Einladung zur Antimilitaristischen Kaffeefahrt

Einladung zur Antimilitaristischen Kaffeefahrt

Der Krieg beginnt hier – wir zeigen Euch wo!

Antimilitaristische Kaffeefahrt Samstag 14.12.19
Treffpunkt: 12.00 Uhr Rothenburger Straße
Abschlusskundgebung: 16:00 Uhr Hallplatz

 

 

 

 

Wenn ihr teilnehmen wollt, Aktionsideen oder andere Anregungen habt schreibt uns!
nuernberg@interventionistische-linke.org
Karten für die Busfahrt gibt es außerdem für 5€ in der Kneipe, Stadtteilzentrum Desi, Brückenstraße 23 Nürnberg

Nicht nur in Rojava eskaliert mit der Invasion des türkischen Staates die Situation in Syrien auf ein Neues. Afghanistan, Libyen, Irak, Jemen, Ostukraine – die Liste an (Bürger-)Kriegen und „bewaffneten Konflikten“ mit unzähligen Toten und Millionen von Geflüchteten scheint endlos. Die meisten der von Krieg betroffenen Regionen und die in ihnen lebenden Menschen sind weit von Europa – von uns – entfernt. Allerdings nicht die Verantwortlichen, die politischen Entscheidungsträger*innen. Diese erhöhen Rüstungsetats und fordern die Bildung einer europäischen und sogar bayerischen Armee. Sie sind in unserer unmittelbaren Nähe, ebenso wie die Rüstungskonzerne, die das Material für die Durchsetzung der blutigen, geopolitischen Machtinteressen liefern.

Dass der Rüstungsstandort Nürnberg historisch weit zurückreichende Wurzeln hat, lässt sich am Diehl-Konzern gut aufzeigen. Dessen Hauptsitz befindet sich unweit des Nürnberger Stadtzentrums und ist dort bereits seit der Kaiserzeit und vor allem während der NS-Diktatur für die Produktion von Munition, Raketen und ähnlichem tod- und kapitalbringenden Militärequipment verantwortlich. Neben Tochterfirmen wie der Diehl Defence EuroSpike (Sitz in Röthenbach a.d. Pegnitz), deren Namen keinen Raum für Zweifel an ihrem militärischen Zweck lässt, sieht das bei einem weiteren Diehl-Ableger schon ganz anders aus.
Die Firma „GIWS-Gesellschaft für intelligente Wirksysteme“, ebenfalls mit Sitz in Nürnberg, ist ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen Diehl und dem größten deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall. Hinter dem so harmlos klingenden Namen verbirgt sich eine Produktionsstätte für sogenannte „intelligente Munition“, die als Nachfolgeprodukt herkömmlicher Streumunition betrachtet werden kann und deren Verwendung durch das Oslo-Abkommen 2009 eigentlich verboten sein sollte. Diese „intelligente Munition“ wurde u.a. von der deutschen Bundeswehr im Afghanistan-Krieg eingesetzt.
Es gibt noch weitere Orte, an denen die Verknüpfung zwischen Militarismus und Kapitalismus sowohl in der Geschichte wie auch in der Gegenwart sichtbar wird: Zum Beispiel das in der Nürnberger Südstadt angesiedelte „Karrierecenter der Bundeswehr“ oder der Siemens-Standort mit den ehemaligen Siemens-Schuckert-Werken, die im zweiten Weltkrieg Außenlager für Zwangsarbeiterinnen waren, die dort Munition produzieren mussten.
Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, auch bekannt als MAN, betreibt unter anderem gemeinsam mit Rheinmetall eine Kooperation (Military Vehicles GmbH), die Komplettanbieter für Militärradfahrzeuge ist und die ganze Palette der Transport-, Führungs- und Funktionsfahrzeuge für Kriegseinsätze abdeckt.
Wir werden diese Orte, die an Aufrüstung, Krieg und Zerstörung erinnern, besuchen. Wir klären auf, was in unserer Nachbarschaft geschah und geschieht.
Eine Station wird auch das Konsulat der türkischen Republik sein. Während die türkische Armee mit Hilfe der djihadistischen Milizen versucht, die Errungenschaften der Revolution in Rojava zu zerstören und erneut hunderttausende Menschen zur Flucht zwingt, werden wir nicht aufhören auch in Nürnberg auf den Angriffskrieg lautstark aufmerksam zu machen und Druck auf die politisch Verantwortlichen auszuüben.
Wir haben nicht vergessen, dass im März 2018 bei der völkerrechtswidrigen Besatzung Afrins durch Erdogans Truppen deutsche Leopard-2-Panzer durch die Straßen rollten. Auch nicht den Genozid an den Armeniern und der Rolle Deutschlands dabei. Die lange und blutige Geschichte die Kollaboration zwischen Ankara und der Bundesrepublik Deutschland reicht weit zurück und wird täglich fortgeschrieben.

Die iL-Nürnberg lädt euch am 14.12. zu einem antimilitaristischen Stadtrundgang durch Nürnberg ein. Unser Rundgang steht auch unter dem Label der globalen Kampagne #RiseUp4Rojava, an der die iL bundesweit beteiligt ist, sowie im Zeichen einer neuen, antimilitaristischen Bewegung.
Wir möchten vor den oben genannten Stationen mit Aktionen und Reden die Kriegstreiber*innen und deren Unterstützer*innen in unserer Stadt benennen. Wir freuen uns auf euer Kommen!

Antimilitaristische Kaffeefahrt Samstag 14.12.19
Treffpunkt: 12 Uhr Rothenburgerstraße
Abschlusskundgebung: 16 Uhr Hallplatz

drucken | 28. November 2019 | Gefangenen Gewerkschaft Soligruppe Nürnberg

Terminkalender

Samstag, 12.12.2020

Kultur braucht Freiräume – Projekt 31 erhalten

Das Projekt31 ist bedroht. Ein auslaufender Mietvertag, kapitalistische Investoren & steigende Bodenpreise machen nicht nur dem P31 zu schaffen sondern betreffen alle Freiräumen in der Region. Zeit dagegen etwas zu tun und den Projekten den Rücken zu stärken! Kommt am 12.12 14 Uhr zum Aufseßplatz und zeigt Eure Solidarität. Kein Tag ohne autonomes Zentrum! Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf des Projekt31 zur Demonstration:

Kultur braucht Freiräume – Projekt 31 erhalten

Mit Vorfreude auf das heutige Konzert kommst du zum Projekt 31. Schon auf dem Hof empfängt dich der köstliche Duft von veganem Essen, du begrüßt deine Freund*innen und holst dir eine Apfelschorle… Doch dein Traum findet ein jähes Ende und du stehst auf einem grauen, kalten Parkplatz wo früher unser Freiraum, das Projekt 31 war.

Dies könnte bald Wirklichkeit werden, denn unser Gelände wurde von einer Investmentfirma gekauft, welche ab Anfang Februar 2021 Eigentumswohnungen in den Hof bauen und unser Projekt in einen Parkplatz verwandeln will. Wir versuchen auf der mietrechtlichen Ebene und durch Gespräche mit Vertreter*innen von Stadt und Politik unsere Zukunft zu sichern, doch allein darauf können wir uns nicht verlassen. Deshalb versuchen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln den Erhalt unseres selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentrums zu sichern. Das Projekt 31 braucht eine Zukunft! Lasst und deswegen am 12.12. gemeinsam auf die Straße gehen! 

  Verdrängung unkommerzieller Räume  

Das Projekt 31 ist ein unkommerzieller Ort. Ein Raum, in dem eine Alternative zu den bestehenden Verhältnissen gelebt und geübt wird. Der Versuch, einen Freiraum zu schaffen, ohne Hierarchien, Diskriminierungen, Abwertungen. Ein Ort um sich zu vernetzen, auszuprobieren, zu begegnen. Ganz ohne Leistungsdruck oder Konsumzwang.

Solche Orte werden allerdings immer seltener. Inverstor*innen kaufen und kaufen, werden immer reicher, denn es geht dabei ausschließlich um Gewinnmaximierung, darum noch mehr Geld aus allem rauszuholen.

Die Mieten steigen und steigen für die Bewohner*innen der Stadt Nürnberg. Wer sich das nicht leisten kann, hat in dieser Logik auch keinen Platz verdient, wird verdrängt – wohin auch immer, das interessiert nicht. Selbst öffentliche Plätze werden privatisiert oder unliebsames Klientel durch Ordnungsamt und Polizei vertrieben. Durch die Verdichtung der Stadt gibt es keinen bezahlbaren Raum für Kulturschaffende – aber für Bürokomplexe wie die GFK finden sich große Areale. Damit noch mehr Pendler*innen angezogen werden, im Berufsverkehr in unserem Viertel stecken bleiben und uns wortwörtlich die Luft zum Atmen nehmen.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Interessen von Mehrwert und Kapital über den Interessen der Menschen und ihren Bedürfnissen stehen. Einen Raum erhalten nicht die, die ihn nutzen und bespielen wollen, sondern die mit dem meisten Geld.

Diese Prozesse spielen sich nicht nur rund um das Projekt 31 ab, sondern überall. Egal ob mensch nach Berlin, Leipzig, Köln oder eben Nürnberg schaut – das Bild ist das gleiche: Wegnahme der Räume, fehlende finanzielle Ressourcen, politische Angriffe und Delegitimationsversuche. Denn es ist nicht nur die katastrophale Situation auf dem Immobilienmarkt dafür verantwortlich, sondern es geht auch um politische Interessen und Prioritäten. In einer zunehmend autoritären Gesellschaft, die immer weiter nach rechts rückt, werden auch Orte, die sich dem Widersetzen immer stärker bedroht. Während faschistische Tendenzen innerhalb der Gesellschaft immer deutlicher zutage treten, werden linke Räume deutschlandweit platt gemacht.

Kämpfe um den Erhalt von Räumen wie dem Projekt 31 sind somit immer auch Kämpfe für eine offene, antifaschistische und emanzipatorische Gesellschaft.

  Kultur von unten – Stadt für Alle  

Doch die Verdrängung von unkommerziellen, offenen Räumen führt notwendigerweise zu dem Ausschluss vieler Menschen aus der Öffentlichkeit, Teilhabe am kulturellen Leben wird zum Privileg. Der Mangel an bezahlbaren Proberäumen, Ateliers und anderen Kulturräumen ist seit Jahren bekannt, geändert hat sich nichts. Der alltägliche Kampf, genug Geld für die Miete aufbringen zu können, geht auf Kosten der Kreativität und der Freude an kreativen Prozessen.

Die mit der Corona-Pandemie einhergehende Wirtschaftskrise verschärft die Situation vieler Kulturschaffender zusätzlich. Doch anstatt die bestehende Kulturlandschaft zu unterstützen, agiert die Stadt oft im luftleeren Raum, verpulvert beispielsweise Geld für Wasserspiele auf einer neu errichteten Bühne am Dutzendteich für ein Publikum das Platz auf Tret- und Schlauchbooten einnimmt. Dies steht in krassem Widerspruch dazu, wie tatenlos zugeschaut wird, wie unkommerzielle kulturelle Räume verdrängt werden. Anstatt genug zentrale Orte für Kunst und Kultur zur Verfügung zu stellen und die Bedürfnisse der Kulturschaffenden ernst zu nehmen, bewirbt sich die Stadt lieber zur Kulturhauptstadt 2025. Es widerstrebt uns jedoch zutiefst in Wettbewerb mit anderen Städten und anderen Kulturläden zu treten und gegen sie zu konkurrieren. Kultur darf nicht zum Prestige-Objekt verkommen und ist erst recht kein Siegespokal den es zu gewinnen gilt.

Es geht um den Erhalt von kulturellen Räumen, genauso wie um bezahlbaren Wohnraum. Es geht um mehr Grünflächen in der Stadt, mehr Orte der Begegnung ohne Konsumzwang. Kurzum: Wir wollen eine Stadt für alle und eine Kultur von unten! Wir sind viele und wenn wir gemeinsam kämpfen, können wir auch gewinnen.

  Lasst uns auf die Straße gehen!  

Wo sollen sich Menschen kennen lernen, sich organisieren, sich politisch bilden, wenn es keine Räume gibt, an denen sie sich treffen können? Wie sollen Ideen entwickelt und Gedanken ausgetauscht werden, wenn immer Aufsichtspersonen anwesend sind, die jederzeit repressiv eingreifen können? Wie soll Eigeninitiative und Verantwortung geübt werden, wenn es hauptsächlich Räume gibt, an denen die Dinge von oben herab mit Hierarchien geregelt werden?

Geht gemeinsam mit uns am 12.12. auf die Straße, um zu zeigen, dass das Projekt 31 nicht verschwinden darf!

Denn kein Freiraum in Nürnberg oder sonst wo darf verschwinden! Im Gegenteil – wir brauchen noch viel mehr davon!

Wir wollen nicht mehr um unsere Zukunft bangen! Wir wollen eine Perspektive – und diese wollen wir selbst gestalten!

Don‘t go breaking my heart – Freiräume erhalten! Kommt mit uns auf die Straße! 12.12.2020 um 14 Uhr am Aufseßplatz Nürnberg  

Unterstützt von: Kneipenkollektiv Arsch & Friedrich, Bunkersyndikat, Initiative Mietenwahnsinn stoppen, Casablanca Filmkunsttheater, Radio – Z , Organisierte Autonomie, feministisches Konzertkollektiv Arsch & Frida, Armed with a Mind, Revolutionär organisierte Jugendaktion, Gruppe Antithese, Kunstverein, Infoladen Benario, Stadtteilzentrum Desi, FLINT* Komitee – für einen feminstischen Streik, 8. März Bündnis Nürnberg, Falken Nürnberg, Auf der Suche – Anarchistische Gruppe Nürnberg, Initiative Kunst braucht Raum, Zentrum Wiesengrund Erlangen, Antifaschistische Initiative – Das Schweigen durchbrechen, Interventionistische Linke Nürnberg, Trouble in Paradise, Wagenburg Kristallpalast, Sänders e.V., Mops von Gostenhof, Der Gostenhofer Dorfschulze, Krähengarten, Musikverein, AG Wohnen des Sozialforums Nürnberg, Z-Bau – Haus für Gegenwartskultur, Politbande, Kulturliga, Cafe Kaya, Club Stereo, Eat-the-Beat e.V., E-Werk Erlangen, KulturKellerei, Kulturort Badstraße 8, Kunstkeller 027, MUZ Club, Mata Hari Bar, Nasty Entertainment, Die Rakete, nbg-breaks e.V.