- redside - https://www.redside.tk -

Änderung Auftaktkundgebung 25.11. – Kundgebung des 8. März Bündnis Nürnberg zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ab 17 Uhr am Hallplatz

Folgende Mitteilung wollen wir gerne weiter leiten: Corona-und Baustellenbedingt beginnt die Kundgebung des 8. März Bündnis Nürnberg zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November um 17 Uhr nicht wie angekündigt am Weißen Turm sondern am Hallplatz!

Noch mal der Flyer-Text für  alle, die ihn noch nicht gelesen haben:

Wir holen uns die Nacht zurück – und auch den Tag!
Am 25. November gehen Frauen* seit den 70er Jahren weltweit auf die Straße, um klar zu machen, dass sie die alltägliche patriarchale Gewalt niemals mundtot machen wird, dass sie die alltägliche Gewalt an Frauen* und Mädchen* nicht dulden und bekämpfen! Sei es zuhause, bei der Arbeit oder beim feiern gehen. Sei es ausgehend vom Partner, einem Fremden oder dem Staat. Patriarchale Gewalt hat viele Gesichter und durch die Pandemie werden sie gerade besonders sichtbar.

Wusstest du zum Beispiel, dass…
… während der Corona-Maßnahmen die Gewalt gegen Frauen* und Kinder gestiegen ist? Die eigenen vier Wände, die eigentlich Schutz vor dem Virus bieten sollen, sind und waren für viele Frauen* und Kinder niemals ein sicherer Ort….
… in der selben Zeit jede sechste Person in Deutschland an der Armutsgrenze lebt? Der Ausbau des Niedriglohnbereichs als Folge des Agenda 2010 und unsichere Teilzeitverhältnisse treffen überproportional häufig Frauen* weil sie trotz aller erkämpften Freiheiten nach wie vor zugleich den Haushalt schmeißen, die Kinder erziehen und sich um Alte und Kranke kümmern sollen. Das treibt Frauen* in ökonomische Abhängigkeiten und zwingt sie nicht selten in gewalttätigen und abwertenden Beziehungen auszuharren.

… der Frauen*anteil in den „systemrelevanten“ Berufen bei 75% liegt? Kranken-und Altenpfleger*innen wurden in der Pandemie viel beklatscht – und sollten in der Tarifrunde 2020 doch keinen Cent mehr bekommen wenn es nach den Kommunen geht. Zu dieser Heuchelei haben wir nur eines zu sagen: Wenn wir streiken, steht die Welt still! Und ja, das ist eine Kampfansage an die systematische Abwertung dieser Tätigkeiten im Kapitalismus aber auch gegen Privatisierung und Arbeitshetze.

Wir kämpfen für unsere Sicherheit und unsere Selbstbestimmung. Wir holen uns den Tag sowie die Nacht zurück. Wir haben schon vieles erreicht! Und wir werden nicht aufhören, die Morde anzuprangern, die an Frauen*verübt werden weil sie Frauen* sind. Wir werden nicht aufhören gegen den Kapitalismus und seine patriarchalen Strukturen zu kämpfen, die uns in Abhängigkeiten und Gewalt drängen – egal ob hier, in der Türkei, in Rojava, Indien oder Mexiko. Wir hören nicht auf bis wir uns alle als Freie und Gleiche begegnen können in einer Welt ohne Gewalt, Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung.

Zum Tag selber:
Es wird zu Anfang eine Kundgebung und anschließend eine kämpferische kurze Flint*Demo geben (denkt bitte an Masken)
Für Menschen, die sich unsicher fühlen oder in Quarantäne sind, wird es auch die Möglichkeit geben, sich online zu beteiligen (weitere Infos folgen)

Zur Info:
Der internationale Tag erinnert an die Ermordung von drei Widerstandskämpferinnen* 1960 in der Dominikanischen Republik. Die drei Schwestern Mirabal, die auch „Schmetterlinge“ genannt wurden, kämpften gegen die Diktatur von Rafael Trujillo. Frauen* in Lateinamerika und der Karibik schlugen 1981 den Todestag der drei Schwestern als Gedenktag gegen Gewalt an Frauen* vor. Im Jahr 1999 erklärte die UNO den Tag offiziell als internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen*.

Erklärung zum Sternchen: Das Sternchen soll deutlich machen, dass wir die Sichtweise ablehnen, dass die gesellschaft-
liche Rollenverteilung der Geschlechter zwangsläufig aus biologischen Unterschieden erfolgt. Wir gehen von gesellschaft-
lichen Verhältnissen aus, die das soziale Geschlecht konstruieren. Demnach sind die Unterschiede zwischen den sozialen
Geschlechtern gesellschaftlich bedingt und können auch gesellschaftlich überwunden werden. Von patriarchaler Unter-
drückung sind deshalb nicht nur Menschen betroffen, die sich selbst als Frauen* definieren.