150 Menschen auf der Kundgebung für die Wiedereingliederung der Servicekräfte in den TVöD

Am Freitag, den 11.12 fand in Nürnberg am Hans-Sachs-Platz eine Kundgebung statt. Aufgerufen hatten unter anderem Beschäftigte des Klinikums Nürnberg, die Gewerkschaft Ver.di, die Initiative solidarischer ArbeiterInnen und die Initiative Gesundheit statt Profit. Die organisierte autonomie mobiliserte mit einem eigenem Flugblatt.

Den Aufrufen folgten zahlreiche Beschäftigte und UnterstützerInnen. Über 150 Menschen versammelten sich, davon ca. 3/4 ArbeiterInnen der KNSG, sodann mit abständen und Masken auf dem Platz zu einer starken und entschlossen Kundgebung. Mit Schildern, Parolen und Transparenten wurde dem Unmut Luft gemacht und die Forderung nach dem Tarifvertrag in die Innenstadt zu tragen. Die KollegInnen zeigten sich entschlossen und kämpferisch. Sie wollen sich nicht weiter abspeisen lassen.

Die Beschäftigten „kämpfen seit Jahren für das Ende des Outsourcings und die Wiedereingliederung in den Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD). Unter dem Namen KNSG (Klinikum Nürnberg Service-Gesellschaft) wurden vor etwa 20 Jahren wesentliche Tätigkeiten in eine neue Gesellschaft ausgelagert, um den geltenden Tarifvertrag zu unterlaufen. Ohne die Tätigkeiten, die so ausgelagert wurden, würde das Krankenhaus nicht funktionieren. In der KNSG verdienen die Reinigungskräfte, LogistikarbeiterInnen und KüchenarbeiterInnen bis zu 900 Euro Brutto weniger, als diejenigen, die mit gleichen Tätigkeiten noch nach TVöD bezahlt werden.“ (aus dem Aufruf der organisierten autonomie)

Es sprachen beschäftigte KollegInnen, die OB Marcus König dazu aufriefen sein Wahlversprechen endlich einzulösen und die KollegInnen in den TVöD wieder einzugliedern (die Ambulanz für politische Demenz konnte ihm da leider noch nicht weiterhelfen), eine Betriebsrätin, die den aktuellen Stand des Arbeitskampfes wiedergab und die Frage aufmachte von welchem Geld sie den noch ihre Miete zahlen sollen und warum die Stadt Nürnberg Geld für die Kulturhauptstadtsbewerbung hat aber nicht für die Beschäftigten Servicekräfte. Ein weiterer Kollege fragte, wie es sein kann das 20 Jahre an ihren Löhnen gespart wurde und jetzt aber kein Geld für sie da sein soll. Ein Verdi Vertreter rief zur nächsten Kundgebung während der Stadtratssitzung auf. Solidaritätsbekundungen gab es von der katholischen Betriebsseelsorge, einem ehemaligen Oberarzt, einer OP-Schwester und vielen weiteren.

Außerdem wurden Solidaritätserklärungen von der Initiative solidarischer ArbeiterInnen (ISA), des Krisenbündnisses „Gemeinsam kämpfen – Ihre Krise nicht auf unserem Rücken“ und zahlreicher anderen Gruppen und Personen vorgetragen. Die ISA überreichte den kämpfenden KollegInnen ein Megaphon als Geschenk für ihre weiteren verhandlungen.

Einen ausführlichen Bericht findet ihr auf der Seite der Initiative solidarische ArbeiterInnen.

Am Mittwoch den 16.12 geht es weiter. Zur Stadtratssitzung wird ab 14:30 Uhr eine Kundgebung vor der Meistersingerhalle abgehalten um OB König weiter an sein versprechen zu erinnern. Kommt zahlreich und zeigt euch solidarisch.

Ein Krankenhaus – eine Belegschaft!
Gleiche Arbeit – Gleicher Lohn!
Gesundheit statt Profit!

drucken | 15. Dezember 2020 | organisierte autonomie (OA)

Terminkalender

Samstag, 16.10.2021

United against repression: Demo am 16. Oktober um 14:30 Uhr am Veit-Stoß-Platz

Folgenden Demoaufruf geben wir gerne an euch weiter. Teilt ihn und verbreitet ihn: Ob Nürnberg, bundesweit oder international – United against repression! Freiheit für Jan! Der jüngste Jamnitzer-Prozess gegen unsere beiden Genossen ist nun abgeschlossen. Während einer der Angeklagten im Berufungsprozess Anfang Februar eine Geldstrafe und 10 Monate Knaststrafe auf 3 Jahre Bewährung bekommen hat, wurde vom anderen Angeklagten in Revision gegangen. Die Revision wurde nun vom Oberlandesgericht München abgelehnt, somit wird eine Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten rechtskräftig. Zur Erinnerung: Der Jamnitzer Platz in Nürnberg ist ein Ort, wo sich die Widersprüche und Konflikte besonders stark zeigen, die der Gentrifizierungsprozess im Viertel mit sich bringt. Kontrollen und Schikanen durch die Polizei stehen dort auf der Tagesordnung. Zum Prozess kam es, nachdem sich nach einer weiteren Polizeimaßnahme spontan eine Menschenmenge solidarisiert hatte und sich die Cops daraufhin zurückziehen musste. Einem der Angeklagten wurde Rädelsführerschaft, dem Anderen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung vorgeworfen. Seitens Staatsanwaltschaft, Staatsschutz und Polizei wurde der Prozess höchst politisch geführt. Ein klarer Verurteilungswille wurde mitunter dadurch deutlich, dass einer der Angeklagten an besagtem Abend nicht mal vor Ort war. Dafür gab es einen glaubwürdigen Zeugen, doch dies hielt die Justiz nicht davon ab, ein hartes Urteil zu sprechen. Zwei Schuldige mussten her, an denen ein Exempel statuiert werden konnte. Dieser Fall steht exemplarisch für eine Entwicklung, die sich weltweit abzeichnet: Linke Aktivist*innen werden kriminalisiert und müssen mit Repression rechnen, allein weil sie die bestehenden Verhältnisse ankreiden und sich für eine befreite Gesellschaft einsetzen. Dabei kommen teils absurde Mittel und immer repressivere Methoden zum Einsatz. Bayern erfüllt immer wieder eine Vorreiterrolle für eine bundesweite Verschärfung der Polizeiaufgabengesetze, Lina in Leipzig wird im Heli abgeholt, 1. Mai-Demos auf der ganzen Welt werden brutal aufgelöst, in Kolumbien wird auf Demonstrierende geschossen. Der Staat scheut keine Mittel, die bestehende Ordnung aufrecht- und linke und emanzipatorische Proteste kleinzuhalten. Wir sind weiterhin solidarisch mit Jan und allen anderen, die Aufgrund ihres Aktivismus, ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihrer Armut, ihres Geschlechts oder anderen Gründen zur Zielscheibe der Polizei werden. Unsere Antwort auf diese besorgniserregenden Entwicklungen war, ist und bleibt unsere uneingeschränkte Solidarität mit allen Kämpfen und Kämpfenden gegen die rassistische und sexistische Klassengesellschaft. Nur mit vereinten Kräften können wir diesen überwinden und gemeinsam werden wir unsere Wut auf die Straße tragen. Denn wir lassen uns nicht einschüchtern und stehen weiterhin solidarisch füreinander ein – jetzt erst recht! Kommt mit uns zusammen auf die Straße – gegen jede Form von Herrschaft und Unterdrückung und für eine Welt, in der wir alle gewaltfrei leben können! Freiheit für Jan und alle Anderen!