Nachbericht Day Orange II – 06.07

Nachbericht Day Orange II – 06.07

Am 06.07.2019 rief das Bündnis SEEBRÜCKE bundesweit zum Day Orange II auf. Rund 100 Städte beteiligten sich, beeindruckende 40.000 Menschen gingen auf die Straße, um den „Notstand der Menschlichkeit“ auszurufen.

In Nürnberg errichteten Aktivist*innen eine symbolische Grenze aus Bauzäunen auf der Fleischbrücke. Unter dem Motto „Grenzen töten“ wurde diese niedergerissen, um ein Zeichen für das Recht auf Flucht zu setzen. Im Zuge der Aktion kam es zu Schikanen durch die Polizei, Identitätsfeststellungen der gesamten Gruppe konnten jedoch verhindert werden. Zeitgleich wurde mit einem Transparent „against all borders“ am anderen Ende der Innenstadt ebenfalls eine Welt ohne Staatsgrenzen postuliert. Parallel war die Nürnberger Seebrücke mit einem Infopoint für Passant*innen ansprechbar.

Am Abend fanden sich etwas 250 Personen zu einer Kundgebung ein. Unterstützt wurde die Kundgebung vom Antifaschistischen Aktionsbündnis Nürnberg (AAB), come – fight – stay together, der Nürnberger Soligruppe GG/BO, der Internationalen Welle, der Interventionistischen Linken Nürnberg und der Seebrücke Erlangen.

Im Lichte der jüngsten Ereignisse um die Inhaftierung von Sea-Watch-3-Kapitänin Carola Rackete ging in den vergangenen Wochen ein Aufschrei durch die Zivilbevölkerung. Die Erkenntnis, dass das Retten Ertrinkender das mindeste ist, was Europa an humanitärer Hilfe leisten kann, stößt auf zunehmend breite Zustimmung. Die angestaute Wut, die Energie und der Impuls, es nicht bei einer Kundgebung zu belassen, waren deutlich spürbar. Eine Sponti-Demo wurde angemeldet und der Protest nochmals lautstark durch die Nürnberger Innenstadt getragen. Damit ging auch die klare Botschaft Richtung Rathaus: Nürnberg zum sicheren Hafen auf dem Papier zu machen, reicht nicht aus. Auf die Absichtserklärung müssen Konsequenzen folgen, damit sie nicht zu einer leeren Hülle verkommt. Über 70 deutsche Städte sind zur Aufnahme aus Seenot geretteter Menschen bereit. Die Kommunen müssen ihren Einfluss auf die Bundesregierung jetzt nutzen, damit Kapitän*innen wie Carola Rackete aus Seenot gerettete Menschen künftig sofort in einen sicheren Hafen bringen können.

Wir alle sind die Seebrücke! Schluss mit dem Sterben auf dem Weg nach Europa, ANKER – Zentren & Abschiebehaft.

Das nächste offene Treffen der Seebrücke Nürnberg findet am Dienstag, 23.08.19, um 18:30 Uhr, im Nachbarschaftshaus Gostenhof statt.

 

drucken | 10. Juli 2019 | Gefangenen Gewerkschaft Soligruppe Nürnberg