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Krise – Alltag – Widerstand: Wir zahlen nicht für ihre Krise – Solidarisch im Stadtteil und in den Betrieben

Kundgebungen am Aktionstag #nichtaufunseremRücken:

18.07. um 14:15 Uhr Klinikum Nürnberg Nord

18.07. um 17:00 Uhr Veit-Stoß-Platz Nürnberg

Gesundheit statt Profite

Langsam verschwindet Corona aus den Schlagzeilen. Wir lesen nicht mehr jeden Tag über Fallzahlen, R-Werte oder sonstiges. Mit den Schlagzeilen verschwand auch die Debatte über die Pflege und das Gesundheitssystem. Anders sollte sie werden. Nicht der Profit sollte im Vordergrund stehen sondern die Gesundheit. Nun ist klar, über ein Drittel der Toten in Deutschland waren in Pflegeheimen. Die, die man vorgab zu schützen, waren der Krankheit ausgeliefert. Schuld daran tragen nicht etwa die PflegerInnen, die bis heute kaum zureichende Schutzausrüstung haben, die nach wie vor unterbesetzt sind. Nein, klar wird nur, dass sich gar nichts gebessert hat.

Weder in den Pflegeheimen noch in den Krankenhäusern. 12 Stunden Schichten wurden von den politischen Eliten per Gesetz möglich gemacht, die Fallpauschalen beibehalten, die Personalschlüssel sogar herabgesetzt. Längst sind Krankenhäuser und Pflegeheime zu Konzernen umgebaut, bei denen es dem Management und den Vorständen um Profite geht – zu Lasten der Mehrheit der Menschen, die sich eine Chefarztbehandlung im ruhigem Einzelzimmer nicht leisten können. Und zu Lasten der PflegerInnen, auf deren Rücken diese Profite eingefahren werden sollen. Doch nicht alle spielen mit. Immer öfter gehen die als systemrelevant beklatschten HeldInnen wie z.B. bei der Berliner Charité, auf die Straße, streiken, demonstrieren und wollen das Spiel nicht mitspielen. Denn die Krise heißt Kapitalismus. Können wir uns ein Krankenhaus vorstellen, in dem Pflegekräfte, PatientInnen und ÄrztInnen gemeinsam bestimmen, wer wie behandelt wird? Können wir uns ein Krankenhaus vorstellen, das jedem Menschen die bestmögliche Aufmerksamkeit und Behandlung zukommen lässt? Ein Krankenhaus, in dem ausreichend Zeit für die medizinische Versorgung ist? Können wir uns ein Krankenhaus vorstellen, das von einer solidarischen Gemeinschaft getragen und aufrecht erhalten wird? Können wir uns ein vergesellschaftetes Krankenhaus vorstellen?

Ja? Dann kommt zu nächsten Kundgebung der Initiative solidarische ArbeiterInnen am 18.07. um 14:15 Uhr vor das Klinikum Nord in Nürnberg! Zeigen wir, dass unsere Solidarität über Klatschen hinaus geht! Zeigen wir, dass wir als Gostenhoferinnen und Gostenhofer auch in diesem Arbeitskampf an der Seite der Beschäftigten stehen!

Nicht auf unserem Rücken!

Was nicht aus den Schlagzeilen verschwunden ist, sind die ökonomischen Auswirkungen der Pandemie und einer Wirtschaftskrise, die sich bereits Ende letzten Jahres anbahnte und die nun beschleunigt wurde. Nach wie vor Millionen in Kurzarbeit, Tausende Entlassungen, MinijobberInnen, denen auch noch ihr mickriges Einkommen weg fällt. Einige Branchen nutzen die milliardenschweren Rettungsschirme um sich zu sanieren – und um massiv Stellen abzubauen. Wieder andere riskieren für ihre Profite die Gesundheit der ArbeiterInnen wie in der Fleischindustrie oder bei der Erntearbeit. Es ist klar, wer die Krise ausbaden muss: die Lohanbhängigen, die einmal mehr zum Krisenpuffer werden. Lange Zeit durften sie schuften um die immensen Gewinne von Autokonzernen, der Tourismusbranche und anderen zu ermöglichen. Von den Gewinnen sahen sie natürlich nichts, aber die Krise bekommen sie mit voller Härte zu spüren. Denn das neoliberale Wundermittel Kurzarbeit kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mieten eben nicht auch um 40% sinken oder die Lebensmittelpreise, die Strompreise etc.. Nein, bei gekürztem Gehalt muss die Familie oder eben der einzelne Arbeiter nach wie vor seine Fixkosten begleichen. In Bereichen wie der Gastronomie, in denen selten mehr als der Mindestlohn gezahlt wird, eine Katastrophe. Nicht nur diese Auswirkungen der Pandemie werden komplett ins Private ausgelagert. Kinderbetreuung, Unterricht zuhause: Vor allem die lohnabhängigen Frauen wurden einmal mehr in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt. War man am 8. März noch mit 1500 Frauen auf der Demo in Nürnberg zum internationalen Frauenkampftag, holte viele nur ein paar Tage später die patriarchale Realität wieder ein. Waren viele von ihnen in dieser Pandemie in erster Reihe gestanden in den Kranken-und Pflegeeinrichtungen und in den Supermärkten, haben etliche andere ihre Arbeit verloren. Vor allem Frauen finden sich oft in Minijobs wieder, die nun gnadenlos eingestampft wurden. Wie also leben? Die Mieten sind nicht gesunken sondern klettern munter weiter in die Höhe. Der neue Mietspiegel in Nürnberg ist draußen und wir wissen, was das heißt: auf dieser Grundlage werden nun wieder Erhöhungen statt finden…. Denn am Schluss sollen wir für diese Krise zahlen – so wie für jede andere auch. Aber uns reicht es! Als solidarischer und widerständiger Stadtteil können wir vieles schaffen. Wir können zeigen, was echte Solidarität ist, Arbeitskämpfe unterstützen, uns aktiv dagegen stellen wenn Hetze uns spalten soll, sich bei Polizeischikanen, rassistischer und sexistischer Gewalt einmischen, Zwangsräumungen und Abschiebungen verhindern und so vieles mehr.

Lasst uns anfangen, den Herrschenden klar zu machen: nicht auf unserem Rücken! Wir werden nicht auf der Stelle treten und nur die Krümel verteidigen, die uns zufallen sondern wir wollen alles! Die Aussage von Erich Fried „Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt“ ist brandaktuell. Machen wir endlich alles anders, machen wir soziale Revolution!

Als Auftakt zu Krisenprotesten, die uns wahrscheinlich noch lange begleiten werden, kommt am 18. Juli um 17 Uhr zum Veit-Stoß-Platz.

#nichtaufunseremRücken

#sozialeRevolutionmachen