Ein Nachruf auf Harold Wilson

Am 18. Mai 2019 starb unser Weggefährte Harold Wilson.

Harold Wilson war Gefangener des Bundesstaates Pennsylvania, verurteilt für einen dreifachen Mord, den er nicht begangen hatte. Über 13 Jahre verbrachte er gemeinsam mit Mumia Abu-Jamal in den Todestrakten der Gefängnisse SCI Huntington und SCI Greene.

Gemeinsam wehrten sie sich mit Rechtsrecherchen und Gerichtseingaben gegen die Haftbedingungen und gegen ihre Verurteilung. In dieser Zeit entstand Mumias bekanntes Buch „Jailhouse Lawyers * Knastanwälte. Strefgefangene im Kampf gegen die Vereinigten Staaten von Amerika“.

Harold Wilson kam letztendlich im November 2005 nach über 16 Jahren frei. Somit überlebte er den Todestrakt in Pennsylvania und engagierte sich in der Folgezeit zusammen mit der Selbstorganisation freigelassener ehemaliger Todeskandidat*innen Witness To Innocence für die Abschaffung der Todesstrafe.

Dies führte u.a. auch zur Zusammenarbeit mit der FREE MUMIA Bewegung. 2012 besuchte er uns in Berlin und setzte sich am 21. April als Hauptredner der Berliner Demo unter dem Motto Genug ist genug – Freiheit für Mumia – sofort! für die Sache seines ehemaligen Zellennachbarn ein.

Doch ebenso wie heute bei Mumia war auch seine Gesundheit in Folge der langen Haft schwer angeschlagen: Er starb am 18. Mai 2019 im Alter von 61 Jahren infolge mehrerer Schlaganfälle. Harold hat seine ganze ihm verbliebene Zeit dafür benutzt, für die Abschaffung der Todesstrafe zu kämpfen. Die Erinnerung an ihn bedeutet für uns, diesen Kampf fortzuführen.

Es folgt eine Liste einiger verwendeter Links:

(Philadelphia Inquirer) Sentenced to death 3 times in 1989, Philly exoneree Harold 
Wilson dies at 61 (May 29, 2019)
https://www.inquirer.com/news/harold-wilson-death-row-exoneree-philadelphia-
witness-to-innocence-philly-20190529.html

(Frankfurter Rundschau) Todesstrafe - "Die Schreie bekomme ich nie aus dem 
Kopf" (23.08.2012)
https://www.fr.de/panorama/schreie-bekomme-kopf-11328617.html

(Video) Exonerated after 17 years in Prison | Nach 17 Jahren dem Todestrakt 
entkommen (24.04.2012)
https://www.youtube.com/watch?v=eL8Ywc-Qj9c

(Video) Harold Wilson speaking at Free Mumia rally in Berlin (engl/deutsch) 
Pt 1 (2012)  https://www.youtube.com/watch?v=TEPZ7CkzP_s

(Video) Harold Wilson speaking at Free Mumia rally in Berlin (engl/deutsch) 
Pt 2 (2012) https://www.youtube.com/watch?v=l_oU0xgtnbs

(jW) Hölle auf Erden - Leben im Todestrakt: Harold Wilson war 16 Jahre in 
US-Haft, bevor in einem neuen Verfahren seine Unschuld bewiesen wurde, von Linn 
Washington Jr. (19.04.2012)
https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/181681.h%C3%B6lle-auf-erden.html

drucken | 10. Juni 2019 | Rote Hilfe - OG Nürnberg

Terminkalender

Freitag, 07.08.2020

AAB-Solitresen zu Hausdurchsuchungen und vorübergehender Inhaftierung in Baden-Württemberg am Freitag 7.8. um 19 h

Bereits am 02. Juli 2020, gab es mehrere Hausdurchsuchungen in Baden- Württemberg. Es kam zu Beschlagnahmungen und DNA-Entnahmen, in mehreren Fällen sogar unter Zwang. Der Antifaschist Jo wurde in U-Haft genommen.

Unter anderem drangen schwer bewaffnete Einsatzkräfte in das linke Hausprojekt Lu15 in Tübingen ein. Grund war der Vorwurf des Landfriedensbruchs und der gefährlichen Körperverletzung gegen einen der Bewohner, wofür ein Angriff auf Neonazis in Stuttgart Anlass geboten hatte. Wie bei einer solchen Maßnahme üblich wurden jedoch auch die restlichen Bewohner*innen seitens der Polizei schikaniert.

 Die Durchsuchung entbehrte darüber hinaus jeglicher Grundlage. Denn der beschuldigte Aktivist kann durch Bilder belegen, dass er zum fraglichen Zeitpunkt nicht in Stuttgart zugegen war. Die Hausdurchsuchung ist somit als reine Schikane zu bezeichnen. Ein sogenannter Erkenntnisgewinn zum Tatvorwurf war von vornherein ausgeschlossen.

 Besonders pikant ist, dass es sich bei dem Betroffenen um einen Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Tobias Pflüger (MdB DIE LINKE) handelt. Trotz der belegbaren Unschuld des Genossen beschlagnahmte die Polizei mehrere seiner für diese Tätigkeit notwendigen Arbeitsmittel. Pflüger sprach daraufhin von einem Angriff auf die freie Ausübung seines Abgeordnetenmandats. Er forderte die sofortige Rückgabe des durch die Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Materials.

 Anja Sommerfeld, Mitglied im Bundesvorstand der Roten Hilfe e.V., verurteilt das Vorgehen der Polizei. „Ganz offensichtlich fand die Durchsuchung der Lu15 in Tübingen wie auch der anderen .Objekte statt, ohne die eigenen aktuellsten Ermittlungsergebnisse zu berücksichtigen, oder sie wurden schlichtweg ignoriert. Es entsteht auch hier der Eindruck, dass der eklatante Eingriff in den privaten Lebensbereich der Aktivist*innen zur Einschüchterung dienen soll. Die Rote Hilfe verurteilt diese repressive Maßnahme und fordert die sofortige Einstellung der Verfahren, die Rückgabe der beschlagnahmten Gegenstände sowie die Freilassung des inhaftierten Aktivisten.“

Ein*e Genoss*in aus Stuttgart wird über die Hintergründe, die aktuelle Situation und Soli-Arbeit berichten. Auch eine Vokü findet statt auf dem Solitresen des AAB im Stadtteilladen „Schwarze Katze“, Untere Seitenstr. 1, am Freitag 7.8. um 19 h

Solitresen im Stadtteilladen „Schwarze Katze“,