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150 Menschen auf der Kundgebung für die Wiedereingliederung der Servicekräfte in den TVöD

[1]Am Freitag, den 11.12 fand in Nürnberg am Hans-Sachs-Platz eine Kundgebung statt. Aufgerufen hatten unter anderem Beschäftigte des Klinikums Nürnberg, die Gewerkschaft Ver.di, die Initiative solidarischer ArbeiterInnen [2] und die Initiative Gesundheit statt Profit. Die organisierte autonomie [3] mobiliserte mit einem eigenem Flugblatt [4].

Den Aufrufen folgten zahlreiche Beschäftigte und UnterstützerInnen. Über 150 Menschen versammelten sich, davon ca. 3/4 ArbeiterInnen der KNSG, sodann mit abständen und Masken auf dem Platz zu einer starken und entschlossen Kundgebung. Mit Schildern, Parolen und Transparenten wurde dem Unmut Luft gemacht und die Forderung nach dem Tarifvertrag in die Innenstadt zu tragen. Die KollegInnen zeigten sich entschlossen und kämpferisch. Sie wollen sich nicht weiter abspeisen lassen.

Die Beschäftigten „kämpfen seit Jahren für das Ende des Outsourcings und die Wiedereingliederung in den Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD). [5]Unter dem Namen KNSG (Klinikum Nürnberg Service-Gesellschaft) wurden vor etwa 20 Jahren wesentliche Tätigkeiten in eine neue Gesellschaft ausgelagert, um den geltenden Tarifvertrag zu unterlaufen. Ohne die Tätigkeiten, die so ausgelagert wurden, würde das Krankenhaus nicht funktionieren. In der KNSG verdienen die Reinigungskräfte, LogistikarbeiterInnen und KüchenarbeiterInnen bis zu 900 Euro Brutto weniger, als diejenigen, die mit gleichen Tätigkeiten noch nach TVöD bezahlt werden.“ (aus dem Aufruf der organisierten autonomie)

Es sprachen beschäftigte KollegInnen, die OB Marcus König dazu aufriefen sein Wahlversprechen endlich einzulösen und die KollegInnen in den TVöD wieder einzugliedern (die Ambulanz für politische Demenz [6] konnte ihm da leider noch nicht weiterhelfen), eine Betriebsrätin, die den aktuellen Stand des Arbeitskampfes wiedergab und die Frage aufmachte von welchem Geld sie den noch ihre Miete zahlen sollen und warum die Stadt Nürnberg Geld für die Kulturhauptstadtsbewerbung hat aber nicht für die Beschäftigten Servicekräfte. Ein weiterer Kollege fragte, wie es sein kann das 20 Jahre an ihren Löhnen gespart wurde und jetzt aber kein Geld für sie da sein soll. Ein Verdi Vertreter rief zur nächsten Kundgebung während der Stadtratssitzung auf. Solidaritätsbekundungen gab es von der katholischen Betriebsseelsorge, einem ehemaligen Oberarzt, einer OP-Schwester und vielen weiteren.

[7]Außerdem wurden Solidaritätserklärungen von der Initiative solidarischer ArbeiterInnen (ISA), des Krisenbündnisses „Gemeinsam kämpfen – Ihre Krise nicht auf unserem Rücken“ und zahlreicher anderen Gruppen und Personen vorgetragen. Die ISA überreichte den kämpfenden KollegInnen ein Megaphon als Geschenk für ihre weiteren verhandlungen.

Einen ausführlichen Bericht [8] findet ihr auf der Seite der Initiative solidarische ArbeiterInnen.

Am Mittwoch den 16.12 geht es weiter. Zur Stadtratssitzung wird ab 14:30 Uhr eine Kundgebung vor der Meistersingerhalle abgehalten um OB König weiter an sein versprechen zu erinnern. Kommt zahlreich und zeigt euch solidarisch.

Ein Krankenhaus – eine Belegschaft!
Gleiche Arbeit – Gleicher Lohn!
Gesundheit statt Profit!