#unsergoho – Scheiß auf #meingoho! Nein zur Kulturhauptstadtbewerbung!

#unsergoho – Scheiß auf #meingoho! Nein zur Kulturhauptstadtbewerbung!

#unsergoho ist eine Antwort auf das #meingoho-Projekt von Nürnberger Nachrichten und nordbayern.de. Das “Szeneviertel” wird mit #meingoho für den neoliberalen Städtewettbewerb lukrativ medial aufbereitet und soll als hipper und Diversität bietender Standort vermarktet werden, um Investoren, Touristen und Schaulustige zu locken. Für uns, die wir schon lange hier wohnen und für viele, die erst vor kurzem hierher kamen, ist dies eine Gefahr. Schon jetzt steigen Mieten rasant, Polizeikontrollen nehmen zu und das Viertel soll, durch die Gentrifizierung aufgehübscht, in neuem Glanz erstrahlen. In Städten wie Berlin, Hamburg und Barcelona können wir sehen, welche sozialen Verheerungen eine auf Tourismus und kurzlebige Investitionen angelegte Sadt- und Wohnungspolitik anrichtet.

Stumpfe Konsumfeste und Mainstream-Kultur-Events sprießen wie Pilze aus dem Boden und neu Zugezogene mit dicken Geldbeuteln wollen jetzt bestimmen wer hier Platz hat und wer nicht und zögern nicht den Menschen hier ihren Willen aufzuzwängen. Immer mehr müssen an den Stadtrand ziehen und die Innenstädte werden zu Mini-Disneylands für die Touristenströme, während unsere Wohnungen zu Airbnb Touristenabsteigen werden. Es entstehen Städte und Wohnraum, in denen es nicht mehr ums Leben und Wohnen geht, sondern um Profit.

#unsergoho steht für ein Gostenhof jenseits des Viertels als Spekulationsobjekt und Konsumparadies. Es steht gegen die Perspektive des/r einzelnen Zahlenden, welche/r aus der Ego-Perspektive heraus bestimmen will, was hier läuft und wie es in “ihrem” Stadtteil sein soll. Es steht für die Vielen, die gemeinsam diesen Stadtteil zu dem machen was er tatsächlich ist, abseits der aufgesetzten Freundlichkeit und der hippen Geschäftemacherei.

#unsergoho steht für ein Viertel in dem Nachbarschaftlichkeit alltäglich und selbstverständlich ist und kein spektakulärer Aufreißer zu Werbezwecken. Was wir brauchen sind Viertel in denen alle Menschen Platz haben, in denen der Wohnraum bezahlbar ist und die Lebensqualität gut. Weder der Markt noch die politischen Verantwortlichen sind bereit uns dies zu geben, da sie alle davon profitieren uns die Taschen zu leeren. Wir müssen uns organisieren, um uns ein besseres und solidarisches Nürnberg zu erkämpfen.

Schluss mit Neoliberalismus und Armut!

Wohnraum und Wohnungsbau sozialisieren und demokratisieren!

Lasst und gemeinsam ein solidarisches Nürnberg schaffen!


 

NoN2024 – Nein zur Bewerbung als
Kuturhauptstadt

Das Gostenhof zu diesem Zeitpunkt so einer Vermaktungs-Masche ausgesetzt ist, kommt nicht von irgendwoher. Die Stadtspitze glaubt, dass sie den Problemen welche durch die Deindustrialisierung des Nürnberg Westens enstanden sind, durch eine Fülle von Kulturangeboten und Aufwertungsmaßnahmen der sozialen Verwahrlosung entgegensteuern kann.
Diese Vermarktungstricks, täuschen lediglich darüber hinweg, dass der Wegzug der Industrie und damit der Möglichkeit auf sicheres Einkommen, eine Lücke hinterließ, in der sich Massenarbeitslosigkeit, (soziale) Unsicherheiten, Kriminalität, psychische Krankheiten und Drogenprobleme breit gemacht haben.
Statt diese Problemen – welche zweilfelsohne Produkt des neoliberalen Kapitalismus sind – anzugehen und für alle lebenswerte Verhältnisse zu schaffen, soll nun die Stadt zur Marke werden.
Die Stadtspitze verspricht sich davon Nürnberg als Standort für moderne Unternehmen attraktiv zu machen, aber auch sein Potential als Tourismusstadt auszubauen. Die Folgen sind schwer, verschiedensten Kulturangeboten in der Stadt geht es an den Kragen, (K4, Z-Bau etc.) überal wird umgebaut, um Platz für stumpfe, aber profitträchtige Mainstream-Kultur zu machen.
2024 soll dann das Mega-Eventjahr werden, welches Nürnberg bei Investoren und Touristen gleichermaßen berühmt machen soll. Was kommen wird wissen wir: immer mehr Hotels und Airbnb bei gleichzeitiger Zerstörung von Wohnraum. Neue „hippe„ Unternehmen, bei denen die NürnbergerInnen arbeiten sollen, welche aber weder minimalste Sozialleistungen zahlen, noch Arbeitsplatzsicherheit bieten, geschweige denn, dass schlechte Arbeitsschutzrecht achten.

Nürnberg wird zum neoliberalen Alptraum.


 

#unsergoho ist eine politische Intervention der Gruppe Prolos.

Infos unter: www.prolos.info

drucken | 12. Dezember 2018 | Prolos

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.