#Gostenhof ist keine Marke – Flyerverteilung vor dem Rio Kino

Einige AktivistInnen der Initiative Mietenswahnsinn stoppen und der Organisierten Autonomie begleiteten am Mittwoch den 16.01. eine Veranstaltung der Nürnberger Nachrichten vor dem Rio Kino Gostenhof. Mit Flyern, Plakaten und einem Transparent wurden BesucherInnen und PassantInnen darüber aufgeklärt, dass die Nürnberger Nachrichten mit der Ende November gestarteten Vermarktungskampagne für den Stadtteil Gostenhof, InvestorInneninteressen gegen die Mehrzahl der ViertelbewohnerInnen befördert. Der Flyer (hier der Text) wurde mit großem Interesse angenommen und zahlreiche Gespräche und Diskussionen entstanden, wobei es nahezu ausschließlich Zuspruch für die Aktion und Positionen der AktivistInnen gab. In Folge sahen sich auch einige der Initiatoren der Kampagne gezwungen das Gespräch zu suchen und ihre Mitverantwortung für die Verdrängung von Menschen versuchten von sich zu weisen. Auffallend war hierbei, dass es ihnen selbstverständlich war, von Gentrifizierung zu sprechen und diese anzuerkennen – einem Prozess den sie in ihrer Berichterstattung der Nürnberger Nachrichten meiden zu benennen bis hin offen leugnen.

Die Kampagne stellt hierbei nur einen weiteren Schritt bei der Vermarktung des Stadtteils und Nürnbergs innerhalb Standortkonkurrenz der Städte um zahlungskräftige EinwohnerInnen dar. In Folge solcher Bestrebungen werden unsere Mieten noch weiter steigen, öffentlicher Raum durch Vertreibung der NutzerInnen „befriedet“, so wie im allgemeinen Verdrängunsprozesse verstärkt werden. Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Unternehmen oder die Stadt Nürnberg selbst derlei Marketingkampagnen, vorallem auch vor der anstehenden Kulturhauptstadt Bewerbung, gegen unsere Interessen als MieterInnen in Stellung bringen wenn wir uns nicht dagegen wehren. Werdet aktive MieterInnen. Keine Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg.

Schaut am kommenden Stadtteilclub „Vermarktung von Stadtteilen“ vorbei.

drucken | 21. Januar 2019 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Samstag, 28.01.2023

Samstag 28.01. Komm zum Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof ab 20 Uhr

Du hast lust gemeinsam mit anderen zu Spielen? Dann komm vorbei zu unserem Spieleabend im Stadtteilclub Reclaim Gostenhof um 20:00 Uhr im Stadtteilladen Schwarze Katze. Ganz egal ob Karten- oder Brettspiel hier kannst du im lockeren Rahmen Mitspieler*innen finden und kennen lernen. Daneben wird für leckeres Essen gesorgt sein. Natürlich kannst du gerne auch eigene Spiele, die du schon immer mal ausprobieren wolltest mitbringen - das ist natürlich kein muss. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen gemütlichen Abend. Zwischen 19:00 und 20:00 Uhr findet unser offenes Treffen statt, bei dem wir wie immer Aktivitäten planen um unseren gemeinsamen Interessen als Lohnabhängige und Mieter*innen in Gostenhof Ausdruck zu verleihen und Themen diskutieren die uns im Stadtteil umtreiben.
Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.