Interview des Bündnisses Widerstand Mai31 – Solidarität ist kein Verbrechen mit Asif

Welche Vorstellung hattest du von Deutschland, als du im Iran gelebt hast? Mit welcher Hoffnung kamst du nach Deutschland?

Eigentlich wollte ich nicht nach Deutschland gehen, ich wollte nach Norwegen. Als ich im Iran war habe ich mitbekommen, dass es dort schön ist. Dass es Freiheit gibt und Schnee und das Meer. Aber ich hatte keine genaue Vorstellung. Ich wusste gar nichts über Deutschland, ich wollte einfach weg. Es war so scheiße im Iran, ich war illegal dort. Ich hatte immer Angst, dass ich nach Afghanistan abgeschoben werde. Ich hatte keine Rechte dort. Die Leute haben mich schlecht behandelt, ich wollte einfach weg.

Wie war deine Ankunft in Deutschland dann tatsächlich?

Ich bin von Wien nach Hamburg gefahren und wollte dann nach Schweden und dann Norwegen. In Passau wurde ich festgenommen im Zug. Ich bin nach München gekommen und dann nach Zirndorf geschickt worden. Ich habe einen großen Fehler gemacht, ich bin in Deutschland geblieben. Ich war mit einem Kumpel zusammen, wir hatten beide kein Geld. Er ist dann ohne Ticket nach Schweden gefahren. Nach 6 Monaten hatte er Anerkennung, dann Schulabschluss und jetzt studiert er. Und ich bin immer noch im Asylheim.

Was sind die Mechanismen, die dich in Deutschland fertig machen?

Man muss so lange warten und nichts machen. Nicht arbeiten dürfen, das ist die größte Scheiße für mich. Wenn man arbeiten dürfte, dann würde ich Geld verdienen und könnte ausziehen aus dem Heim. Ich wäre gerne selbstständig. Die 300€ die ich kriege können sie jemand anderem geben, ich will sie nicht. Und das Ausländeramt ist schlimm, immer dort gehen, immer 3 Stunden warten bis man Verlängerung bekommt. Und die behandeln einen so krass: Wenn man hingeht sie benehmen sich so als wären sie ganz oben und wir ganz unten, das ist so krass. Auch Krankenversicherung ist schlecht. Einmal habe ich mich geschnitten und hatte Schmerzen. Ich war im Nordklinikum aber hat mich nicht behandelt, ich bin in die Erlerklinik gegangen, sie wollten meine Krankenkassenkarte. Aber Ausländeramt hat sie genommen und ich habe nur Krankenscheine jetzt. Es war Samstag und das Sozialamt hatte zu, sie haben mich nicht behandelt. Ich musste gehen. Das war ein krasser Moment, zum Glück war nur der Finger. Ich habe gedacht, wenn ist was schlimmeres muss ich sterben bis Sozialamt am Montag auf macht. Die Ausländerbehörde oder Sozialamt muss für alles zustimmen. Am Wochenende, wenn du gehst auf eine Party, du weißt nicht vielleicht kommt ein Auto und es passiert was und sie behandeln dich nicht.

Vor zwei Monaten habe ich wieder Ablehnung bekommen, jetzt muss ich ein Jahr warten bis Anhörung und ich weiß nicht vielleicht in 3 Jahren wieder Ablehnung. In Zwischenzeit kann ich nichts machen. Ich kann nicht aushalten 3 Jahre rumlaufen und nichts machen. Damit zwingen sie mich zurückzugehen. Im Asylheim habe ich nichts, der Tag ist so lang. Was soll ich machen. Du stehst auf und hast nichts, kein Internet, Fernseher. Jeden Tag muss ich nur die Wände anschauen. Drei Jahre das ist viel zu viel, so geht nicht weiter. Stell dir vor ich bin 6 Jahre in Deutschland, ich habe nichts erreicht. Zeit ist Gold, darf man nicht verschwenden.

Wie konntest du das so lange aushalten?

Am Anfang war anders, ich war im Kinderheim, meine Erzieher haben mich motiviert. Wenn ich Ausbildung mache, kriege ich Aufenthalt. Ich habe Schule begonnen, ich habe Ausbildung bekommen aber Ausländerbehörde hat die Genehmigung zurückgenommen. Dann habe ich schulische Ausbildung gemacht. Damals habe ich nie meine Hoffnung aufgegeben. Ich wollte immer was machen. Ausländerbehörde hat gesagt ich muss den Pass bringen, damit ich weitermachen kann. Ich habe es geschafft aber sie haben mich belogen. Sie haben versucht mich abzuschieben. Damals hatte ich Ziele und Hoffnung aber sie haben mich enttäuscht. Ich habe vieles versucht aber nichts bekommen. Jetzt habe ich keine Hoffnung mehr.

Wie ist das bei deinen Freunden, wie gehen sie damit um?

Jeder hat ein Problem weißt du. Bei manchen Menschen funktioniert es schon aber viele gehen auch kaputt oder versuchen in ein anderes Land zu kommen. Viele Leute sind nach Frankreich gegangen. Ich kenne 6 oder 7 aus Nürnberg. Sie leben dort ein paar Monate auf der Straße und dann bekommen sie Aufenthalt. Aber ich will nicht mehr nach Frankreich, ich will nicht dort unter einer Brücke schlafen.

Hat der 31.Mai bei dir etwas verändert?

Ich weiß nicht wie soll ich das sagen, ist schwierig. Ich bin sehr dankbar für die Leute, die sich vor das Auto gesetzt haben und meine Abschiebung verhindert haben. Ich habe immer Angst, ich will diese Situation nicht mehr erleben. Es war der krasseste Moment in meinem Leben. Es hat sich viel verändert, aber auch nichts. Meine Abschiebung wurde verhindert. Ich habe viele Menschen kennengelernt, das war das beste. Es ist so vieles, ich kann nicht alles erzählen. Aber der Protest hat verändert, dass ich am nächsten Tag wieder frei gekommen bin, dass ich nicht in Abschiebehaft gekommen bin. Wenn nicht so viel Aufmerksamkeit gekommen wäre, vielleicht hätten sie mich in Abschiebehaft genommen und hätten mich an einem anderen Tag abgeschoben

Wir haben eine Woche vor meine Abschiebung eine kleine Demo vor meiner schule gemacht: Keine Abschiebung von der Schule. Und meine Lehrer haben gesagt, die Schule ist ein sicherer Ort. Aber sie haben trotzdem mich von der Schule abgeschoben. Es war krass, sie haben mich vor allen Menschen wie einen Verbrecher behandelt, in Handschellen und über die Wiese gezogen. Ich war so schockiert, dass die Bullen in meiner Klasse waren. Ich habe nichts gemacht. Die Frage ist immer in meinem Kopf: Warum machen sie das mit mir? Du sitzt im Auto und siehst wie die Bullen die Leute schlagen. Das war krass.

Auch die Ablehnung, die sie mir gegeben haben spielt eine Rolle. Sie haben es mir erst am nächsten Tag gegeben und mich gleich mitgenommen. Und spielt eine Rolle für die Gerichtsverfahren, die die Leute dann bekommen haben. So viele Menschen haben Gerichtsverfahren gekriegt wegen diesem Tag. Es war mein erstes Mal bei so ein Gerichtsverhandlung. Am Anfang war richtig krass für mich. Es hat mich so wütend gemacht, dass die Bullen lügen. Es hat sich angefühlt als reden die Richter und Staatsanwalt nur für die Polizei, nicht für die Leute.

Nach dem 31.Mai hab ich dann Anhörung bekommen. Und der Anhörer vom BAMF hat gesagt ich kriege subsidiären Schutz, aber später habe ich doch Ablehnung bekommen. Es ist schwierig das alles zusammenzufassen. Alles das hat mich verändert.

Gab es auch etwas positives?

Natürlich. Ich habe dadurch viele Leute kennengelernt, die mir geholfen haben. Zum Beispiel Bündnis Mai31. Sie haben mir so viel geholfen. Das ist auch ein Grund, dass ich noch keine Entscheidung treffen konnte. Sonst wäre ich schon längst weg.

Dieser Moment, als ich im Auto war und viele Leute sich auf die Straße gesetzt haben war ein krasser Moment. Ich habe gesehen, dass die Menschen sich solidarisieren. Dass sie meine Abschiebung verhindert haben. Die Leute haben gezeigt, dass es Menschlichkeit gibt und nicht nur Macht vom BAMF und Polizei und so. Ich kann das alles nicht fassen.

Was bewegt dich jetzt zum Zurückgehen? Was ist an Afghanistan besser als an Deutschland?

In Afghanistan ist besser, ich kann machen was ich will ohne Genehmigung. Nicht immer zu Behörde gehen. Ich bin einfach dort. In Afghanistan stirbt man einmal weißt du, in Deutschland stirbt man jeden Tag, bei jedem Stress. Viele sagen in Deutschland ist Frieden, in Afghanistan ist Krieg. Aber Deutschland ist wie ein Friedhof für mich, du liegst nur da und kannst nichts machen, dich nicht bewegen.

Würdest du sagen, dass das was du tust, eine freiwillige Rückkehr ist?

Nein. Weil ich dort nicht freiwillig hingehe. Ich bin hier machtlos und ich kann nicht mehr ohne irgendwas mein Leben verbringen, sie zwingen mich. Für mich ist das eine neue Flucht. Ich gehe zurück in ein Land aus dem ich mit 13 geflohen bin, ich habe keine Ahnung davon. Rückkehr heißt du gehst zurück zu deiner Stadt zu deiner Familie und Freundschaft. Aber bei mir ist so, ich kann nicht zu meiner Familie. Ich war noch nie in Kabul. Es ist keine freiwillige Rückkehr, bei mir ist ein neuer Fluchtweg, ich fliehe von dem ganzen scheiß System hier.

Was löst es in dir aus, wenn die Medien schreiben, dass du freiwillig zurück gehst?

Ich will jetzt nicht mehr in Zeitungen kommen. Dann wird richtig krass für mich in Afghanistan. Überall steht mein ganze Geschichte. Wenn ich hingehe, die Leute kennen mich, vielleicht denken sie das ich Geld habe und nehmen mich fest. Und für meine Familie ist schwierig, wenn sie wissen dass ich hier bin und ich kann nicht zu denen und sie können mich nicht in Kabul besuchen.

Und was denken die Leute? Die Leute in Deutschland kennen nicht meine Situation, sie verstehen es nicht. Sie denken, ich gehe freiwillig. Aber ich gehe nicht freiwillig, sie wissen meine Situation von hier nicht.

Afghanistan ist nicht sicher, jeden Tag sterben dort Menschen, wie ist das sicher? Es wird immer schlimmer. Ausländerbehörde sagt es gibt Krieg nur in einzelnen Städten, sie sagen du kannst dort sein wo kein Krieg ist. Aber ich denke Krieg ist Krieg, wenn deine Küche brennt, dann brennt auch dein Wohnzimmer und dein Schlafzimmer. Das kann man nicht sagen, die Stadt ist sicher, die nicht. Es gibt keine Sicherheit dort. Die Leute müssen immer mit Angst leben. Aber ich geh lieber dort hin und fange dann dort an. Wenn ich sterbe, okay aber ich fange an zu leben. Egal wie lange ich in Deutschland bin, ich habe nichts, sie lassen mich nicht leben.

Willst du noch etwas sagen?

Ja. Ich bin sehr dankbar für Bündnis Mai31 und Jaba und alle einzelnen Menschen die mich und uns unterstützt und geholfen haben. Es war ein krasse Situation was die gemacht haben. Da kann man nicht nur sagen danke, ich will eigentlich anders ausdrücken. Ein Danke, das reicht nicht.

Hoch die internationale Solidarität!

Nürnberg, den 12.3.2019

drucken | 1. August 2019 | redside

Terminkalender

Mittwoch, 30.11.2022

Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg

IM Folgenden dokumentieren wir einen Aufruf, der uns erreicht hat: Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle Proteste gegen die IMK22 in München - gemeinsame Anfahrt aus Nürnberg 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle/Hauptbahnhof Vom 30. November bis 02. Dezember treffen sich die politisch Verantwortlichen der Polizei- und Sicherheitsbehörden im Rahmen der Innenminister*innenkonferenz in München. Auf dieser wird über die Innere Sicherheit diskutiert. Wessen Sicherheit? Welche Sicherheit? Wer wird geschützt? Den Innenministerien von Bund & Länder unterstehen neben Polizei, Verfassungsschutz, Bamf sowie Ausländerbehörden - alle maßgeblicher Teil des Repressionsapparats in Deutschland. Von autoritären Polizeiaufgabengesetzen über rassistische, klassistische & sexistische Polizeigewalt zu systemischer & struktureller Gewalt gegen marginalisierte Gruppen - der reaktionäre Sicherheitsfetisch deutscher Behörden trifft uns alle! Insbesonders aber geflüchtete Menschen, BIPoC, Obdachlose, suchtkranke Personen, Jugendliche o. linke Strukturen. Dabei geht es dem Staat nicht um die Sicherheit der Einzelnen, sondern um sein Weiter-Funktionieren. Also den Schutz des kapitalistischen Systems. Dieses Jahr ist Bayern gastgebendes Bundesland. Nach der Frühjahrskonferenz in Würzburg, tagen die Innenminister*innen nun in München. Dass Bayern die diesjährige IMK ausrichtet, passt wie die Faust aufs Auge. Gilt Bayern nicht selten als föderales Vorbild für besonders repressives Vorgehen der Behörden. ANKER-Zentren, Abschiebungen nach Afghanistan, repressive Interpretation des BTMG o. Kriminalisierung von kurdischen Protesten & Symbolen - die Liste bayerischer Schweinereien ist lang. Doch das ist natürlich alles keine bayerische Spezialität, sondern bundesweite Phänomene einer repressiven Law-and-Order-Politik. Deshalb: Nein zur Konferenz der Innenminister*innen! Kampf den Sicherheitsbehörden - denn wir haben ein Sicherheitsproblem. Deshalb fordern wir echte Sicherheit für Alle: Verfassungsschutz abschaffen, Defund the police, keine Lagerpflicht, ANKER-Zentren abschaffen, Bleiberecht für Alle! Raus zur Protesten gegen die #IMK202! 30.11.22 | 18.00 | antirassistische Demo | Geschwister-Scholl-Platz/München, Zugtreffpunkt aus Nbg: 14:55, Osthalle
Samstag, 03.12.2022

ISA-Kneipe im Dezember zeigt: Bezahlt wird nicht

Samstag, 03.12.2022, 20 Uhr - Stadteilladen Schwarze Katze - Untere Seitenstr. 1, Nürnberg 1974 ist in Italien die Krise all­ge­gen­wärtig: Die Inflation liegt bei 20%, es herrscht Arbeitslosigkeit, die Preise wachsen ins unbezahlbare.  Da finden Frauen aus Ar­bei­ter­In­nen­fa­mi­li­en ihre eigene Form der Krisenbewältigung: Sie plündern ei­nen Supermarkt. Die Polizei verfolgt sie in ihre Viertel...  Ein turbulentes und groteskes Spiel nimmt seinen Lauf. Eine Politkömödie von Dario Fo als Video (franz., OmU). Sharepic herunterladen Solche und ähnliche Dinge geschahen wirklich vor 50 Jahren. Der Theatermacher und (spätere) Literaturnobelpreisträger Dario Fo hat die Dinge in seiner Farce für die Bühne nur auf die Spitze getrieben, und zwar so, dass man Bauchschmerzen vor Lachen bekommt.  Dafür wurde er angeklagt wegen Aufruf zum Widerstand gegen den Staat und zu illegalen Aktionen. Wir möchten ausdrücklich betonen, dass die damaligen Ereignisse, mit dem hier und heute nichts zu tun haben. Unser Interesse an dem Stück ist ein rein kulturelles und kunstbeflissenes. Denn heute liegen die Dinge ja ganz anders: In der Krise von 2022 werden die Armen reichlich beschenkt und die Reichen zur Kasse gebeten. Es gibt also keinerlei Anlass, wir wiederholen: keinerlei Anlass, ernsthaft in Erwägung zu ziehen, dass sich in dem Stück gezeigte Handlungen und Ereignisse wiederholen könnten. Bild: Ein Ausschnitt aus dem Bild Quarto Stato von Giuseppe Pellizza da Volpedo aus dem Jahr 1901 wurde von uns 2022 mit aktuellen Accessoires versehen
Samstag, 10.12.2022

Soliparty für Krisenproteste im Dezember

 Die Linke Party, Musikverein, Genug!Für Alle und das Krisenbündnis präsentieren gemeinsam:  
krisenFEST für Alle!
Die Soli-Party für die Plattform Genug! Für Alle und für die "Nicht auf unserem Rücken" - Demo des Krisenbündnis Nürnberg.
Samstag, 10.12.2022 | Kantine, beim Künstlerhaus, Königstraße 93, Nürnberg | Beginn 22 Uhr | Eintritt 4 - 8 € (Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an Genug!Für Alle und das Krisenbündnis zur Deckung der Kosten für Demo und Aktionen)
Es wird ein wilder Ritt mit über 10 DJs, die sich in kurzen Sets die unterschiedlichsten Styles um die Ohren hauen werden. Mit dabei u.a. Comandante Manolo, Eve Massacre, Pallas Athene II, Deniz, X_Tar, Pindi, Pac Frizzante, Bananasplit. 
Winter 2022: Die Klimakatastrophe, Aufrüstung und Krieg, die fossile Energiekrise, die Preissteigerungen, die es immer schwerer machen, auch nur unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen - kurzum : Dieser Kapitalismus ist die Krise, frisst uns auf,  zerstört den Planeten und verunmöglicht uns das gute Leben ür Alle. Doch das nehmen wir als radikale Linke nicht hin. Ob in antifaschistischen, antirassistischen, feministischen, antimilitaristischen oder Klimagerechtigkeits-Kämpfen gehen wir auf die Straße, in Widerstand und zivilen Ungehorsam. All das kostet Kraft und leider auch Geld.
Am Samstag, 10.12., laden alle Gruppen der Plattform Genug!Für Alle und des Krisenbündnisses in Nürnberg gemeinsam mit der Linken Party des Musikvereins zur großen Glitzer-Sause: Dem krisenFEST für Alle!
Die Deko des Abends wird glitzern! Zeig auch Du Dich von Deiner glitzernsten Seite: Hast Du ein wenig Glitzer zuviel, bring es mit und teil es mit Anderen.
Wir servieren Soli-Pfeffi am Schnapsstand für Alle! und dann mal LOS!
Für eine richtig GUTE PARTY FÜR ALLE, denn jede Revolution braucht auch gute Feste.
Macker, Sexist*innen, Stressmacher*innen & Rassist*innen bleiben draußen!
Davor: 3.12., 13h Genug! Für Alle, Aufsessplatz, Nürnberg.
Danach: Krieg und Krise, Nicht auf unserem Rücken, DEMO, 17.12., 14 Uhr, Plärrer, Nürnberg.
Freitag, 16.12.2022

Jahresendzeitgala der Antifa-Aktionskneipe

Die Jahresendzeitgala wird am Freitag, den 16.12. ab 19:00 Uhr stattfinden. Tickets könnt ihr euch auch im Stadtteilladen Schwarze Katze kaufen. 10 Euro Spendenempfehlung. Es ist wieder soweit... Die jährliche AAK Jahresendzeitgala steht wieder vor der Tür! Es wird neben einem veganen 3-Gänge-Menü und dem Jahresrückblick auch ein kulturelles Programm geben. Unter anderem eine Versteigerung, um etwas Geld für unsere politische Arbeit zu sammeln. Wenn ihr uns also unterstützen wollt, bringt viel viel viel Kleingeld (Euromünzen!) mit. Außerdem wären wir über Sachspenden sehr dankbar - kramt all eure "alten" Dinge mit Polit- bzw. Antifa-Bezug heraus. Das können bspw. Bücher, Poster, Shirts, Sticker, Tassen, Schlauchis, oder was auch immer Euch in die Hände fällt, sein! Dazu wird im Stadtteilladen "schwarze Katze" ein Karton stehen, in den Ihr die Spenden an den Öffnungen, z.B. montags bei der Vokü, reinlegen könnt.   Das offene Antifatreffen wird im Dezember daher ausfallen. Trotzdem einer der besten Abende uns kennen zu lernen! Wir bitten Euch zuvor auf Covid19 zu testen. Infos über die AAK:                         Infos über die Antifa-Aktionskneipe
Youtube | Instagram | antifaak161 (äääät) riseup.net
Was macht die Antifa Aktionskneipe?
Beispiele: Jahresrückblick 2021 / Satire zur Bundestagswahl / Podcast zum Tag gegen Gewalt an Frauen / Antifa-Stadtrundgang / Aktion gegen AfD Landtagswahlstand / Demo „Keine rechte Hetze in unserem Viertel!“ / Gemeinsamer Treffpunkt für revolutionäre 1.Mai-Demo / Aktion zum TagX NSU-Prozess / Aktion gegen CSU Parteitag / Aktion gegen AfD-Infostand / Fahrt zur Demo: Memmingen sieht rot / Alle Aktionen chronologisch auf der Redside Was ist die Antifa Aktionskneipe: Der rechte Vormarsch in der BRD geht weiter voran. Am offensten zeigt sich diese Entwicklung an den Wahlerfolgen der AfD und Gesetzesverschärfungen, wie die neuen Polizeiaufgabengesetze. Die Bundesregierung schaffte das Asylrecht quasi ab, sperrt Geflüchtete in Lager und schiebt in Kriegsgebiete ab. Parallel dazu werden täglich Menschen von Nazis und RassistInnen angegriffen. Überall formieren sich rechte Bürgerwehren und rechter Terror wird zu einer immer größeren Bedrohung. Deswegen gewinnt antifaschistischer Widerstand gegen diese Zustände an enormer Bedeutung. Wir wollen deutlich zeigen und klar machen, dass wir diese reaktionäre Offensive nicht unbeantwortet lassen. Wir lassen uns nicht durch Rassismus und Sexismus spalten, sondern müssen gemeinsam als unterdrückte Klasse für eine befreite Welt kämpfen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir in einer Welt des Faschismus und Unterdrückung leben wollen oder in einer Welt der Solidarität und Gerechtigkeit. Wenn auch du die Schnauze voll hast und aktiv gegen Nazis und FaschistInnen werden willst, dann komm zur Antifa-Aktionskneipe! Jeden dritten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr veranstalten wir ein offenes Treffen, mit dem Ziel, uns gemeinsam zu informieren, auszutauschen und aktiv zu werden. Lernen wir uns kennen, schließen wir uns zusammen und machen wir uns gemeinsam stark gegen Rassismus, Faschismus, Patriarchat und Kapitalismus!
 
Samstag, 17.12.2022

+++ SAVE THE DATE! +++

Folgende Terminankündigung hat uns erreicht und wir geben sie gerne an euch weiter:
Gegen Krieg und Krise:
Raus auf die Straße am 17.12.2022!
Haltet euch den Termin frei, damit wir im Dezember einen starken, widerständigen Auftritt mit allen linken und fortschrittlichen Kräften auf die Straße bringen!
Aber auch davor werden wir natürlich nicht ruhig sein, sondern die Zeit zum Mobilisieren nutzen. Achtet auf Aktionsankündigungen auf www.redside.tk, macht eigene Aktionen gegen Krise, Massenverarmung und Aufrüstung und bringt euch im Krisenbündnis ein! Krisenbündnis Nürnberg -gemeinsam kämpfen! Ihre Krise nicht auf unserem Rücken!
Samstag, 17.12.2022

Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße!

Demonstration || Samstag, den 17.12.2022 || 14:00 Uhr || Plärrer || Nürnberg || gemeinsamgegenkrise.noblogs.org || Krieg und Krise: Nicht auf unserem Rücken gegen die Preissteigerungen gemeinsam auf die Straße! Wer in diesen Tagen im Supermarkt einkaufen geht, fragt sich, wie die lebensfremde Inflationsberechnung von 10% zu Stande kommt. Die Packung Nudeln, die stets für 0,39€ erhältlich war, kostet auf einmal 0,89€ (Stand September 22) - mehr als das Doppelte also. Und die Nudeln sind nur ein Beispiel: etliche Grundnahrungsmittel, Energiekosten, Mieten, die Preise kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Unsere Löhne und andere Einkommen, wie Rente oder Grundsicherung steigen dagegen kaum bis gar nicht. Wer nicht reich ist, muss an irgendeiner Stelle Abstriche vornehmen oder das Ersparte antasten. Viele überlegen sich gut, ob sie heizen, duschen kürzer, achten beim Einkaufen noch mehr als sonst auf Sonderangebote oder es bedeutet sogar, dass der Kühlschrank am Monatsende leer bleibt. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an, und der Arme sagte bleich: ‚Wär ich nicht arm wärst du nicht reich.’“ B. Brecht Das alles ist kein Naturgesetz. Die Preissteigerungen sind nicht einfach eine zwingende Folge des Krieges in der Ukraine, wie es uns bürgerliche Politik und Medien einstimmig verkaufen. Es sind die Auswirkungen einer kapitalistischen Krise, die sich schon vor dem Krieg, ja vor der CoronaPandemie abgezeichnet hat. Und es sind Auswirkungen einer imperialistischen Politik, in der sich die Machtblöcke gegeneinander verschärft in Stellung bringen. In Zuge dessen schreitet auch die Monopolisierung voran, das heißt, große Konzerne schlucken oder verdrängen die Kleinen. Etliche Konzerne haben bereits während der Pandemie Rekordgewinne eingefahren und tun es auch aktuell. Lebensmittel-, Energie-, Öl- und natürlich Rüstungskonzerne verdienen fleißig an der Krise - und somit an uns. Wir zahlen und arbeiten für deren Profite - wir sterben in ihren Kriegen. An keiner Stelle wurde die Frage gestellt, ob nicht die Konzerne auf ihre Profite verzichten sollen. Nein, aber dass wir verzichten sollen, den Gürtel enger schnallen, das tönt uns von hochbezahlten Politiker*innen und Arbeitgeberverbänden entgegen, das wird uns als Normalität verkauft. Und im Kapitalismus, in dem es immer darum geht, dass Gewinne in private Hände einiger Weniger wandern während Risiken und Verluste von uns allen brav geschultert werden sollen, ist das auch so. Und dann wird uns auch noch erzählt, wir sollen keine zu hohen Lohnforderungen stellen um die Inflation nicht weiter anzuheizen! Was für eine Frechheit! Ein etwas anderer Wunschzettel... Alles für alle! Den Gefallen werden wir ihnen jedoch nicht tun! Ob wir auch diese Krise zahlen oder wie viel wir davon zahlen, ist genauso wenig ausgemacht wie die Frage ob wir uns als Lohnabhängige in ihren Kriegen aufeinanderhetzen lassen. Wir wissen: unter Kriegen und Sanktionen leiden nicht die Herrschenden, sondern die breite Mehrheit - sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Ein Gaspreisdeckel im März nützt uns hier nichts! Der muss jetzt her! Wir brauchen eine automatische Anpassung aller Einkommen an die reale (!) Inflationsrate, Energiesperren wie auch Zwangsräumungen müssen sofort beendet werden. Statt weiter Spar-Druck auf Privathaushalte auszuüben, RWE, Vonovia und Co vergesellschaften und demokratisieren. Aber geschenkt bekommen wir hier nichts, sondern müssen uns alles erkämpfen. Und das heißt: streiken für höhere Löhne, protestieren auf der Straße aber auch solidarisch sein im Alltag, sich mit Nachbar*innen vernetzen, sich organisieren. Packen wir es an als ersten Schritt in eine Welt jenseits von Krieg, Kapitalismus und Profitstreben. Das Krisenbündnis Nürnberg ruft euch alle dazu auf, mit uns auf die Straße zu gehen!
Samstag, 17.12.22 14 Uhr, Plärrer