erkämpfen. Und das heißt: streiken für höhere Löhne, protestieren auf der Straße aber auch solidarisch sein im Alltag, sich mit Nachbar*innen vernetzen, sich organisieren. Packen wir es an als ersten Schritt in eine Welt jenseits von Krieg, Kapitalismus und Profitstreben. Das Krisenbündnis Nürnberg ruft euch alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen!
Samstag, 17.12.22 14 Uhr, Plärrer