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Ein Krankenhaus – Eine Belegschaft! Servicekräfte in den TVöD! – Kundgebungen 11.12. + 16.12.

Beschäftigte des Klinikums Nürnberg, die Gewerkschaft Ver.di, die Initiative solidarischer ArbeiterInnen und die Initiative Gesundheit statt Profit rufen zu Kundgebungen auf. Sie fordern: „Outsourcing des Servicebereichs beenden, TVöD für die Beschäftigten jetzt.“ Mehr auf der Internetseite der Initiative Solidarische ArbeiterInnen [1]

Mittlerweile wurde die Kundgebung am Freitag vom Rathausplatz zum Hans-Sachs-Platz verlegt.

Freitag, 11. Dezember, 18:15 Uhr Hans-Sachs-Platz

Mittwoch, 16. Dezember, 15:00 Uhr 14:30 Uhr vor der Meistersingerhalle

Vergesst nicht Masken mitzubringen, haltet Abstände ein und kommt zahlreich!

Die organisierte autonomie (OA) schließt sich den Forderungen an. Wir unterstützen den Kampf der Beschäftigten am Klinikum Nürnberg.

Wir werden vor Ort sein und haben auch ein kleines Flugblatt dazu geschrieben (PDF [2])

Ein Krankenhaus – Eine Belegschaft!
Servicekräfte in den TVöD!

Alle zusammen gegen Corona! So tönt es aus den Mündern der politischen Verantwortlichen. Wie wenig hinter der propagandistischen Beschwörung von Solidarität steckt,
merkt man u.a. am Kampf der Servicekräfte am Klinikum Nürnberg. Sie kämpfen seit Jahren für das Ende des Outsourcings und die Wiedereingliederung in den Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD). Unter dem Namen KNSG (Klinikum Nürnberg Service-Gesellschaft) wurden vor etwa 20 Jahren wesentliche Tätigkeiten in eine neue Gesellschaft ausgelagert, um den geltenden Tarifvertrag zu unterlaufen. Ohne die Tätigkeiten, die so ausgelagert wurden, würde das Krankenhaus nicht funktionieren. In der KNSG verdienen die Reinigungskräfte, LogistikarbeiterInnen und KüchenarbeiterInnen bis zu 900 Euro Brutto weniger, als diejenigen, die mit gleichen Tätigkeiten noch nach TVöD bezahlt werden.

Erinnerungslücke oder Taktik?

Im Wahlkampf hatte der neue Oberbürgermeister von Nürnberg, Marcus König (CSU), versprochen, die um die Jahrtausendwende ausgegliederten Servicekräfte wieder in den TVöD einzugliedern. Nun in Amt und Würden, will der Herr Oberbürgermeister nichts mehr von seinem Versprechen wissen. Der Versuch, seinem Gedächtnis mit einer satirischen Aktion wieder auf die Sprünge zu helfen, hatte leider bisher nicht den gewünschten Erfolg.
Doch die Servicekräfte am Klinikum Nürnberg kämpfen seit Jahren ausdauernd und lautstark für ihre Rechte. Und sie machen nicht mit bei der Spaltung durch Outsourcing: Die massive Solidarität der KNSG-Beschäftigten mit den noch TVöD-Beschäftigten war bei den Streikaktivitäten zum TVöD deutlich wahrnehmbar. Im Klinikum Nürnberg agiert die Belegschaft zunehmend als eine Belegschaft, trotz der Spaltungsversuche durch die Klinikleitung.

Schluss mit der Spaltung!

Outsourcing ist ein wichtiges Werkzeug der KapitalistInnen, die Ausbeutung zu steigern, Löhne zu drücken und Belegschaften zu spalten. Auch öffentliche Betriebe wollen damit auf Kosten der Lohnabhängigen Geld sparen. Gerade in der Pandemie sind alle Beschäftigten in den Krankenhäusern hohem Druck ausgesetzt. Die Herrschenden wollen die Pandemie nutzen, um zu begründen, dass man jetzt nichts tun könne für die Beschäftigten im Krankenhaus. Die Arbeitsbedingungen werden sogar noch verschärft. Doch gerade in der Pandemie sehen wir, wie wichtig ein funktionierendes Krankenhaus ist. Und weil das so wichtig ist, fordern wir die Wiedereingliederung der KNSG in den TVöD!
Ein Krankenhaus – Eine Belegschaft! Das ist die Forderung heute! Und wir verlangen, dass sie sofort umgesetzt wird, denn es geht hier um Menschenleben. Die Servicekräfte führen Arbeiten aus, die genau so wichtig sind wie die Pflege selbst. Unterstützen wir den Kampf im Klinikum und vernetzen wir uns, denn die Krise hat ihren Höhepunkt noch lange nicht
erreicht.

Für eine revolutionäre Perspektive

Die Pandemie, die heute die Welt erschüttert, findet statt vor dem Hintergrund einer umfassenden Krise der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Trotz riesiger Warenproduktion fällt es den KapitalistInnen zunehmend schwerer, Profite zu erwirtschaften. Während sich hier das bürgerliche Lager vor allem über die Pandemie-Maßnahmen ereifert, bekommen wir als ArbeiterInnenklasse die Krise schon seit Jahren zu spüren. Die Einführung von Hartz IV und ALG II und anderen Maßnahmen wurde, trotz massiven Protesten und Kritik, nie rückgängig gemacht. Millionen Menschen sind dadurch verarmt und werden dadurch in Armut gehalten und drangsaliert.

Wir Lohnabhängige werden durch Arbeitsverdichtung und/oder Billiglöhne zunehmend ausgebeutet. Eine Vernetzung der Kämpfe für ArbeiterInnenrechte wird durch die Pandemie zunächst schwieriger. Es ist anzunehmen, dass wir als Lohnabhängige irgendwann auch diejenigen sein werden, auf deren Rücken die Krise gelöst werden soll. Darum ist es jetzt wichtig, in die Offensive zu gehen und Klassenkämpfe zu führen, um das falsche Gerede von Solidarität zu entlarven und es den Herrschenden möglichst schwer zu machen, das Kapital auf Kosten der Lohnabhängigen zu retten. Klassensolidarität endet auch nicht beim Erreichen dieser oder jener Verbesserung, sondern erst dann, wenn die Klassengesellschaft endgültig Geschichte ist. Vernetzen wir uns in allen Bereichen und Branchen. Von einer Belegschaft zu einer Klasse!

Unterstützt die KNSG-ArbeiterInnen! Kommt zur Kundgebung!