Deutsche Wohnen und co enteignen – Veranstaltung zur Kampagne am 30.März im Nachbarschaftshaus

Samstag, 30. März, 19.00 Uhr || Nachbarschaftshaus Gostenhof || Adam-Klein-Straße 6 || Infoveranstaltung zur Berliner Kampagne Deutsche Wohnen & Co enteignen || Mit Sigrid Melanchton vom Berliner Bündnis „Deutsche Wohnen enteignen“

Die AG Wohnen des Sozialforums Nürnberg lädt ein

In Deutschlands Großstädten fehlen fast zwei Millionen bezahlbare Wohnungen. Die staatliche „Mietpreisbremse“ hat sich in der Praxis als nutzlos erwiesen. Von der staatlichen Förderung für Neubauten profitieren Wohnungsunternehmen und Investoren. Es wird jedoch kein preisgünstiger Wohnraum geschaffen. Mieten müssen über das „Wohngeld“ subventioniert werden. Öffentliche Gelder fließen so direkt in die Taschen der Vermieter.
Immer mehr Eigentum konzentriert sich in den Händen großer privater Wohnungsbaugesellschaften. Und so klingeln bei Konzernen wie Deutsche Wohnen, VONOVIA oder Dawonia (der ehemaligen GBW)  die Kassen.Andere Private würden es nicht besser machen – Investoren haben nur das Ziel, eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften. Private Wohnungsbaugesellschaften sind nicht daran interessiert, genügend Wohnraum zu schaffen, der für alle bezahlbar ist. Sie verdienen ja sehr gut an dem Wohnungsmangel! Und sie nutzen ihre Marktmacht und ihren politischen Einfluss, um wirksame Gesetze zugunsten der Mieter/innen zu verhindern.

Was tun?
Die Berliner Initiative meint: Das Wohnungsproblem kann nur dauerhaft gelöst werden,
wenn Wohnungsbaukonzerne enteignet und die Wohnungen in öffentliches Eigentum überführt werden. In Berlin geht es um rund 200.000 Wohnungen, die (re-)kommunalisiert werden sollen. Ca. 100.000 dieser Wohnungen gehörten früher der Stadt.

Wer macht mit bei „Deutsche Wohnen & Co enteignen“?
In Berlin gibt es seit vielen Jahren Widerstand gegen die Wohnungspolitik. Dieser wird von ganz unterschiedlichen Gruppen und Initiativen getragen, z.B.: 
Bündnis der deutschen Wohnen MieterInnen Berlin (http://deutsche-wohnenprotest.
de/)
Kotti & Co (Mietergemeinschaft, (https://kottiundco.net/)
Initiative Mietenvolksentscheid (https://mietenvolksentscheidberlin.de/),
die Interventionistische Linke

Und die Parteien?
Die Partei „Die Linke“, Berlin hat auf ihrem Parteitag im Dezember 2018 drei
Unterstützungsanträge für die Kampagne angenommen.
Auch einzelne Abgeordnete der GRÜNEN und der SPD setzen sich für diese
Initiative ein.

Wir möchten z.B. folgende Fragen diskutieren:
Ist „Enteignung“ eine realistische Forderung? Ist dies im Rahmen unserer Verfassung
möglich?
Wie kann genügend politischer Druck entwickelt werden? Z.B. auch, um Entschädigungsforderungen der Wohnbaukonzerne niedrig zu halten?
Wie soll die Überführung von Wohnungen aus privaten in öffentlichen Besitz funktionieren?
(Stichwort: (Re-)Kommunalisierung) Ist hier z.B.an Mitspracherechte oder Selbstverwaltung der Mieter/innen gedacht?

Einladung zum Treffen der AG Wohnen:
Auch in Nürnberg ist es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Die Mieten sind in den letzten Jahren um 30% gestiegen – und sie steigen weiter. Sozialwohnungen können den Preisanstieg nicht bremsen, es gibt davon in Nürnberg nur noch ca. 18.000. Große Wohnungsbaukonzerne gewinnen immer mehr Einfluss auf den regionalen Wohnungsmarkt. Die Frage, ob wir aus den Erfahrungen aus Berlin für unsere Kämpfe in Nürnberg/in unserer Region etwas lernen können, möchten wir auf dem nächsten Treffen unserer AG Wohnen vertiefen: Am 15. April 2019, 20.00 Uhr, Nachbarschaftshaus Gostenhof Wir treffen wir uns monatlich im Nachbarschaftshaus Gostenhof, meistens am dritten Montag um 20:00 Uhr. Alternativ sind wir auch über die E-Mail-Adresse ag-wohnen@mail.de erreichbar.

drucken | 11. März 2019 | redside

Terminkalender

Dienstag, 31.01.2023

Gegen die Eskalation der „Gender-Debatte“ - Eine Einladung zum Gespräch

31. Januar 2023 || 18.30 Uhr || SCHWARZE KATZE || Untere Seitenstraße 1 || 90429 Nürnberg || Veranstaltung von Bettina Fellmann & Jörg Finkenberger Warum wird die Debatte um Geschlechtsidentität so emotional geführt? Warum laufen Auseinandersetzungen häufig auf Beleidi-gungen und Übergriffe hinaus? Viele vermeiden, überhaupt über dieses Thema zu reden. Die einen haben Angst, sich dazu zu äu-ßern, weil sie niemanden verletzen möchten – oder nicht selbst angegriffen werden wollen. Andere machen sich über die Ableh-nung lustig, die einige Menschen ihrem körperlichen Geschlecht gegenüber empfinden. Die gesellschaftliche Debatte führt zu einer Blockbildung, bei der die einzelnen Blöcke fortwährend unversöhnlich aufeinander einhauen. Das ist bekanntermaßen nicht nur bei diesem Thema so. Dabei bildet ‚die öffentliche Meinung‘ nicht ab, was die meis-ten wirklich denken. Beides hat fatale Folgen: Die Belange von Frauen stehen genauso auf dem Spiel wie die von homo- und bi-sexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen und ande-ren, deren ‚Rollenverhalten‘ oder sexuelles Begehren verachtet und verfolgt wird. Die Fragen, die diskutiert werden müssen, sind weitreichend: Wie wird in der heutigen Geschlechterordnung patriarchale Herr-schaft ausgeübt? Wie ist es in unserer hochindividualisierten Massengesellschaft um das ‚mit sich identische‘ Selbst bestellt? Was bedeutet geschlechtliche Selbstbestimmung? Welchen Stel-lenwert hat körperliche Unversehrtheit in diesem Zusammen-hang? Die bestehende Gesellschaft weicht, wo es geht, einer Auseinan-dersetzung mit ihren Grundtatsachen aus. Das verhindert die Ab-schaffung menschenfeindlicher Strukturen. Inwieweit kann in die-ser Gemengelage die aktuelle Debatte um Geschlecht und Identi-tät der Befreiung aller zuträglich sein? Um das zu klären, wollen wir von Widerstand und Anpassung reden; von geschlechtsspezi-fischer Gewalt und Flucht in Fiktionen; von Konfliktvermeidung und Verblendungszusammenhängen – und nicht zuletzt von dem Gefühl, falsch beschaffen und nie genug (da) zu sein. Wir haben keine fertigen Antworten. Stattdessen wollen wir ver-suchen, den gestellten Fragen im gemeinsamen Gespräch auf den Grund zu gehen. Bettina Fellmann wird über Identität und Erfahrung reden, sowie über das Verhältnis von vorgestellter und materieller Wirklichkeit, Jörg Finkenberger über Geschlechtskonformität und Selbsthass. Danach offene Diskussion.